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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-11-01 · 11 (1.11.1911) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
11 (1.11.1911)
Date
1911-11-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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ommerlichen Ruhepause, auf die ich weiter unten noch zu prechen komme, gegeben waren, unsere innere pädagogische Organisation noch nicht ausbauen und unsere Mitglieder noch nicht, wie dies in älteren Vereinen der Fall ist, zur Diskussion und eigentlichen Mitarbeit erziehen konnten, so hatten wir doch Gelegenheit, uns durch Vorträge, die uns neben unserem ersten Vorsitzenden einige Herren' der hiesigen Gemeinde hielten, belehren zu lassen. Es sprachen: Herr Hauptlehrer Müller über Jbn Gabirol und Jehuda Halevi, Herr Prokurist Bernkopf über „Die Juden und das Wirtschaftsleben", Herr Dr. Pinkuß über „Die Anfänge der Geschieh«« der Juden in Deutschland", Herr Dr. Elsässer über „Die Hygiene im Altertum", ferner gab der Unterzeichnete selbst eine Besprechung der Gedenknummer unseres Verbandsorganes. Als Abschluß unserer Wintersttzungen konnten wir sogar eine im Rahmen eines Heine-Abends abgehaltene größere Veranstaltung wagen, die wir fast ausschließlich aus eigenen Kräften bestritten. Zur Teilnahme waren auch die außerordentlichen Mitglieder, deren wir schon über dreißig haben, geladen. Unser Mitglied Herr stuck, pbil. Ludwig Marx hielt in den schönen Räumen der Friedrich-Loge einen Vortrag über „Heine und das Judentum", dein Rezitationen von Heineschen Gedichten folgten. Ilm nun untere Mitglieder auch während des Sommers zu Sitzungen oder zu sonstigen Veranstaltungen zu vereinigen, dazu ist unsere Organisation noch nichl genügend gefestigt. Turnspiele würden von Vereinswegen nicht abzuhalten sein, weil die meisten Mitglieder schon ohnehin in Sportvereinen altiv sind. Selbst der Versuch von gemeinsamen Ausflügen ist nicht geglückt. Daß auch ein sehr interessanter Vortrag des Herrn Dr. Blum über „Der Alkohol in der Bibel", der Mitie Juli stattfand, nur sehr schwach besucht war, mag wohl an der exorbitanten Hitze gelegen haben. Die Haupiaufgabe bleibt uns nun für den Winter. Wir haben uns sehr weite Ziele gesteckt. Nachdem unser Verein jetzt materiell gesichert ist. werden wir an den inneren Ausbau heranzugehen haben. Wir beabsichtigen verschiedene Abteilungen zu' bilden, die neben den Hauptabenden sür sich besonders wirken sollen. Zunächst je eine für Sprachen, Handelsrecht, Literatur. Musik; doch lassen sich diesen natürlich nach Bedürfnis noch andere angliedern. In den Gesamlsttzungen sollen Vorträge über Tagesfrage», insbesondere in ihrem Veihältnis zum Judentum, mit anschließender Diskussion gehalten werden. Rein politische Diskussionen sowie religiöse Stieitfragen sollen möglichst veimieden werden. Denn die Aufgabe unseres Vereins nach unserer Auffassung in erster Linie ist: in einer nach Aisimilation strebenden Zeit dem jungen Juden seine Zngehöiigkeit zu einer jahrtausendalten Gemeinschaft zum Bewußtsein zu bringen, ihn diese schätzen zu lehren duich ten Hinweis auf die Bedeutung, welche diese Gemeinschaft für unsere heutige Kultur gehabt hat und wie sie auch heute noch als tätiger Geselle werteschaffend am Ambos unserer Kulturschmiede steht. ‘Solinflen. Der Verein hat sich entschlossen, um den Angestellten einen Ersatz für ihr Heim zu geben, Freitag- Abende einzunchlen, zwanglose Zusammenkünfte, bei denen Gesellschaftsspiele, Zeitungen uiid Zeitschriften, jüdischen und allgemeinen Inhalts, für Unterhaltung sorgen. Der erste Abend am 20. Oktober war sehr zahlreich besucht. Alle Teiluehiuer zeigten sich hocherfieul über diele Einrichtung. Wir eiwarien, baß den Bestrebungen der Jugendvereine neuer Boden gewonnen wirb und können allen Vereinen, die deraitige Abenbe noch nicht veranstaltet haben, nur zu einem Versuch raten. «blu. Unser Verein hat zu Beginn der Winterarbeit einen Zuwachs von 160 Mitgliedern erhalten. Außerdem ist in Kreuznach durch die Bemühungen unseres Vorsitzenden Herrn Reserendar Dr. Ist Kahn und desHerrn Referendar Gatzert ein Jugendverein mit ca. 70 Mitgliedern gegründet worden. In nächster Zeit soll die Jugendbewegung nach Wesel und anderen Orten getragen werden. Mitteilungen der Gtschiiftsstrllr des Lezirltsverdandrs der jüdischen Iugnldvrrrinr Nordwkst-Vrutschlands. II- Delegiertentag des Bezirksverbandes der jüdischen Jugendvereine Nordwest» Deutschlands in Bremer«. am 18. und 19. November 1911 in Bremen. Programm. 1. Sonnabrnd, den 18. November, abends 9*/« Uhr im Saale des Natscafes, Kaiser Wilhelm-Platz Propagandaversannnlnng. Bortrag von Fränlein stuck. rer. pol. Cvrn Berlincr- Breineu über das Thema: Die Organisation der «veiblichen jüdischen Jugend. Das Kor referat hat der Vorsitzende des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Herr Rechtsanwalt vr. Alfred Apfel-Berlin übernommen. Er wird bei dieser Gelegenheit auch über die w i ch t i g st e n Tagesfragen der jüdischen Jugendbewegung sprechen. Freie Aussprache. An dieser Versammlung werden die Vertreter f a st s ä m t l i ch e r j ü d i s ch e n Jugendvereine Nordwestdeutschlands teilnehmen. 11. Sonntag, den 19. November 1911, vormittags 9^ Uhr im Vereinslokal Levys Hotel, Bahnhofstr. 9: 2. Dclegierten-Bersammlnng des Bezirksverbandes. Tagesorditung: 1. Begrüßung der Delegierten. 2. Geschäftsbericht (einschließlich Kassenbericht), erstattet durch den Jüdischen Jugendbund Freundschaft, Bremen. 3. tzeststettung der Statuten (siehe Protokoll vom 27. 8.1911, Seite 12 dieser Zeitung). 4. Wahlen. 5. Verschiedenes. (Propaganda.) Mittags 3 Uhr: Gemeinschaftl. Mittagsessen (Preis des Gedeckes M. 2 50). Abends 9 Uhr: In den Sälen des Ratscafes, Kaiser Wilhelm-Platz X. Ttifungsfest des Jüdische«« Jngciidbundcs Freundschaft-Bren«en. Ans den» Progra««im: Rezitationen — Ball — Kaffeetafel. IS

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