Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 3 (1874)
- Issue
- Nr. 9. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zur B«l«»chlu1u» «ltkr Z»»rnthum u -«den dklreffenken literirischen ekrschtimmge» auf dem Gkdiklc »kr Philosophie,<^>tschichte, Srhn«graptzit,r he-t-gie, Prikutuli», Sregese, Homiletik, Liturgik. Pödugogik. Herausgegeben von Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Bicher »er riuschUigigen kiteratur, welch« »er «e» Ke» ״Zu». Dteruturktott" iu Mugtek«, (»ker »er «Joruel. «ocheuschr.- iu Stettiu) lugeloukt werke», «nke» iu Kiese« Blatte eiageh«»»« Ptsprech,»,. Nr. 9. Erscheint l —2ma1 monatlich. Preis pro Iabrganq 1 Thlr. Für die Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" gratis. Zn beziehen durch alle Buchhandlungen; in Leipzig durch Robert Fri es e. 3. Jahrgang. Die Bücberconfkseation in Frankfurt a/M. ן im Jabre 1727. ׳ Rach de» Akten »1U> Eorrespondenzen in dem Gemeindearchiv l initgetheilr von R lk. ' Am 26. Nov. 1715 würbe in der Fraiiksurter Post- Zeitung ein kaiscrl. Inhibitions-Mandat bcCanut gemach!, gegen die Verbreitung ״sehr schädlicher, bas H. R. Reich, Gesetze und Ordnung anzapfende, verkehrter neuerlicher Bücher rc. rc." und dem Reichs-Fiskalat die Verhandlung und Bestrafung ן der Uebertreter übergeben. Bis 1727 bliebe» die hebräischen Druckwerke von jeder Rachipürnng verschont; aber am 29 Mai Ö. I. wurde dein Reichssiskal in -Letzter, Franz Erasmus v. Emrich, und dem 8ücber-C0mmissarius de Clratrx ein Kaiscrl. Rescripl d. d. I April zugestellt, wegen der von den Juden in Frankfurt gedruckten ״gotteslästerlichen Bücher und gemißbrauchte» Privilegii I in per zu inquiren, die mit leeren SpaliiS bestiidlichen Bücher mcgzunehnien, die Äulores und Drucker »nssindig zu machen, sich ihrer Personen zu versichern rc. rc. und hierzu die Assistenz des Magistrats requiren. Wir wollen über all solches Eueren ausführlichen Bericht u. Gutachten sammt den Protoc. und unserem von der Judenschüft des Endes abzusoroern habenden Kais, privilegio iiupressario seit zweier Monat gewärtigen " Der zum Acluar der Bücher-Com. ernannte Johann PH. Feuerbach zeigte hieraus dem Magistrat a», daß er von der Com. und in specie vom Hofrath de Chans beordert sei, alle und jede verdächtigen Bücher und Gewölbe consigniren zu lassen uild in sonderheit den altern Hern, Bürgermeister zu ersuchen, die vor die ganze Judengaß stehende Baumeister (Gemeindevorsteher) Aron Oellinger zur Hinterlhür und Leser Oppenheim zur irrterirrm. comrn. Diäten Zahlung ad fl. 150 mediante executione anzuhalten belieben mögen. Der Magistrat entgegnete hierauf a׳n 6. Juni, daß er der Bücher- Kommission nach Anleitung des kais. Rescripts bisher an Händen gegangen*) und ferner auch thun werde, dennoch aber von Com. Diäten nicht allein nichts enthalten, sondern auch nicht abzusehen, wie die Judenschaft hier unter leiden konnte, sondern das Werk aus denjenigen Juden, der das Privileg, szunt Drucke des Talmuds) erhalten und die antares und violalores redundiren werden. An! I I. J»»i wurden die Baumeister vor die Delegat, und inquir. Com. cilirl und ihnen angewiesen, binnen 3 Tage sah poena execut, das Kais. Privilegium herauszugcben. Da sie diesem »ich! Nachkomme» konnten, weil sie ein solches niemals erhalten, so berichtete Feuerbach hierüber an de Cliaux, der stch in Mainz aufhiclt, der ihm nun auftrug vom Ma- *) In oen Laven und Gewölbe» wurden adsignirt: die 1720 bei Kellner gedruckten Trakt»!« Ad. sara und Beracholh; Ape Rabrabi, Jad col-bo und die Tefilla von M. Eppstein und Oppenheim. gistrat die Exekution geziemend zu suchen und falls diese nicht zu erlangen sei, sich die Ursache schriftlich »uszubitten. Feuerbach richtete daher am 10. Juni an den Bürgeruieister die Bitte um 8ub8idiove juris gegen die Baumeister und sonstigen Zxecut. zu verhelfe». I» Gegenwart des Ac!uars wurden nnn die odgenannten Baumeister protoc vernommen und ihnen wörtlich des Aktuars Forderung vorgelesen. Die Baum erwiederten, sie wüßten gar nicht, ivie sie dazu känreu, daß man ihnen ein Privil. abfordere, das 'sie niemals verlangt noch erhalten hätten. Das Priv. würde ohne Zweifel deuijenigen Juden gegeben sein, dessen Name auf dem Talmud stände (Lew Arie) und der bereits vor 4'/, Jabren Frankfurt verlassen Hab«. Sie bäte» daher, sie mit ver Exekution zu verschonen. Mit ausfühclichen Rechtsgründen wandten sich die Baumeister, gzr den Schöffenralh, an das kais. Hofgericht in Wien und iu einem Memortal wendeten sie sich gegen die im Allgemeinen dern Talmud imputirtc» Gotteslästerlichkeiten und vertheidigterpchre Spatii in dem Frankfurter Drucke mit großem Geschstte. Die Eigenthümer der obsignirten Bücher verträten ihre Sache selbstständig bei der Bücherkom. und dem kais. Hosgericht in Wien Wir fanden daher nur wenige Akten hierüber, so nur ein Memorial und Bitte um Aushebung der Obsignation von Leser Flörsheim, der eia Gebetbuch bei Kelle׳, drucken ließ und die Auflage im Brauhaus iu einem Zimmer aufdewahrle, und von Zacharias David Dolibo, Herausgeber des Colbo, und S. Scholien die Eingabe und Bille, ihnen den Dennncianlen zu ueniieii. Aut das Exhebit ver Judenschan wegen der Diäten und des von S. Schotten wegen Aushebung der Obsignation des Api Rabrabi wurde am 15. July der Bücher-Com. das kais. Resskript zugesendel, ״daß cs besonderen Umständen nach noch znr Zeit und bis sich aus eingclanglen desielben Bericht des fernern äußert auf iven die Erstattung der Com. Kosten fallen müßten, die Ausgaben zur Com. o h u e»l g e l l l i ch vollziehen", welchen Bericht es denn beschleunigen nnd an Ihre kais. Maj. sordersamst einschicken solle. Bon der Exec. wurde somit Abstand genomnien und die Bauern als Vertreter der Gesammlheil Hallen dther keine Ursache offiziell wegen der Obsignation anfznlreten, alle Eingaben an das Hofgericht in Wien irnd sonst unlerzeichtreten daher nur die Eigeirlhümer der obsignirten Bücher. Die Beniühung der Baumeister richtete sich nun, den Denunciarrten in Ären zu erfahren, aus die Aushebung der Obsig- Nation und auf de Oiaux günstig zu wirken. Zn diesem hatte Moses Neubnrg in Mainz Zulrill, und er tchrieb am 19. Siwan an seinen Bruder: ״mntz dir melden, wie Hr. Chaux am Freitag mich hat rufen lassen und im Descuriren mir ein Rescripl vom Kaiser unter dem 20. April hat lesen lasien und ist die Frankfurter Kemeinde ziemlich augezogen in 8peeii aber ihm b.fohlen, bas