Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 2 (1873)
- Issue
- 11.12. (1873)
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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47 — 4) S. L. Liepmannssryu. נן ר־יה• Gebet׳ und Hülssbüch׳ lein mähend der heil. Tage!m Monac Tischri für Jedermann ln Israel. Horn bei Benninghausen 1873. Selbstverlag. Der Verfasser dieses Büchleins wird von dem löblichen Streben ge> leitet, die bekannten mit kabbalistischen Formeln und Engelsnamen veruuzierten Techinoth, vor und zwischen dem Schosarblasen und vor ׳נטילת ל?*ב J“ purificirm. Er motivirt in der Einleitung sein Vorhaben, weist das llnjüdische, zu einem Mittler zu beten, auS dem altem hebr. Schristthum nach, und stellt dann mehrere von verschiedenen zeitgenöffischm Rabbinern modificirte Gebetsormeln zur beliebigen Auswahl des Betenden zusammen. Die 3 רצזן ,IT zwischen den תקיעות sind schon des דיפםכין wegen lieber ganz" zu beseitigen, wie es bereits der sel. Sachs in seinem Machsor gethan. Dah der Verfasser das Akrostichon )קלע עוט bcibehalten, ist Inconsequenz. — Auch für כל נדרי hat der Vers, vier andere hebräische, der Melodie entsprechende, Gebetformeln zusammmgestellt, die in Hannover eingesührte, eine von Kley, eine ron St.in und eine vom Herausgeber selbst verfaßte, die uns aber ain allerwenigsten zusagtr, weil sie nicht den hebräischen Sprachgesetzen entspricht: stellenweise ist sie durch Druckfehler fast unverständlich. Dagegen sind die eingestreuten deutschen Betrachtungen sehr ansprechend und ergreifend. Das bekannte deutsche Kol-Nidre-Lied: ״O Tag des Herrn!" vierstimmig in Raten gesetzt, wird vielen Lantoren «in« willkommene Beigabe sein. 5) ס' חזוק אמונה מר׳ יצחק בר׳ אברהם Befestigung im Glauben, von Rabbi Jizchak, Sohn Abrahams s. A., neu herausgegeben mit verbesserteiu hebr. Texte überhaupt, und insbesondere durch Benutzung correcterer Lesarten nach einem Manufcr., vermehrt mit einer Ueberfetzung ins Deutsche und begleitet von einigen Anmerknugen von David Deutsch, Rabbiner zu Sohrau. Zweite vielfach vermehrte Ausgabe. Sohrau, O. S., Selbstverlag des Herausgebers (Breslau, Commissiousverlag von H. Skulfch.) 1873. 8. X. n. 440. S. Man klugt in unserer -zeit von allen Seiten und vielfach mit Recht über den zunehinende» Jndifferentismus auf religiösem Gebiete, und es läßt sich nicht läugnen, daß trotz aller rühmlichen Gegenbemühungen, die gemacht werden, die ״Wasser des Unglaubens" eher iin Steigen als im Sinken begriffen sind. Eine Hauplausgabe in diesem Kampfe gegen die Irreligiosität unserer Zeit ist es, bei dem großen gebildeten Publikum wiederum das Interesse sür die Religion und ihre Jnstitulionen zu wecken und lebendig zu erhalten. Der verewigte Herausgeber des vorliegenden Buches hat die eine Seite dieser Ausgabe richtig ersaßt und hat es unternommen, dadurch, daß er mit der Herausgabe dieser polemischen Schrift dem Bekehrungseifer der christlichen Mifsiousgefellschasten entgegentrat, dev Sinn sür die Wahrheiten und Lehren des Judenthums nnter unfern Glaubensgmossm anzuregen und zu belegen. Wie sehr die Polemik des Cliisuk emunah gegen das Christenthum ihren Zweck erfüllt, bezeugt u. A. Voltaire, dessen Worte :Vorrede, S. 6) angeführt werden: ״Ec hat all die Schwierigkeiten zusammcngestellt, welch« die Ungläubigen seitdem allgemeiner bekannt gemacht haben. . . ״Kurz, die entschiedensten Ungläubigen haben fast nichts angeführt, was sich nicht bereits in dieser Glau bensveste des Rabbi Isaak findet. Und das beste Zeichen für den Beifall, den die neue Edition gefunden, ist schon der Umstand, daß sich, trotzdem die erste sehr bedeutende Auflage vor kaum acht Jahren erschienen und fast gar nicht in den großen Buchhandel gekommen ist. so schnell das Bedürfniß nach einer zweiten Herausgäbe sich herausgestellt hat. Es ist dem Herausgeber leider nicht vergönnt gewesen, di« Frucht feiner Mühen zu genießen. Ein plötzlicher Tod hat ihn dahingcrafft, als er von Salzbrunn in die Heimath zurückzukehren beabsichtigte, um in de» ersten Tagen nach seiner Heimkehr die liebergäbe des Merkchens an die Subscribenten und den Buchhändler zu ver» anstalten. Zur Empfehlung des in neuer Gestalt vorliegenden Buches haben wir wenig hinzuzusügen. Daß die Ueberfetzung genau und gedicgen, der Text mit kritischein Scharfblick gesichtet und die beigegebenen Aumerkungm im höchsten Grade belehrend sind, ist bereits in dm Recensionm über die erste Auflage allgemein anerkannt worden. Vieles interessante Material, viele Abhandlungen, die geeignet sind, das religiöse Gefühl zu stärkm und zu kräftigen, sind hinzugekommen. Von bibliographischem Interesse ist ,. B. die Notiz, daß die in der Bibliothek des jüd.-theol. Seminars zu Breslau vorhandene Handschrift Nr. 114, welche iin Catalog als Manuscript des ף״א aufgeführt ist. nicht diesm, sondern eine andere polemisch« Schrift enthüllt. Wir können uns nicht verjagen, diese Besprechung mit den Wortm zu schließen, welche der gottselige Herausgeber an dm Schluß seiner Vorrede zur ersten Auflage gestellt hat: ״So möge dmn dieses Büchlein in seiner neuen Ausstattung, seinm Titel, wozu es wahrlich in hohem Grade geeignet ist, zur Wahrheit machm, und so den vorgesetztm Zweck des Uebersetzens fördern helfen " a (Nachbemerkung der Redaction.) Wir machen an dieser Stelle die vielen Freunde und Verehrer des sel. Vers.'s aus dm in Nr. 37 der ״Israel. Wochmschr." gebrachten Aufruf des Comite's ״zur Unterstützung der Rabbiner deutscher Hin terbliebenen" aufmerksam. Durch Ankauf des obm besprochenm Werkes würde jmer edle Zwecks in würdiger Weise gar sehr gefördert werdm. — Die Redaction L.rnrr.L vuvauf an. MKkiogripyische Sotize«. Von R. Roest tn Amsterdam. (Fortsetzung von L.-B. Nr. 1.) 4» Ist «braham di Lonsan», der verfaffrr de» mwtna> tischen Merkchen« הנין אברהם» wirklich znm Ehrtstenthu« üdergetreteu? ' 1 Wolf erzählt im 4. Bande seines bekannten Werkes (S. 77V, r. 153 ck.) von düsem Autor Folgendes: ״Transiit idem ante septennium circiter (also um 1726, da die Vorrede Wolf's zu diesem Band« vom 8. Mai 1733 datirt ist) ad Christianos Jdtsteinii nomine Wilhelmi Henrici Neumanni in sacro lavacro appellatus. Haec ex ore ejus accepi.“ Diese Aussage ist oermuthlich die Quelle für die Behauptungm Steinschneiders (Bibliogr. Handb. Rr. 1201; Catal. 11. hebr. Bodl. col. 699. Rr. 4265.) und Zcdners (Hamaskir X. S. 87.), daß Abr. di Lonsano später id. h. nach Erscheinen des ״Kinjan Abraham“) unter dem Namen W. H. Reumann getauft wurde. Ist dies aber so ganz gewiß? Wer war dmn der Abr. di Eonsano, von welchem ein hebr. Euloaium in dem anno 1729 erschienenen spanischen Buch:: Fundament« sondo, baza y thypo de la Sacra sancta y divina Ley (von Juda Leon de Joseph Perez) verkommt? (Si.he meinen Catalog Almanzi, Emden rc. Amsterdam, F. Müller 1868, Nr. 4322.) Wahrscheinlich kein anderer, als der Autor des Kinjan Abraham, der vor 1723 im Beth hamidrasch ״Ez Chajim“ zu Amsterdam studirte und hier oder in London, wo er vielleicht auch war, mit Perez bekannt wurde. Ist dies so, läßt sich dann annehmm, dah ein sromm-jüvischer Autor :sie Perez das Eulvgium « ncs christlichen Neophyten ausgenommen haben würde? Deshalb schon habe ich im erwähnten Catalog sub. Nr. 4181*) die Bemerkung hinzugefügt: ״Der Vers. (W. H. Neumann) s o l l als Jude Abraham di Lonsano geheißen haben: vgl. aber Nr. 4322." Seitdem fand ich noch mehr Grund, den Uebertritt des Vers, des Kinjan Abraham zum Christenthum zu bezweifeln. Wie aus diesem Merkchen hervorgcht, war der Autor damals im Begriffe, nach Palästina überzusiedeln. Run findet sich im 0 תבנית הבית(m Mordechai den Meir (Frankfurt a. O. 1747) die Approbation des איש קדוש עובר ׳הולך צדקות ומשרים דובר ה״ה ההכם השלם שושליתא דבי נשיאה (4 . הרב המא״הג ומפורסם כהו״רר אברהם דילונזאני איש ירושלים In dieser Approbation, die er mit folgenden Worten beschließt: הן אנכי איש צעיר ההולך מחיל אל חיל לראות פני אלקים בציון ובתוך עמי אנכי יושב במלכות קנדיאה מוריאה ומדינת מוקדוניאה אנריפן ואגפי יע״א אורח נמה ללון פה פ״ם דאדרה יום השישי רביעי לח׳ תשרי שנת ומלכותו בכל משלה לפי ק אברהם די לונזאני ם״ט: sagt er u. A., daß er wegen שליחות מצוה sich aus der Reise besindct, ועתה בשובי לשלום אל ארצות החיים habe er in Frankfurt den Autor des ״Tabnith habnjith“ angetrossen u. s. w. — Art und Weise, wie sich der Vers, der Approbatton ausdrückt, ist dieselbe wie die in dem Vor- und Nachwort zum Kinjan Abraham. Ist es demnach nicht sehr wahrscheinlich, daß beide identisch sind? Waren sie cs nicht wer war dann der Abr. di l-nns., der das Eulogium auf Perez und die Approbation geschrieben? Ist der Neophyt W. H. Neumann auch anderwe tig bekannt? Hat vielleicht ein Anderer sich den Rainen Abr. di L. ungeeignet und Wolf etwas vorgelogen? Ist die Aussage Wolfs allein genügend, dm Verf. des Kinjan Abraham zu einem zum Chr stenthum llebergetretmm zu stempeln? Konnnt das hier Angeführte dabei gar nicht in Betracht? Wer löst dieses Räthsel? Herr vr. A. Lewin, Rabbiner in Kozmin, theilt uns mit, daß rr die in Nr. 10 des jüd. Literaturblattes, Notiz 3., im Ramm d«S Hm. D. Oppenheim gebrachte Lonjectur והשפולקרא schon in seinem Aufsatze über die Religionsdisputation R. Jechiels (Grätz'sch: Monatsschrift 1869 S. 195 Anmerk.) gemacht habe, femer, dah unsere Vermuthunz (st. עותו zu lefm עודנו) durch die Lesart des Michellchen Codex (Seminarbibliothek Nr.!׳XXIll) bestätigt werde. ') Bei dieser Gelegenheit berichtige ich einm Jrrthunt. Der Vers, des unter obiger Rr. verzeichneten holländischen Werkchms hieß nicht, wie ich im Catalog das. angegebm, W. H. Nmmann, ssndem Petrus Werner Neumann, und als Jude Hartsg Levy. Dieser trat in Leeuwardm zum Christmthum über, lieber ihn und einige seiner Schristm ein anderes Mal. (Wolfs Angabe mag vielleicht aus ähnlicher Verwechselung beruhen. Red.) 1.) Vergl. sein« Genealogie auf dem Titel des Kinjan Abraham.