Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Literaturblatt · 1874-01-01 · Nr. 3. (1874) · p. Seite 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
3 (1874)
Issue
Nr. 3. (1874)
Date
1874-01-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/5367336-5990814-5990921--0332-5367426
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

12 Heranwachsenden Geschlecht entschlich schwinden sehe: Liebe für jüdisches Wesen und Wissen. Ich bcschcibe mich, daß der Anfang eben nur ein Anfang ist. t^licb doch die Hauptlast mir. Im Iunuar lcckli erschien meine Aussocdcrnng tue Begründung mindestens eines Chanuka Buchs in dem ״jüdischen Volksblatt," Leine') andere jüdische Leitung nalnn davon Notiz, obschon unter den Redactionen Taufchexemplare circulircn. Freunde erklärten mir nach langer Zeit, daß, hätten sie von dem Ausruf Kenntnitz erlangt, sie sofort an die Arbeit gegangen wären, um einen Beitrag zu liefern. Ist es nicht bedauerlich, daß die Redaction, n jüdischer Zeitschriften so weniz Kcnntniß von deren Inhalte nehmen? Ist cS nicht bedauerlich, daß unsere jüdische Journalistik weit mehr in gegenseitiger Polemik, als in gegenseitiger Unternützung hinsichtlich der Allen gemeinsamen Angelegenheitcn ihre Aufgabe findet? •) Mein Aufruf fand nur eine Zustimmung, die des Herrn Oe. Rothschild. Und demnach, sollte ich meinen, ging es »lit »reinem Ausruf, »> parva licet romponerc rnaguis, wie mit dem Ei des ColumbuS. Es ist weit weniger verdienstlich von n»ir, daß ich ihn erließ, als ausfällig, daß so viel Andere, durch Amt, Stellung und Frömmigkeit Berufenere nicht schon seit Jahren ein Ehanuka-Buch Herausgaben, nicht schon seit Jahren statt der ungchört und unbesolgt verhallenden Predigten, durch die literarische That deni Lbanukascst eine Stätte, den WeihnachtSschriftcn ein ebenbürtiges Seitenstück schufen. Wie kommt es doch, daß so viele Jahrzehnte hindurch keiner von den Frommen, keiner von den Anhängern am Althergebrachten an ein Ehanuka-Buch dachte,* *) wie kommt es doch, daß erst ein Freund der verschrieenen Resornt daraus Hinweisen mußte? Diese Frage werfe ich nicht aus Unbescheidenheit aus, aber ich »leine, sie *) Die ״Isr. Wochenschrift" hat nicht nur einen voll inhaltlich,» AuSzug, sondern auch eine warme Anerkennung dieses Aufrufes gebracht, ׳D, K. •) Diese im Uebrigen sehr weisen Bemerkungen verlieren in ihrer vorliegenden Verknüpfung mit der obigen unrichtigen Behauptung ihre Bedeutung, Berichtigung und — Anwendbarkeit, D. K. *) Diese Frage, wenn sie etwas »!ehr als eine rethorische, und trotz der folgenden Verwahrung nur die Berdienstlichkeit des Lehmann'- hätte d n Beurtheiler milder — nicht gegen mich, denn das verlange ich nicht, uns er hat cs überdies anch an persönlich׳r Anerkennung nicht febl.n la-s.n — aber gegen mein, Pacteigcno fenschnst') stintmen sollen. lSchluß felgt.) scheu Unternehmens in ein strahlenderes Licht setzendes Beiwerk sein soll, hätte der sonst jo geistvolle und klar denkende Herr L. sich bei nur geringem Nachdenken selbst beantworten können. Lag denn früher and besonder« in den Kreisen der Frommen das Bcdürfniß nach einem solchen Buche vor? Gab'« den» in diesen Kreisen so viel Pflichtvergessene, Sie statt sie Chanuka-Menorah den Christbanm anzündeten, und ihren Kindern Christkind-Literatur cinbescheerten, daß di« Beschaffung eines Gegengiftes ״zu Chanuka" bislang ein so dringendes Bedürsniß gewesen wäre? Wenn — um mit Hr». L nun einmal zn reden — ״die Frohnen »n» Anhänger des Althergebrachten" ihre Jugend mit den Gebelcn und Vorschriften für Chanuka bekannt machten, sie anhielten. trotz der rauhe» Winterszeit des Morgens zum Festgoitesdienste nach dem Tempel zu gehen, daheim die Lichtlein selbst anzuzündcn, da hatten sie mehr ״Liebe für jüdisches Wesen und Wiffrn" in die Herzen der kleinen und großen Kinder gepflanzt, als durch Bescheerung eines Chanuka-Buches." Das war wirkliche Chanuka d. h Gewöhnung, Uebung, Anhaltung zur Pflichterfüllung (ד1נ1ןל לנער). die nachhaltiger wirkte, als das beste Chanuka-Buch — selbst wenn es auch nicht direct die Hagada, das Tesillinlegen, da« Fasten am Iomkippur für langweilig, überflüssig und lästig erklärte — denn vom gedruckte» Wort gilt ja dasselbe, was Hr, L. vom gesprochenen sagt, ״es verhallt meist unbesolgt," was bleibt, ist die That. Redaction. 's Wenn etwas die Richtigkeit meiner Ausstellungen an der Haltung dieses Buche« mich lehren kann, so sind es diese Bemerkungen des Herausgebers. Es ist so recht bezeichnend für den Geist des Mannes, der in einem Buche, das eine rettende That für Allisrael sein soll, einer Iugendschrift, die Resornt lehrt, singt und predigt, daß er eine ehrliche Meinungsäußerung damit zu verdächtigen sucht, daß er ihr den Stempel einer ״Parte igenosscnschast" ausprägt. Wer überall Partei wittert und Partei machen möchte, der kann nicht« Förderliches zum allgemeinen Besten schaffen. 0. K. (Dieser letzte Satz unseres Hrn. Recens. ist ettvas zu scharf, und wir inöchten ihn durch den Hinweis auf da«,■מתוך שלא לשמה בא לשמך gemildert wissen. Red.) 00 00 Ot> 00 W U׳ ►* O 05 05 C י© י*0 CD CD W V o 3 3 u u q J s u ö 6 >3 c a 11 2 J •ד " * rV J'vJ' j j ד צ v! ״ ö ״ * u s I I I I _1 gs ־vj n u Ö 5 'i vT' X n d- *I J 11 _1 11 X IJ -I ר: X q u J n 11 J 35 q u VS J _» vjr D . x n ״u זל j ב!? n ־S־vl * 'S 1 g ö s II ■ V. u J ך u r• r q 56 I I I I I I II וב ד ב fä ß j ד v; J, «JIJXU q q o j 3 a \T n »i _, H 11-3 » n u u s—' 3?q U כ ö =f rl r j n q 5 -1 X ןך fi I I I I I I I I ס■ יפ- S (! i? O o D 8 © p p cd 3 5-1 p s* D 3־• £ 3 p || D cö -י- “ W p* o S־ י*, “r er p | s A t«Q O S£ SS c % 00?>£• o w z מ!יו &' i S ק■ ci ק B — £ יז 0 1־ <p 9 ff 3 9 L s “ ■ 9 ff 1 g Z P־ ff 2 ~ 2■ R 5 g SS hH 9 ד• *r § o- 3 Ch ägpl o =r o O O o o 3 “ 3 n 3 SS O ״£ er c* 5 3 Ss E. SL 3 5T < ff o ־0־0 ע O o 3 I 3 £ 13־ K g Sr £ cn! s ש 3 W H | 3 3־ 2־ ö SO & £ מ; O H '5״ 5 2 o ־5 « יק s־ ® w cs ־3 c. r *3־ c *ני S; äi -4 a> t״ S > © er 5• © 7r p L p » ש - p < g |S5 2 p p | 3 ־ S " Ö X < rt N * w p; 5 < ־3 r» H S > c־ > L 3 £. , a!> « g H ¬3 3 ג-! 3 ו g יי? ״¬ O * 2. SS s» c* י — —, 5" ™ O T 3 3 | g5 1• | o S S s J X 3 X n « 1 Q a נס JO ליי n 11 u X TI a a *ö cv s p w sr?r pp r> <ר y E o R p er 3 S״ ע מ לס 8 sr K cd 3* 3 *Tl t3־ S tc S w * 3 SC 3 O" *0 £. P P 3 גמ> 3 er בי► P p W 05 p ו© er er © p י© 3 3 פ p N 1 p, Cl L. © 05 00 נס er 05 מ ס ד WW5 ft א © w 2 זש. 5 g. £ % a w t» > g 2ו ► K!5 מ’ E. 5' s i־?־s I י o|S';| r 3 בין fl 1י 1 < •TJ er; . ש ev tt H ־► * -׳ S r S g* 3״ fT s n- {T P er b Dp״ »w» ® •1 E« י־ P: D03 ״ -! p *י r* -I 03 ö?3 5״?•& s gcp (KJ e s Verantwortlicher Redacteur: Vr. M. Rah in er. Druck u, Verlag von Scharnte & Cüppers in Barby,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.