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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1911-04-01 · 4 (1.4.1911) · p. Seite 2

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
2 (1911)
Issue
4 (1.4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wir beabsichtigen, eine der Bedeutung dieses EreiguiffeS entsprechende Gedenknummer unseres Verbandsorganes, der „Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands", in zahlreichen Exemplaren den meisten jüdischen Familien Deutschlands und der Presse zugänglich zu machen. Wenn wir hierdurch die Bitte um einen Beitrag auch an Sie richten, so betonen wir ausdrücklich, daß wir uns an führende Geister jedweder Parteirichtung gewandt haben, und daß wir für Worte der Kritik den gleichen Dank wie für Worte der Aufmunterung empfinden werden. Die Ziele unseres Verbandes gipfeln darin: I. die schulentlassene jüdische Jugend zu treuen, selbstbewußten Anhängern ihrer altehrwürdigen Gemeinschaft heranzuziehen und ihr stets vor Augen zu führen, daß nur ein aufrechter Jude der andersgläubigen Mitwelt Achtung abnötigen kann; II. diese Jugend zur freudigen Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem deutschen Vaterlande heranzuziehen und den erklärlichen Pessimismus, der weite jüdische Kreise angefichts der vielen Entrechtungen der Juden ergriffen hat, mit aller Energie zu bekämpfen. Wir würden Ihnen zu großem Danke verpflichtet seinwenn Sie bis zum 15. März an die Adresse des Unterzeichneten 1. Vorfitzenden einen Beitrag liefern würden. Genehmigen Sie den Ausdruck unserer vorzüglichen Hochachtung. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. I. A.: Rechtsanwalt Or. A l f r e d A p f e l 1. Verfitzender. Rabb. vr. E. F i n k e I A l b. I a c o b y Geschäftsführer. Redakteur der „Mitteilungen". Darauf erhielten wir die folgenden Antworten resp. Beiträge von a) Staatsmännern mb Politikern re. Kricgsminifter von Heeringen. Auf das gefällige Schreiben vom 30. Januar 1911 erwidere ich ergebenst, daß ich die Ueberzeugung eines dem Glauben seiner Väter treuen Juden durchaus hochachte und Ihrem Streben, dies Gut heilig zu halten, nur den besten Erfolg wünschen kann. Auch habe ich volle Anerkennung dafür, daß Sie sich das Ziel gesetzt haben, die jüdische Jugend zu freudiger Pflichterfüllung gegenüber ihrem deutschen Vaterlande zu erziehen. Es wird der Armee und damit dem Vaterlande von Nutzen sein, wenn die Wehrpflichtigen jüdischer Herkunft beim Eintritt in die Armee von dem Bewußtsein der Notwendigkeit treuer Pflichterfüllung durchdrungen sind. Wenn ich trotzdem Ihren Wunsch nach einem Beitrag für Ihr literarisches Vorhaben nicht erfüllen kann, so geschieht dies, weil ich, wie bisher in ähnlichen Fällen, auch in diesem Falle aus grundsätzlichen Bedenken hiervon Abstand nehmen muß. von Heeringen. Der Minister des Innern v. Dallwitz. Dem Verbände danke ich verbindlichst für die gefälligen Mitteilungen in dem Schreiben vom 28. Januar cr. Wenn ich auch den Bestrebungen des Verbandes, die Jugend der ihm zugehörigen Kreise zur freudigen Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem deutschen Baterlande heranzuziehen, den besten Erfolg wünsche, so muß ich es mir aus grundsätzlichen Erwägungen leider versagen, einen literarischen Beitrag zu der Jubiläumsnummer des Verbandsorgans zu übersenden. Dallwitz. Staatssekretär des Reichsjuftizamts Dr. Lisco. Von dem Inhalte des gefälligen Schreibens vom 30. v. M. habe ich mit Interesse Kenntnis genommen. Die schulentlassene jüdische Jugend zur freudigen Erfüllung ihrer staatlichen Pflichten heranzuziehen, ist auch nach meiner Meinung ein dankenswertes Unternehmen. Ich kann den hierauf gerichteten Bestrebungen nur den besten Erfolg wünschen. Der Bitte, zu der Gedenknummer des Verbandsorgans einen Beitrag zu liefern, bedauere ich — im Einklänge mit dem von mir in ähnlichen Fällen beobachteten Verfahren — nicht entsprechen zu können. Der Staatssekretär Lisco. Der Staatssekretär des Reichs-Marine-Amts v. Tirpitz. Auf das gefällige Schreiben vom 30. Januar 1911 erwidere ich ergebenst, daß die Bestrebungen Ihres

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