Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1 (1910)
- Issue
- 2 (1.11.1910)
- Date
- 1910-11-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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alles Jüdische entfernt, nichts erinnert mehr das ganze Jahr hindurch daran, daß man flube ist. Da kommen Roschhaschono und Jomkippur heran; nicht religiöses Bedürfnis, nur noch die Pflicht der Pietät mahnen zum ungewohnten Gang nach der Synagoge. Und wie seltsam I — Zeitungs- und Packpapier holt man sich heran, und sorgfältig wickelt man in sie die Gebetbücher ein. Man könnte mit dem Machsor in der Hand einem christlichen Nachbar auf der Straße begegnen und „man soll kein Rischus machenI" Frei und offen und mit Stolz trägt der Nichtjude sein Gebetbuch auf dem Gange zur Kirche, der seine Synagoge besuchende Jude wickelt seine Tefilla ein! I" Einen großen Verstoß gegen das Gebot jüdischen Selbstbewußtseins können wir darin nicht erblicken, wenn man das Gebetbuch auf dem Gange zur Synagoge oder beim Verlassen des Gotteshauses in Papier wickelt. Auch christliche Kirchenbesucher tun das ohne Einbuße ihres Selbstbewußtseins. Das jüdische Selbstbewußtsein ist zu kostbar, als daß man es just in solchen Kleinigkeiten verschwendet. „Die Welt" Nr. 41/42. _ Die Nummer ist Palästina gewidmet. Sie enthält zum größten Teil aus der Feder hervorragender Sachverständiger eine solche Fülle wertvollen Materials über alle Verhältnisse Palästinas, daß sie beinahe geeignet erscheint, ein „Palästina Jahrbuch" zu ersetzen. Zahlreiche Illustrationen und ein prächtiges Kunstblatt veranschaulichen das geschriebene Wort auf's glücklichste. Briefkasten. Direktor Hecht, Wie«. Das gewünschte Material, die Jugendbewegung in Deutschland betreffend, ist Ihnen zugegangen. Wir machen Sie noch darauf aufmerksam, daß wir seit Monaten mit Herrn Dr. H. Knöpfmacher-Wien wegen dieser Frage in lebhaftem Briefwechsel stehen, dem wir auch aus seinen Wunsch unser Normalstatut übersandt haben. Ihren Bemühungen wünschen wir viel Erfolg. ' r Johann Gottfried Herder-Bereinigung in Prag. Ein Zusammenarbeiten Ihrer Jngendvereinigung mit uns werden wir mit Freuden begrüßen. Dem Berichte über Ihre Gründungssttzung und Ihre Bestrebungen sehen wir entgegen. Verein der jüdischen Jugend-Aachen. Wir freuen uns, daß unser Normalstatut Ihnen gute Dienste bei dem Entwurf Ihrer Satzungen geleistet hat. Unseren Katalog und weitere Exemplare unseres Organs haben Sie wohl inzwischen erhalten. Rabb. Dr. R. in C. Das gewünschte Material haben wir an die bezeichnete Adresse gesandt. G. L. Der Wunsch, alles in diesen Blättern behandelt zu sehen, was in den Jnteressenkreis der Jugend fällt, zumal wenn es eine besondere Betrachtung unter jüdischem Gesichtswinkel beansprucht, ist auch der unsere. Die politischen Vorgänge find aber ein wesentlicher Bestandteil dieses Jntereffenkreises. Es ist besser, wenn die Jugend — und er handelt sich bei uns doch auch um die schon reifere Jugend — gut orientiert dereinst in das politische Leben eintritt und die Bedeutung der politischen Ereignisse für die staatsbürgerliche Stellung der Juden einzuschätzen lernt, als wenn dies erst das spätere praktische Leben besorgen muß. Die Orientierung über die öffentlichen Vorgänge der Gegenwart lag daher, weil notwendig, und im jüdischen Interesse nützlich, von allem Anfänge an im Plan unseres Organs. K. und Andere. Berichte über allgemein interessierende Vorgänge innerhalb eines Jugendvereins, sind uns natürlich immer angenehni. Unnötige Längen und alles Beiwerk bitten wir dabei zu vermeiden, damit wir möglichst selten in die unangenehme Lage kommen, die liebenswürdigen Herrn Verfasser solcher Berichte durch erbarmungslose Streichungen zu kränken. Berichte, die aber überhaupt nichts Tatsächliches enthalten, können wir nichl abdrucken, denn der Raum unseres Blattes ist eng und die Zahl der kritischen Leser erfreulich groß. Ihnen können wir daher nur für Ihre freundliche Mühe und das bekundete Interesse bestens danken. Nach überallhin. Die Spruchweisheit, daß jedes Ding zwei Seiten hat, soll an Manuskripten nicht demonstriert werden; sie dürfen nur auf einer Seite beschrieben werden; wir bitten nochmals, die Rückseite immer frei zu lassen! — Uerbarrds-Teil. MilteUirrrgen der Geschäftsstelle. 1. Die Verbandsvereine werden hiermit ersucht, ihren Jahresbeitrag für 1910/11 sowie die Beiträge für die ihnen zugesandtcn Kataloge an unsere Kaffenverwaltung, zu Händen des Herrn Felix Meyer, Frankfurt a. M., Thüringerstr. 7, sofort zu senden. Die bei der Entrichtung desJahresbeitrages von den Vereinen aufgegebene Mitgliederzahl wird für die Stimmverhältniffe auf der am 19. März 1911 statlfindenden Dclegiertenversammlung maßgebend sein. 2. Die dem Verbände neu an geschlossenen Vereine, die unsere Büchergeschenke, wie die Reve des Rabb. Dr. Gnttmann, Breslau, das Buch „Ewige Weisheit" von Max Weinberg und „Gabriel Rießer" von Rektor I. Feiner noch nicht erhalten haben, wollen sich dieserhalb an unsere Geschäftsstelle wenden. tl. Die Vereine werden gebeten, bei ihren Zuschriften und sonstigen Sendungen auf eine genügende Frankierung zu achten, um dem Verbände kein Strafporto zu verursachen. 4. Einsendungen für das Verbandsorgan müssen bis spätestens zum 23. eines jeden Monats bei der Geschäftsstelle eingelaufen sein. 5. Jede eingetretene Veränderung der Briefadresse eines Vereines muß unverzüglich unserer Geschäftsstelle mitgeteilt werden. 6. Die Redaktion der K. L.-Blätter ist bereit, unseren Vereinen ihr Organ, das monatlich erscheint, regelinäßig einzusenden. Reflektanten wollen sich direkt an die Redaktion der K. L.-Btätter in Köln, Hohenstaufenring 63 wenden. Siehe Presse-Schau (Seite 10). 7. Die nächste Borstandssitzung findet, wenn kein Widerspruch von seiten der Vorstandsmitglieder bis zum 12. November