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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-11-01 · 11 (1.11.1911) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
11 (1.11.1911)
Date
1911-11-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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schweizer Beschlüssen im September d. I. fiattzufinden hätte, wertvolle Anregunzen geben müsse. Aus Antrag des Bremer Vereins beschließt der Vorstand, den Delegiertentag aus Praktischen Gründen, insbesondere auch im Hinblick auf das zehnjährige Stiftungsfest des Bremer Vereins, auf Anfang November zu verschieben, wofür später Indemnität erbeten werden soll, und, der Einladung Bremens folgend, es zum Orte dieser Tagung zu wählen. Der Bremer Verein wird mit den Vorbereitungen betraut. Zum Delegiertentag schlägt Herr Dr. Nathan eine Erörterung der Verbandszwecke vor. Hier müsse sich zeigen, ob die Neutralität mehr als die formelle Grundlage des Verbandslebens sei. Die Herren Rechtsanwalt Lichtenberg und Zacharias erwarten von dieser Erörterung keine Förderung, möglicherweise sogar eine Schädigung des Bezirksverbandes. Die Frage sei eine Angelegenheit der Einzelvereine und des Hauptverbandes. Herr Dr. Nathan bestreitet die Zulässigkeit dieser Trennung. Nach längerer Debatte wird in Aussicht genommen, am Sonnabend (voraussichtlich 11. November) einen Be - grüßungsabend mit anschließender Propaganda-Versammlung zu veranstalten und als Vortragsthema dafür die zurzeit wichtigste Organisationsfrage zu wählen: „Die Organisation der weiblichen jüdischen Jugend". Für das Referat soll möglichst Frl sind. rer. pol. Cora Berliner-Hannover, die Mitbegründerin des „Jüdischen Frauen- und Mädchenklubs Hannover", gewonnen. und um das Korreferat Herr Dr. Apfel ersucht werden.*) Am Sonntag (12. November) soll die Delegiertensitzung stattfinden, und zwar um 9^ Uhr vormittags. Der Nachmittag würoe evtl, zur Weiterberatung benutzt werden oder für die Delegierten frei sein, wälncnd abends der Bremer Verein in Anwesenheit der Delegierten sein 10. Stiftungsfest begehen wird. Für das Programm der geschäftlichen Sitzung ist zunächst die Besprechung des Tätigkeitsberichtes in Aussicht genommen, die alle in das Gebiet der Vereinsarbeit gehörenden Fragen umfassen soll Ferner wird der Deleaiertentog die in Braunschweig nur provisorisch beschlossenen Statuten zu beraten haben, wozu die im Vorstand vertretenen VerUne Vorschlägen: 1. Grundsätzlich es bei den in Braunschweig beschlossenen Leitsätzen zu belassen. 2. Neu zu beschließen nur: a) über die definitive Verteilung der Vorst a n d s g e s ch ä ft e an drei Vereine wie bisher, wobei die geschäflsführende Tätigkeit einem der drei Vereine von diesen übertragen wird; b) die B e i t r a g s p f l i ch t der Vereine zum B. B. auf 10 M. für jedes angefangene Hundert Mitglieder zu bemessen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. An die Sitzung schloß sich ein Ausflug der Teilnehmer nach Hildesheim. , Für die Geschäftsstelle Bremen S. Zacharias. Protokoll der ersten Porstandositinng ded Bezirtsverbandes der jüdische» Jugcndvereine West-Deutschlands am 2t». August Ilkll. Anwesend: 1. der Vorsitzende des Gabriel Rießer-Vereins Coli, Referendar Dr. Jsi Kahn. 2. der Vorsitzende des Gabriel Deßer-Bereins M./Gladba», Rechtsanwalt Dr. Ganz, 3. bet Vorsitzende des Vereins der jüdischen Jugend Aachen, vr. meä. Schuster, 4. als Delegierte des Jüdischen Jugendbundes Bonn, Referendar S. Mayer und Fräulein Mayer. Es fehlte als fünftes Vorstandsmitglied ein Delegierter des Wedell-Vereins Düsseldorf. Ferner anwesend der Geschäftsführer des Bezirksverbandes Referendar Gatzert, Cöln. * Beide haben inzwischen zugesagt. Der erste Vorsitzende des Verbandes, Dr. Jsi Kahn, er öffnete um ö1/* Uhr die Sitzung. Nach kurzer Begrüßung der Delegierten erstattete er einen Tätigkeitsbericht, demzufolge die Leitung bereits während der Sommermonate eine intensive Tätigkeit entwickelt hat. Ein an die Verbandsvereine gerichtetes Rundschreiben sammelte zunächst Material über folgende Punkte: Welche Plätze eignen sich zu einer Neugründuug? Kann Ihr Verein die Vorarbeiten übernehmen? Welche maßgebenden Persönlichkeiten kommen an dem Platze in Frage? Wieviel Juden wohnen dort? usw. Ferner, welche Redner können Sie dem Verbände zur Verfügung stellen? Durch diese Rundfrage ist es gelungen, eine große Anzahl von Plätzen zu ermitteln, an denen eine Gründung jüdischer Jugendvereine Aussicht auf Erfolg dielet, und auch eine umfangreiche Rednerliste für den Verband zusammen zu stellen. Es wurde über folgende Punkte beraten und Beschluß gefaßt: I. Verteilung derVorstandsämter. Es wurde beschlossen, vorläufig der Leitung in Cöln sämtliche Aemter zu belassen. Der gesamte Vorstand aber übernimmt durch häufig zu berufende Vorstandssttzungen die Verantwortung. II. Umlagen. Der Leitung sind bisher 92 M. Kosten entstanden. Die Versammlung genehmigte nachträglich diese Ausgaben. Der erste Vorsitzende erklärte, daß der Gabriel Rietzer-Verein in Cöln freiwillig von dieser Summe alles bis auf 50 M. übernehmen wolle. Diese Erklärung wurde allseitig mit lebhaftem Dank ausgenommen. Der Rest von 50 M. ist gemäß einstimmigem Beschlüsse durch Umlagen aufzubringen. III. B e zirksv erb and Sb eitra g. Es wurde beschlossen, daß jeder Berbandsverein auf den Kopf jedes seiner ersten dreihundert Mitglieder 10 Pf., aus den Kopf eine» jeden weiteren Mitgliedes 5 Pf. jährlich zu entrichien hat. IV. Rednerliste Es wurde beschlossen, daß die Liste der Verbandsredner jedem Verbandsverein zugestellt werden soll. Jeder Verbandsverein hat das Recht, unmittelbar mit jedem einzelnen der aufgeführteu Redner in Verbindung zu treten. Jedoch ist jeder Verein verpflichtet, von der Anknüpfung einer solchen Verbindung sofort der Gescbäftsstelle des Verbandes Mitteilung zu machen. — Auch soll jeder Redner eriucht werden, dem Verbände davon Mitteilung zu machen, daß er sich einem Vereine gegenüber zu sprechen verpflichtet hat. Jeder Siebnet har, falls nicht ausdrücklich ein« andere Vereinbarung getroffen ist. nur Anspruch auf Ersatz der Reisekosten und der notwendigsten Holelkosten. Die Befriedigung dieses Anspruches liegt regelmäßig demjenigen Verein ob, der sich den Redner hat kommen lassen. Ausnahmsweise werden diese Kosten von der Verbandskasse getragen und zwar dann, wenn ein Verein unter Darlegung der Gründe einen entsprechenden Antrag stellt, und diesem Antrag vom Vorstand entsprochen wird. Wenn ein hervorragender Redner von auswärts in einem der Verbandsvereine spricht, so soll die Geschäftsstelle des Verbandes auf Antrag eines Vereins es vermitteln, daß der Redner auch bei dem anirageuden Berein spricht. Da aus diese Weise eine Teilung der Reisekosten unter zwei bezw. noch mehr Vereinen vorgenommen werden kann, kann für den einzelnen Verein viel erspart werden. Es wurde ferner angeregt, im Lause des Winters bei günstiger Finanzlage der Vereine auf gemeinsame Kosten gewisse Autoritäten zu einer Propaganda-Tournee innerhalb des Verbandes zu veranlassen. V. Neugründungen. Es wurde zunächst beschlossen, daß sämtliche Gründungen im Rainen deS Verbandes sowie auch auf dessen Rechnung erfolgen sollen. Die Wahl der jeweiligen Vertreter des Verbandes richtet sich nach der geographischen Lage der Orte, in denen die Gründung vorzunehmen ist. Den einzelnen Vereinen werden die von ihnen zu bearbeitenden Orte zugeteilt. Da die Mittel des Verbandes für alle diese Neugründungen kaum ausreichen dürsten, so wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands wird gebeten, einen Teil der aus der Brünnschen Stiftung fiießeuden Mittel dem Bezirksverband zur Verfügung zu stellen. 18

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