Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 3 (1874)
- Issue
- Nr. 4. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
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tirUn, oder durch Ander» — toai liegt daran? Daß i ch ein halbe« Jahr «artete, che ich meinem Aufruf die Erklärung folgen lteß, daß ich solch rin Buch herausgeben wolle — da? beweist zur Genüge, wie ich nur nothgedrungen vorging, und wie gern ich Änderen das Feld räume, die mehr Berus, mehr Zeit, mehr amtliche Verpflichtung, und wie Hr. D. X. mernt,') mehr G.schmack und «Geschicklichkeit haben. als ich. Aber mir kam eS vor Allem darauf an, daß solch cm!lach erscheine, daß es bald rrjihein«. Der Beurtheiler sagt den poetischen Beiträgen viel Gutes nach, nur die ״Luskläkrrei" in den prosaischen Aufsätzen stört ihn. Aber «in Bild") von dem, im Ganzen auf den index librorum prohibitorum") für jedes fromme jüd.sch« HauS von ihm gesetzten Buihe empfängt kein Leser von der Beurthellung. Dieselbe tadelt die ״qewundene", Äanchen schon in der Ankündigung unangenehm ausgefallene" Inhaltsangabe. Ihr frommer") Versafler hätte erinnert sein sollen, daß ich gerad« hierin einem in der althebräischen Literatur häufigen!Gebrauche, den Inhalt in Denkr.ime zu dringen, gefolgt bin. Natürlich konnte ich nur gruppiren, was ich hatte. Grundsätzlich hatte ich nur Beiträge ausgenommen, jeden Abdruck ohne Genehmigung des Autors, Herausgebers oder Berlegers abgelehnt. Ein unbefangener Sinn wird weder an der CintheUung, noch an der Einordnung Wesentliches zu tadeln finden. Und sind denn nicht in der Thal Wissenschaft, Familie, Feste, Gemeind«, Geschichte die Träger und Stü en des Jusenthums? Der Abschnitt ״im Gemetndeverbandr" giebt meines Bedünkens ein ziemlich vollständiges Bild des Gemeindelebens in allen Beziehungen: Synagoge, Einioeihung, Trauung, NeligionSschule, Verhältniß zum Rabbiner, Krankenpflegemrein, Frauenverein, Beervigungsbrüderschaft, Stiftungen. Die poetischen Beittäge von Löwenstein in Oberndorf, denen der Beurtheiler den Preis zuerkannt, rühren, wie ich leider zu spät erfuhr, von Gerok her, urd sind unter jener falschen Firma bereits im ״Freitagabend" abgedruckt, dem ich sie entnahm. •) ״Darum kann man aber auch die meisten der gebotenen Gedichte mit Freude und ungemischtem Dankgesühl für den Herausgeber lesen, der in ihrer Auswahl sowohl wie in seinen eigenen Beiträgen Geschmack und Begabung an den Tag gelegt hat" — also heißt eS in meiner Recension. 0. K. ") Getroffen! So bin ich also richttg verstanden worden. Rur hätte der Herausgeber sich nicht wundern sollen, daß man von dem kein Bild geben kann, wovon man selber kein« hat. Wie man mit Sand nähe« kann, so kann man aus völlig in Ton und Farbe unzusammengehörigen Stücken ein Bild schassen. I). K. ״ (״Mit dem Vorwurf der Ketzerriecherei ist man heutzutage sehr leicht zur Hand, dach kann das keine Antivort sein auf die begründeten Einwürfe, die hier erhoben werden." Ich betheuere, beim Niederschreiden dieser Worte, die in meiner Recension sich finden, diese Erwiderung deS Herrn Lehmann noch nicht zur Hand gehabt zu haben. 0. K. ") Daß es fromme und reformistische Geschmückt gebe, daß die ״Parteigenoffenschast" auch das ästhetische Urtheil bestimme, ist eine neue Wahrnehmung. ES läßt sich sonst nicht einsehen. was die Berurtheüung einer Geschmacklosigkeit mit der ״Frömmigkeit" zu thun haben solle. 0. K. Ich möchte der ״Bürgschaft" von Deflau und der ״Rose von Irrtcho" von Zirndorf den Preis zucrkcnncn. Der scharf« Beurtheiler meines Buches will an dem Beispiele der «liebrüder Grimm lehren,") wie ein Lhanukabuch geschrieben sein müsse. Diese hätten ihren Bi ähr che n keine gelehrten Hinweise deigefügt. Er verlangt ״war n.׳< volle Ueberzeugung, keine Verneinung." Aber haben wir es d nn mit Mährchen zu thun, die den Kindern Wahrheit, den Sro> ßcn Dichtung sind?") Er tadelt, daß ich die Hagadah geschmacklos nenne. Aber meint er, daß ein dr. «zehnjähriger Gymnasiast, der Hebräisch vcrsteht und «Seist hat, das nicht schon von selbst gefunden habe?") Sr vergißt" aber hinzuzusügen. was ich von der Bedeutsamkeit unserer Festx gesagt habe, wie ich deren Ernst und Würde gegenüber den «hristlichrn Feiertagen heroorhebe. Der Leser kennt nur die Kritik, Nicht das Buch — und Buch und Verfasser sind verketzert.") Und da verwahrt sich der Beurtheiler vor Ketzerriecherei?" Er hätte nur kur, sagen sollen: ״wie kommt Saul, der Versafler von ״Höre Israel," unter die Propheten!" Ich aber meine, und die angenehme Ueberzeugung habe ich in der nächsten Umgebung bestätigt gefunden, daß das Lhanukabuch so manihem eine Chanukasc, ub« bereitet hat, daß es so manchen ״Geblldrten unter den Verächtern" unserer Religion zu anderen Anschauungen geführt hat. Und hierin find« ich mein« Befriedigung.") Dresden. Emil Lehmann. ") ״Wahr, klar, schlicht und gut" müsse ein Lhanukabuch erzählen, sagte der Herausgeber in seinem Ausruf. Wo ist diese Einsicht auf einmal hingerath.n? Doch ich vergefle, daß es damals noch auch für die Kinder berechnet ivar. D. K. ") Unsere Achtung vor dein ehreniverthen Herausgeber verhindert uns. das Advokatenz-Kunststückchcn, das ein ״unbefangener Sinn" in dieser Nutzanwendung meines Vergleichs finden inuß, aufzudecken. D. K. ") Uin dreizehnjährigen Jungen nachzusprechen, schreibt inan keine Bücher, sondern uin sie eines Bessern zu belehren. Und daß eS zu einer Schilderung voin Ernste und der Weihe des PeßachabendS nicht wesenttich beiträgt, seinen Hauptinhalt ״geschmacklos" zu nennen, dür,te doch Var sein. Auch Heinrich Heine hat Geist gehabt und dennoch im ״Rabbi don Bacharach" ״von der Geschmacklosigke t der Hagada" nichts angemerkt. D. K. ") Der Herausgeber ״vergißt aber" di« Einwürf« zu widerlegen, die wider seine jeden Israeliten verletzenden Beinerkungen über ״Gebetriemen" und ״Aasten" ain Versöhnungstage erhoben wurden, v. K. ”) Wer es so gut mit der jüdischen Sache meint wie Herg Lehmann, sollte im Gebrauch des Wortes ״Verketzern" vorsichtiger verfahren. v. K. ") Diese Befriedigung hat meine Besprechung dem Herausgeber nicht rauben wollen. Wie im Einzelnen mit den Ausdrücken des Dankes und der Anerkennung dar.» nicht gegeizt ward ׳, wo sie am Ort« «ar.n, so ist auch im Ganzen dem Buche Lebensfähigkeit und eine Zukunft verheißen und gewünscht worden. Wer herzhaft lobt, darf beherzt tadeln und verdient für sein offenes Urtheil und seine ehrlich« Meinung Berücksichtigung, ntcht — Verdächtigung! I>. K. Literarische Anzeigen. Zur gefälligen Beachtung! Noch eine kleine Anzahl folgender Dramen, über die sich die Kritik höchst vortheilbast geäußert, siitd gedruckt vom Versafler (I»r. ®. SlaehS, Berlin, Universirätsstr. ü) billtg zu deziehen. 1) Ei» Tag i» der Bretagne, Drama in 5 « 2) Ich wlluschr wohl gespeist zu habe», Lustsp. in 4 A 3, Vergilbte Papiere, Lchausp. in b A. 4) Ei« Auserstandner, Lustsp. in 3 A. 5) Auch ei« Ovser des Krieges, L. in 3 A. 6) Aus der Tante Vos, Dra»,. Sch. in 1 A. 1) Ehre verlöre« und wirderge- Wonnen! Sch. in 3 A. 8) Gold! Dc. M. m 3 Avtb. mit Musik, Gefanq uno Tanz. 9) Eiusilbig! L. in 1 Alt. 1« ) Thcho de Brahr'S Jugiudlebe«, Lieden und Leide«, Sch. m 3 A. lt) Dir neue Lästcrschule, L. in 0 A. 12) Der Receoseat »nd das Thier, L. in 2 . 13) Mit Amor ist nicht zu scherzen! L. in 2 Ä. 14- Ei» Polierabend »ut Hindernisse». Drain. Scherz in 1 A 15) Friede und Freude! L. in 2 A. 1«i) Liebeswahnsinn, Sch. in 5 A. 17' *So tö.dj! inon in 1 Ä. 1^) Air Nos« von Aldano, romant. L. in 4 A. 19) Eine Dichterstube, Zeitaemülde in 5 A. 2(1) Alte und neu« Zeit, Tragödie, in 5 A. 21) Die Schmollenden, Drain. Polterabendscherz. 22) Künstlerlcden, Singspiel in 2 A. 23) Des braven Mannes Lob und Preis! Allegor. Drama in 3 A. Mit Prolog und Erklärung, sowie einem Blumensträußchen und Hochzeirslied. 24) Ueber die Wirkung und Bedeutung der Tragödie für das geistige Leben des griechischcn Volkes mit specieller Rücksicht aus die Poetik des Aristoteles und das Theater der Gegenwart. Eine philosophisch-dramaturgische Abhandlung. 56] Soeben erschien und ist durch jede solide Buchhandlung zu beziehe»: Der Gottesdienst des Herzens. Israelitisches Gebetbuch fiir die öfseuliiche und Prioalandachl von I)r. Lrviu, Rabbiner zu Nürnberg. 2 Bände, 76 Bogen. Preis 5 Thlr. 10 Sgr. Dieses Gebetbuch hat, unter Beobachtung der seit vielen Jahren auf dein Gebiete der jüdischen Liturgie gewonnenen Resultate, ein nach Inhalt und Form einheitliches Gepräge ge chasfin. Durch di« Einführung der ewigen Psalmliehe* in Osüifdyv• mit ncuv?» wandowskisch.n Eompostttonrn erhält der GvtleSdienst eine erdühte Feiertichk tt uno durch die treffliche Anordnung das Gebet einen besonderen anregenden Charakter. Außerdem zeichnet sich das Buch vor allen bis jetzt erschienenen durch Vollständigkeit und schöne Ausstattung aus. ״Möge das Buch, so schließt sein Vorwort, ttligissen Sinn uno religiöse Thatkrast wecken und so das erreichen Helsen, wozu es in der Mitte der «Glaubensgenossen entsandt worden." Nürnberg. Friedr. Soru'sche VerlagSbuchhantzlang. Briefkasten der Redactton. Herr» 8. l. II. Vielleicht könnten Sie uns bi« b«tr. Nr. des 8. Olt. verschaffen: wir bitten darum Herr» M, R. in A. Dank für Ihre Mittlieilunacn, wir kominen auf diesen Gegenstand nochmals zurück. Ihre werthoollrn ״bidl. Nolizcn" werden wir selbstverständlich zum Abbrtick bringen, daß e« bisher nicht geschehen, lag nur am Raummangel und der erssrderl. Uebertragiing des Curztv > Hebr. in Quadratschrist. Der Schluß der Recension über ״Schwarz', Hiobcommeitlar" sowie vte Besprechung mehrerer neuer Werke — auch vieler ״Predigten" — >» nächster Nr.! - Verantwortttcher Redacteur: Dt. M. Rahmer. Deuet u. Vertag oüu «chatitte >11 rtuppees tn Barb.y