Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 11/12 (11.1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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D€» JUO€^BillNP fllinr€ILUnG6n P€S V€PBflnD£3 D€P jüpiscnen juoenDV£B€in€ oeuTSCHLflnps 16. Jahrgang Düsseldorf, November/Dezember 1930 Doppel-Nummer 11/12 Aus Briefen der Verbandsleitung i. \., die Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugendverbände. Genf. Liebe Freunde! L'nter Bezugnahme auf unseren bisherigen Schriftw.>chscl 'inil eine l'nterredung mit Ilirem Vertrauensmann für Deutsch- I iml, Herrn Albert Salzer, geben wir Ihnen nachstehend nn-ero Ge<lanken Uber eine Internationale Zusammenarbeit Mischer Jugcndv.>rbändn kurz wieder, in der Hoffnung, mit ihnen und anderen Freunden gemeinsam den großen Gedanken eines W'cltvorbandes der jüdischen Jugend zur Verwirklichung zu bringen. Wir erkennen an. daß die durch die Union Universelle ite la Jeunesse Juive in Paris geleistete Arbeit, die in der '•ründung der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Jugendwrbünde zu Genf ihren einstweiligen Abschluß fand, den ■••danken eines Zusammenschlusses jüdischer Jugend in der ranzen Welt wesentlich gefördert hat; wir müssen aber gleichzeitig zu unserem Bedauern fos'stcllcn, daß die augenblicklichen Bindungen zwischen den jüdischen Jugendverbänden der verschiedenen Länder außerordentlich gering -ind und daß auch die der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen •lugendverbände zugrunde liegenden Beschlüsse vonToilnohinern iler Genfer Konferenz die geeignete Grundlage für eine praktische Zusammenarbeit der jüdischen Weltjugend nicht dar- -tellen. Ks ist deshalb nach unserem Dafürhalten dringend' erforderlicb, unverzüglich die Vorarbeiten für die Einberufung iner jüdischen Weltjugendkonferenz erneut aufzunehmen und iimh persönliche Verhandlungen und eingehenden Schriftwechsel mit den verschiedensten jüdischen Organisationen den Bodefi für eine tatsächlich weltumfassende Konferenz jüdischer lugend vorzubereiten. Einer solchen Konferenz müßten von vorneherein auch bestimmte politische Aufgaben gestellt werden, deren Verwirklichung gleichzeitig die tatsächliche Gründung eines Weltverbandes jüdischer Jugend bedeuten würde. Frcuiid- -i liaftserklärungen, Programm- und Gedankenaustausch sind eine anerkennenswerte Vorstufe, aber nicht das, was einen wirklichen Weltverband ausmacht, nämlich internationale Zunnmenarbeit. Solche internationale Zusammenarbeit muß •-'••leistet werden: l'urch gemeinschaftliche Stellungnahme der Mitglieder des Wioltverbamles zu den das gesamte Judentum bewegenden politischen, religiösen und wirtschaftlichen Fragen. 2. Durch internationale wirtschaftliche Hilfe. ■'S. Durch internationalen Gedankenaustausch a) durch Austausch von Kodncrn, b) durch gemeinschaftliche Führerlager. 4. Durch Regelung eines internationalen Ferienaustausches. Die Verwirklichung dieser Progranimpunkte oder wenigstens ilie Versuche, eine internationale Zusammenarbeit in diesen Punkten herbeizuführen, würde dem Gedanken des Weltverbandes jüdischer Jugend eine mehr als deklaratorische Bedeutung geben und den Führern, die sieh von jeher für diesen Gedanken eingesetzt' haben, ein neuer Arbeitsantrieb sein. Wjr hoffen, von Ihnen recht bald über unsere grundsätzlichen fcAnregungen etwas zu hören und erklären ans schon heute bereit, an den Vorbereitungen für die Einberufung einer neuen Konferenz auf dieser Basis tätig mitzuarbeiten, gegebenenfalls den organisatorischen Teil der Vorbereitungen »U Ubernehmen, sofern eine solche Konferenz auf deutschem Boden stattfinden sollte. Mit herzlichem Gruß ' . , Verband der judischen Jugondvereine Deutschland?-. II. Aus einem Brief an das Initiativkomitee der Jewi-h Agencyin Deutschland. Berlin: „. . . Wir bitten Sie, dem Vorsitzenden des Initiativ komitees, Herrn Direktor Oskar Wassermann, und gegebenenfalls dem Präsidenten der .lewisli, Agenev davon Mitteilung «Ii machen, daß die im Verband der jüdischen Ingendvereine Deutschlands geeinte jüdische .lugend sich durch die infolge der neuesten politischen Kreignisse geschaffene Schwierige Situation in ihrer Anteilnahme am überparteilichen Palästina aufbau nicht beirren lassen wird. Auf den in den .letzten Tagen stattgefundenen Lande-verband-tagungon und FBhrerzusammciiküuftcn des Jugendverbantlos sind allenthalben ein stimmige Beschlüsse gefaßt worden, daß die gesamten Bünde, geschlossen hinter der Verbandsleitung stehend, einen großen Teil ihrer Erziehungsarbeit der Anteilnahme an der Palüstinaarheit weiterhin widmen werden. Wenn auch unsere Mitglieder zur Zeit aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, das "Aufbauwerk in erheblichem Maße materiell zu stützen, so sehen wir unsere Aufgabe jetzt gerade darin, durch intensive Beschäftigung mit allen Problemen der Jcwish Ageney und des Palä.-tin.iaufbaues denjenigen geistigen und seelischen Kontakt mit dieser jüdischen Lebensfrage zu finden, der allein Palästina zu einem Lebenswerk und Mittelpunkt der gesamten jüdischen Welt machen kann." Der Landesverband und die Jugend Gleichzeitig mit den Wahlen zu den Körperschaften iner Anzahl Großgemeinden finden auch die Wahlen zujn I erbandstag des Preußischen Landesverbandes statt. Fast •'■äre man versucht, vor jeder Kritik der Vergangenheit, vor_ jeder Aeußerung einer Zukunftshoffnung, kopfschüttelnd sich >'"wenden, um sich der dankbaren Aufgabe zu unterziehen, inmal festzustellen, wieviel verschiedene Arten von Juden ■ eigentlich in Deutschland gibt und worin die Wesensuntersehiede der Juden diesseits und jenseits der »Mainlinie bestehen. Nur die Tatsache, daß auch heute noch, nach Revolution und angekündigter Reichsreforin. die Rechtslage der .luden in allen Ländern der Republik eine verschiedene ist, ja. daß es sogar innerhalb Preußens noch etwa zehn verschiedene Rechtslagen gibt. kann die Existenz eines „Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden" rechtfertigen. Gehört '-i"" - V 1