Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 10 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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/7- DCP JUGeiMPBUTNP jüDiscHen juGfenDV£g€inej)feu7SCHLflnDs 16. Jahrgang Düsseldorf, Oktober 1930 Nummer 10 Die Gilde w Durch Beschluß der Münchener Dclegicrtcntagung ist der Verbandslcitung die Gründung von Gilden, das ist der ZusammcnschluB junger Führer der einzelnen Landesverbände zur Intensivierung der Arbeit in Landesverbänden und Bünden, zur Pflicht gemacht worden. Der nachfolgende Artikel soll die weitere Öffentlichkeit de» Verbandes mit dem Aufgabenkreis solcher Gilden bekannt machen. Bisher bestehen folgende Gilden: 1. Westdeutsche Gilde für die Landesverbände Rheinland- Westfalen und Westdeutschland. Anschrift: Manfred Vöhl, Düsseldorf. FrcvtagstraBc 8 2. Südwcstdcutscbc Gilde für die Landesverbände Hessen und Baden. Anschrift: Ilse Lüfflcr, Frankfurt a. M.. Obermainanlagc 18. ' ' 3. Mitteldeutsche Gilde für die Landesverbände Mitteldeutschland und Sachsen. Anschrift: Erich Locw, Leipzig. Lange Straße 6 IL 4. Ostdeutsche Gilde für die Landesverbände Grenzmark. Pommern, Norddcutschland und Groß-Berltn. Anschrift: Dr. Kurl Herz. Berlin W 30, Motzstr. 60 IV. ist denn die Gilde?" fragen auch heute noch viele im Verbände, Führer der Vereine, obgleich bereits Manfred Vöhl im ...Iitgendbund" darüber Aufschiuli auf der Münchener Tilgung dies zu Wiederholten den geschah. -Die Gilde kann, solange Unklarheit über ihr e.-cn und ein gewisses Mißtrauen ihr gegenüber bestehet!. ..Was i-i-hen \|>ril und übe Arbeit leistj Daruni sei hier Aufklärung ■ ■ine i-rfolgreic egoben. IEntstanden ist die Gilde Mir ungefähr :li Jahren, aus einfreiwilligen Entschluß einiger junger Menschen in Weßteutschfand, den Verband in einer kritischen .Situation zu ' ken, die Arbeit der Vereine zu intensiv iereh und ihnen ie so oft vermißte Unterstützung seitens des Verbandes zu ■ ■'»Ii. damit zugleich ihren Zusammenhang mit dem Ver- '"Isgaiizen zu starken und die Arbeit innerhalb des Ver- - einheitlicher zu gestalten. Man wählte für die zwang' ■ Organisation die Bezeichnung „Gilde", in Anlehnung an inen Vorschlag Herbert Felsenthals auf tler Dresdener agung 1928, ohne viel Kopfzerbrechen darüber, ob sie Bchöir Her ganz passend sei. ohne irgendwelche Prätention damit » verbinden.' Die bisherige Arbeit der (.lüde hat bereits gewisse Ah* iinung gefunden. In Münehen wurde der Gedanke lebhaft - lißt. und die neue Institution als Solche von tler Delek'rtentagung anerkannt, ihre LTnterstUtzung zur Pflicht des ■•!bandsvorstandes gemacht: verschiedene Anträge der Gilde ■ den Fragen der Jewish-Agency und der sozialen Hilfe den angenommen. In allen Teilen des Verbandes werden •ito Ansätze von Gildenbildung gemacht, so daß unser danke, die Gildenarbeit über den ganzen Verband zu er- ' recken, dicht vor tler Verwirklichung steht. Dennoch iinten wir uns vorstellen, «laß auch die Vereine von sich «S ein größeres Interesse au dieser Intensivierung und üterstützung ihrer Arbeit im Verbamlssinh zeigen, da sie ach oft genug über mangelnde Unterstützung geklagt haben. tzt. zu Beginn der Whiterarbeit. wird die Gilde bemüht ein. so lebhaft wie möglich mit ihrer Tätigkeit einzusetzen.!'l hofft, dabei das Entgegenkommen und di< t-iiUung der Vereine zu finden. volle Unter- Im einzelnen suchen wir unsere Ziele auf folgenden Wegen zu erreichen: Lue .Mitglieder der Gilde besuchen fn Abständen die Vereine und halten dort Referate und Heim itbende. Wir wollen dadurch die Führer der Vereine entlasten, das Interesse beleben und die Arbeit systematisch und fruchtbringend zu .gestalteil suchen. Weiler ist geplant. soweit es die, Umstände zulassen,. Uber Kleinvereine eine Art Protektorat einzurichten, d. h. je "in oder) zwei Gildenmitglieder sollen regelmäßig in kurzen" Abständen den gleichen Kleinverein besuchen, um so auf längere Zeil sich erstreckende Arbeitsgemeinschaften in diesen Vereinen, -die naturgemäß derartige systematische Arbeit aus eigener Kraft kaum zustandebringen, halten zu können. Besonders wichtig erscheint Uns die Heranziehung eines l-'ührernachwuchses, wenn auf die Dauer die [tltensiVierung der Arbeit gewährleistet und junge Menschen von dieser Arbeit wirklich erfaßt werden sollen. Ist es doch vor aliejli die geringe Zahl geeigneter Führer, die in den Yen inen die Arbeit oll schwierig, trocken, uusy.-teinatisch und von Zu fällen abhängig macht. Die Gilde ruft daher? die zu führerischer Arbeit gewillten und begabten Menschen von Zeit zu Zeit zu Fülirertagungen und -kursen zusammen, um ihnen hier Material und Anregungen'Zu geben,die sie uj ihrer Arbeit verwerten können, und eine Erörterung und Knirung tler jeweils wichtigen und . entscheidenden prägen herbeizurüliren. Im Mai hat die erste dieser Tagungen für .longgruppier stattgefunden, die sieh mit der Erörterung der für München wichtigen Fragen belaßt hat: im Oktober wird eine zweite für Menschen aus Vereinen und Jnnggruppen stattfinden, die der Behandlung eines wichtigen Punktes des Winterprogramms des Verbandes vorbehalten ist. in kürzeren Abständen werden weitere folgen. Wir arbeiten auch daran, in unserem Kreise Menschen zn führerischer Arbeit heranzuziehen, uns mit diesen Dingen auseinanderzusetzen w<\ rnOgliobst zu einer einheitlichen Haltung ihnen gegenüber zu gelangen. AVir troffen uns zu diesem Zweck ungefähr alle sechs Wochen. Die Gilde ist auch bemüht, zwischen Vereinen und .lunggruppen einen Stärkeren Konnex zu schaffen. Wir unterstützten daher auch die Arbeit der Junggruppen, die oft unter ähnlichen Schwierigkeiten leidet wie die der Vereine, in ähnlicher Weise und durch Besuch ihrer Tagungen, sehen vor allem, unsere Aufgabe tiarin. auch hier führerische Men-clien heranzuziehen und den älteren Junggrupplern ein organisches Hineinwachsen in die Verein«! zu ermöglichen, was ,bisher leider nur s*dlen der Fall war. Daraus ist die Idee der Uebergangsgnippen entstanden, .in denen ältere Junggruppier mit jüngeren Mitgliedern der Vereine -ich zusammenfinden sollen, und für deren Arbeit sichrjilio Gilde besonders einsetzt. Eine solche Gruppe besteht und arbeitet recht gut in Düsseldorf. .."' Von vornherein hat die Arbeit der Gilde unter tiein Gesichtspunkt gestanden, «laß man '."die jungen jüdischen Menschen heute nur wirklich erfassen kann, indem man ihn ui die aktuellen Probleme ihrer Existenz,- Ihres jtidischeh and wirtschaftlichen Daseins nahebringt; So sehr .es die Aufgabe 1