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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-06-01 · 6 (1.6.1911) · p. Seite 25

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
6 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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und mir einen Stellvertreter zu bestellen. Damals schon war es nicht möglich, einen Vertreter zu finden. Es waren im Vorstande Differenzen entstanden, ob der Berliner Verein geeignet wäre, das Amt zu übernehmen. Jeden» falls kam man zu einer Einigung nicht, so daß Herr Dr. Apfel trotz seiner Ueberlastung nicht beurlaubt werden konnte und den Vorsitz weiterführen mußte. Wir wollen durch statutarische Bestimmung festlcgen, daß Las nicht möglich fein soll. Ref.R e gensburge r-Braunschweig: Im Aufträge des Büros habe ich folgenden Antrag der Vereine Köln, Straßburg, Lörrach, Halle, Bielefeld u. f. w., im ganzen 21 Vereine zu verlesen. (Geschieht ) B l u m e n f e l d - Insterburg, Kattowitz: Ich werde sehr kurz sprechen, aber ich glaube, es wird allen intereffant sein, was ich hier ausführe. Im Prinzip bin ich dafür, daß wir einen persönlichen Vorstand haben. Der Grund dafür ist einfach der, daß jede große Organisation, die arbeiten will, eine Spitze haben muß, die mit der ganzen Autorität der Versammlung ausgestattet ist. Erfahrungsgemäß muß jede große Organisation ein Büro haben, eine Leitung, die schnell und sicher arbeitet. Der Vorschlag des Herrn Dr. Apfel, von seiner Person abzusehen, ist deshalb nicht genügend begründet, weil nämlich erstens die Sache nicht auf die Person des Herrn Dr. Apfel gesollt wird. Wir wählen heute Herrn Dr. Apfel und nächstesmal kann es ein anderr sein. Es kann jedesmal ein anderer gewählt werden. Zweitens, wenn Sie sein Prinzip annehmen und 5 bis 7 Vereine wählen, dann haben Sie dasselbe. Formell ist die Sache anders gefaßt, aber im Grunde genommen ist es genau dass-lbe. Ich verstehe gar nicht, weshalb sich Herr Dr. Apfel dagegen sträubt und einen persönlichen Vorsitzenden nicht will, der mit der Autorität der ganzen Versammlung auögestattet ist. Lassen Sie uns ganz offen der Sachlage Rechnung tragen und ihn persönlich wählen. Ich meine, es ist unserer sehr viel würdiger, wenn wir ihn persönlich wählen. Mir kommt essovor, als ob der Vorschlag, kergemacht worden ist, den meisten nicht ganz klar ist. Es ist vorgejchlageii, 8 Vereine und einen peisönlit en Vorsitzenden zu wählen. Dieser Vorschlag hat eingestandenermaßen den einzigen Zweck, den Jugepkmrein Berlin auszuschalt.n. Vors. Dr. Apfel: Ich glaube, es herrscht Einigkeit darüber, daß die Vereine, die bisher im Vorstände vertreten waren, auch weiterhin darin bleiben sollen. B l u m e n s e l d - Insterburg, Kattowitz: Es ist doch so, daß Herr Dr. Apfel das peisönlich gewählte Biilglied ist. Wenn ich ge,agt habe, daß dieser Antrag bezwecke, einen bestimmten Jugendveiein auszujct'ließen, so wollen Sie bedenken, daß ich etwas Derartiges nur vorbringe, wenn ich weiß, daß eine aanze Reihe von Vereinen derielben Aiesicht ist. Wie wichtig es ist, daß ich Ihnen das hier sage, dazu möchte ich Sie auf eins Hinweisen. Der Sckwerpunkt liegt darin, wir wählen eine persönliche Spitze. Einer wird als Person gewählt, und die anderen als Vereine, die repräjentationsberechtigt sind. Wir wählen einen persönlichen Vorstand und die andere Ausgestaltung des Voistandeö kann ja Gegenstand einer weiteren Debatte sein. Folgendes lcheint mir das Enticheidende zu sein. Wenn Sir jemand wählen, dann sorgen Sie auch dafür, daß er irgend einen Stellvertreter hat, damit das Prinzip gewählt und durchgeführt werden kann. Herr Dr. Äpfel soll doch die Sache nick' so auffaffen, daß er glaubt, jederzweite Vorsitzende sei ein Aufpasser für ihn. Es ist ja Sache der Versammlung, den zweiten Vorsitzenden zu wählen, das soll ein Mann sein, mit dem er sich berät. Wenn hier etwas in dieDiskussion hinemgezogen worben ist, was ich bedauere, so kann ich nur annehmen, daß Herr Dr. Apfel recht abgespannt und müde gewesen ist, sonst wäre ihm das nicht passiert. Er hat gesagt, man wolle zum zweiten Vorsitzenden unbedingt einen Zionisten haben. Herr Dr. Apiel, Sie können die Person nachher charakterisieren, wie Sie wollen, aber Sie können doch unmöglich als Verbandsvorsitzender dieses Moment hineinbringer,. Wenn irgend ein anderer das getan hätte, kann wurden Sie es geiügt haben. Einig sind wir uns über die persönliche Leitung des Verbandes und zweitens brauchen wir einen Stellveitreter, denn es ist doch kein Argument dagegen, daß der zweite Vorsitzende ein Aufpasser sei. Wählen Sie zum Stellvertreter, wen Sie wollen, und zwar zwei Herren, auf die wir uns verlassen können, damit die Sache nicht auf einen Mann gestellt ist. Wir müssen wissen, daß in jedem Falle ein Mann da ist, der für die Sache verantwortlich ist, der die Sache leitet. Nehmen Sie im Prinzip die Sache an. Wir wählen eine persönliche Sp tze. H rr Dr. Avstl wird das Opfer bringen. Es ist tür mich auch ein Opfer, Herrn Dr. Apfel zu wäblen, aber er ist zweifellos der Einzige, der die Sache machen kann. Ein Vo> sitzender erfordert auch einen ordnungsmäßig gewählten Stellvertreter. Beide müssen an einem Orte wohnen, sonst ist es eine Farce. (Es ist ein Schlußantrag von Herrn Katzenst.in-Kasstl eingelaufen.) Vors. Dr. Apfel: Ich möchte zunächst betonen, welche Aufnahme der Schlußantrag auch finden möge, daß es sich allenfalls um Schluß der Debatte über die prinzipielle Frage handeln kann, ob Vereins-System oder persönlichs System. Dann wird darüber zu b baltieren sein, ob wir einen oder zwei persönliche Vorsitzende haben wollen. Das ist der beste Modus. Katzen st ein - Kaffe!: Ich glaube, mein Antrag bedarf in dieser vorgerückten Stunde keiner näheren Begründung. Wenn wir in dieser Art und Weise noch weiter reden, kommen wir zu keinem Ende. Ich kann mich kurz auf das bezieh tt, was H rr Dr. Apfel Ihnen gesagt bat. (Der Schlußantrag wird angenommen.) Vors. Dr. Apfel: Wir müssen nunmehr darüber abstimmen, ob zwei Vorsitzende an einem Orle sein sollen. Das ist zweifellos der weitestaehende Antrag. (Der Antrag wird mit 61 gegen 47 Stimmen abgelehnt.) Nunmehr stimmen wir ab, ob der 1. Vo> sitzende überhaupt einen persönlichen Stellvertreter erhalten soll. (Der Antrag wird abgelehnt.) Es ist jetzt beantragt, dem Antrag, außer dem persönlichen Vorsitzenden 8 Vereine zu wählen, per Akklamation zuzustimmen. Es erfolgt kein Widerspiuch und der Antiag ist daher ang nommen. Wir haben viSber im Vorstand einen Vertreter der Giohloge und d s Zntralvereins gehabt. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund beantragt, ojfisiell als beratend, ü Vorstandsmitglied in die Satzungen ausgenommen zu werben. Ich glaube, dagegen wird niemand »trvas einzuwenden Hab.n. (Die Versammlung erklärt sich hiermit einverstanden.) B l u m e n f e l d: Ich frage, ob es nötig ist, die Redaktionökommiision zu wählen? Vors. Dr. Apfel: Tie Redaktionskommission wählt der Vorstand aus seiner Mitte. Wir kommen nun zur Neuwahl der Vorstandövereine. Es sind acht Vereine zu wählen. Ich stelle den Antrag, Per Akklamation zu bestimmen, daß die fünf Vereine, die dem Vo>stände bisher angehört haben, wieder in den Vorstand gewählt werden. (Der Antrag wird einstimmig angenommen.) R.-A. Dr. H o r o v i tz - Frankfurt a. M.: Ich möchte bemerken, daß zunächst der erste Vorsitzende zu wählen ist. — rs

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