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Der Jugendbund · 1931-09-01 · 5 (9.1931) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
5 (9.1931)
Date
1931-09-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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bleme verschieden sehen nsf. Als Materialsammlung wird dieses Buch auch unseren Menschen von nicht zu unterschützender Bedeutung sein, jedoch würde es, zumal In den Abschnitten, die von der Sexualhygiene bandeln, für uns noch manches Problem geben, das wir gern mit mehr Freimut behandelt gesehen hätten. Es genügt unseren Menschen nicht, daß hier lediglich ein paar Sätze des rabbiniscben Schrifttums — und diese nicht einmal vollständig — zitiert werden, ohne daß der Versuch gemacht wird, sich mit den Gegenwartsfragen auseinanderzusetzen. Das ist es wohl, was man ernstlich gegen diese Sammelschrift sagen kann. Sie ist zu sehr Geschichte, zu wenig gegenwärtig. Wir braueben sicherlich gute Matcrialsammlung, um in allen Fragen des Lebens die geschichtliche Stellung des Judentums beibringen zu können. Was uns aber bitter nottut, ist die WeiterfUbrung dieser Gedanken in unsere Zeit hinein und für unsere Zeit. Eine jüdische Lebenskunde, die die geschichtliche Linie fortzusetzen gewillt ist, die aber an den Fragen unserer Zeit nicht vorbeigeht und sie auch nicht aus einer Voreingenommenheit, der alles Neue schlecht erscheint, heraus betrachtet A. Ph. Constantin Brunner: Von den Pflichten des Staates und von den Pflichten der Juden. G. Kiepenheuer-Verlag, Berlin. Die wegen Raummangel gezählten Spalten dieses Blattes erlauben es nicht, auf dieses für uns Juden bedeutsame Buch näher und breiter einzugeben, als es nötig Ist. Es enthält die Aufforderung an uns Juden, uns selbst aufzugeben. Worum? Weil **ie Juden — nach C. Branners Ansicht — nicht mehr existenzberachtigt sind. Wenn wir Juden schon das Recht auf Weiterexistenz unserer Gemeinschaft beanspruchen, so versäumen wir unsere Pflichten dem Staate gegenüber. So endigt seine GedankenfUhrung mit einer Anschuldigung gegen die Juden. Obgleich das Buch In einem Geiste ge schrieben Ist, der dem jüdischen vollkommen entgegengesetzt Ist, so läßt sich trotzdem aus diesem Buche manches wertvolle für uns entnehmen und es wird sich zur Diskussion in den Bünden wohl eignen. — r — J. Heinemann. Antisemitismus. In der Real-Encyklopädie der klassischen Altertumswissenschaft hat der bekannte Gelehrte und Kenner der klassischen Geisteswelt, Prof. Dr. Heinemann, einen größeren Aufsatz Uber den Antisemitismus Im Altertum geschrieben und In äußerst feinfühliger Weise das herausgehoben, was zum Verständnis des A. In der Antike notwendig Isv. Der Sonderabdruck, der in der Metzlersehen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, oder vom Verfasser selbst zu bekommen Ist, wird auch bei der Behandlung dieses Themas sehr wertvolle Dienste leisten. K. M. -. ßrcfel gftymann Herbert 3fdfentt)at , «Otrlobtt ©üffclborf, September 1Q31 «r«if abPlf-etraSr 14 v____zJ Ciertrud von Le Fort, Der Papst audem (iliettn. Transmare-Verlag, Berlin. Preis: in Leinen 8 Mark. Eine katholische Dichterin gestaltet in diesem Roman einen Abschnitt au« der Geschichte der Päpste. Die Weissagung des Erzvaters Jakob geht wieder einmal in Erfüllung: „Niemals wird weichen das Szepter von J<u<la. noch der Herrscherstab von seinen Füßen." Aus dem jüdischen Hause Pier Leoni gebt Papst Anaklet II. hervor. In zweifacher Weise versündigen sich die Pier Leoni, einmal durch ihren Abfall vom jüdischen Glauben, dann aber durch die bewußte Verwerfung des Kreuzes. Aus diesem letzteren Motiv heraus erstrebt auch der Kardinal Pier Leoni die Pap-t würde <lusich doch nur aus dem im tiefsten Bewußtseiu ruhenden Stammeszugehörigkeitsgcfühl zum jüdischen Volk erklären läßt: Um die Gerechtigkeit durchzusetzen, die dureli die uncbristlicbe Feindschaft der Christen gegen ihn und das judische Volk verletzt is't. Deshalb wird er Pap-t. SertMia Ist der Aufbau des Buches, das sich wie Berichte aus alten Akten aufbaut, ohne deshalb an Spannung und Anmut , zu verlieren. Ein höchst lesenswertes Buch! —t. Rabbiner Dr. Wolff, Die Speisegesetze, Rermon-Vertag, Frankfurt a. M. Der Verfasser bat sich zur Aufgabe gestellt, die 'Speisegesetze in ihrer großen Zahl nicht nur zusammenzustellen, sondern sie dem Laien in übersichtlicher Form darzubieten. Mit großer Freundlichkeit hat er diese ausgedehnte und schwierige Materie behandelt, die durch die leichtfafilw I10 Form, in der diese Schrift gehalten ist. jeden Le^er anspricht und dieses Teilgebiet unserer religiösen Lebensführung nilielegt. M. Adressenänderung^] Beirat. Dr. Hugo Kahn, Essen, Schubertstraße 5 Fritz Schwarzschild, Berlin-Johannisthal, Sturmvogelstr. 26 Junggruppen. Bundesleiter: Kurt London, Berlin-Charlottenburg, Pestalozzistraße 4, III Baden. 4. Heidelberg: Julius Kraemer lutere NeckarstraOe 88 Groß-Berlin. Vorsitzender und Anschrift: Prediger Fritz Cohn, Guben (N.¬ Lausitz), Lindengraben 6 24. Berlin: Erhard Schaefer, Berlin-Halensee, Ringbahn- Straße 16, IL r. Hessen. 36. Frankfurt am Main: Alired Speyer, Baustraße 5 39 Bad K-.1--1.1rV1: •»»»Ii'"' l Dessan»r Straße 2 169. Marktbreit am Main: Max Weinberg, Schustergasse 43. Worms: Hugo Marx, Markt 29 und Neugründungen Mitteldeutschland. Vorsitzender und Anschrift: Dr. Richard Cohn, Halle an der Saale, Magdeburger Straße 63 54. Halle p*> der Saale: Hans Mannheimer, Olcariusstraßc 11 57. Magdeburg: V" "-n.« M;:nzer. Air« Ulrichstraße 18 Norddeutschland. 62. Kiel: Hermann Winzelberg, Knooperwcg 48a Pfalz-Saar. 87. Merzig an der Saar: Max Jankelowitz, Rehstraße 10 Pommern. 94. Schivelbein: Heinz Hirschberg, Kirchenstraße Rheinland-Westfalen. 98. Bochum: Erich Mendel. Wittener Straße 80 105. Duisburg: Emil Frank, Hohe Straße 1 Württemberg. 154. Rottweil am Neckar: Hans Schwab, Cameralamtsstraße 6 Mitteilungen der T. Interessenten, die mit der Jugendgruppe der Schweizer Paneuropäischen Union in Verbindung treten möchten, sollen an J. Raphael, Beckum i. W. schreiben. IL Der Neue-Geist-Verlag, Berlin NW 87, Flensburger Straße 21, teilt uns mit, daß das in seinem Verlag heraus- Verbandsleitung gekommene Werk vo.. Dr Hans Harlrr.ann „Die junge Generation in Europa" (siehe Besprechung in Nr. 1, Jahrgang 17, 1931 „Der Jugendbund") den Mitgliedern unseres Verbandes zum Vorzugspreis von Mk. 2.— (statt Mk. 2,80) zur Verfügung gestellt wird. Wir empfehlen unseren Freunden die Anschaffung dieses Buches, 1a es für sie persönlich und für die Arbeit im Bund außerordentlich wertvoll ist. 15

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