Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 16 (1930)
- Issue
- 1 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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JÜG€ D€P BUND jüpiscHen JU6enpv6B€me peurscm-flnps 16. Jahrgang Düsseldorf, den 10. Januar 1930 Nummer 1 Tagungstribüne: a) Tribunal? Von Jakob Jacobs; b) Was erwarten eimer. — Buchanzeigen.—Aus dem Leben des Verbandes. — Junggruppen: a) Haben wir das Recht zu erziehen? — b) Wir fordern den Junglehrer. — c) Elternabend der Duisburger J.-G. — Mitteilungen der Verbandsleitung. — Stellenvermittlungsnothilfe. — Adressenänderungen. — Annoncen. AlIC Hom Inhalt" Hauptvorstandssitzung (Schluß). HUO UGIII IllUlt - wir von München? Von Schweißheimer. Hauptvorstandssitzung des Verbandes der jüdischen lugendvereine Deutschlands am 24. Ii. 1929 in Wiesbaden. (Schluß.) Durch ein Versehen ist in der in der letzten Nummer veröffentlichten Anwesenheitsliste unter Verbandsleitung Waldemar Strauß nicht aufgeführt worden. Hahn behandelt in seinem Referat die derzeitige innen- und außenpolitische Konstellation des Verbandes. — Prinz hat sein Amt als Vertreter des Verbandes im Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände niedergelegt. An seiner Stelle wurde Dr. Alfred Hirschberg, Berlin, delegiert. — Bei der Tagung des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände, die in den Weihnachtsferien in Seesen stattfindet, wird der. Verband durch einen Referenten und vier Verbandsfreunde vertreten sein. — Die Stellungnahme des Verbandes zum Jüdischen Friedensbund ist noch nicht ganz geklärt, da das Statut einen Paragraph enthält, der in Verbandskreisen nicht als zur restlosen Erfüllung der Friedensforderung der Jugend ausreichend angesehen wird. Vorläufiger Vertreter des Verbandes in dieser Organisation ist Erich Wexberg, Berlin. — Der Referent gibt sodann einen genauen Ueberblick über die Geschichte des Beitrittes des Verbandes zur Jewish Agency, indem er sich auf den im „Jugendbund" Nr. 10 (1929) veröffentlichten Bericht bezieht. Er bespricht dann die Maßnahmen, die der Verband aus seiner gesamtjüdischen Einstellung heraus ergreifen muß, um dazu beizutragen, daß die Jewish Agency zu einem wirklich neutralen Instrument des Palästinaaufbaus ausgebaut wird. In diesem Zusammenhang kommt er auch auf den offenen Brief zu sprechen, den Ernst Holzer und Jakob Jacobs, Frankfurt a. M., an ihn gerichtet jiaben und der von den Verfassern in der „Jüdischen Rundschau" veröffentlicht wurde. Der Brief hat folgenden Wortlaut: Frankfurt a. M., den 16. Oktober 1929. An den ersten Vorsitzenden des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Herrn Rabbiner Dr. H. Hahn, t Essenl Lieber Verbandsfreund! Der Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands ist bereits vor acht Jahren die erste große nichtzionistische Organisation Deutschlands gewesen, die sich begeistert für den Palästina-Gedanken eingesetzt hat; und dies zu einer Zeit, wo er noch nicht so populär war, wie heute. Getreu dieser schon traditionellen Palästina-Freundschaft und getreu dem Statut, das dem Verband vorschreibt, in „gesamtjüdischem Denken und Wollen" zu arbeiten, sind Sie, lieber Verbandsfreund, und zwei weitere Mitglieder der Verbandßleitung, dem Initiativkomitee zur Erweiterung der Jewish Agency beigetreten, ein Schritt, der im Lande wohl einmütige Zustimmung gefunden hat. Darüber hinaus aber hat die Verbandsleitung in den letzten Wochen — unter dem Eindruck der Vorgänge in Erez-Israel — die Aufforderung zu unserer Freude ergehen lassen, einen Hain der jüdischen Jugendvereine im Einsteinwald des Keren Kajemeth Lejisrael zu pflanzen. Wir sind überzeugt, daß diese Aufforderung die nahezu einhellige Zustimmung aller Verbandsfreunde findet. Indem wir dies alles fesstellcn, müssen wir unserer tiefen Beschämung darüber Ausdruck geben, daß es möglich war, daß_sich unter jener würdelosen „Erklärung deutscher Juden"t die jüngst in Tageszeitungen veröffentlicht wurde, auch einige wenige Namen von Mitgliedern unseres Verbandes fanden. In der Ueberzeugung, daß diese Mitglieder hierdurch gröblich gegen Grundsätze, Geist und Arbeit unseres Verbandes verstoßen haben, richten wir an Sie., lieber Verbandsfreund, hiermit die Aufforderung, diesen Mitgliedern die Mißbilligung der YerliamNleitung in geeigneter Weise zum Ausdruck /.u bringen. Die Unterzeichneten, von denen der eine tätig auf dem Boden des Zentralvereins steht, der andere aktiver Zionist ist, die sich stets für das Aufbauwerk, und nicht nur mit Worten, eingesetzt haben, die in jahrelanger gemeinsamer lokaler und überlokaler Arbeit im Interesse unseres Verbandes verbunden sind, stellen ferner den Antrag: Der Verband möge, über die bisherige Aufforderung an seine Mitglieder zu freiwilliger Leistung für den Aufbau hinausgehend, einen Zwangsbeitrag von 10 Pfennig pro Mitglied und Monat von allen 12 0J0 dem Verbände angeschlossenen jungen Juden erheben, der dem Keren Hajessod zuzuführen ist. Die beachtliche, hierdurch dem Aufbauwerk zuzuführende Summe, darüber hinaus aber die moralische und erzieherische Bedeutung dieser Maßnahmen scheint den Unterzeichneten die einzig würdige und stolze Antwort auf jene „Erklärung" zu sein. Mit herzlichem Verbandsgruß! Ernst Holzer. Jakob Jacobs. . Eine Rundfrage bei den Mitgliedern der Verbandsleitung? des Vorstandes und des Beirates hat ergeben, dal> die Form de¬ Vorgehens einstimmig stark verurteilt wird, daß ferner mit überwältigender Mehrheit die beiden Vorschläge abgelehnt wurden. — Erfreulich ist, feststellen zu können, daß die Landes¬ und Bezirksverbände seit der Tagung in Dresden, wie Schwarzschild in seinem Referat schon näher ausführte, ihre Arbeit immer intensiver zu gestalten verstehen. Die selbständige Arbeit sei aber nur dann sinnhaft, wenn sie in das Verbandsganze eingefügt und organisch eingegliedert wird. Es sei zweifelhaft, ob die Rundschreiben, die in der letzten Zeit von einzelnen Mitgliedern des Vorstandes in Umlauf gesetzt worden sind, dazu angetan sind, wesentliches zur Klärung der gemeinsamen Aufgaben beizutragen. Strauß regt an, daß der Vorstand in Zukunft in ausgedehnterem Maße auch über alle internen Verbandsfragen informiert wird, dann sei am ehesten die an sich unerfreuliche Tatsache der separaten Rundbriefe der einzelnen Vorstandsmitglieder zu beheben. Er gibt zu, daß man in verschiedenen Fragen des Referates Hahn geteilter Meinung sein könne, hält aber insbesondere d Gedanken des Anschlusses des Verbandes an die Je" 'ency für durchaus richtig. Er teilt dann mit, daß ' beauftragt habe, in der Vorstandssitzung mitz'- Antragsteller ihren Vorschlag hinsichtlich d tusprechenden Mißbilligung gegen die Up' .«lärung deutscher Juden" zurückzieh'' tritt den Standpunkt, daß der Verband ,emäB Paragraph 1 seiner Satzungen der beitreten könne, daß er aber jedem Mitglied