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Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands · 1912-01-01 · 1 (1.1.1912) · p. Seite 15

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Journal
Mitteilungen des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands
Volume
3 (1912)
Issue
1 (1.1.1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Unser verehrter Gönner, Herr Siegfried Brünn, hat uns eine Anzahl von Exemplaren des Werkes „Der Antisemitenspiegel". Verlag Verein zur Abwehr des Antisemitismus, Berlin W., Magdeburgersir. 18/14, zur Verteilung an unsere Vereine zur Verfügung gestellt, sodatz wir in der Lage sind, unseren Vereinsbibliatheken dieses Buch als G e s ch e n k zu übermitteln. Auf die Bedeutung des Buches werden wir in einer der nächsten Nummern unserer „Mitteilungen" noch zurückkommen. Aus unseren Vereinen. Jüdischer Jugendbrind Freiburg i. B. Mit Genugtuung können wir heute auf die abgelaufene Berichtsperiode zurückblicken. Innerlich und äußerlich gekräftigt, fördern und vertreten wir die jüdischen Jugendvereinsbestrebungen. Auf immer breitere Basis stellen wir unsere Grundpfeiler und halten fest am Prinzip der strengen Neutralität des Vereins. Daß wir auf dem richtigen Wege gewandelt sind, , beweist die erhebliche Zunahme sowohl der ordentlichen wie auch außerordentlichen Mitglieder. Im derfloffenen Geschäftsjahre hielten wir insgesamt 42 Vereinsabende ab, darunter 22 Vortragsabende, die jüdische und allgemeine Stoffe behandelten. Zum größten Teil waren die Vorträge äußerst stark besucht, hingegen ließ die Teilnehmerzahl an den Diskussionsabenden zu wünschen übrig; gerade hiervon verspricht sich der Vorstand jedoch am meisten. Hier ist dem einzelnen Gelegenheit geboten, seine Meinung zu äußern, zu vertreten, und sich eventl. von der falschen Anschauung derselben überzeugen zu lassen. — An Purim traten wir mit einer größeren Feier zum ersten Male an die Oeffentlichkeit und zwar mit vollem Erfolge. Der von dem Vorsitzenden der Vergnügungskommisston, Herrn Ludw. Kahn, geleitete Abend fand allseilige Anerkennung und förderte lebhaft das Interesse für unteren Verein. — Entsprechend der günstige» Lage unseres schönen Freiburgs unternahmen wir während des Sommers öfters Ausflüge in den Schwarzwald (teils Tages-, teils Halbtagstouren). Leider ist es uns auch im laufenden Jahre nicht möglich gewesen, eine Turnabteilung ins Leben zu rufen. Zurzeit schweben wieder Verhandlungen und wir würden uns freuen, wenn diese günstig ausfallen würden. — In finanzieller Hinsicht wurden wir wie bisher sowohl von der B r e i s g a u l o g e lk. O. B. B. wie auch von der jüdischen Gemeinde wieder unterstützt und sprechen den beiden Organisationen an dieser Stelle unfern verbindlichsten Dank aus. Bei der am 10. Dezember stattgefundenen Neuwahl des Vorstandes wurde unser bisheriger 1. Vorsitzender Heinrich Mayer wieder als solcher gewählt. Der übrige Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren Erwin Kahn als 2, Vorsitzender, Rechtsanwalt E. E. Deutsch als Mentor, canct, med. Hertz als 1. Schriftführer, Gust. Geismar als 2. Schriftführer, Paul Kahn als Kassierer und Ludw. Marx als Bibliothekar. Hch. Mayer, 1. Vorsitzender. Sämtliche Zusendungen werden an Herrn Hch. Mayer, Herrenstr. 58, erdeten. Insterburg. Unser Jugendbund Haschachar feierte am 10. Dezember 1011 sein Chanukafest verbunden mit theatralischen Aufführungen, humoristischen Vorträgen und Tanz. Wieder sah man, welch Jntereffe unserem Vereine entgegengebracht wurde. Das gesamtes jüdische Publikuni von Insterburg war zu diesem Feste erschienen. Die Darbietungen fanden allgemeinen BeUall. Ilm 3 Uhr morgens schieden alle mit dem Bewußtsein von der Feier, einen gemütlichen Abend verlebt zu haben. A r n'o l d Finke, Schriftführer. Als der Jüdische Jugendbund Stettin im Jahre 1809 ins Leben gerufen würde, schloß man statutarisch die Ausnahme von weiblichen Mitgliedern aus. — Im Laufe der beiden Geschäftsjahre sah man dann aber ein, daß es dem Vereine doch dienlicher wäre, wenn eine größere Beteiligung der Danien an den Vorträgen i'sw. erzielt würde. — So entschloß man sich denn, um keine Statutenänderungen herbeisühren zu müffen, mit einem nur aus Damen bestehenden Verein mit ähnlichen Tendenzen, wie sie der Jugendbund verfolgt, nämlich den „Außerordentlichen Mitgliedern (kurz „A. M.") des Israelitischen Frauenvcreins" eine Interessengemeinschaft zu bilden, dahingehend, daß alle Veranstaltungen nach Genehmigung eines von beiden Vereinen bestimmten Arbeitsausschusses gemeinsam getroffen werden. — Diese Bereinigung kam auf der ordentlichen Generalversammlung am 28. März d. Js. zustande, und nun begann eine rege gemeinsame Tätigkeit. — Bor der großen Sommerpause hatten wir nur nocki Gelegenheit, unseren Mitgliedern einen Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Elsaß aus Landsberg a W. zu bieten, da die anderen Sitzungen der Erledigung wichtiger geschäftlicher Punkte dienten. Ilm auch während der Sommermonate den Zusammenschluß der Mitglieder zu fördern, veranstalteten wir zwei Dampferausflüge nach benachbarten Orten. Ain 18. Septeniber d Js. begann dann unsere Wintersaison mit einer außerordentlichen Generalversammlung, deren Einberufung wegen der Neuwahl des ersten Vorsitzenden nötig wurde, da derbisherigeVorsitzendeHerr Dr.KarlKurnickseiner'MilitSrpflicht Genüge leisten mußte; neugcwählt wurde Herr Apotheker Georg Beermann. — Unser Winterprogramm gestaltet sich recht reichhaltig. Im Monat Oktober hörten wir einen Vortrag des Herrn Dr. Baer-Stettin über „Der 10. Ztonisten- Kongreß in Basel" und einen anderen von Herrn Rabbiner Dr. Sicherstem aus Stargard über „Die Entstehung der Bibel". Am 2. November sprach alsdann Herr Leo Lewinnek- Stetün über das Thema: „Der Verkäufer und schwere Kundschaft — einst und jetzt". Zu weiteren Vorträgen haben wir fernerhin die Herren Dr. Oppenheim („Die Geschlechtskrankheiten, ihre Entstehung und ihre Gefahren"), Rabbiner Dr. Worms und Dr. Ehrenberg, sämilich in Stettin, gewonnen, die noch in der Zeit vor den Weihnachtsserien zu Worte kommen werden. Zur weiteren Ausbiloung bieten wir unseren Mitgliedern emeinsam mit den „A. M." Kurse in Französisch, Englisch, iteralur und Handelslehre und auch sonst ist für geistig anregende Unterhaltung reichlich Sorge getragen, da uns die Stettiner Allemania-Loge U. O. B. B. in liebenswürdiger Weise einen Teil ihrer Bibliothek zur freien Benutzung zur Verfügung gestellt hat. Zwecks nachdrücklicher Propaganda nach außen hin veranstalten wir am ES. Dezember ds. Jahres ein größeres Fest niit Vorträgen und Tanz, wodurch wir die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf uns zu lenken beabsichtigen. Erwähnen möchte ich noch, daß wir an alle unsere Mitglieder, um sie für unser Verbandsvrgan mehr zu interessieren, Probennmmern der „Mitteilungen" mit einem diesbezüglichen Aufruf versandt haben und uns hiervon guten Erfolg versprechen. Wir glauben, mit unserem Programm den Ansprüchen unserer Mitglieder, deren Zahl zu vergrößern wir stets eifrig bestrebt sind, voll gerecht zu werden und hoffen bestimmt, die Ziele deS Stettiner Jüdischen Jugendbundes und damit die des ganzen Verbandes bestens zu fördern. Xm. Alle Jufenbnngrn für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verband der jüd. Jngendvereine Deutschlands z.H.d. Herrn Dr. E. Kinkel, Berlin W.62, Kleiststr. 12, zu richten. li

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