Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 3 (1874)
- Issue
- Nr. 1. (1874)
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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mit bm ,Augm bet Evangelim" bie DutKm ansicht, {onbctn «ach Nah- >«be u«b auf Grund bet uni (u Qkbote stehende« Quellen «eidlich Irrthümcr berichtigt und unberechügte oder zu weit gehende Annahmen ad- »eist. Im Jntcrcfse der Wssmschaft wäre dieser gediegenen Abhandlung besonders in den evangelisch-theologischen -reisen eine große Berbrcitung und eingehende Würdigung zu wünschen. — ne — Bücherschau. Unter einer Reihe kleinerer Schriften, welche wir übersichtlich kurz zu besprechen haben, lasten wir einigen in sranzöstscher Sprache erschienenen, aus Höflichkeit gegen Fremde, den Vortritt. ES sind zunächst zwei Schulbücher oder Büchlein, beide bei L. Blum, Libraire du culte Isradlite, Paris 1873 erschienen. 1) Petit« histoire aainte 4 l'usage des jeunes Isradlites par J8. Levy, Grand Badbin de Vesoul. Nouvelle Edition. Gleich auf der Rückseite des Titels finden wir etwas in Deutschland Unbekanntes, Ungewohnte«, eine Approbation des Oberrabbiner« Isidor. ״J'ni parcouru ce 11 vre; U contient un expose ädile de notre histoire, et rien ne s'oppose i ce qu'il soit mis entre les »ein* de no* enfents.“ Wenn wir hierbei von Unbekanntem, Aufsal- Icnbem reden, so meinen wir natürlich nicht die Sache; N1V2ON sind nicht« Reuet, noch weniger finden wir dergleichm im geringsten überflüssig, oder wollen wir einen Tadel morkiren — nur diese Form kommt nn« fremdartig vor, sie sieht etwas sehr katholisch auS. Doch die« natürlich im Vorbeigehen. Aus der Vorrede erfahren wir, daß es in Frankreich noch keine bibl. Geschichte für Schulen gebe, und daß man sich von Christen verfaßter bedienen müsse — in deutscher Sprache sind solche Schriften zu mehreren Dutzenden vorhanden. Ueber da« Buch selbst ist sehr wenig zu bemerken, wir finden Besondereweder zu loben noch zu tadeln. Die Geschichten sind kurz und doch ziemlich vollständig erzählt, nicht mit dem biblischen Wart, aber auch ohne eigene, bei andere« Verfassern beliebte. Zuthaten; in verständlicher Weise, aber etwa« sehr nüchtern, in sehr wenigen Stellen haben wir «in« wärmeren Hauch »erspürt. Es ist dem Bibelwort nirgend- Gewalt angethan, aber in dem hier und da Weggelassenen mag ein scharfsichtiger Inquisitor doch Tendenz finden. Die Geschichte der Iudm ist bi« auf dm Ausstand de« Bar-Cochda fo-tgeführt und zwar, im Verhältniß zu dm meistm früherm Erzählungm, gar nicht allzukurz. Je zweckmäßiger die« an sich, um so aussaümder ist der Umstand, daß nirgend« auch nur angedeutet ist, daß die Geschichte von dem und dem Zeitpunkte ab nicht mehr zur histoir« Saint« gehöre. Doppelt aussallmd ist die«, »eil sonst an dm betreffenden Stelle» die Ueberschrist der bibl. Bücher: Josua, Richter u. s. ». vorangestellt ist, der letzte Abschnitt trägt die Ueberschrist: Bücher Esra. Rehemia, Esther «t cot. Ohne die» Et eetara könnte man glmiften, daß nur eine Ueberschrist. etwa: .Geschichtm m» ander« nicht zur Bibel gehörigm Büchern" ausgefallen sei. 2) Catecbisnie ou Elements d’instruction religieuse 4 l'usage de la jeunesse isradlite, compoad d’apres les ouvrages des Grands-Babbins Ulmann et Lambert, de Benzew, du Docteur Jost (??) et d’autres Babbins ou Savants isr. Bevu par M. le Gr. Babb. Wogue. Bei aller Ausführlichkeit der Niet ersahrm «ir doch mcht, von wem da« Büchlein nun eigmtlich »erfaßt ist: der Vorrede de« Her*»«- gebet«, Her« Blum, nach mag e« von diesem selbst zusammmgrstellt sein. Wie dem sei, bat in Fragen und Antworten ^gefaßte und unter dem Texte mit einer reichhaltigen Sammlung von zugehörigm Bidet- Versen versehene Buch ist verständig bearbeitet. SS behandelt nach der Einleitung: Die 13 Glaubmsartikel und die zehn Gebote, dann di« Pflichtmlehre in der herkömmlichen Eintheilung. <L« ist Alle« streng orihobox gehaltm, aber in der Messiastehre ist die Rückkehr JSraelS, die Wiederherstellung de« Tempel« u. s. w. mit Etillschweigm ubergangm. Wir begreifm die« nicht, da im Uebrigm, z. B. in der Lehre von der Offmbarung.'.dm Wundern, dem mündlichen Gesetze, dem orthodoxm Standpunkte nichts vergebm ist. — Ein speciell französische« Judenthum giebt es natürlich nicht, und dennoch ist in dem Büchlein ein Satz, der gewissermaßen einm solchm Charakter trägt, oder eigentlich nur ein Wort, nämlich zu dem Satze: Jeder zum Militärdienst berufene Israelit ist während der Dauer dej Dimste« von allm religiösen Observanz«, welche sich nicht mit dem Dimste des Vaterlandes vertrag«, diSpmfirt," ist aus (Spnhedr. Entscheidung« Art. VI.) verwiesen. Wir mein« nicht die Antwort, sondern da» Citat, welche« hier sowie sonst ein Bibelspruch oder eine Talmud stelle dasteht. Wir haben übrigen» auch gar nicht« dagegm einzuwendm, daß man sich in Frankreich auf jme SynhedrialerUärungm beruft und stützt. 3) In demselben Verlage erscheint alljährlich ein jüd. Kalender (׳(לוח mit dem eine Art von EtaatShandbuch des französischen osflciellen Indenthums verbunden ist, nämlich das Verzeichniß der Consistorien, Genieinden und daS Personal der Verwaltung; ferner die Vereine und Wohlthätigkeilsanstalten. Interessant ist der Tarif des honneurs (מצות) dans la Synagogue de Paris. Wir geben einige Proben: Sortir <fc Rentrer le Sepher: am ר" ה und 100 י"כ frcs Rosch-chodesch u. s. w. 2 Frcs, Rouler et Lerer le Sepher: ebenso 60 FrcS bis hinunter zu 50 Cent. Haphtara kostet 100 ויה Frcs, am gewöhnlichen Sabbath 5 FrcS, (Forts, folgt.) Bücher-Auction. Es sind der Redaction des JUd. Literaturblatts“ aus dem Nachlasse eines Rabbiners eine grosse Anzahl jild. Bücher — darunter manche seltene Editionen — zum meistbietenden Verkauf Ubergeben worden. Dieselben werden mit genauer Angabe des Titels, Druck-Jahres und Ortes im Iuseratentheil des Literaturblattes oder der Wochenschrift fortlaufend veröffentlicht werden. Offerten unter Angabe des Maximalpreises und der Ermücbtigung zur Betragserhebung durch Postvorschuss werden per Postkarte erbeten. Die Mittheilungen Uber den Zuschlag des betr. Buches erfolgt unter Chiffre im Briefkasten des Literaturbi. oder der Wochenschrift. 1) Der vollständige Talmud babli ganz in Leder geh. Frankfurt a. M. 1723. 2) Lesearten und Erklärungen zum Talmud von Felix Lebrecht. Berlin 1864. 3) Rabbinische Blumenlese von L. Dukes. Leipzig, 1644. 4) Buxtorfi Concordantia. Basel, 1632. Schweinslederb. 5) * Grammatica chald. et syr. Basel 1550. beigebunden: Hottinger Gram, chald.-syr. 1552. 6) Midrasch rabbah zum Pent u. Megilloth mit Matnöth Kehuna. Amsterdam 1642. 7) Taschbaz, 4 Theile in 1 Bande. Amsterdam, 1768. Schweinslederbaud. 8) Beth Aharon. Frankfurt a. 0, 1690. 9) Kol bo. Fürth, 1792. 10) Mischpte hatamim. Rödelheim, 1808. 11) Massoreth hamassoretli. Sulzbach, 1771. 12) Sepher ha-Pedus wlia-Purkau von Saadjah Gaon. (Aus dem Arabischen ins Hebr. Übersetzt) Mantua, 1556. 13) Or Esther, Beleuchtung der im bab. u. jerus. Talmud, iu dem Targumim und Midraschim vorkommenden fremden Wörter, von 8. u. M. Bondi. Dessau 1812. 14) Or Thora von Mcnachcm di Lonsano. Hornburg, 1738. 15) Bechinath ha-Dath v. Elia del Medigo. Wien, 1633. 16) Meor Enajim v. Asarjah de Rossi Wien, 1829. 17) Kiswc kodcsch des llambuiu. Berlin, 1764. 18) Schalscheletli hakkabalah v. Gedalja ihn Jachja. Amsterdam, 1697. (Fortsetzung folgt.) 9] Die wissenschaftliche Zeitschrift Jeschurun u. die u. d. T. Ginse Nistaroth erscheinenden handschriftlichen Editionen aus der j(idisehen Literatur, sowie ״Prakt. Lehrgang der hebr. Sprache“ (Heft 1.) sind einzig und allein zu haben beim Herausgeber Dr. K o b a k, Distrikts - Rabbiner in Bamberg (Bayern). Preise: a) I., II. und III. Jahrg. des Jeschurun (wovon nur sehr wenige Exemplare vorhanden sind) 4 3 Thlr. — Jahrg. IV , V., VI., VIII. u. IX 4 2 Thlr. — Jahrg. VII. 4 1 Thlr. b) Ginse Nistaroth Heft 1—2: 12 Sgr.; Heft 3: 20 Sgr. c) Prakt. Lehrgang Heft 1: 12 Sgr. (Buchhändlern, Lehrern und minder gut dotirten Rabbinern wird ein Bab bat von 25°/, bewilligt.) Lrrainwo-tlicher Redakteur: Dr. M. Rahmcr. Druck u. Verlag von Scharnke & CüpperS in Barby.