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Der Jugendbund · 1930-04-01 · 4 (4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
4 (4.1930)
Date
1930-04-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Seele unserer heute religiös und sozial stark lebendigen Jugend — so hoffen wir bestimmt — kraftvoll entfalten.-_ \\'ir vertrauen aber auch darauf, daß sehr viele, besonder* liberale Erwachsene gern nach der hier gebotenen Gelogennejt greifen werden, sich einen so wenig Zeit und Geld [•fordernden Hinblick in die religiöse und Bittliebe Tiefe lidlMhen 1 ebens zu verschaffen. Der einzelne wird sich rhlechthin als Jude innerlich angesprochen fühlen und sich -eines Menschentums mit freudigem Stolz bewußt werden. per weiteste Gebrauch dieses Buches in der Hand der ^ohülcr und Eltern, in den Jugcudliiiuden und Frauonvercinen. tu den 1 ogen und jüdischen Kcligion«bchördeii und wo immer man sich der Verantwortung Tür eine wahrhafte Erneuerung les religiösen Lebens bewußt ist, kann nur zum Segen sein. VUcfa in nichtjüdisehen Kreisen verdient es ernsthafte I» ichtung und Verbreitung in größtem Umfange. Ks ist ungewollt eine beredte Apologie für das vielfach ongekanntc 1. ud mißverstandene Judentum. Man möchte dem auch typographisch vorzüglich ausgestatteten Buche einen Leserkreis ii.' Kenn und liemarque WünschenI M. Steinhardt. Magdeburg. Dr. M. Katz. Die lierufsniöglichkeiten der Schüler höherer Lehranstalten. Verlag Quelle u. Meyer, Leipzig 1929. Preis brosrh. 3 Mark. Die Schwierigkeiten der Herurswahl sind uns allen nur ailsn bekannt. Unser Bilduugswesen. die Erfordernisse der \ erschledenen Berufe, die Berufe selbst sind so differenziert geworden, daß man sich wundert, zu-erfahren, daß der vorliegende Führer durch das tiewirr der Berufslaufbahnen der erste ist, und mit Freuden diese klare, übersichtliche Dar- -tellung Best. Jeder ältere Schüler, aber auch jeder Berater, und dazu gehören auch unsere Führer, muß dieses Burli besitzen, das ihm Auskunft gibt über die Ausbildungsweise [Cdes Berufs, ob er nun Hochschulbildung oder keine erlordert, Uber die Möglichkeiten nach jeder Vorbildung, Nachexamen und Studicngang. L'ebersicht liehe Tabellen erleichtern die Orientierung. Für uns als .luden interessant sind auch die Angaben über jüdische Berufe, wie Rabbiner, Lehrer und Kantor. Dr. Katz war ehemals Direktor des jüdischen Lehrerseminars in Münster und ist jetzt Studienrat in Düsseldorf. Wir wünschen seiner mühevollen und dankenswerten Arbeit weiteste Verbreitung. K. „Verbrüderung") ausgewählte Dichtungen von Ernst Toller, im Arbeiterjugendverlag, Berlin. Preis brosch. 90 Pf. In Halbleinen 1:50 M. — 72 Seiten. Dieser rührige und unserer Arbeit sehr sympathische Verlag hat mit der Herausgabe dieser Anthologie uns einen Querschnitt durch die teils sehr komplizierten Dichtwerke eines Zeitgenossen geschenkt, den sogar — Alfred Kerr anerkennt. Das geschmackvolle Bändchen wird dazu beitragen, die Ausgestaltung unserer Feierstunden jenseits von Kitsch, Verblödung und Seichtheit zu stellen. Im übrigen ist das Geleitwort höchst wertvoll: es zeigt uns in verständlicher Sprache, ganz unpathetisch, den Werdegang Ernst Tollers, um den sich jetzt so etwas wie eine große, bezeichnende Schweigsamkeit gehängt hat. J- R- Hus dem Leben des Verbandes In Anbetracht dessen, daß wir die wenigen Seiten vor der Tagung in München dringend für wichtigeres brauchen, werden die Vereine Verständnis dafür haben, wenn wir unseren Bericht ganz kurz fassen und nur das uns wichtig erscheinende herausnehmen. In den Landesverbänden fanden einige wichtige Zusammenkünfte statt. Rheinland-Westfalen hatte am 16. Februar in Bochum eine sehr angeregte Aussprache, ausgehend von einem Referat über „Jugend und soziale Fragen". — An demselben Tage war eine Vorstandssitzung des Mitteldeutschen B. - V. in Halle. Es wurden Anträge finanzieller Art an den Verband beschlossen, sowie den Vereinen zur Pflicht gemacht, ihr Augenmerk auf die Aenderung der Gemeindestatuten zu richten. Am Verbände wurde starke Kritik geübt. — Eine zahlreich besuchte Bezirksgruppentagung von Ost-Westfalen in Bielefeld am 2. März beschäftigte sich nach Einzelreferaten mit dem Verbandsthema (Wirtschaftskampf...). — Eine erweiterte Vorstandssilzung des Westdeutschen B. - V. in Köln am 23. d. M. war hauptsächlich der Besprechung über München gewidmet. — Die Bezirksgruppe Hannover des Nordwestdeutschen B. - V. hatte am selben Tage eine Aussprache über „Die Notwendigkeit der jüdischen Jugendbewegung" in Alfeld. Pur im wurde überall in den Vereinen gefeiert. Aus der Fülle der Berichte heben wir nur einige hervor. In F. s s e n erschienen wohl tausend Personen zur Revue „Akiba hat gelogen"; besonders gelungen waren die Feste in Kassel, Höchst (verbunden mit 10 jährigem Stiftungsfest), Freiburg, Karlsruhe, Köln, Hannover, Berlin, Dresden, Leipzig, Landsberg, Bremen, Emden, Hameln, Verden, Mainz, Bernburg, Namslau und Bernstadt. — Am 22. März 1930 veranstaltete der jüdische Jugendvereih Höchst a. M. anläßlich seines 10jährigen Bestehens ein in jeder Beziehung schön verlaufenes Fest, das dem doppelten Zwecke, der Jubiläums- und der Purim-Feier, gewidmet war. Die Beteiligung war eine sehr starke. Sicher die ganze ..feltreife" Höchster Gemeinde, viele Frankfurter und erfreulicherweise auch viele aus den benachbarten jüdischen Jugendvereinen -fanden sich ein. * In der Begrüßungsansprache brachte der 1. Vorsitzende des Höchster Jugendvereins, Herr Dr. Spier, den bewußten und starken Aufbauwillen seiner Jugend zum Ausdruck. Die Grüße und Glückwünsche der Höchster Gemeinde überbrachte Herr Ettinghausen, Aus seinen Worten war zu erkennen, daß die Gemeinde Höchst die Bedeutung ihres Jugendvereins zu würdigen weiß. Der Vorsitzende des Landesverbandes Hessen, Herr Max Tchornicki, überbrachte die herzlichen Glückwünsche des Hauptverbandes, des Landesverbandes Hessen und des jüdischen Jugendvereins Mainz. Nach den Reden wurde von den Höchster Jungen und Mädel ein Spiel aufgeführt, das den eigentlichen Mittel- und Höoepunkt des Festes bildete und einer eingehenderen Besprechung wert wäre. Titel: „Im Reiche des Samas"; eine verrückte Purimiade, ein Spiel mit Musik in 3 Akten, 6 Bildern. Dichtung und Vertonung, Regie und Bühnenbilder, Darstellung, Musik, alles selbst gemacht. Abgesehen.davon, daß ein Höchster Junge — Walter Holzmann — das Ganze konzipierte, ist doch neben diesem allerdings ungewöhnlichen Talent, von dem auch der Verband hoffentlich noch manches erwarten darf, eine zu wirklicher Gemeinschaft gewordene Gruppe junger jüdischer Menschen notwendig gewesen, um das Stück künstlerisch und spielerisch so zu gestalten. Es mag noch einmal betont werden, daß das Stück und im gewissen Sinne auch die Aufführung himmelhoch über dem normal gezeigten jüdischen Purimstück stand. Durch diese Sache hat der Höchster JJV. mehr Leben und innere Kraft bewiesen als durch tausend „Monatsprogramme". Eine Abendfeier „Die jüdische Jugend für den Frieden" unter Mitwirkung des neugegründeten Sprechchors in Schneidemühl verdient besondere Erwähnung. Redner war Rabbiner Dr. Rosenzweig. — Frankfurt a. M. hat jetzt auch sein Jugendheim, das am 3. März feierlich eingeweiht wurde. — In Düsseldorf leitete der Sprechchor des JJV. mit dem 1. Kapitel der Torah in der Uebertragung von Buber die Feier zum Tage des Buches vor Tausenden jungen Menschen aller Bekenntnisse und Richtungen ein. Aus den Berichten über Arbeitsgemein s£ haften und Heimabende erwähnen wir: „Wirtschaftsleben im neuen Deutschland", „Gibt es eine jüdische Rasse", „Was ist eine jüdische Gemeinde", „Jüdische Wissenschaften" in Hannover; „Jüdische Erziehungsfragen", „Was hält mich am Judentum" in Wesermünde; „Fragen der Lebensgestaltung" in Bielefeld; „Judentum und Christentum'", ..Warum ich Jude bin" in Detmold; „Entstehung des Christentums" in Hamm; „Chassidische Schriften M. Bubers" in Salzkotten; „Hebräisch", „Dichter aus der neueren Literatur" in Freiburg; „Idee der Gerechtigkeit (Hiob)", „Wirtschaftliche Probleme des jungen Juden" in Aachen; „Jüdischreligiöser Liberalismus", „Die . jüdischen Bewegungen der Gegenwart" in Korschenbroich; „Beruf und Leben" in K o b u r g und Gotha; „Bibel und Friedensfrage", „Pazifismus", „Der Staat und Du" in Landsberg; „Juden in der Politik" in Karlsruhe; „Unsere Aufgaben im Bunde", „Psychologie . des Jugendalters", „Kunst und Religion" in Köln; „Jüdische Gegenwartsprobleme", „Verbandsideologie" Die nächste Nummer erscheint als Tagungsdoppelnummer Ende Mai

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