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Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 6. (1874) · p. Seite 24

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 6. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24. ligionsvorstellungen, z. B. üb« den SabbäiSmus, Buddhismus u. dgt., da wird die isr. Genieinde über Zarathustra's Lehren, den Zend-Avesta, des großen Reformators Kong-s»-tse's ״heilige" Bücher, als da sind der D-king, der Li-king, der Schi-king und der Schu-king — mit Angabe ihres Inhalts — sowie über das Verhältniß der Religion des ״Reformators Buddha" zum Brahinaismus, (die sich zu einander ״wie etwa das Rcsorinjudcnthum zum orthodoxen" verhalten), über die Erlösung der Seelen durch die ״Rückkehr in das Nirwana," Emanationslehre, Retempsychose und die verschiedenen Schöpsungsthcoricn sehr gründlich belehrt. Die andächtigen Zuhörer ersahren da auch, daß cs ״keinem Zweifel unterliegen kann, daß viele pcntate>:chischc Sagen mit indischen Götterfugen verwandt sind, daß die Erzvater-Trias der indischen Dreieinigkeit entspricht, und zwar ist Abrahain identisch mit Brahma, der Pachad Jizchak, ״der furchtbare Jsak" ist Schiwa, wosür auch sein Wohnort Beer-Schema (von NV2D Gen. 26, 33) spricht, sein Name Jizchak-Lacher ist im Sinne des höhnischen, mephistophelischen ׳Gelächters zu verstehen," und was des Wahnwitzigen noch mehr. Wird es da noch Jemand wundein, in einer Predigt über ״das Purimfcst und seine Bedeutung" (S. 80) zu lesen: ״Den Namen Purim leite ich von Pura ab, Las bekanntlich Kelter heißt; Purim heißt ein Keltersest, ein Weinfest, ein Bakchanal."? Was aber soll inan gar erst dazu sagen, wenn man in derselben Predigt <S. 83) folgenden Passus liest: ״Es ist nicht in Abrede zu stelle», daß bei Manche», selbst unter denen, die sich Orthoboxe nennen, die Anschauung herrscht, daß es keine oder doch geringere Sünde sei, den Nichtisraeliten zu übervorthcilcn u. s. w.; und dann glauben sie, wenn sie von dem betrügerisch erworbenen Gut Maaßer geben, nach Erez Jisroel schaudern, so drücke der liebe Gott ein Auge zu und lasse ihre Schlechtigkeit passiren." Doch g>nug der Proben. Der Berf. hätte lieber der Stimme seines Genius, die, wie er uns in dem als Einleitung dienenden Gedichte ״eine Vision" berichtet, ihm abrathend zurief: ״Noch eine Gottesflamme willst Du schreiben? — Und willst Du schreiben, nun so schreib Romane," Gehör schenken sollen. Er aber hat sich anders entschlossen: So Hab' die Feder nochmals ich ergriffen. Gespannt den Bogen und den Pfeil geschlissen. — um ihn gegen die Religion Israels abzudrücken. 2) Recht wohlthuend haben uns die ״zwei Predigten von H. Klüger" berührt. Sie sind in der Warschauer Synagoge am Vorabende und am ersten Tage des Neujahrssestes in deutscher Sprache gehalten. Sie sind stimmungsvoll; die am Vorabende kurz ohne bestiinnrien Text, eine zarte, poetisch durchhauchte Schilderung der Stimmung des israelitischen Herzens in der Jahresschlußstundc. Die ivenigcn cingestreuten Bibelverse stehen an wirksamer Stelle und sind ohne Deutelei übersetzt. Die Neujahrsmorgenpredigt ist eine dreithcilige, knüpft an den Midrasch über Malchujoth, Sichronoth und Schosaroth an und behandelt als die drei Mono-: des Tages, Dasein. Leitung und Gesetz Gottes, in klarer, lebendiger, rhetorisch schwungvoller Sprache. Die Predigt mit den darin enthaltenen Anregungen wird ihre Wirkung aus die Herzen der Zuhörer sicherlich nicht verfehlt haben. (Schluß folgt.) Schulprogramme. 1) Einladungsschrift zur öffentlichen Prüfung der Religionsschule der Gemeinde Adatz Jisroel vom Direktor Rabb. Dr. I. Hildesheimer. Berlin, 1874. 2) Fünfter und sechster Bericht der hedr. Unterrichtsaustalt in Breslau von Prediger Dr. P. R e u st ad 1. Leipzig 1873. 3) Jahresbericht über die 'Religionsunterrichisanstall der Synagogengemeinde zu Breslau, von Dr. Samuelsohn. 4) Achter Bericht über die Religionsschule der Synagog.- Gem. zu Königsberg, von Rabb. Dr. Bamberger. 5) Jahresbericht über die Religionsschule der Synagog.- Gem. zu Colbcrg, von Rabb. Dr. S. Goldschmidr. Die ausgesührten Berichte geben sämmtlich Zeugniß von der gute» Organisation und den mehr und minder tresjlichen Leistungen der betr. Religionsschulen. Da in Bezug aus den Unterricht in der R r l i >׳, i o n und bibl.-jüdeschen «beschichte die Zielpunkte der jüdische» Religionsschule allenthalben so ziemlich gleick» sind, so haben evir, wem« mir von einem ״Mehr" und ״Minder" der Leistungen reden, vorzugsweise den eigentlichen hebräischen Unterricht «md das hierauf verwendete Zeitiuaaß im Auge. Bon diesem Gesichtspunkte aus betrachtet, gebührt der unter Leitung de» Hr». 1)1׳. Hildesheimer stehenden Anstalt in Berlin unstreitig der Preis. Die Anstalt besteht aus •"> .,tuabenu»1> 4 Madchenklassen. Die erste .«tnabenllasse erhält 0 Unterrichrsjrunvcn wochentlich, wovon 4 St. aus Talmud cntsallen. Solche Ziele lasse» sich allerdings nur dadurch erreichen, daß neben dem Direktor noch 8 tüchtige Lchrträste in jugendlicher Begeisterung an der Anstalt, die von 234 Schülern srequentirt wurde, niilivirken. Erübrigt ja an derselben sogar Zeit, um in den Mädchenklassen hebr. Grammatik mit schristl. Uebunge» und Pentateuch;1« unterrichte», ivas denn doch ein Bische» zu viel des . Guten i,t. Unter den Unterrichlsgege,«ständen für die Knaben vermißten ׳ wir Raschi zum Pentateuch. Tie Beröjsentlichung des Stundenplans in Verantwortlicher Redactcur: Dr. M. Rahm er. einem der nächsten Berichte wäre willkommen. Dem diesjährigen Berichte geht eine Abhandlung: ״Bar-, Mizwah- und Lonfirmandenunterricht" von Dr. H. Sänger, voran, in ivclcher vieles Richtige über die Mängel, die diesem Unterrichtszweige gemeinhin anhangen, gesagt ist. Der Berf. eifert mit Recht gegen das Aeußcrliche, nur für den Augenblick Berechnete, «voraus hierbei das Hauptgewicht gelegt zu werden pflegt. Ganz besonders hat es uns gefreut, daß der Vers, auch die Art und Weise, wie man zur Bar-Mizwah vorbereitet, geißelt, daß so viele Eltern das Wesen dieser Institution daniit erschöpft glauben, wenn sic ihren Kindern die Segenssprüche über die Thora, die betr. ״Parschah" oder ״Haphtara", und das ״Tefillin-Lcgen" beibringcn, ivomöglich auch noch eine Rede einstudircn lasse». Ebensowenig wie das ״Glaubcnsbekenntniß" der Lonsirmandin, genügt das Haphtara-Sagen de-r Aarinizwah, es kommt hauptsächlich aus die praktische Gewöhnung an die Aris- Übung der religiösen Pflichten im Elternhause an. Aber aus denselben Gründen, die den Vers, zum Schlüsse eine besondere Vorbereitung sämmtlicher über 12 Jahre alten Schüler zur Barmizwah-Feier (außerhalb der gcivöhnlichen Unterrichtszeit) wünschensivcrth erscheinen lasten, läßt sich auch die Berechtigung des Eonfirmandenunterrichts hcrlciten, der ja, in der Hand eines überzeugungstreuen Lehrers, als eine ernste Borbercitung der reiferen Jugend für ihren israel. Lcbensberuf ebenfalls sehr ersprieß-!ich werden kann. Wir reihen hieran den s»b 2) ausgesührten Bericht des Hrn. Dr, Neustadt, der auch in seiner Unterrichts-Anstalt dem Hebräischen eine ganz besondere Pflege zuivendet, und in der dem Bericht vorangehenden Abhandlung sich ״über die Wichtigkeit und pädagogische Bedeutung des hebe. Uutcrrichts" ausspricht. Die Zahl der Schüler (nur Knaben) belief sich auf 65 in 5 Klassen; in den oberen Klaffen «vird auch Raschi, Mischna und Talinud gelehrt. .Hervorhebens- und ancrkennungsiverth ist der an dieser Anstalt eingerichtete Sabbath-Frühgottcsdienst, bei welchem die über 13 Jahre alten Schüler abwechselnd die Functionen des Vorbetcrs versehe». Von beivährtcr Organisation ist die aus 5 Klaffen bestehende, unter Leitung deü Hrn. Dr. Samuelsohn stehende «Pemeinde-Religionsschulc zu Breslau. Sie ward im abgetaufencn Jahre von 288 Zöglingen besucht. Ter Dirigent sührt wiederholt über den Mißftand Klage, daß die Kinder in zu vorgerücktem 'Atter erst nach der Rcligionsschule gebracht, und alsdann folgerichtig zu früh aus ihr genommen «vcrden. Es sollten Eltern doch die heiligste ihrer Pflichten, die Kinder in die Rcligionsschule zu schicken, ernster wahrnchincn, und sie »lindestcns voin 7—14. Jahre an dem nur wenige Stunden wöchentlich fordernden Unterricht theilnehinen lasten. Die oberen KnabenNastcn erhalten 7 Stunden «vöchentlich, wovon 4 auf Bibel, Gebete (auch Pirke Avoth) und Graminatik loininen. (Schluß folgt.) Bibliographische Notizen. Von M. Roest in Amsterdam. (Fortsetzung vom vor. Jhrg. Nr. 12.) S) Die erste Ausgabe ber italienischen Uebersetzung der Pirke Aboth von Philippus d'Aqutno. Pari- 1620. 1«. Das Bestehen dieser Ausgabe scheint von Steinschneider bezweifelt z«1 werden, da er dieselbe nur gelegentlich <E»t. Bodl. eol. 232, «uh Nr. 1458), nicht unter einer besonderen Nr. ansührt, unt« Hinweisung aus Wois, IV p. 322, >vo dieselbe nach M. Maittaire (AunaU. typogr. III.) citirt iviro. Ein Exemplar dieser äußerst seltenen Ausgabe int Befiijc des Herrn D. U. de Castro dahier (in Amsterdam) liegt mit vor. Da bei Muinaire selbst der Xttcl unrichtig angeführt ist, dürste eine kurze Notiz über diese Ausgabe hier wohl am Platze sein. Der Titel lautet: . ימ30ת אכ*ת Öentenze i Parabole (Ti Rabbini. Traaotti da Philip!»« bapiiiii. I» Parigi, Appresse Roh. •Stefano M.DC.XX. Die Dedication, datirt vom 8. August 1820, und 8 unpaginirt.- Seiten umfassend, ist gerichtet: ״All' illustre et excelleute Sigre Clmrron, Barona de iiorinelles, Ucntilhuomo ordinario de la Camcra di suu MujesUi Christianissiina.“ Die Uebersetzung steht den« hebr. Texte gegenüber, und umsaßi zusammen!«!«> Seiten, deren letzte weiß ist. Dann sotgt, «vie cs scheint, gleichzeitig gedruckt: Philipp! Acpiini priiuogeiiiae vo.-es, seu Rudiees hreves Liiigiiae sanrlae. Cmn ThemaUim investigauda ratione ימוד המלית בקיצור נכללות ללמד בנקלות להכין השכלות Lutetiae Parisiormu. Smiiptihus Sehastiani Cramoisv, in Jacoben ״sah Ci' iniiis M.DC.XX. (16) und 112 Seiten. Dedicirt de!» Car. Kran«•. «l'Ahra de Roroni■« D.>׳׳I,»i ,-> ProlVssori Tlieologo.“ (Vg>- Steinschneider bibliographisches Handbuch Nr. >20.) Briefkasten der Redartion. Hrn. M. Lz- Z. i» B. Ihr gcsch. Beitrag in nächster Nr. Hrn. L.-R. H. >» S. Die Recensionen über das Gebetbuch mit Zusätzen der Red. ebenialls nächsten»; «vir haben das Werk erst später erhalten, unv «vir nehmen grundsätzlich Recensionen über Bücher, von deren Inhalt «vir uns nicht seibstüberzcugt haben, nicht aus, __ Truck u. Verlag von E. Schar nie in Barby.

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