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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 7. (1874) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 7. (1874)
Date
1874-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Wische WmtMM. Zur Beleuchtung aller -«denthum u. -»den betreffenden literurischen Erscheinungen »uf dem Gebiete berPhil»sophie,Grschichte,Sthnagraphie.Sheatagie, Brientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik, Pädagogik. Herausgegeben von Rabbiner vr. M. Rahme» in Magdeburg, Bücher der einschtügige« Literatur, welche der Red. de» ״Jüd. Kiteraturblatt" in Mugdedurg (oder der «Jorael. Wocheuschr.» in Stettin) pigrsanbt werde», finden in diese» Platte eingekrnde Besprechung. V___</ Nr. 7. Erscheint 1—2mal monatlich. Preis pro Jahrgang 1 Thlr. Für die Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift" gratis. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen: in Leipzig durch Robert Friese. 3. Jahrgang. Kalonymos den Kalonymos und seine satyrischeu Schristeu. (Fortsetzung.) Ueber die LebenSverhLltnisse dieses Mannes besitzen wir nur wenige sichere Nachrichten. Kalonymos') b. Kalonymos b. Meir war von Geburt wahrscheinlich ein Provenyale und hatte, wie Zunz annimmt, in Arles seine Heimath?) Das Jahr seiner Geburt ist, nach der Mittheilung Zunz' aus Handschriften, auf 1287 anzusetzen, wonach dessen frühere Ansicht, daß Kalonymos 1284 geboren sei, von selbst entfällt. Aus hervorragender Familie abstammend,') genoß er unzweifelhaft eine sorgfälttge Erziehung und ward frühzeitig in die Tiefen des Talmuds eingeführt, doch wußte er sich a,lch reiche philosophische Bildung anzueignen, indem er die Schriften des Averroös in dem Originaltexte zum Gegenstände seincs Studiums machte. Die Provence war zu jener Zeit die Pkanzstätte der von den arabischen Denkern ausgegangenen Bildung geworden, ein reges Streben auf dem Gebiete der Wissenschaft hatte sich entfaltet, und so ist es nicht zu verwundein, wenn Kalonymos sich gleichfalls angeregt fühlte, den hervorragenden Leistungen seiner Landsleute Jehuda und Samuel Tibbon, Levi den Gerson u. A. nachzueifern. Im 20. Lebensfahre (1307) begann er seine Thätigkeit auf diesem Gebiete, die ihm wohl stet« Anregung genug gewährte, und welcher er auch seine einflußreiche Stellung verdankte. Seine Uebersetzungen aus dem Arabischen ins Hebräische betreffen philosophische, medicinische und mathematische Werke des Averroäs, GalenuS, Alfarabi rc. und rühren größtentheils aus der Zeit zwischen 1307 und 1317 her. Er mochte sich dadurch Ansehen erworben haben, so daß König Robert von Neapel ihn einlud, für ihn einige Arbeiten anzufertigen, und zwar von den arabischen Schriften lateinische Uebersetzungen zu besorgen. Nachdem er noch im Jahre 1317 zu Arles die Meteorologie des Averroös übertragen hatte, begab er sich vermuthlich noch in demselben Jahre nach Rom, wo er eine geachtete, einflußreiche Stellung einnahm und vielleicht auch den Juden der Stadt durch sein Nerhältntß zum Könige mancherlei Bcgünstigung erwirkt hat; wenigstens wäre dies aus einer Stelle im Immanuel zu schließen, wonach er sogleich bei seiner Ankunft erfreuliche Mittheilungen und königliche Decrete brachte,') die er bei seiner Durchreise in Avignon von dem daselbst verwei- ') Über den Namen auf 00 vgl. Zunz in Geiger s Ztschr. II. S. 316 und IV. 200. Sowohl Kalonymos selbst, wie Immanuel (Mechab. 23) reimen Wörter auf 21 mit dem Namen. ') Wolfs nennt ihn ״Mantuanus" (?). ') Immanuel, Mechab. 23 nennt ihn הנכבד NVN ‘) Immanuel Mechab. 23: 111 אשרVN1NI 111♦ראינו אור בא הוציא מאדונינו המלך יר״ה lenden Robert empfangen hatte. Früher als in die Zeit seines Aufenthaltes zu Rom') fällt die Abfassung eines wenigstens einigermaßen selbständigen Werkes, der ״Gespräche zwischen lebenden Geschöpfen" (אגרת בעלי חיים), das wohl nur eine Nachbildung des arabischen Moralwerkes Achwon al-Zafa (״ (אכון אלצפאdie aufrichtigen Brüder" ist, aber der Form irach als originelle und freie Arbeit erscheint. Außerdem witd ihm noch ein Werk םנ1ר מלכים über Geometrie zugeschrieben, das auch in dieser Zeit entstanden sein mag. Rom bot damals für die Juden die größten Freiheiten dar, uiü» Jene waren auch bemüht, dieses Glück nach Kräfteti zu genießen, sie sammelten Reichthümer, — die ihnen nur jtt bald Dienste leisten sollten — und ergaben sich einem fröhlichen, sorgenlosen Leben. Auch Kalonymos scheint in Gesellschaff solck» lebensfroher Menschen verkehrt zu haben, auf deren Anregung er das für Purim bestimmte, satyrische Werkchen מגלת מתרים °d«r ממכת פורים * *) verfaßte, das unleugbar in Rom oder Ancona entstanden ist. Aber obwohl er in Rom hohes Ansehen genoß und als Gelehrter in hoher Achtung stand'), konnte er auf die Länge an diesem thatenlosen Trüben kein Gefallen finden, vielleicht hatte er auch an seinem Besitze und dem leiblichen Wohle Schaden erlitten'), und so folgte er nach zivei Jahren 1319 oder 1320 dem Rufe aus der Heimath, als R. Samuel, wahrscheinlich Oberhaupt der Gemeinde zu Arles, ihn zur Rückkehr in den Kreis seiner Angehörigen aufforderte. Die Gemeinde Rom feierte den Abschied des liebgewonnencn Mannes durch ein höchst schmeichelhaftes Gedicht, deffen Verfaffer, Immanuel, ihn mit den redebegabten Helden der Nation, Koheleth, Jesaja, Amos verglich. (Mechab. 23.) Aus der Lebhaftigkeit, mit der er die Leiden der sranzösischen Juden veranschaulicht, läßt sich schließen, daß er Zeuge derselben gewesen ist und noch unter dem Eindrücke der schmerzlichsten Erschütterung sich befunden hat, als er sein Werk ״Prüfstein des Lebens", wenigstens die wichtigem Stellen desselben verfaßte. Es ist daher nicht sicher, ob Kalonymos 1321 in Rom zugegen war, als es sich um die Ausweisung der dortigen Juden handelte; doch scheint auch ein späterer ') Nach seiner Angabe in der Einleitung dieses Werkes war er damalls 29 Jahre alt, die Zeit entspricht demnach dem Jahre 1316. י) Dasselbe ist 1871 von I. Mllheimcr edirt worden; auf dem Titelblatte sind irrthümlich die beiden Namen als die Titel zweier verschiedenen Werke angegeben. (Red.) ׳) Jmm. Mechab. 23. נהירי ליה שבילי דשמיא כשבילי דנהר דעא •) Darauf deuten die Stellen in Lver Bochan hin. S. 3. המכלים ימיהם אבול ושתה בתענוגים ועושים כל ימיהם כחגים - צמתו בכור חיי וכל אחד ׳גורני בחרמו הנני פורש מהם - ושאגו וינהו בשלי אני דואג ומצטער ׳כי נותרתי ערום לבי סוער ׳אוי לנפשי כי •נמלה לי רעה wenn anders sie buchstäblich zu fassen sind.

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