Mannheim
Compact Memory

Der Jugendbund · 1931-03-01 · 2 (3.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
17 (1931)
Issue
2 (3.1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/6492456-6352312-6352576--1016-4929152
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

D€R ,HjG€1Vf>Bi)NP miTTfe»Lun6€n des vfcPBflnpfcs D€p jüDiscHen juGfcnDve߀in€ peuTScm.fln.Ds 17. Jahrgang Düsseldorf, März 1931 Nummer 2 Krisis der Zeitung Das verzögerte Erscheinen dieser Doppelnummer bedarf einer Erklärung. Es liegt, um es gleich vorwegzunehmen, an der Langsamkeit und Unbewegliohkeit unserer Verband! freunde. Es gibt sogar Verbandsfrennde, von denen auch auf die dringendeten Bitten hin Berichte, die sie zu schreiben iilumomraen haben, nicht zu haben sind. Es gibt Verband-- freunde, die schreiben könnten und nicht schreiben. Es gibt \. rbandsfreunde, die nicht schreiben können und dennoch icbreiben. Wenig wertvolle« Material liegt uns hinreichend vor. Brauchbare Artikel für die von uns vorgeschlagenen Themen sind nur ganz spärlich eingegangen. Wir veröffentlichen sie in dieser Nummer. Jedes Thema sollte in je einer Nummer behandelt werden, zwei Artikel sind es geworden. So kann es nicht weitergehen. Wir sind weit davon entfernt, die Schuld nur bei den anderen zu suchen. Wir sind uns unserer Verantwortung voll bewußt. Wir wollen und können nicht auf Eure Mitarbeit verzichten, liebe Verbandsfreunde, l ebt Kritik an der Zeitung so viel und so oft Ihr wollt, aber übt positive Kritik, die die Dinge vorwärts treibt, so wie es die Freunde in Oetwestfalen tun, die die aktuellsten Probleme unerschrocken in den Spalten unserer Zeitschrift besprochen wissen wollen. Sie fordern dies nicht nur, sondern nennen gleich die Menschen, die willens sind, mitzuhelfen an diesem Ausbau unserer Zeitung. So und nur so kennen wir eine Verbandszeitung haben, die der Situation des Verbandes gerecht wird. Helft mit, daß sie der Ausdruck Kures Willens wird. Alfred Philipp. I. Voraussetzung für eine möglichst interessante Zu- ' nienstellung des Blattes ist erstens, daß man wenigstens authentisch erfährt, an welchem Datum die Zeitung herauskommt. Man tappt bei keiner Zeitschrift so im Dunkeln wie gerade beim „Jugendbund". Weder die Mitarbeiter, noch die Vereine können sich darauf einstellen. Unsre Zeitung twas Zufälliges geworden. Ich kann es daher begreifen, d <liese Art Organisation schon von vornherein geeignet Ist, die Zeitschrift herabzusetzen. Weiter: Es ist. im Sinne der Zeit, nicht mehr aktuell, ,.-nezielle" Themen mit Gewalt zur Diskussion zu stellen. In Gegenteil, das Bild muß umfangreich, abwechselnd sein, vX-lseitig, knapp und treffend im Stil, aufreizend, mitziehend, selbst die Faulenzer der 8000 aufpeitschend. Darum leicht lieber die Aufmachung der (Lehawdilü!) „Weltihne'' — oder, falls das zu schreckhaft ist, dann die Auf- ". bung de» „Tagebuch". I'arum: erst einen festen, ständigen Kreis schaffen um .. Jugendbund", sozusagen: eine Gilde für unsere Press«! ( »bne Rücksicht auf die „Belange" von Tuntenhausen. Dieser ix'rcis — er muß zuerst eng und einheitlich sein, nicht mal >>. mal so . . . — hat die Offensive aufzunehmen und sich a:' die von mir (nur als Exempel) herangezogenen Themen zi. stürzen. Um Gotteswillen nur keine pommerschen Idylle ' rl Wir wissen, daß es in Pommern so aussieht, wie der lieser Berichte es uns einhämmert. II. Der „Jugendbund" muß in jeder Nummer enthalten: 1. Einen Leitartikel, der die wichtigsten Ereignisse des letzten Monats in gedrängter Form wiedergibt und die Bedeutung dieser Geschehnisse für die Juden allgemein, für die judische Jugend speziell beleuchtet. Diesen Artikel zu -ehreiben, ist Sache des Redakteurs. 1. Ausführliche Berichte Uber die Verbandsarbeit: a) Tagungen. Ort, Datum, Thema, Referent. Ist das Thema allgemein interessierend und bringt der Redner neue Punkte, muß ein Extrakt wiedergegeben werden, ebenso Diskussionspunkte. Diese Berichte zu geben, ist Sache des Tagungsleiters. Der Redakteur entscheidet über Aufnahme in die Zeitung. b) Arbeit der Vereine. Zum Beispiel: der Verein in . . . führte eine Arbeitsgemeinschaft Uber ... in folgender Weise durch: Erster Abend . . . Zweiter Abend... usw. Anschrift des Vereins zwecks Anfragen . . . Oder: Der Verein in . . . hatte große Erfolge mit der Durchfuhrung von . . . Diese Berichte kommen so zustande: Der Verein weist in seinem Monatsbericht auf derartige Veranstaltungen hin, der Bezirksgruppenführer leitet die Ausführungen an den Redakteur, der die Auswahl zu treffen hat. 3. Aussprache. Der Redakteur stellt ein Thema, /., B. „Die jüdische Frau im Beruf",, macht eine entsprechende Unterteilung also: —' a) Unterscheidet sich die Jüdin i-n Beruf von ihren Kolleginnen? b> Die berufstätige Jüdin in der Ehe. <) Die berufstätige, unverheiratete Jüdin in der fremden Stadt usw. _ Diese Unterthemen werden je einem Mitarbeiter zur Bearbeitung gegeben, der innerhalb einer bestimmten Zeit eine Ausarbeitung an den Redakteur geben muß. Die Ausführungen erscheinen, das nächste Heft bringt die Diskussion, das dritte Heft die Schlußworte. Es gilt also, einen Stamm von Mitarbeitern zu finden, die sich ehrenwörtlich zur positiven Arbeit bereit erklären. Erfolgt die Bearbeitung eines Themas ohne Angabe von stichhaltigen Gründen nicht, so hat. der Redakteur das Recht, den Namen Öffentlich im „Jugendbund" zu nennen. 4. Briefkasten. Hierunter fallen Anfragen der Verbandsfreunde untereinander, dio natürlich nicht vom Redakteur, sondern von anderen Verbandsfreunden beantwortet werden sollen. Diese vier Punkte dürften meines Erachtens genügen, den ..Jugendbund" zu füllen, wenn nicht, soll lieber -das Format verkleinert werden, als daß der „Jugendbund" Gewäsch bringt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.