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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1910-10-01 · 1 (1.10.1910) · p. [Seite]

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
1 (1910)
Issue
1 (1.10.1910)
Date
1910-10-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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f Zabrze) die oberschlestschen Vereine zu einer Bezirkstagung. Vertreten waren die Vereine K a t t o w i tz (Margulies, Dr. Walfisch), Könige Hütte (Krotowski, Tichauer), Beuthen tDr. Kopsstein), Myslowitz <Dr. Winter), Gleiwitz (Kareski), Zabrze (Dr. Katz, Dr. Weinstein). T a r n o w i tz hatte versehentlich keine Einladung erhalten. Der Hauptzweck der Tagung war die Beratung des Winterprogramms und eine eingehende Debatte über die zweckmäßigste Art der Durchführung derselben. Die Tätigkeit und die Aussichten der Vereine in Beuthen, Kattowitz und Zabrze wurden als gute, in Königshütte, Myslowitz als befriedigend bezeichnet, während in Gleiwitz die Arbeit ins Stocken geraten zu sein scheint. Von der Gründung eines Bezirksverbandes wurde vorläufig abgesehen; man bevorzugt vorderhand das System der zwanglosen Zusammenkünfte. Aus dem Bericht, den Herr Dr. Weinstein der Verbandsleitung über die Tagung erstattet hat, sei folgender Passus wörtlich wiedergegeben: „Mit Bezug aus das Winterprogramm entspann sich eine lebhafte Debatte, in der darauf hingewiesen wurde, daß der Nutzen einzelner Vorträge aus allen möglichen Gebieten zu wenig dauernd ist, daß vielmehr ein dauernder Nutzen nur durch Veranstaltung vonVoriragszyklen über ein zusammenhängendes Thema sich versprechen lasse, möglichst mit anschließender Diskussion. Dagegen wurde darauf hingewiesen, daß erfahrungsgemäß das Interesse an derartigen Zyklen abnehme, und daß die meisten der Besucher der Jugendvereine sich nicht für genügend rednerisch geschult hielten, um an einer Diskussion teilzunehmcn. Margulies- Kattowitz hat deswegen einen kleinen Diskussionsklub mit beschränkter Teilnehmerzahl gebildet, um eine kleine Kerntruppe zu bilden. Kopsstein wies darauf hin, daß ein reges Interesse nur bei der Diskussion sein könne, wenn auch Tagesfragen besprochen werden könnten. Die dagegen vorgebrachten Bedenken, derartige Erörterungen könnten die Jugendvereine leicht in den Dienst bestimmter Parteien bringen, vermochten dennoch die Meinung der Majorität nicht zu erschüttern, die dahin ging, es wäre unmöglich, sich die Jugend über die Tagcssragen nicht Aufklärung in den Vereinen holen zu lassen. Sache des Vorsitzenden wäre es, den Debatten jegliche Schärfe zu nehmen und vor allen Dingen zu vermeiden, daß eine Anschauung, eine Richtung allzusehr in den Vordergrund träte. Hmmovcr. Die Vereinstätigkeit hat seit dem 1. September d. I. wieder in vollem Umfange begonnen. Zu den regelmäßigen Veranstaltungen des Vorjahres, ist seit Beginn dieses Monats ein sehr zahlreich besuchter Stenographiekursus getreten, der von einem jungen Mitglieds unseres Vereins — unentgeltlich — erteilt wird. Bor allem haben wir bei der Ausgestaltung unseres dieswinterlichen Programms unser Augenmerk darauf gerichtet, in systematischer Weise unseren Mitgliedern grundlegendes jüdisches Wissen zu vermitteln. Dank der Bereitwilligkeit der hierfür in Betracht kommenden Persönlichkeiten können wir in diesem Winterhalbjahr einen Vortragszyklus über jüdische Geschichte veranstalten. Die Vorträge werden in vier Abteilungen gegliedert und finden in den Monaten November bis Anfang März statt. Es werden sprechen: Herr Seminardirektor Dr. Knoller: „Die Zeit von der Zerstörung des ersten Tempels bis zum Auftreten der Makkabäer". Herr Rabbiner Dr. Freund: „Die Zeit der Makkabäer bis Herodes". Herr M. Z u ckermann: „Die Entstehung des Christentums und der jüdische Krieg". Herr Landrabbiner Dr. Gronemann: „Die Tanaitenepoche". Des ferneren ist die Schaffung von „Freitag-Abenden" nach Frankfurter und Cölner Muster beschlossen worden. — Am 21. September fand zur Erinnerung an die 25. Wiederkehr des Todestages Moses Montefiores eine Gedenkfeier statt, in der Herr Referendar Dr. Jacobsohn die Gedächtnisrede hielt. Rechtsanwalt A. Lichtenberg, Vorsitzender. Neugründttng in Aachen. Die Gründung des „Vereins der jüdischen Jugend in Aachen" erfolgte in einer gut besuchten Sitzung am 15. September. Der neue Verein zählt bereits jetzt 110—120 ordentliche und außerordentliche Mitglieder. Ein Vorstand wird erst in der nächsten Generalversamlung gewählt werden; als erster Vorsitzender ist Herr Dr. Schuster in Aussicht genommen. lieber den Beitritt unseres Vereins zum Verband wird eine Beschlußfassung erst in der nächsten Sitzung der Statutenkommisston erfolgen. Rfdr. Carl Löwenstein. Schreibmaschinenarbeiten und Vervielfältigungen. Spezialität: Juristische und medizinische Examensarbeiten, korrekt! preiswert! schnell! Das von unserem Verbände herausgegebene gibt Aufschluss über Wesen und Tendenz der jüdischen Jugendvereihe und über die Art ihrer Organisation. Es ist den neuzugründenden Vereinen ein zuverlässiger Ratgeber für die Abfassung ihrer Statuten, den bereits bestehenden Vereinen ein sicherer Wegweiser für etwaige Abänderung ihrer Satzungen. Die den einzelnen Paragraphen beigefügten ausführlichen Begründungen machen das Normalstatut auch als Lektüre interessant und lesenswert. Das Normalstatut ist von unserem Bureau Berlin W., Kleiststr. 12, zu beziehen; dor Preis desselben beträgt 20 Pf. Dora Kessler Sekretariatsgehilfin des Verbandes d.jlld. Jugendv. Deutschlands. Berlin NW. 23, Flensburger Str. 19, Bhf. Bellevue. Telephons II, 4924. Lisa Kessler Cliarlottenburg 2, Joachimstaler Str. 41, Bhf. Zoo, Telephons Chlbg. 9163. Der von unserem Verbände herausgegebene Katalog f. jüd. Jugendvereine enthält folgende Rubriken: A. Zeitungen, Zeitschriften und Jahrbücher. B. Literatur. 0. Belletristik. 1). Erbauungsschriften. E. Geschichte. E. Biographienu.Memoiren. G. Jüdische Religion. H. Gegenwartsfragen. Die Presse hat den Katalog sehr günstig besprochen und darauf hingewiesen, dass er nicht nur für Anlage und Ausbau von Bibliotheken die nötigen .Richtlinien bietet, sondern auch jedem jungen Manne zur Vervollständigung seiner Kenntnisse als literarischer Wegweiser gute Dienste zu -leisten vermag. Der Katalog ist vom Bureau de« Verbandes der jüd. lugcudvereine Deutschlands, Berlin W. 62, Klelststralle 12, zu beziehen; für Mitglieder d. jüd.Jugendveremc beträgt der Preis 15 Pf., für Nichtmitglieder 25 Pf. Beste Referenzen. Verantwortlich für die Redaktion: Alb. Jacoby-Schöncberg. Verlag: Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Berlin W. 62, Klciststraßc 12. Druck: R. Saling & Co., Berlin W., Hollmannstraße 10.

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