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Der Jugendbund · 1932-02-01 · 1 (2.1932) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
18 (1932)
Issue
1 (2.1932)
Date
1932-02-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Jüdische. Viele haben an seinem Suchen Anstoß genommen; viele haben ihn verurteilt, regelrecht abgewesen und abgeurteilt. Und vergällen die \ orsorglichkeit Hilleli in den Sprüchen der Väter (Kap. 11. Salz 51. mansoll eigentlich den andern erst dann verurteilen, wenn man ma! in seine Situation gck< mrren ist. Wie war den« Theodor L'.ssings jüdische Situstion? Darüber hat er vor sieben Jahren schlicht erzählt in einem Testament unter dem Motto ..Gerichtstag über mich seihst" labgedruckt damals. Oktober 1°25. in den — inzwischen leider verschwundenen — herrlichen Blättern „Jun*e Menschen" des Walter Hammer). Da schrieb er: „Ich wuchs auf als ein Kn; bc aus relißi s-indi(ferenlem Elternhaus. Die Eltern waren beiderseits Juden. Aber es hatte schon unter den Vorgeschlechtern christliche und arische Elemente gegeben. Ein Großonkel war englischer Erzbischof-Kardinah Ein Vetter des Vaters evangelischer Pastor. Ein anderer war geadelt und baronisiert. * Ein christlich gewordener Zweig der Familie war mit Nachkommenschaft aus Gntthold Ephraim Lessings Familie versippt und wellte von jüdischer Abstammung nichts wissen. Aus dem Leben I MifhillnlSJtSSUieu. Treffen. .11 -x iji 29. November 1931 fand in Sehneidemttbl die Delegiert« nl i gütig des 1 andesverbandes Grenzmark statt. Man bette M'u einem grofteh allgemein gehaltenen Referat Abstand geiiotiinu u iiixl -i..h lediglich auf rein praktisi he, «Ion Bedlirfni — n der Gronzmarkbiinde angepaßte Fragen für die Wcitorarh' ji beschränkt, sprachen hierzu Ernst Soldiii-Sehneidenr' i'l. Kurl Löwenste.in-Borlin und Rabbiner Dr. Borlingor- Schöiilankc. In Anschluß in diese Kererate, nn die sich eine sehr reise Diskussion anknüpfte, folgte e:n ausführlicher Ber i lit-viiQ Wäldern:)i Slrauk. indem er no-"h einmal dringend auf die Notwendigkeit der t htcrstut/.ung der Sozialen Hilfe linwii-. I i. RosenzWeig wurde wiederum /um 1. Vorsitzen- «len de- Landesverbandes gewählt. Iii V k Ii einer Panse w, beinahe 2 Jahren trafen »ich die Vereine der Bt'/irksgruppc I'nterwe-er am 17T Januar in fndeoluirg. 'Im Mittelpunkt de? Tages stand ein Referat von' Joe Israel-Hannover iilier ..Die Idee des religiösen Soziali-mu-'. Vach <ler sie Ii anschließenden regen Di-ku-.-ion Spruch Erich de Beer-Öldcnhurg über Erzieliungsf ragen. Kino jBlgeiiieiiie Aussprache über die bellen Vorträgsthemen sowie die Arb■ i\ ilei einzelnen' Vereine bildete,, den Abschluß des hattiM>nW«h verhinf-'ncn Zn-.iiiiineii.-ein-. II. Aus den Programmen der Bünde. '■■ ■ - AnziW von Bünden Itiilt es leider 'nuner noch nietti für nötig, der Verband-zentrale regelmäßig ArbMtshi , hte und Programme einzusenden. Die« ist um so bedauer-; -i »ils es der Verband-Icitung nur durch genaue Orient . rnng dr Arbeit in d. i. BüiKlen möglich i-t, Richtlinien und IPWmetitfivr-chiäge lur die Vereine zu geben. Adressenänderungen Beirai Alfri i IV.nnia. rtorau ' N*-l..iii-i'z). Hern-in=-trnßo X Rabbiner l»r. Paul Lazarus, Wiesbaden, LaazstraUe IL feadeix Fr. iburg i. Iii r \Y,;t.i Frank. Cnluinbi-traf>o 23. Ra \ ern. 15. Lehn t Julius Scbapiro, Otto.straf>e Ü. Ornß-Iterliu. 22 Berlin: Albert Goldsehmidt, C. 2. Stralaner Straße 11. a) Gruppe Zoo: Fritz Interstein, Wilmersdorf, Z..Iiringer-ti.il»,. :!0. III. >'i Gruppe Korden: Fritz Colin, Charlottenburg, Kau ilstraße 1. i ) Gruppe O.-ten: Ludwig Mehler, N. 20, Badstr. 10. 2*>- G-nbcn (N.-Lejssits): Ellen Stern, Haagstraße 1». Greii/inark. Vorsitzender und Anschrift! Rabbiner Dr. Rosenzweig, Sdutefdeaifihl, Wilhelmpläti 4. 30 Si höulunkc- Rabbiner Dr. Berlinger. Wilhelmstraße 49. 37. S. ImeidemiiliL Rabbiner Dr. Rosenzweig, Wilhelmplntz 4. Ein Großonkel war leidenschaftlicher Antisemit, ebenso ein, Bruder der Mutter. Ich nahm am Religionsuntei .cht der andern Kinder teil. Gelegentlich wurde ich dann wieder, nicht aus Prinzip, aber aus Bequemlichkeit von Religion dispensiert." Man muß dieses Bekenntnis mehrmals lesen. In ihm offenbart sich die Tragik einer ganzen Generation; die Sünde eines Zeitalters, an dessen Abschluß die Hitlerbewegung grassiert. „Ich wußte fast nichts vom Judentum", beichtet Lessing weiter, ..und hatte nicht einmal das hebräische Alphabet gelernt." Um 1900 hört er vom Zionismus. Er stößt — wie er hier formuliert — auf ein selbstbetontes, würdebereites Prinzip. Der Zionismus hat ihm den ,.Weg zurück" geebnet. Man soll hier nicht mit der Krämerwaage selbstbewußter Spießer kommen. Wer den weiteren Weg Theodor Lessings verfolgt hat, seinen unerbittlichen Kampf gegen Verdumpfung und gegen den Anti-Geist, wer die unermeßliche Fülle seiner Ideen in leisen Ahnungen verspürt, der muß bekennen, daß der Zionismus sehen allein in der „Rettung" dieses Menschentypus eine jüdische Tat gezeitigt hat. des Verbandes Wie bereits in den vorhergehenden Berichten des öfterer» Vermerkt, beschäftigen sich eine große Anzahl Vereine wieder mit rein {Mischen Problemen. IVbcr solche Themen laufen eine ganze Anzahl Arbeitsgemeinschaften, z. B. In E I sonach über Erziehung zur Tradition, und Mainz, das schon seit Monaten eine jüdisch-religiöse Arbeit -gemeinschaft bat. Einer besonders interessanten Versuch hat der J.IV. Hannover gemacht, welcher regelmäßig an einem Abend drei gleichzeitig Stattfindende Arbeitsgemeinschaften veranstaltet (Jüdische Religiosität; Neue» vom Tage. Die Jugendbewegung in der n. uen Literatur). Benicikenswerl ist auch ein längerer Zyklus des J.IV. Guben über den Got1e=begriff. Aus der allgemein«) Situation heraus haben viele Vereine wieder das Bedürfnis, sich mit Fingen der jüdischen Gemeinde zu beschäftigen, so Bielefeld in einer Arbeitsgemeinschaft ..Der einzelne und die Gemeinde" und Karlsruhe mit einem Vortrag d< - Gemeindevorsitzenden. Nachahmenswert i.st eine Veraastaltang von L vnd«berg „Wohin steuert die jüdische Jugendbewegung" und Bingen, das in regelmäßig"ii Ab^iändeii Kurzreferate über allgemein interessierende Fragen halten läßt. Auch der Jugendverein Offenbach n. M. spril lit ausführlich über Fr agen der Jugendbewegung, lieber ..Kirche und Staat" sprachen Dresden und Bremen. München diskutierte über die Lösung der Judenfrage in der Sowjetunion. Es ist interessant. dal» Kiel auf vielfachen Wunsch einiger Mitglieder einen Vortrag Ober die jüdischen Arbeiterparteien in jiddischer Sprache halten ließ. Als Leisten Bund möchten wir den JJV. Hamborn erwähnen, der bei einen] Vortragsabend von Kieolaua Ehlen über 400 Besucher (auch viel Nicht Juden) aufweisen konnte. C. F. und Neugründungen Ilcs-.cn. 38. Bingen a. Rh.: Fritz Michel, Kapuziner-traße 18. Mitteldeutschland, <il. Suhl i. Thür.: Siegfried Rittberg. Ü2. Witsenhansea (Bezirk Kassel): Hildo Trepp, M.itkt gasse 18/14 Kordwestteatsrblaati. 75. Hameln (Weser): Lieselotte Maybaum, Kaiserstraße TS. 83. Salzkotten: Hans Goldschmidt, Postfach 21. Rheinland-Westfalen. 101. Borken i. W.: Lehrer Locker. 99t Bocholt i. W.: Ernst ten Bosoh. Langenbergstraßo 12. 117. Witten a. d. Ruhr: Erich Steruberg, i. Finna Alsberg & Blank. Wastdeutachlsud. 128. Berncastel (Mosel): Hugo Frieduiann. Burgstraße 7. 184, Grevenbroich: Else Heumann, Neuß (Rbld.) Promenadeustraße 35. 140. Mayen (Bez. Trier): Rechtsanwalt Wallenstcin, St Voitstraße 1. 147. Trier: Ernst Lazarus, Zuckerberg 20. Schriftleitung: Rabbiner Dr. Alfred P b 11 l p p . Elberfeld. Adersstraße 26. Fernsprecher 203 82. Druck und Verlag: Westdeutsch» Verlagadruckerei, G. m. b. IL, Düsseldorf, Corneliusstr. 15.

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