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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 7. (1874) · p. Seite 28

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 7. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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übersetzt haben. 6. 80 vermissen wir bat ״langen" QVTn MM- «n kräftige«, bat Äemilth zermalmende« Gebet, e< ist ausgewanbrrt. Leibenbe de« Exils gibt et in Nürnberg nicht mehr, ber Thränenquell der alten, ehemaligen Nürnberger Gemeind« ist für die neue Gemeinde versiegt. S. 100 muß da« Recitativ in פלינן einen guten Effekt hervorbringen, besonders durch die Wiederholung bet לדלתו D&K u- *TlP אץ• Noch entsprechender ist bas Recitativ des ואמונה T1&K ®־ H2. S. 134 erfaßte uns bei dem langen ^וית Erstaunen. Du, noch da? dein Bruder, ber lang« Wehu Rachum nicht mehr! Das Alrnu ist deutsch recht gut mit Recitativ. S. 176 u. ff. ist der Sabbathmorgen-GotteSdienst etwa« > u s« h r zugestutzt. Wir sind in einer Fabrikstabt, da« Geschäft drängt! S. 68 u. 200 ist konsequent: der Schluß M2PZ 212 •» •שאותך לבדך ביראה ist ein paffendes hebräische« Nerftativ (aus Ps. 19) zwischen Borbeter und Gemeinde nach ber Prebigt angeführt.*) S. 232 finden wir ein« Erklärung ber Fest« bls Einleitung zu den Aestgebeten gegeben. S. 262—65 befindet sich ein Auszug der Mokkabäerbücher als Angabe der Geschichte des Chanukasestes, eine recht willkommene Beigabe. S. 369 ebenso für Purim ein deutscher Auszug aus dem Estherbuche, mit eingtstreuten hebräische« Versen; etwas buntscheckig?) E. 471 begegnen wir einer hübschen Auswahl deutscher Gebet«, für dir Privarandacht im Hause und auf dem Friedhofe, »on denen das Gebet S. 528 besonders hervorzuheben ist, man wird ei nicht ohne tiefe Rührung lesen. Mit anem Auszug aus den ״Sprüchen ber Väter" und dem ״Psalmbuche", hebräisch und deutsch, schließt ber reichhaltige erste Band von 676 Seiten. Aus Band II, auf 528 Seiten, da: die Festgebete für Neujahr und VersShnungstag enthält, ist besonders bi« Darstellung der ״Lboda" als gelungen zu bejeichnen. Wir scheiden von diesem Buche mit dem Wunsche, daß es seinen Zweck, den ״Gottesdienst des Herzens" zu fördern, in reichem Raaße erfüllen möge.**) vr. 8. in 8t. Schulprogramme. (Schluß.) 4) Achter Bericht über die Religionsschule der Synagog.- Gem. zu Königsberg, von Robb. vr. Bamberg er. 5) Jahresbericht über die Religionsschule der Synagog.- Gem. zu Colberg, von Rabb. vr. S. Goldschmidt. 6) Progran«m zur öffentlichen Prüfung der Schüler u. Schülerinnen der isr. Religionsschule zu Leipzig, am 17. Mai 1874) von vr. A. M Goldschmidt. 7) Programm zur Prüfung der Zöglinge der iSr. Religionsschule zu Oels, von Prediger vr. Cohn. Line in beständigem Wachsthum befindlich«, ebensalls gut organifiele Religionsschule ist die unter Leitung des Rabb. vr. Bamberger stehende zu Königsberg. Das Schuljahr schloß mit 285 Zöglinge» (143 Knaben und 142 Rädchm incl. Lonfirmanden). Es wirken an ihr außer dem Dirigenten noch 3 Lehrer: jede Klaffe erhält wöchenllich 4—5 Stunden, ans Hebräisch kommen davon 2—3 Stunden. Dem ״Jahresbericht" geht eine sehr verdienstliche Abbandluna: ״Die gesetzliche Strl-!ung b«» jü» »scheu Raigionsumerrichts in Preuße« und deren Folgen" »on vr. Bamberger voran, die zwar in Bezug aus die ziemlich spruchreif« Religionsschulsrage kein« neuen Gesichtspunkte ausstellt, aber das verdiarst hat. das hierher gehörige Material üversichtlich zusammengestellt zu haben. Bei Auszählung der Gymnasien und Realschulen, (S. 10 Note) an denen jüdische Religionslehrer angestellt sind und Censuren «rtheilen. ist das Gymnasium zu Oels und die Realschule zu Posen hin- *) Es ist bas überhaupt ein sehr gelungener Wurf, daß dieses Gebrtbuch an Stellen, wo andere Bücher deutsche Gedichte und Choräle, die nicht immer zu den besten gehören, haben, s.hr paffende Psalmen in gutrr Ueberseyung hat, so zur Einleitung für die Festabende u. a. in. (Red.) ') Daß der Perf. sich auch der Mühe unterzog, von S. 402—456 die Selicholh für die Woche vor Neujahr und die Bußtage zu übersetzen und nach geeigneten Recitativen zu ordnen, ist dankenswerth. In andern Resormgebetbüchern scheint man über die Selichoth Tage stillschweigend zur Tagesordnung übergegangen zu sein. (Red.) **) Bon Druckfehlern ist uns das öfter S. 216 294 362 428 wicderkehrcnde nPJIiTJ statt בהונאת im Sündenbekenntniß aufgefallen. — Was Paprer, Druck Typenwahl, genaue Accentuation anlangt, so verdient die darauf verivendetc Sorgfalt der Verlagshandlung lobens- «erthc Anerkennung. Wir möchten bei dieser Gelegenheit die Gerschelsche Berlagsbuchhandlung in Berlin erinnern, bei den öfteren Auflagen des Sachs'schen Machsor die einem solchen Werke gebührende sorgfaltige äußere Ausstattung nicht außer Acht zu laffen. Abgcsprung ne Buchstaben, verschobene Bocale, ausgefallene Wörter, ja Zellen, dünnes Papier verunzieren das um sein.« Inhalts willen so beliebte und vortrefflich« Machsor. (Red.) Berantwortlicher Reducteur: vr. M. Rahm er. »uzufügen. »uf einige Punkt« dieser Abhandlung, über welch« wir bi. vergirenber «nficht find, z. «. über ״da« Zeitmaaß des Unterrichts," ko»,men wir an einer anderen Stelle ausführlich zurück. Ebenso auch auf di« vom Rabb. vr. S. Goldschmidt, dem Jahresbericht über bi« Religionsschule zu Colberg vorangestelltr recht gründliche Arbeit über ״die Pflege ber hebr. Sprach« im Rahmen des jüd Religionsunterrichts." Da« Schulnachrichten des gaumnten Jahresberichts entnehmen wi-, daß die Anzahl der die Religionsschule besuchenden Zöglinge im abgelausene« Jahr« 43 betrug, di« in zwei Klaffm unterrichtet werden, von denen die erst« Knabenklaffe 8—9 Stunden (davon 4 St. Hebräisch) wöchentlich erhält. Etwa 15—20 Kinder, also fast ein Drittel der jüdische» schulpflichtigen Jugend, genießen gegemvärtig daselbst gar keinen Reli» gionSunterricht, oder werden erst später, oft zu spät, der ReMonsschul« ,«geführt. Die isr. Religionsschule in Leipzig zählt gegenwärtig 151 Zöglinge (73 Knabm und 78 Rädchen), die sich auf je 3 Klaffen vertheilm Die Unterrichtsstunden sind aus Sonntag Bormfttag 8—11 Uhr, Mittwoch und Sonnabend Nachmittag 2—4 Uhr gelegt. Außer dem Dirigenten wirken noch 3 Lehrkräfte an der Schul«. Auffallend ist, daß außer dem Confirmandenunterricht (in der obersten Klaff?, in dm anderen Klaffen kein spezifischer Religionsunterricht ertheilt wirb; aus der uns vorliegenden Einladungsschrist zur öffentlichen Prüs'.ng wenigstens ist ein solcher nicht ersichtlich, es müßte denn sein, daß er mit btblisch«» Geschichte verbunden ist. Di« vom Prediger vr. Cohn geleitet« Religionsschul« in Oels zählt 57 Zöglinge, 43 Knaben und 14 Mädchen. Predigten. (Schluß.) 3) Arank, vr., Rabbiner in Linz. Zwei patriotische Reden, zum Vermählungsfeste der Erzherzogin Gisela, und zum 25jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Joseph. Linz 1873. Selbstverlag. 4) Iktger, vr. A. A., Rabbiner in Jglau. Das Fürstenideal. Festrede zur sy»ag. Vorfeier der Verinählung der Erzherzogin Gisela, gehalten am letzten Tage des Peßachfestes 5635) 5) -Die Merkmale der gotlberufenen Herrschermacht. Festpredigt zum 25jährigen Regierungsjubiläum de- Kaisers Franz Joseph. Jglau, Earl Lehmann. 1873. 6) LckAtzsIerg, vr. Z8., Rabbiner in Pasewalk Der erneute Dank. Predigt, gehalten am Erinnerungstage der Schlacht bei Sedan. Pasewalk, August Schnurr. 1873. \ Patriotische Reden gehören anerkanntermaßen nicht zu den Lieblingsthematrn eines Predigers, aber sie bilden einmal einen Theil seiner «ntlichrn Pflichten. ES giebt eine doppelte Art, dieser Aufgabe aus der Kanzel ,«recht zu werden, entweder man behandelt die gegebene Beranlaffuna persönlich oder concret, indem »um den concretm Fall zum Thema nimmt, und ihn nach seinen hervorragenden Seiten von religiösem Standvunkte ans beleuchtet oder abstract. indem man ein allzem-incL Thema über Staat, Obrigkeit u. dgl nach der Auffassung der Religion behandelt, und dann den vorliegenden Fall ziemlich los« damit in Verbindung bringt. Im erster«« Fall wird das Gelingen der Predigt na« dem gewählten Text abhängen. inwiefern derselbe dir Hauptmomente des Tagesereignisses einschließt. im andern von der Wahl und Ausführung des Thema's, ob dasselbe eine die Zuhörer interessirend« Zeitfrage behandelt und ob die Beziehung zu dem Tagesereigniß keine bloß äußerlich angeknüpste, sondern aus dem Thema resulrirende ist. — Dir ״zwei patriotischen Reden" des Hrn. vr. Frank. Rabb. in Linz, lösen ihr« Aufgabe in der erstgezeichneten concrcten Weis«, die des Rabbiners vr. Ung er in Jglau in der andern, abstraaen; es sind beide in ihrer Art als recht gelungen zu bezeichnen. ״Das Fürstenideal» ergibt sich aus der Hastara des achten Petzachtages (Jesajas c. 11.) von selbst. ״Di« Merkmale der gottberufenen Herrschermacht" erblickt der Redner, der ,um Texte das Königsgesetz (Deuteron, c. 17) nimmt, in 1.) der theilnehmenden Würdigung des Lolkswillens (״daß sich sein Geist nicht stolz erhebe über seine Brüder"), und .2.) der unwandelbaren Achtung deS Staatsgrundgesetzcs (״daß er nicht weiche von dem Gesetze, rechts noch links"). ״Der erneute Dank" von vr. W. LandSberg. Rab. in Pasewalk, knüpft an Ps. 50, 14 an und führt in schwungvollen Worten und lebendiger Schilderung den Zuhörern die im 2. September gipseindrn gewattigen Ereignisse von 1870 vor. Briefkasts«. R. L. in P. Ihre ״Erwiderung" in nächster Nr. — Ps. 98. 8 ebensalls. I - , Druck u. Verlag von C. Schar«k« in Barby.

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