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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-07-01 · 7/8 (Juli/August 1911) · p. Seite 1

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
7/8 (Juli/August 1911)
Date
1911-07-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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MilteitMgr« des Uerbandes der jiidisihen Jugendverme DeutschlMds. Nummer 7/6. Berlin, Juli/August 1911. Jahrgang 2. r- ■ ■ Monatsschrift Preis pro Quartal M Pfennig. Einzclvertauf 20 Pfennig. Erscheint am 1. jeden Monats. v- . -h Anzeigen die viergesp. Petitzeile 20 Pf. Reklamen 50 Pf. pro Zeile. GefchLfisfielle: Berlins., Kleiststraße 12. Preisausschreiben. — Wie verhält sich die Geschichte zum jüdischen Optimismus k — Nachträge zur Gedenknunimer. — v\iU/Ull . Geh. Jnstizrat Timeudorfer über die Jugendvereine. — Ahlem. — Die Internationale Hygiene-Ausstellung zu Dresden 1911 und der Anteil der Juden an derselben. — Gedanken über die Tätigkeit der Jugendvereine. — Sommerarbeit in den Jugendvereinen. — Die Krisis der jüdischen Jugend Deutschlands. — Bücherbesprechungen. — Mitteilungen der Geschäftsstelle. — Bcrbands-Nachrichten: Protokoll über die VIII. Vorstandssitzung. — Aus unseren Vereinen: Rheinisch-westf. Bezirksverband; Aurich; Gottbus; Elberfeld-Barmen; Emden; Insterburg; Köln; Köuigshütte O.-S.; Liegnitz; Lörrach; Stettin; Stvlp; Straßburg. — Briefkasten. — Anzeigen. Preisausschreiben. 3t. Ii1iir&igintcj der bekannten, vielfach beklagten Tatsache, daß die dramatische Literatur deutscher Sprache äußerst arin ist an Erzeugnissen jüdischen Inhalts, geradezu steril an solchen jüdischen Empfindens, — hat sich die Unterzeichnete jüdische Jugendorganisation zu folgendem Ausschreiben entschlossen : Das beste, nns bis zum IS. Oktober diese» Zähre» zugehende Drama, dessen Stofs dem Gebiete der jüdischen Geschichte entnommen ist, oder auch ein gegenwärtige Ideen bcziv. Geschehnisse behandelndes jüdisches Milieu- Drama soll mit ciuem Preise von 130 belegt werden. Bedingung ist, daß die Aufführung des bctr. Dramas die Dauer von einer Stunde nicht überschreite, auch daß es sich parteipolitischer und p a r t e i r e l i g i ö s e r Tendenzen enthalte, da cs nur unter diesen Voraussetzungen dem von uns verfolgten Zwecke, es bei einer vereinsfestlichkeit zur Wiedergabe zu bringen, genügen kann. Als Preisrichter wird ein von uns zu berufendes Ilollcginm literarisch Gebildeter fungieren. Nichtpreisgekröntc Stücke werden ihren Verfassern alsbald wieder znrückgesandt, oder sollen — wenn sie für gut befunden werden — für eine spätere Aufführung in Betracht gezogen werden, in welchem Falle dann eine entsprechende Tantieme an den Autor entrichtet würde. Sämtliche Einsendungen, die auf dieses Ausschreiben Bezug haben, sind zu richten an den MonteNore Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute, Frankfurt a. M., Teilerstr. 22. Mir verhalt »ich die Geschichte zmn jüdischen Optimismus? Von Professor Dr. Ludwig Stein. Lotze sagt einmal: Die Hebräer haben den Fortschritt, ja sogar die Geschichte als Problem entdeckt, und der konservative Kulturhistoriker Rocholl (Kulturgeschichte H, 238) führt diese Thesen Lotzes in ihren Konsequenzen durch. Verstehe ich Lotze richtig, dann sind es, wie ich anderwärts ausgeführt habe, die optimistischen Grundinstinkte, die tatensrohen Znkunftshoffnungen, kurz der Messianismus Israels, der als fvrtschrittsfreudig begriffen und charakterisiert wird. Daß der Mosaismus die Geschichte als Problem entdeckt hat, kann natürlich nicht den Sinn haben, daß er die Geschichte als Wissenschaft konstituiert habe, denn darin sind ihm die Griechen mit Herodvt und vollends mit Thukydides unendlich überlegen. Aber was dem Mosaismus und nur ihm eigen ist, das ist die geschichtsphilosophische Einsicht, daß die Geschichte demenschlichen Geschlechts kein tolles Ehaos, keinen blinden Wirbel von zufälligen Begebenheiten darstelle, wie die Materialisten aller Zeiten und Schattierungen annehmen, sondern daß im menschlichen Zusammenleben und Zusammenwirken Plan, Sinn und vernünftiger Zusammenhang herrscht. Der Mosaismus entdeckt, um im Stile der historischen Religionen zu sprechen, den Finger Gottes in der Geschichte. Die antiken Materialisten: Demokrit, Epikur und Lukrez sehen im Kräftespiel der menschlichen Gesellschaft nur Willkür, blinden Zufall, eine sonderbare Laprice des Atomenwirbels. Sie beweisen damit nur, daß ihnen der Sinn und tiefere Zu- I Stadl u. Unlv. - »IW. | Frankfurt/M«ln

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