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Der Jugendbund · 1930-01-10 · 1 (10.1.1930) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
16 (1930)
Issue
1 (10.1.1930)
Date
1930-01-10
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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füllen. Weit aufgetan ist unser Sinn fur «Ii«; Not unserer Zeit, für die Not unserer Jugend, vor allem unserer jüdischen .lugend, die hart im Kampfe steht um Existenz und Beruf. Nicht eitel Loblied wollen wir hier singen von uns und unseren! Tun. sondern nur freudig erkennen, daß wir vorwärts gekommen sind in den letzten zwei Jahren, dafi München eine andere, eine neue Plattform der Diskussion, der Arbeit bringen wird. Nicht den Weg gilt es zu wühlen, wir kennen ihn. sondern die Weise wie wir ihn schreiten, w i«> wir am schnellsten vorankommen, wie wir uns unseren \ufgnben am intensivsten widmen können, wie wir die noch V-eits Stehenden mit fortreißen, wie wir die noch der Kläilng harrenden Fragen zur Klarheit führen, l'er Weg ist» ■ diesen, es gilt die Kolonnen zu formieren, die Front zu bilden der entschlossenen, tatfreudigen jüdischen Jugend und - es sei hier gesagt wie es in München gesaüt werden wird und gesagt werden muß — unseren Weg zu gehen auch ohne die, die sich ihm etwa entgegenwerfen wollen; Auch dies wird München bringen. Klärung der Geister, die sich in Dresden angebahnt: wir brauchen freie Bahn um unseren Weg zu gehen, den Weg des Fortschritts und nicht den bwigen Kreislauf. Chasak, Predad, auf, unsere Bahn ist frei! Ruchanzeigen J. Iterzberg: Moses Mendelssohn, ein Lebensbild für die israelitische .lugend. Verlag M. \Y. Kaufmann, I eipzig.* I'ritz llanibcrgcr: Die geistige Gestalt Moses Mendelssohns. J. Kauffmann-Verlag, Frankfurt a. M.. Verlag 1929. II. <Jraf Cnudrnhove-Karlcrghi: Antisemitismus. Paheüropa- Verlag Wien-Leipzig-Paris 1!U9. I'ritz Kfatt: Freizeitgestaltung, Grundsätze und Erfahrungen zur Erziehung des berufsgebundenen Menschen. Verlag .Silberbarg in Stuttgart r.ii'tt. Itr. Hans Espe: Dje Jugend und der neue Staat: Verlag C. Heinrich, Dresden-N. Bertha l'appenheim: Allerlei Geschichten, Mäasse-Buch nach der Ausgabe des Maasse-Boches, Amsterdam 1923. Herausgegeben vom Jüdischen Frauenbund, J. Kaufmann Verlag, Frankfurt ä. M. 1929. Spätere B e s p r e c h u n g vorbehalten. Die Landesverbände Württemberg und Pommern hatten in diesem Monat ihre Tagungen, die beide ihr besonderes Gepräge trugen. Württemberg feierte zugleich mit dem Stuttgarter Berthold-Auerbach-Verein, der Landesverband sein lOjähriges, der Verein sein 35jähriges Jubiläum vom 6. bis 8. Dezember. Es waren eindrucksvolle Festtage, an denen alle Kreise des Landes lebhaften Anteil nahmen. Es ist schon zur festen Gewohnheit geworden, daß eine Freitag-Abendfeier die würdige Einleitung unserer Tagungen und Feste bildet. So auch hier. Stadtrabbiner Dr. Rieger sprach über den Sinn dieser Feierstunde. Der Abend verlief in allen Teilen zu aller Zufriedenheit. Am Sabbat gedachte Rabbiner Dr. Auerbach des Jubiläums in seiner Predigt. Der Abend brachte eine schöne Aufführung von Lessings Schauspiel „Die Juden" und viele künstlerische Darbietungen vor 800 Zuschauern, darunter Vertreter des württembergischen Kultusministeriums, des Israel. Oberrats und des Gemeindevorsteheramtes. Bei der öffentlichen Jubiläumsfeier am Vormittag des 8. Dezember sprach der Verbandsvorsitzende, Rabbiner Dr. Hahn, Essen, über „Die Lebenswelt des jungen Juden". Bei der Delegiertentagung berichtete der Vorsitzende, Obersekr. Willmann, daß der L.-V. in den letzten Jahren einen schönen Aufschwung genommen habe und nach Ueberwindung mancher Schwierigkeiten sich nun ruhig und zielbewußt entfalten könne. Die Berichte der 11 Vereine lauteten recht befriedigend. Das Verhältnis der Vereine zum Landes- und Reichsverband bildete den Hauptgegenstand der lebhaften Aussprache. Wißmann wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt. Die Delegiertenversammlung des Landesverbandes Pommern zeigte zum erstenmal in der Geschichte der Juden Pommerns eine Jugendtagung großen Formates in einem würdigen Rahmen. Am 24. November fand diese Tagung in Schivelbein statt. Den Auftakt bildete eine Kundgebung der Schivelbeiner Jugend für den Frieden, bei der Dr. Elk, Stettin, sprach. Die Berichte der Delegierten boten ein Bild von dem Wirken der Jugendbünde in Pommern. Das Hauptreferat hielt R.-A. Dr. Appelbaum, Stettin, über: „Der Wirtschaftskampf und die Lebensgestaltung des jungen jüdischen Menschen". Am Nachmittag stellten sich Vertreter anderer Jugendbünde und der Vorsitzende des Kreisausschusses für Jugendpflege, Landrat Schuelke, ein, der sehr wirkungsvoll und herzlich sprach. Es wurden Entschließungen zum Weltjugendwerk gefaßt, deren Wortlaut noch nicht vorliegt. Ref. S e e g a 11 , Stettin, wurde wieder zum Vorsitzenden, Pred. Jankelowitz, Schivelbein, zum geschäitslührenden Vorsitzenden gewählt. Die Bezirksgruppe West-Westfalen traf sich zu einer Tagung in Paderborn, bei der Fritz Reinhardt, Duisburg, ein interessantes Referat über „Lebensgestaltung des jungen jüdischen Angestellten" hielt. Die rege Aussprache ergab wertvolle Ergänzungen des Referates. Ein Vertreter des Städt. Jugendamtes nahm an der Versammlung teil. Ueber Chanukkahfeiern der Vereine werden wir im Januar im Zusammenhang berichten. Allmählich beginnen die Generalversammlungen. In Freiburg legte der verdiente Vorsitzende Bruno Danziger sein Amt nieder. An seine Stelle tritt Fräulein Dr. L. W e i 1. In Schivelbein wurde natürlich Pred. Jankelowitz wiedergewählt. In Aachen wurde der Vorstand von 5 auf 3 Mitglieder verkleinert, wozu ein Vertreter der Jugendgruppe »ritt. Veranstaltungen für den Frieden fanden noch statt in Stettin (Dr. Elk und Studienrat Dr. Tacke), Bernburg (Dr. Pfingst, Nordhausen), Osterode (Reg.-Baumeister Wittelshöfer, Hannnover; Elly Sachs, Harzburg). Bingen (Vortrag der Friedensgesellschaft, Heine - Abend), Ahlen (Lehrer Raphael, Beckum). Ueber Arbeitsgemeinschaften berichten eine ganze Anzahl von Vereinen. Wir erwähnen: Ahlen i. Weslf. (wirtschaftspolitische Themen), Beckum (wirtschaftspolitischer, jüdischer und Zyklus „Die Ketzer"), Paderborn (Wirtschaftskampf und Lebensgestaltung des jungen Juden), Altenkirchen i. Westerwald (Blätter jüd. Wissens: Heine, seine Stellung zur Bibel; Juden als Rasse), Düsseldorf (Wirtschaftskampf und Lebensgestaltung des jungen Juden: Der Anteil der Juden am Kapitalismus; Entwicklung der Gegenkräfte zum Kapitalismus; Anteil der Juden an der Entwicklung des Sozialismus; Bibelzyklus; Moderne Zeitproblemc im Lichte der Literatur), Mainz (Besprechung der das Judentum behandelnden Schriften von Max Weber; Esperanto-Kursus), München (BibeU Hosea; Das Judentum und seine Umwelt), Karlsruhe (Judentum und Christentum), Köln Was bedeutet uns die jücjische Religion? Glauben, Wissen, Ueberzeugung; Haben Wir noch Ideale? Ist die heutige jüdische Jugend religiös?),' Berlin-, Norden (Wirtschaftsfragen), Berlin-Osten [Tagesfragen; Jüdische Literatur), Berlin- Wittenbergplktz (Tagesfragen; Literatur), Berlin-- Zoo (Rasse und Kultur), Schivelbein (Judentum: Jugendbund und Gemeinde), Bingen (Jüdische Sagen), Hamborn (Paneuropa), G ö t t i n g e n (Wirtschaftskampf usw.), Bremen (Kultur und Geschichte der Ostjuden; Leben und Berufsleben unserer Mädels; Krieg und imperialistische Gesellschaft), Wesermünde (Antisemitismus), Emden (Warum ich Jude bin?), Hannovet (Jüdische Geschichte der Neuzeit), Detmold (Friedensbewegung; Wirtschaftliche Fragen). Aus den Vortragsberichten heben wir hervor: F r e i b u r g (Rechtsanwalt Grumbach: Das moderne Strafrecht), Duisburg (Rechtsanwalt Felsenthal, Düsseldorf: Jewish Agency und Jugendverein), Forst (Rechtsanwalt Dr. Charig: („Meine Erlebnisse in politischen Prozessen"), Oeynhausen (Moritz Rülf: Probleme der Reifejahre), Karlsruhe (Rechtsanwalt Dr. Friedbirg: Wege zum Weltfrieden), München (George Goetz: Die Stellung des religiösen Liberalismus im Judentum; Rechtsanwalt Dr. Werner: Europäisches Judentum: Max Gundersheimer: In welchem Maße kann Erziehung uns beeinflussen?), Wesermünde (H. Winter: Walter Rathenau), Koblenz (Kurt Voss: Jewish Agency; Med.-Ral Dr. Silberstein, Berlin: Die Krisis de-- jüdischen Jugend), Heidelberg (Fr. Rosenbusch: Jüd Sprof. Dr. Rothheimer: Abergläubisches und Heidnische -ntum), Stuttgart (Stadtrabb. Dr. Rieger: Die 1 Emden (Lehrer Steinhardt, Magdeburg: W- Mit free iten wir unsere Uebersicht schließene sein lOjähriges Bestehen mit einem r .abb. Dr. Neuhaus, Mülheim, über ,Di<> ibel" sprach. Berlin konnnte ein und Wilhelmshaven hat Aussicht, Bekommen. K.

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