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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-09-01 · 9 (1.9.1911) · p. Seite 18

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
9 (1.9.1911)
Date
1911-09-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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Mitteilungen der Geschäftsstelle. Auf Grund des Beschlusses der Redaktionskommission werden hierdurch die Vereine ersucht, im Interesse der Erhaltung und Ausgestaltung unseres Verbandsorgans, die Annoncenakquisition eifrig zu betreiben; den Akquisiteuren, auch wenn sie Vereinsmitglieder sind, soll aus Wunsch ein Honorar gewährt werden. Wir bitten die Berbandsmitglieder, die sich durch Annoncenakquisttion einen Nebenveidienst erwerben wollen, um Angabe ihrer Adresse an die Geschäftsstelle. Diese wird sich mit den Herren unmittelbar in diskreter Weise in Verbindung setzen. Diejenigen Vereine, welche bisher nur in geringerer Zahl auf unsere .Mitteilungen" abonnieren, werden aufgefordert, unser Blatt mindestens für sämtliche aktive Mitglieder zu bestellen. Von der Eintragung unseres Verbandsorganes in die Postzeitungsliste haben wir Abstand genommen, da den abonnierenden Vereinen wie den Einzelabonnenten ein pekuniärer Vorteil daraus nicht erwachsen würde. Andererseits müßte der Verband, um die Kontrolle über die Zahl der von den einzelnen Vereinen abonnierten Exemplare nicht zu verlieren, die Anmeldungen bei der Post selbst vornehmen, was bei dem ständigen Adreffenwechsel einer großen Anzahl unserer Mitglieder zu häufigen Reklamationen Anlaß geben würde. Die Verteilung der einzelnen Nummern an die Mitglieder muß also auch weiterhin im Verbandsinteresse von den Vereinen übernommen werden. Herr Karl Schwarz, der bekannte Mitarbeiter von „Ost und West", hat unserer Einladung Folge geleistet und sich bereit erklärt, für unser Organ einige Artikel über jüdische Kunst und ähnliche Stoffe zu schreiben. — Außerdem will Herr Schwarz in liebenswürdiger Weise auch Lichtbildervorträge in unseren Vereinen halten, gegen Vergütung der Barauslagen. _ In dieser Nummer finden unsere Mitglieder auch das Verzeichnis sämtlicher uns augeschloffener Vereine; Vorstands¬ und Briefadressenwechsel, sowie etwaige Berichtigungen bitten wir, uns baldigst milteilen zu wollen. In der O k t o b e r n u m m e r soll die diesjährige Rednerliste erscheinen. Die Vereine werden gebeten, etwaige redegewandte Mitglieder, welche bereit sind, in unseren Jugendvereinen Vorträge zu halten, unserem Büro b a l d i g st mitzuteilen, damit diese Herren noch aus die Rednerliste gesetzt werden können. »*" Schlußtermine der Redaktion. "W a) für den Allgemeinen Teil 81. jeden Monats b) für den Verbandsteil 83. „ „ c) für den Inseratenteil 85. „ „ Zusendungen, die uns nach den angegebenen Daten zugehen können für die nächste Nummer nicht mehr Berücksichtigung finden. Die Redaktion. Aus unseren Vereinen.! Braunschweig. Jüdischer Juqendbund. Bericht über das Vereinsjahr 1910/11. Es eifre jeder seiner unbestoch'nen, Von Vorurteilen freien Liebe nach. Lesfing «Nathan der Weise). Treu den Idealen, die der jüdischen Jugendbewegung voranschweben, unsere Jugend durch Hervorlehrung alles Einigenden aneinander zu fesseln und Trennendes zu vermeiden, und sie dadurch zum Kampfe gegen innere und äußere Feinde zu wappnen, haben wir es in unserer kleinen, bisher recht indifferenten Gemeinde in den kurzen drei Jahren unseres Bestehens fertig gebracht, in unserem Jugendbund ein frisch pulsierendes jüdisches Geistes- und Gesellschastsleben zu erwecken. Unsere Vortrags- und Vcrgnügungsabende vereinen alles, was jüdisch fühlt und denkt, zu geistiger Arbeit und gesellschaftlichem Vergnügen, und die Teilnahme auch der älteren und ältesten Generation beweist, daß unser Verein der allgemeine Mittelpunkt des jüdischen Lebens am hiesigen Platze ge worden ist. Besonders erfreut sind wir darüber, daß die einheimischen Damen und Herren gleich den kaufmännischen Angestellten am Bereinsleben rege teilnehmen und dadurch die soziale Seite unserer Zwecke erfüllen helfen. Wie wir ferner hervorheben wollen, hat sich die Gleichberechtigung der Damen in unserem Verein auch weiter vorzüglich bewährt. Das bedeutsamste Ereignis im Berichtsjahre war die am 29. Mai 1910 in unserem Vereinsheim abgehaltene Tagung der Vertreterversammlung der jüdischen Jugendvereine Nord - bezw. Nordwestdeutschl a n d s, auf der wir insgesamt 20 Delegierte aus Hannover, Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Berlin, Magdeburg, Halberstadt und Bielefeld, den Vorsitzenden des Verbandes, Herrn Rechtsanwalt Dr. Apfel-Berlin, jowie Vertreter der Leopold Zunz-Loge ll. O. B. B. bei uns begrüßen konnten. Die Tagung führte zur Begründung des Bezirksverbandes der jüdischen Jugendvereine Rordwestdeutschlauds, dem wir sofort beitraten. Zum VerbandederJüdischenJugendvereine Deutschlands, in dessen Vorstand wir auf der am 19. März 19ll in Hannover stattgefunüenen Delegiertenversammlung erneut gewählt wurden, unterhielten wir weiterhin die besten Beziehungen. Das Interesse, das ihm von unserer Seite entgegengebracht wird, zeigt fich am besten darin, daß an der Hannoverschen Tagung 16 Damen und Herren unseres Vereins teilnahmen, womit wir wohl von allen auswärtigen Vereinen am stärksten vertreten gewesen sein dürften. Zu den benachbarten Vereinen standen wir durch gegenseitige Besuche in freundschaftlichem Verhältnis. lieber das innere Vereinsleben lväre insbesondere zu berichten, daß nachstehende Hauptvorträge gehalten wurden: Herr Dr. Eugen K a tz, Hannover: „Wie treiben wir unter den Juden Sozialpolitik?"; Herr Oberlehrer Schoenemann, Hannover: „Die Motive des Antisemitismus und sein derzeitiger Stand"; Herr Referendar Dr. Regensburger, hier: „Moses Montefiore, sein Leben und Wirken" (anläßlich der 25. Wiederkehr seines Todestages); Herr Landesrabbiner Dr. R ü l f, hier: „Die Metaphysik und die Ethik des Talmud" (III. Teil im Talmudzyklus); Herr Schauspieler Fritz Richard, Berlin: „Rezitation jüdischer Dichtungen"; Herr Lehrer S t e i n h a r d t, Magdeburg: „Die mittelalterliche Leidenszeit der deutschen Juden" (III. Teil des Zyklus: Geschichte der deutschen Juden); Herr Oberlehrer Dr. W o l f s d o r f, hier: „Ist die jüdische Raffe minderwertig?"; Herr Referendar Dr. Regensburger, hier: „Die Zurücksetzung der Juden im preußischen Heere, ein Beitrag zur Zeitgeschichte"; 18

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