Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 2 (1911)
- Issue
- 9 (1.9.1911)
- Date
- 1911-09-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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I' fand sich am 9. August ein ca. MvköpsigeS Publikum im großen Saale der Rebleutenzunft ein. Den Vorsitz führten die Herren Hoofien - Köln und Dr. S. Werner - Jglau. HerrHoofien begrüßte namens des zionistischen Zentralbureaus die stattliche Versammlung, besprach kurz die Vorgeschichte der Konferenz und betonte das Interesse, das die Leitung der zionistischen Jugendbewegung entgegenbringe. Der Referent, Herr L. Perlmutter- Frankfurt a. M., führte aus, Zionismus und jüdische Jugend gehörten zusammen. Die jüdische Jugend sei praktisch die Zukunft des Judentums. Die vorzüglichsten Eigenschaften der Jugend prädestinieren sie für die Ideale unserer Bewegung. Rein sachlich müsse man sie besonders als Altersklasse, die den Vorzug hat, die andern zu überleben, gewinnen. In ideeller Beziehung läßt sich das zionistische Erziehungsproblem an der Jugend am besten löwn; sie ist willig und aufnahmefähig für alle Probleme des Judentums: zionistische Durchbildung, jüdische Geschichte, jüdische Wissenschaft, hebräische Sprache einerseits,körPerlicheRegeneration anderseits. Außerdem werden die Jugendgruppen Schulen zur Einigkeit sein. Die Organisation habe zwei Aufgaben :DieHeranziehungdernichtzioniflischen Jugend, da zur Betätigung der Persönlichen Propaganda ein jugendliches Milieu notwendig sei, ferner die Erziehung der zionistischen Jugend. Die Jugendgruppen seien als von der Ortsgruppe geleitete Erziehungsinstitute gedacht. In einem noch festzusetzenden Alter müsse die Jugend sich den Ortsgruppen anschließen. Eine durchgebildele zionistische Jugend garantiere einen ewig jungen Zionismus. Redner stellt folgende Thesen auf: 1. Wir müffen aus inneren und äußeren, sachlichen und ideellen Gründen die jüdische Jugend für den Zionismus gewinnen. 2. Die Organisation der zionistischen Jugend ist wünschenswert, da sie die beste Form darstellt, in der die jüdische Jugend für den Zionismus gewonnen und diese wieder zionistisch erzogen werden kann. 3. Die Konferenz übermittelt den einzelnen Landsmannschaften den Wunsch, in ihren Ländern eine zionistische Jugendorganisation ins Leben zu rufen. Dem starken Beifalle, den diese Ausführungen fanden, folgte eine sehr angeregte Debatte, die eine vollkommene Uebereinstimmung in bezug auf die innere Notwendigkeit der Jugendarbeit zeigte. Feuerring-Halberstadt gibt eine inuruktive Darstellung riner planmäßigen Erziehungsarbeit, Dr. Münz- Nürnberg betont die Notwendigkeit zionistischer Mitarbeit in allgemein-jüdischen Jugendvereinen wie z B. in Deutschland innerhalb des neutralen Rahmens dieser Verbände, Dr. Engel- Prag schlägt eine Enquete über die bisherige zionistische Jugendarbeit vor. M i ch a l o w i tz - Düffeldorf tritt dafür ein, daß die Arbeit jeweils nach örtlichen Verhältniffen eingerichtet werde, Saling er-Oppeln und N a w r a tz k y - Straßburg fordern verstärkten Einfluß auf allgemeine Jugendvereine; zwischen Dr. Oelswanger und Dr. Stahl- Tarnowitz entspinnt sich eine kurze Debatte über die Mitarbeit zionistischer Akademiker. Schließlich stellt F a st- Lemberg den Antrag, alle Vorschläge einer Kommission zu übertragen, der angenommen wird. Im Schlußworte beschäftigt sich der Referent mit der Mitarbeit in allgemeinen jüdischen Jugendvereinen, die in loyaler Weise dem Neu« tralitätsprinzip zum Durchbruch verhelfen müsse, und betont die Notwendigkeit zionistischer Jugendarbeit in allen Ländern. In die Kommission wurden gewählt die Herren L. Perlmutter- Frankfurt a. M., Dr. Münz- Nürnberg, Dr. Stahl- Tarnowitz, Nawratzky - Straßburg, Michal o w s k y - Düsseldorf. Die Kommission wird sich mit den Organisationen der einzelnen Länder zwecks intensivster Förderung ihrer Bestrebungen in Verbindung setzen und ihre Mitarbeit verlangen. Es wird also Sache der Landerorganisationen sein müssen, die allseits so freudig begrüßte Idee tatkräftig zu fördern." Am 18. August 1911 berichtet „ Die Welt" weiter: «Zionistische Jugendorganisation. Unter Vorsitz des Herrn L. Perlmutter-Frankfurt a. M. fand am 11. d. M. eine Sitzung der Zionistischen Jugendkommisfion statt, die sich aus' Vertretern verschiedener Länder zusammensetzte. Es waren anwesend 2 Herren aus Amerika, 1 aus Kanada, 3 aus Holland, 2 aus Oesterreich, 1 aus Galizien, 4 aus Deutschland und mehrere Gäste. Nach eingehender Debatte wurde beschlossen : 1. Die Kommission hält die Gründung z i o n i st i s ch e r Jugendorganisationen für zweckmäßig; die Ausführung bleibt den einzelnen Ländern überlassen. 2. Es sollen Zentralkomitees gebildet werden, die sich mit den verschiedenen zionistischen Landesorganisationen oder bereits bestehenden zionistischen Jugendorganisationen in Verbindung setzen sollen, damit in den verschiedenen Ländern in diesem Sinne gearbeitet werde. Es soll eine weitere, größere Versammlung während des Kongresses tagen, in welcher die Komitees für die einzelnen Länder gewählt werden sollen."*) Briefkasten. Jüdischer Jngcndbund Cassel! Bei Bezug der „Mitteilungen" durch die Post sind nicht nur 24 Pf. Bestellgeld, sondern auch noch 39 Pf. Zeitungsgeld zu entrichten. Wir verweisen im übrigen auf die bezügliche Mitteilung der Geschäftsstelle (S. 8 d. Nr.). H. K. in 31., M. K. in L., Frl. stuck, pliil. C. B. in H. Besten Dank für Ihre Aufsätze, die wir wegen Raummangel erst in der nächsten Nummer bringen können. A. K. in H., G. 8. in C. Unsere Gedenknummer zur „Jahrhundertfeier der Judenemanzipation in Preußen" ist noch in einer geringen Anzahl vorhanden und ist nur von der Geschäftsstelle des „Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin W 62, Kleiststr. 12, zum Preise von 50 Pf. zu beziehen. Avormerrrerils-Kedirrgrmgerr. I. Diese Zeitschrift kostet für Mitglieder der Verbandsvereine 30 Pfennig pro Quartal. II. Die Perbandsmitglieder müsse« da» Dlatt durch Ihre« Perrinsnorstand bestellen; dieser tritt dem Verbände gegenüber als Abonnent auf. III. Für Nichtmitglieder beträgt der Abonnementspreis 60 Pfennig pra Hnartal. IV. Nichtmitglieder beziehen das Blatt unmittelbar von der Geschäftsstelle, Berlin W., Kleiststr. 12, oder durch die Post. Es scheint, als ob die „liberalen Lorbeeren" manche Zionisten nicht schlafen lassen. A. 11