Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 9 (9.1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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ikerballspiel!" 19 Uhr: „Eßzeug holen!" 20 Uhr: „Zur \!>endfeier an den Appellplatz!" '22.30 Uhr: „Lagerruhe!" Der Sport. Bestand aus den Morgenfreiübungen trenn der Kaffee nicht fertig war, etwas länger). Und aus -< hwimnien Und aus den Völkerballmeisterschaften: „Unter großer Anteilnahme gewaltiger Menschenmassen gewann : 'iiisburg die Meisterschaft." Gott sei Dank trieben fast iUe wirklichen Sport.. Die Arbeitsgemeinschaften. Es gab auch welch«, die hatten was mit dem Bund zu tun. Gut waren sie alle. Und interessant. Nur die Themen: Nationalsozialismus, Sun Yat Scn, Gandhi, Kinderfreumlebewegung, Wesen und Aufgabe der Psychologie, Psychoanalyse, was erwarten wir vom Bund im nächsten Jahr, Arbeit in der Gilde usw. Idee und Program m. Ms gab Leute, die sich keine l'.undesidee vorstellen konnten, weil Er/.icliuiig und Gesamtiudentum nicht auf -ismus enden. Es gab Leute, die den ■^inn der Neutralität noch immer nicht begriffen hatten. Für •iic wurde eine Arbeitsgemeinschaft arrangiert: Bund ohne- Neutralität. Und dort fanden wir unsere neue Idee, die man allerdings schon im Bericht Über den Gelsenkirchener Führerkursus 1928 finden kann. Einige Lhjinme haben aber kapiert. Wir stellten den Entwurf zum Eiuiahresurbcitsprograinm auf. Er wurde in seinen Zielen holzersch, sein programmati- -i lier Teil erinnerte an erprobte Verbandsarbeit (wo bleibt ille Kluft von München?). Die Abendfeiern. Es gab welche mit Pathos, die :i,iiilangen: Eröffnung, Wahlversammlung, Verfassungsfeier. Und welche ohne, die zogen: Antikrieg, Scoutgeschichten, l'ialekt, Zirkus. Die Morgenfeiern. I.icd-Fahncnnufzug. Gebet I hervorragend der deutsche Psalm als Morgengebet). Ansprache. Lied. Die Nächte. Und auch nicht die Komantik fehlte. Wir stellten Nachtwachen, die Gespenster sahen, sich auflegten, tapfer taten und . sieh frierend vermuminten. Aber ^chön waren die Wachen doch. Und dann ins warme Zelt oder die bcinvollc Scheune. Facit. Es war das erste Bundeslager. Es wird bessere geben. Es war gut. Es gab Energie. München wies den richtigen Weg. Weiter darauf. Chasak! Lutz Meyer, Koblenz. Ostdeutsches Führertrefien. Am Sonntag, dem 10. August, fand in Berlin im Heim des Jüdischen Jugendbundes Berlin ein von der Verbandsleitung veranstaltetes ostdeutsches Führertreffen statt, zu dem zahlreiche Jungführer aus den Bünden und Junggruppen der Landesverbände Berlin-Brandenburg, Grenzmark, Mitteldeutschland, Norddeutschland, Pommern, Sachsen und Schlesien erschienen waren. Die Leitung lag in den Händen von Erwin Seegall. Es fanden vier Arbeitsgemeinschaften unter Zugrundelegung des Aktionsprogramms der Verbandsleitung statt. Die Arbeitsgemeinschaft „Kampf gegen den Nationalsozialismus" unter Leitung von Alfred Hirschberg beschäftigte sich intensiv mit der Arbeit der Mitglieder im Wahlkampf. Die Arbeitsgemeinschaft „Soziale Hilfe" wurde durch ein Referat des Dezernenten Waldemar Strauß eingeleitet, dessen Ausführungen sämtlichen Bünden in diesen Tagen durch besonderen Rundbrief zugehen. Die Aussprache über diesen Punkt zeigte größtes Verständnis und weitgehende Bereitschaft aller Teilnehmer für die Aufgaben sozialer Betätigung. Wertvolle Bereicherung erfuhr die Arbeitsgemeinschaft durch die Anregungen von Georg Lubinski, der als Vertreter des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände an der Tagung teilnahm. In der Arbeitsgemeinschaft „Ueberparteilicher Palästina-Aufbau" mit den Referenten Ludwig Mehler und Kurt Löwenstein, Berlin, konnte eine grundsätzliche Auseinandersetzung über die Berechtigung des Beitritts unseres Verbandes zur Jewish Agency trotz der evidenten Münchener Beschlüsse nicht vermieden werden. Auch in diesem Kreise zeigte es sich, daß die Zahl derjenigen, die die Beschlüsse des Verbandes mißbilligen und einer Mitarbeit am Palästina-Werk sich versagen, verschwindend klein ist. Allgemein wurde die Notwendigkeit, neben der praktischen Mitarbeit am Palästina- Werk die Probleme des Palästina-Aufbaues in Verbindung mit den großen Weltereignissen zu bringen, anerkannt, insbesondere wurde durch Jack Raphael und seine Freunde die Befriedung des Palästina-Aufbaues eindringlichst gefordert. Erich Altmann leitete die abschließende Arbeitsgemeinschaft über „Methodik der Bundesarbeit", innerhalb deren die besondere Schwierigkeit der Ostarbeit gebührende Berücksichtigung fand. Die Arbeitsgemeinschaft schloß mit der Gründung von zwei Gildenkreisen für Mittel- und Ostdeutschland, die in allernächster Zeit ihre Tätigkeit aufnehmen werden. Der Kursus dauerte mit kurzen Unterbrechungen etwa 10 Stunden und stellte an alle Teilnehmer außerordentliche Anforderungen. Wenn auch die Mängel dieser ersten Zusammenkunft für die ostdeutschen Freunde nicht verkannt werden sollen, kann doch gesagt werden, daß der doppelte Zweck des Treffens erreicht worden ist. Die Verbandsleitung ist in nähere Fühlung mit den ostdeutschen Führern gekommen und kennt ihre Wünsche. Die Freunde dieser Bünde haben zum ersten Male Gelegenheit gehabt, in einem von den organisatorischen Belastungen einer Delegiertentagung freien Kurs materielle Grundlagen für ihre Atbeit zu erhalten. Das nächste Führertreffen des Verbandes wird Weihnachten für die westdeutschen und nordwestdeutschen Vereinsführer veranstaltet werden. Aus den Bünden. Auch der Monat August stand in den meisten Vereinen noch unter dem Zeichen der Münchener Tagung. Bubers Referat und das Programm der neuen Verbandsleitung waren Mittelpunkt manch fruchtbarer Diskussion. Aber es blieb nicht nur bei einer theoretischen Aussprache. Die kommenden Reichstagswahlen und das starke Anwachsen des Nationalsozialismus veranlaßten viele Bünde, mit einem konkreten Programm in die Oeffentlichkeit zu treten, um gemeinsam mit den großen politischen Parteien den Abwehrkampf zu forcieren. So bereiten folgende Vereine große öffentliche Kundgebungen zusammen mit anderen Organisatonen vor: Bielefeld, Harburg, Forst, Chemnitz; in fast sämtlichen anderen Bünden werden diese wichtigen Fragen im kleinen Kreise erörtert werden, damit jedes einzelne Mitglied in den folgenden schweren Wochen seinen Mann stehen kann. Auch die Landesverbandstagungen, die im Mittelpunkt der Septemberarbeit stehen, werden sich mit diesen Fragen an erster Stelle beschäftigen. — Am 6. Juli wurde in Worms die südwestdeutsche Gilde unter Führung von Georg Josephtal gegründet, auch in anderen Landesverbänden ist die Gildengründung in greifbare Nähe gerückt, so daß man wohl hoffen kann, daß in absehbarer Zeit auch der letzte kleine Landverein aktiviert sein wird. Die wenigen regenlosen Tage im August wurden wie immer im Sommer zu Wanderungen benutzt. Recht erfreulich ist die starke Zunahme der Treffahrten, über welche uns bisher folgende Berichte vorliegen: 25. Juli Bezirksgruppe Unterweser, anwesend die Vereine Wesermünde, Bremen und der jüngste Verein der Gruppe: Oldenburg, der sich ganz besonders gut entwickelt. — 17. August: Fahrt der Vereine; Hannover, Göttingen, Hameln und Eschwege. In Westdeutschland fanden unter starker Beteiligung Treffahrten in Werden und Recklinghausen statt. Sonst liegen noch aus folgenden Vereinen Berichte vor: Köln (einer der wenigen Vereine, die einen Abend dem Verfassungstag widmen), Berlin, das bereits auf die Gemeindewahlen vorbereitet, Bielefeld mit einer Arbeitsgemeinschaft „Sozialismus", Konstanz, das von der Gründung einer Junggruppe berichtet, eine künstlerische Arbeitsgemeinschaft wurde in Höchst gegründet usw. Erfreulich ist noch ein Bericht aus Krojanke, wo Mitglieder des Jugendvereins bei einem Sportfest gegen starke Konkurrenz mehrere Preise gewinnen konnten. Wir gratulieren. Zum Schluß sei noch auf die erste Nummer der Junggruppenzeitung hingewiesen, der wir'langes Leben und tüchtige Mitarbeiter wünschen. Fr. Mitteilungen der Verllandsleitung 1. Die Bünde werden auch auf diesem Wege nochmals an die umgehende Rücksendung der Listen^ür die Reichstagswahl erinnert. 2. In den Veranstaltungen der Bünde wird nächster Tage eine Liste für die Rausch-haschonoh-Spende des Verbandes zirkulieren. Wir bitten alle Freunde, nach testen Kräften für diese Sammlung beizusteuern. Der Ertrag wird für die Förderung der Führerbildung im Verband ausnahmslos verwandt. 3. Der Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände bereitet für seine Zeitschrift „Das junge Deutschland" ein