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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-07-01 · 7/8 (Juli/August 1911) · p. Seite 19

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
7/8 (Juli/August 1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Jüdischer Jugendbund Ltolp. Bei Abschluß unseres zweiten Vereinsjahres freuen wir uns auf eine ersprießliche Tätigkeit zurückblicken zu können. Nach der offiziellen Generalversammlung fandensdie VereinsabendevonAnfangNovemberl9lO bis Ende April 1911 allwöchentlich am Dienstag Abend statt. Interessante Vorträge unseres Protektors und anderer Mitglieder unseres Jugendvereins aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte, der Literatur, der Kunst, der Rechtswissenschaft und der allgemeinen Wissenschaft boten reiche Anregung und ermöglichten auch unsern jungen Leuten, ihr Streben zu betätigen. Eine eigene kleine Bibliothek unseres Vereins sowie die Bibliothek des hiesigen Literaturvereins standen unseren Mitgliedern zur Verfügung. An den wissenschaftlichen Teil jedes Vereinsabends schloß fick stets ein geselliger Teil an. Besondere festliche Veranstaltungen wurden von Seiten des Vorstandes am Ehanukkasest, an Kaisers Geburtstag und am Purimfest getroffen. Unser Purimvergnügen war altz größere Tanzfestlichkett mit reichhaltigem unterhaltenden Programrne ausgestaltet, ein großer Teil der jüdischen Gemeindemitglieder Stolps waren als Gäste bei uns erschienen. Das enthusiasmierte Referat unserer Delegierten über den 2. Verbandstag d-r jüdischen Jugendvereine Deutschlands in Hannover wird hoffentlich auch unserm Verein als Ansporn dienen, auch in Zukunft eifrig weiter zu arbeiten und die hohen Ziele der Jugendbewegung zu verfolgen; iwenngleich Wir leider auch konstatieren müssen, daß zu Beginn des Winterhalbjahres der Besuch unserer Vereinsabende ein regerer war als zum Schluß der Saison. Der Durchschnitt bel>ug ungefähr, einschließlich Passiver Mitglieder, 35 Personen bei einer Zahl von 75 aktiven und 20 Passiven Mitgliedern. Den Schluß der winterlichen Veran- Pallungen bildete ein Ausflug des Jugendverems nach dem herrlich gelegenen Eharlottenthal, wo sich unsere jugendfrohen weiblichen und männlichen Mitglieder bei Rasenspiklen, Wettschießen, Tänzen und Gesängen auf das eifrigste belustigten. Indischer Jngendbund Ltrasibnrg. Bericht über die am 4. März im Vereinslokal, Schlossergasse 21, abgehaltene 2. ordentliche Hauptversammlung. Um 9^ Uhr eröffnetc der 1. Vorsitzende Herr Martin Eichelgrün die Versammlung und erteilte das Wort dem 2. Vorsitzenden Herrn s t u d. j ii r, Edmond Weill zur Berichterstattung über das verflossene Vereinsjahr. Dem ausführlichen Berichte war ein klares Bild der reichen, von der Vereinsleitung entfalteten Tätigkeit zu entnehmen. In kurzen Worten gedachte der Referent zuerst der Tätigkeit des Gründungskomitees, dessen hohe Verdienste um die Schaffung der finanziellen Grundlagen, um die Vereinslokalfrage, um die Propaganda und um die innere Organisation des Vereins er ruhmend hervorhob. Sodann auf das Wicken des mit dem Gründungskomitcc zum Teil identischen ersten eigentlichen Vereinsvorstandes eingehend, schilderte Referent dessen Bemühungen um den inneren Ausbau des Vereinslebens. Zwei Ziele vor allem verfolgt das Vereinsprogramm, geistige Anregung und Förderung der Geselligkeit, und beiden ist die Vereinsleitung gerecht geworden. Mehr als 2 0 Vorträge wurden von hervorragenden Gelehrten und Männern der Praxis (auch Nicht-Juden, wie z B. dem berühmten Strafrechtslehrer unserer Universität Herrn Pros. Dr. van Valcker) gehalten. Daneben fanden Diskusflonsabende, französische Sprach- und Konversationskurse, Schachabende und Unterhaltungsabende statt, und vor allem wurde auch der schönen und gemütvollen Einrichtung der Fieitag-Abende Eingang verschafft. Kurz noch bei der wundervoll verlaufenen Ehanukka-Feier vcrwlilend, ging der Redner dann über zu den allgemeinen Fragen des Vereinslebens, zu Fragen organisatorischer und finanztechnischer Natur; er besprach die im Lause des Jahres vorgenommenen Personalveränderungen und hob die dem Vorstand durch die Kommissionen geleisteten llnterstützungen lobend hervor. Er erwähnte ferner die wichtigsten vom Vorstande vorgenommenen Amtshandlungen, unter denen die Verhandlungen mit dem Konsistorium wegen Errichtung eines Soldatenheims und der Beitritt zum Verband jüdischer Jugendvereine Beachtung verdienen. Dem mit reichem Beifall aufgenommenen Berichte folgte eine eingehende Besprechung, an der sich namentlich die Herren Felix Bloch und Löw sowie Herr Dr. Grombacher beteiligten. Hierauf erstattete Herr Alfred Mayer den Kassenbericht, laut welchem sich da? Vereinsvermögen inkl. Mobiliar auf 8900 Mk. beläuft. Sodann wurde dem Gesamlvorstande einstimmig Decharge erteilt. Die Leitung der nunmehr beginnenden Wahlhandlung lag in den Händen eines Wahlkomitees, als dessen Vorsitzender Herr Universitätsprosessor Dr. med. Rob. D r e y f u ß fungierte. Die Mitglieder des engeren Vorstandes wurden mit überwiegender Stimmenmehrheit gewählt, und zwar Herr atu ä. jur. Edmond Weilt zum 1. Präsiden t e n, ferner die Herren Dr. med. Bloch zum 2. Präsidenten, M a x M a y e r zum 1. Schristsührer, Alfred Mayer zum Kassierer und Jacob Bickardt zum 2. Schriftführer. An Beisitzer wurden gewählt: die Herren D r. Grombacher, M. E i ch e l g r ü n , S a m u e l L e v y, Willy Oppenheimer, Gg. Abraham und S. D u r l a ch. Sodann schritt die Versammlung zur Wahl eines Delegierten für den am 19. März zu Hannover stattsindenden VerbandStag der jüdischen Jugendvereine. Auf Antrag des Vorstandes (Dr. Grombacher) wurde einstiminig Herr s t u d. j u r. EdmondWeill gewählt. Uni V21 Ilhr schloß der Vorsitzende die sehr würdig verlaufene Versammlung. Briefkasten. Brrend-Lehmann-Verein, Halberstadt. Wegen Ihres Schreibens vom 11. IV. cr., unsere Gedenknummer betreffend, verweisen wir Sie aus das 'm dieser Nummer Seite 14 abgedruckte Vorstandsprotokoll, Punkt 13. (*. v., Hannover. Die Rubriken „Rundschau" und „Presseschau" mußten infolge Raummangels auch in dieser Nummer unterbleiben; die nächsten Nummern sollen sie wieder regelmäßig bringen. H. H.» (Nkogan. Ihre Anfrage betreffs des Soinmerprogramms ist durq die Zuschriften „Sommerarbeit" in dieser Nummer Seite 8 beantmorlet. Fr., Vacha. Wir werden den Inhalt Ihres letzten Briefes dem Kuratorium der Brünn'jchen Stiftung gern zur Kenntnis bringen. Dr. §1. L.» Wiesbaden. Selbstverständlich bringen wir Bücherbesprechungen; doch behält sich die Redaktion die Besprechung der eingegangenen Bücher vor. G. in Esens. Aus mannigfachen Gründen können wir vorläufig unser VerbandSorgan in die Postzeitungsliste nicht emtragen tassen. Durch das P o st s ch e ck k o n r o unseres Kassierers jedoch werden unseren Abonnenten in Zukunft bei llebersendung der Abonne mentrbeträge keine Kosten erwachsen. Dr. A ft‘. in P. Zu den Sprüchen der Väter (Pirke Aboth) sind uns nur nachstehende llebersetzungen bezw. Kommentare bekannt: von K r i st e l l e r, M. Lehmann, Kommentar von I. E a r o und M e i s e l s Homilien über Die Sprüche der Väter. Diese Nummer erscheint in verstärktem Umfange, da der Ferien halber die nächste Nummer erst am I. September er. herausgegeben wird. SHIa * *- für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verband der jüd. Jugendvereine «NM' 0 „ Deutschlands z. H. d. Herrn Dr. E. Fintel» Berlin W. ßSU, Kleiststr. 12, zu richte». 19 81793^

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