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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1910-10-01 · 1 (1.10.1910) · p. Seite 1

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
1 (1910)
Issue
1 (1.10.1910)
Date
1910-10-01
Page
Seite 1 (sequence 1)
Language
German
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6- .'■ .. ==fr Nionatsschrift Preis pro Quartal KO Pfennig. Eiiizelvcrkauf 20 Pfennig. Erscheint am 1. jeden Monats. ■4 IHittriliniuni ~~ ln* Anzrigeir die viergesp. Petitzeile 20 Pf. Reklamen k>0 Pf. pro Zeile. GeschSstsstelle: Berlin W„ Kl-iststmße 12. des Verbandes der indischen Ingendnereine Dentschlands. Numnirr 1. Berlin» den 1. Oktober 1910. . Jahrgang 1. Alle MndiiWil für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verband der jüd. Jugendvereine Deutschlands z.H.d. Herrn Dr. E. Fintel» Berlin W.62, Kleiststr. 13» zu richten. Zur Einführung.! Die Vedeutimg einer fast siebentausend Mitglieder zahlenden, über das ganze Vaterland in fünfundj fünfzig Vereinen ausgebreiteten Organisation ist der breiten Oeffentlichkeit nicht entgangen. Das teils be- > wundernd die Aufopferungsfähigkeit unserer Anhänger und die innere Berechtigung der Bewegung hervor-- hebende Urteil Außenstehender mischt sich mit der Skepsis derer, die uns konfessionelle Absonderung zum Vorwurf machen. Wir sind von der Neberzeugung durchdrungen, daß gewisse Erziehungsaufgaben nur innerhalb des jüdischen Kreises zu lösen sind. Soll ein selbstbewußtes Geschlecht herangezogen werden, dessen Gemeinschaftstreue auf erarbeiteter Kenntnis und begründetem Stolze basiert und sich nicht in der Teilnahme an negativen Abwehrbestrebungen erschöpft, — dann ist es statthaft und Pflicht, den Heranwachsenden Jüngling an der Pforte des Schulhauses in einem jüdischen Jugendbunde in Enipfang zu nehmen, der ihn, erfüllt mit wenigstens einem Ideal, der ringenden Menschheit zuführt. Das Judentum wird heute von so vielen Seiten „gerettet" und der Weltgeschichte wundersamstes Rätsel >vird mannigfach gelöst. Mit beredter Zunge nahm die Apostel der religiösen und politischen Parteien dem jungen Juden und spiegeln ihm ihr alleinseligmachendes Judentum vor. Da erscheint als die kostbarste Frucht der Jugendbewegung die Tatsache, daß es nns Jungen gelungen ist, um unsere Fahne den Liberalen und Orthodoxen, den Zionisten und „Assimilanten", und ivie sie alle heißen niögen, zu sammeln und in vielen Tausend Heranwachsender junger Männer und Frauen Verständnis und Begeisterung für den Gedanken zu erwecken, daß es für alle Israeliten ein großes genieinsames Arbeitsfeld gibt, auf dem jeder Zwist zu ruhen hat. Die Jugendbewegung ist die iu die Tut mugesetzte (Erkenntnis, daß die kleine und zurii^ gesetzte Minorität der Juden die Verpflichtung hat, nach Archen und nach Innen das (Gemeinschaftliche mehr als das Trennende z« betonen — und zu empfinden. So ist denn auch die Jugendbewegung bald als notwendiges Glied innerhalb der gewichtigen Organisationen des modernen deutschen Judentums anerkannt worden. Die Sympathien, die sie forderte, wurden ihr gerne gewährt. Dies verständnisvolle Eingehen auf die selbstgeborenen Wünsche einer drängenden Jugend wird ■ der gegenwärtigen Generation zum historischen Verdienste gereichen. Das Vertrauen der Oeffentlichkeit verpflichtet, ihre Kontrolle zu suchen. Das ist, neben propagandistischen Zwecken, die vornehmste Aufgabe dieses Organs. Sein Inhalt soll eine stete Mahnung an die Pflichten sein, die Verstand und Ehrgefühl dem Einzelnen und der Gesamtheit auferlegen. Es wird, so fühle ich, ein Feuer der Begeisterung aus den Lettern unseres Blattes strömen; denn stark lodert die Glut, die eine nach Freiheit und stolzer Betätigung dürstende jugendliche Gemeinschaft erzeugt. Entzieht Euch dem wärmenden Feuer nicht; die Eisen, die wir darin schmieden, tun uns bitter, not. Dr. Alfred Apfel. Stadtu. Unlv.-Bibi. Frankfurt/Main

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