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Der Jugendbund · 1930-02-01 · 2 (2.1930) · p. [Seite]

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Liehen, während unten an den lieblichen Ufern des Rheins \ ölkcrballend und zeltverbauend sich 80 Jugendliche zu fröhlichen! Tun vereinen. Ein großes Zelt — wenig Wimpel — und Manfred Vöhl. Arbeitsgemeinschaft in Cafe Kürten. Wirtschaftslage, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Verbände, Schlichtung. Kapital. Essen...... 14 Uhr: Sport. Völkerball, Laufen, ältere, mittlere. Pimpfen. Duisburg-Hamborn allzeit voran. Düsseldorf immer feste hinterher. Gegen Ia-Klasse können wir nicht mehr mit. Hamborn ist in Hochform. Die siegreiche Mannschaft wird arminarmstehenderweise. mit mogendovidgeschmückter Heldenbrust (einige sagten ..nebbich") gefotografiert. Dann kam ein toter Punkt mit nachfolgender Schlußfeier. Hebräisch und Landsknechtsdeutsch, Sprechchor und Niggersongs (the carierten Original-Casanova-Niggers, frisch importiert). Düsseldorfer Mittlere bringen wendeltreppend die Massen zum Kichern. Abmarsch. Was noch nicht gut war: Die Gruppen sind sich noch fremd. Ich hatte auch immer das Gefühl, als ob die Kluft, die alle trugen, nur so ein Sonntagskostüm sei. Es steckt noch keine Bewegung hinter unseren Biindischen. Die Mädel arbeiten schlecht, sehr schlecht. Sie wußten scheinbar nicht, was sie tun sollten unter soviel Jungens. Das muß anders werden Der, der am „längsten" im Gau i st. Hus dem Leben des Verbandes Größere Veranstaltungen der Landesverbände fanden im Januar nicht ftatt. Es ist nur über das Vierbündefest der Gruppe West des Rheinisch -Westfälischen Bezirks Verbandes in Duisburg zu berichten, an dem über 300 Freunde aus Duisburg, Mülheim, Oberhausen und Hamborn teilnahmen. Es wurden; wie Salomon Eigenfeld es aussprach, alte Freundschaften erneuert, neue Freundschaften geschlossen. Ein guter Ueberschuß wurde unter die Bünde verteilt und als Grundstock für die Reisekasse nach München angelegt. Zur Nachahmung empfohlen! Als besonderes Ereignis erwähnen wir die große Kundgebung des Jüdischen Friedensbundes in Berlin, bei der sich unsere Berliner Bünde stark beteiligten. Für die Jugend sprach Dr. Prinz. Ferner die Führertagung des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände vom 25. bis 31. Dezember in Seesen, bei der unser Verbandsfreund Dr. Schweizer, Essen, über die Frage der Erfassung der Nichtorganisierten sprach. Außerdem wurdj über soziale Jugendforderungen, über das. soziale Element im Aufbauwerk für Palästina und Rußland, sowie über den Bildungsstand der jüdischen Jugend gesprochen. Ueber Chanukkafeiern berichten die Bünde Düsseldorf. München. Dresden. Hannover. Pforzheim. Osnabrück. Höchst (erstmaliges Auftreten der neugegründeten Tanzkapelle Ho-re-ze-ba). Göppingen. Heilbronn. Ulm. Konstanz, Karlsruhe. Höchst. Die meisten Bünde feierten — der Zeit entsprechend — in engem Kreise. Generalversammlungen fanden statt in München. Köln. Dresden (erster Vorsitzender Dr. Ludw. Seligsberger). Hannover (Aus dem Jahresbericht: Mitgliederbestand 210, darunter 150 aktive Mitarbeiter: das Jahr wird als Jahr der Ver- :nnerlichung bezeichnet; es fanden 83 Veranstaltungen statt, darunter 14 Vorträge. 20 Arbeitsgemeinschaftsabende, neun gesellige .\ eranstaltungen. sieben Rezitations-, sieben Aussprache-, zwei "-.'.usikalische Abende, ein Werbeabend, eine Freitagabendfeier, 15 Tagesfahrten). Pforzheim, Osnabrück (erster Vorsitzender Heinz Rosenberg). Ingolstadt (erster Vorsitzender Erich Kuhn). Plauen. Chemnitz. Berlin. Beut he n (Ehrenpräsident Fritz Reich, erster Vorsitzender Dr. Jacobowitz). Halle. \ on b,e sonderen Vereins Veranstaltungen sind zu erwähnen: Ein öffentlicher Heimabend in Bad Polz i n . bei dem Prediger Jankelowitz, Schivelbein, in hervorragender Weise über das Palästinaproblem sprach; ein l'nterhaltungsabend in Eisenach, der einen vollen Erfolg bedeutete, nicht zum wenigsten durch die Mitwirkung des neuen Sprechchors und den Vortrag des Mitgliedes Mariechen Grünstein über „Kampf des jungen Juden um seine Lebensgestaltung". Werbeabend in V e r d e n a. d. Aller, Hei dem Siegfried Bacharach, Hannover, fesselnd über ..Ursprung. Wege und Ziele der jüdischen Jugendarbeit" sprach; Weihe des jüdischen Jugendheimes in Halle; Bert - hol.d Simonsohn. Bernburg. überbrachte die Glückwünsche des Verbandes, Richard Cohn dankte der Gemeinde im Namen der Jugend und erläuterte den Zweck des Heimes, tiefen Eindruck hinterließ der Dialog zwischen Jakob und Edom, meisterhaft vorgetragen von zwei Mitgliedern des jugendvereins. Aus den Berichten über durchgeführte Arbeits gerne inschaften sind von allgemeinem Interesse: „Die Juden in der deutschen Politik". „Wirtschaftskampf und Lebensgestaltung des jungen Juden" (Die soziale Situation der Gegenwart), („Moderne. Zeitprobleme im Lichte der Literatur" (Gefangenenfürsorge und Strafvollzug). „Die Juden in der modernen Malerei" in Düsseldorf; „Israel unter den Völkern" in Höchst und Frankfurt a. Main; „Jüdische Bevölkerungspolitik", „Ludwig Frank". „Hugo Preuß". „Walter Rathenau" in Höchst; „Frieden", „Judentum und Christentum" in Karlsruhe; „Bibel" (Wüstenwanderung), „Wie lebe ich als deutscher Chaluz in Palästina". „Geschichte" (Beginn der Emanzipation) in Berlin-Norden; „Der israelitische Prophetismus". „Literatur" (Zweig. Sternstunden der Mensch heit; Strindberg. Historische Miniaturen) in Berlin-Osten. „Rainer Maria Rilke" in Berlin -Schöneberg; „Rasse und Kultur". „Der Aberglaube in der Geschichte der Menschheit" in Berlin-Zoo; „Grundfragen des Verfassungsrechts" ..Aktuelle jüdische Fragen". „Soziologie des Judentums" in Chemnitz; „Was ist Patriotismus?", „Lebensformen", „Be rufsfragen", „Recht und Justiz" in Hamborn; „Literatur' „Jüdische Charakterköpfe", „Tagesfragen" in Göttingen „Urchristentum" in Plauen: „O. H. Schmitz", „Wespennester", „Aimc Palliere*', „Eisemann, Verwirrung der Geschlechter", „Hans Kohn. Idee des Judentums", „Müller-Claudius, Rassenangst" in Mainz: „Judentum und Christentum" „Antisemitismus" in Karlsruhe; „Die jüdische Frau im Wandel der Geschichte", „Gibt es einen Kulturfortschritt?", „Ist die heutige jüdische Jugend religiös?", „Arbeiterdichtung", „Wie muß der Jude durch seine geschichtliche und kulturelle Entwicklung politisch eingestellt sein?", „Psychologie des Judentuns" in K ö 1 n : „Wirtschaftskampf usw.", „Erscheinungs formen des Antisemitismus" in Halle: „Jüdische Gegenwartsprobleme" in Hannover; „Hosea", „Das Judentum und seine Umwelt" in München: „Die Entwicklung der gottesdiensl liehen Gebräuche", „Wirlschaftskampf usw.", „Gustav Landauer" in Dresden; Fleg „Warum ich Jude bin" (Leitung Dr. Rosenzweig, Schneidemühl) in Harzburg. \ orträge hielten: in Pforzheim Dr. Traub, Berlin über ..Schicksalsstunden des jüdischen Wirtschaftslebens Lehrer Marx über „Moses Maimonides": in Hannover Herr Rittersbacher, Leiter der freien Waldschule, über „Erziehung und Sclbsterzieh.ung im Geiste von Rudolf Steiner", Ewald Schindler, Direktor des "Deutschen Theaters, über „Humor vor und hinter den Kulissen"; in Dresden Fritz Schwarzschild über „Gustav Landauer"; in München Frau Schaalmann über „Rasse und Vererbung", Dr. Marschütz über „Rassische Grundlagen und Erneuerungsmöglichkeiten der Juden"; in Regensburg Präparandenlehrer Hirscheimer über „Jüdische Speisegesetze"; in Stuttgart Dr. Selma Stern-Täubler über ..Assin ilation und Emanzipation"; in Saarbrücken Irvin hpstein über „Jugendprobleme", Rabbiner Dr. Grünewald. Mannheim, über „Franz Rosenzweig": in Wesermündc Alfred Bonin über „Den S ihnen, zur Warnung"; in Heidelberg Alfr. Rosenbusch über „Antisemitismus", stud. med Roram über „Jüdischer Sport in der Gegenwart", stud. jur. Kost über „Das zionistische Aufbauwerk in Palästina"; in Osnabrück Rabbiner Dr. Krakauer über „Der Dybuk"; in Kons t a n z Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach, über „Moses"; in Karlsruhe Rechtsanwalt Dr. Marx über „Jugend und Selbstuehr"; Ernst Hölzer, Frankfurt, über „Von neuer Politik"; in Mainz Dr. Stern über „Die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden"; in Plauen Fritz Schwarzschild über „Randjuden". Bernhard Pohoryles über „Spinoza"; in Chemnitz Max jSchweisheimer über „Der Weltkrieg im Spiegel der Literatur' Fritz Schwarzschild über „Randjuden"; in Höchst Professor Dr. Hülsen, Frankfurt, über „Der Turmbau von Babel und seine Rekonstruktion nach neuen Ausgrabungen", Jakob Jacobs Frankfurt, über ..Wirtschaftskampf usw."; in Duisburg Dr. Schweizer, Essen, über „Jüd. Jugend und die sozialen Fragen der Gegenwart". Die Wanderungen sind erfreulicherweise allenthalben wieder aufgenommen worden, wie die zahlreichen Berichte beweisen. Zum Schluß noch eine kleine Richtigstellung: Wir schrieben, daß in Schivelbein Prediger Jankelowitz „natürlich" wiedergewählt worden sei. Diesen Ausdruck haben wir selbstverständlich nicht dem Bericht entnommen, sondern von uns aus hinzugefügt, weil wir Freund J. besonders schätzen. K.

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