Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 10 (1.10.1929)
- Date
- 1929-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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sozialistischen Generation gewähren die Zeitschriften „Arbeiterjugend" und „Jungsozialistische Blätter", von denen die letzteren ebenso wie die Zeitschriften „Der Kampf" und „Der Klassenkampf" die Fragen der Tagespolitik von der hohen Warte des wissenschaftlichen Sozialismus aus betrachtet. Naturwissenschaftlich Interessierten sei die Lektüre der „Urania", des sozialistischen „Kosmos" empfohlen. Auf den ganz ausgezeichneten „Kulturwille", die beste sozialistische Kulturzeitschrift, ist in diesen Blättern schon einmal hingewiesen worden. Damit sind wir bei der sozialistischen Kunst. Hier stehen an erster Stelle die packenden Bilder der Käthe Kollwitz; das Werk Zilles — humorvoll und erschütternd zugleich; George Grosz' bitterböse Zeichnungen und die großartige Holzschnittkunst des Flamen Masereel. Aus der Reihe der sozialistischen Erzähler verdienen besondere Erwähnung die Amerikaner Jack London (S. O.) und Upton Sinclair („Petroleum" „Boston"); der Däne Andersen- Nexö („Pelle der Eroberer", „Stine Menschenkind"); der Mexikaner Traven („Totenschiff") und last not Ieast: Maxim Gorki. Der bedeutendste russische Roman der Gegenwart ist Gladkows „Zement". Das sozialistische Drama schuf Ernst Toller mit seiner „Wandlung"^ den „Maschinenstürmern" und „Masse Mensch". In den billigen und geschmackvoll ausgestatteten Gedichtbändchen des Arbeiterjugend-Verlages kommt die lange Reihe der deutschen Arbeiterdichter zu Wort: von Karl Henkell und Gerrit Engelke über Lersch und Bröger bis zu Bruno Schönlank und Max Barthel. Von Barthel stammt auch das einzigartige Reisebuch „Deutschland'', ein Musterbeispiel sozialen Wanderns, ebenso wie Anna Siemsens „Daheim in Europa, unliterarische Streifzüge", das Gegenstück zu den „Literarischen Streifzügen" derselben Autorin. Hier hat eine tiefgründige Soziologin, eine feinsinnige Künstlerin und was mehr noch heißen will: eine tapfere Kämpferin für eine bessere Menschheit die Feder geführt. Werner Pese, Görlitz. Bücher für Junggruppen Ratgeber für Jugendspielscharen. Teil I: Die Auswahl von Spielen. Verlag: Hauptwohlfahrtsstelle für Ostpreußen, Königsberg i. Pr.. Paulstraße 2. Preisausschreiben Die Diskussion und aktive Anteilnahme an der Friedensarbeit, die wir im September erneut in Angriff genommen haben, muß fortgeführt werden. Wir stellen daher heute die Frage: „Was kann der einzelne für den Frieden tun?" Bedingungen des Preisausschreibens: 1. Der Kreis der Teilnehmer ist unbeschränkt. 2. Die Arbeiten dürfen nicht 50 Schreibmaschinenzeilen (höchstens 500 Worte) überschreiten. Manuskriptbogen nur einseitig beschrieben. 3. Letzter Einsendungstermin: 20 Oktober. 4. Das Ergebnis des Preisausschreibens wird in der am l. Dezember 1929 erscheinenden Nummer der Verbandszeitschrift veröffentlicht. Die Entscheidungen der Prüfungskommission sind unanfechtbar. 5. Die Prüfungskommission besteht aus: Hansgeorg Bloch, Hermann Greid, Georg Rammacher, Fritz Schwarzschild, Düsseldorf, Jack Raphael, Beckum. 6. Alle Einsendungen sind mit einem Kennwort zu versehen, ein geschlossener Briefumschlag mit dem Kennwort muß die genaue Anschrift des Einsenders enthalten. 7. Die ausgezeichneten Einsendungen werden Eigentum des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Die anderen Einsendungen werden, falls Rückporto beiliegt, zurückgetandt. Folgende Buchprämien werden verteilt: 1. Preis: Gustav Landauer: Briefe. 2. Preis: Fülöp-Müller: Lenin und Gandhi. 3. bis 5. Preis: Harry Keßler, Walter Rathenau. 6. bis 15. Preis: Coudenhove-Kalerghi: Pan-Europa. 16. bis 20. Preis: Barbusse: Dos Feuer. 21. bis 25. Preis: Leonhard Frank: Die Ursache. Adressenänderungen und Neugründungen Baden. 4. Heidelberg: Irma Libmann, Theaterstraße 7. 154. Mannheim: Hans Ostheimer, Jungbuschstraße 21. Etwa 300 Stück werden, systematisch geordnet, einer kurzen Besprechung unterzogen mit Angabe der Spielerzahl und Spieldauer. Wenn auch manches für unsere Kreise nicht in Frage kommt, so wird doch sicherlich vielen Vereinen mit solchem Ratgeber gedient sein. Es wäre zu wünschen, daß ein solches Werk auch speziell für unsere Kreise geschaffen würde. Dr. A. R. Der Schulkampf. Organ der sozialistischen höheren Schüler. Herausgegeben vom SSB. Jedes Heft 10 Pf. Verlag: Berlin-Neukölln, Pannierstraße 2. Wer konnte wissen, daß es auch so was gibt! Geben könnte! Heute geben könnte! Wo gerade die Pauker der sogenannten höheren Schulen sich den geistigen Stahlhelm aufstülpen — und wo man immer noch im Zeitalter jenes „Aufsatzes" haust, der zum Prototyp der Schundliteratur geworden ist. Mit Sedanfeiern wird man zwar nicht mehr überschüttet — aber der Verfassungstag und so nebenher der VDA. sollen allmählich vor den Karren gespannt werden, der unsere Jungens, unsere Mädels in den etwas stark bekannten Müllhaufen abgelagerter Anschauungen bringen wird — wenn--! Wenn ihr nicht endlich (eure vorschriftsmäßigen Schmöker in allen Ehren!) einen energischen Seitensprung macht und diese Zeitschrift „Der Schulkampf" regelmäßig lest und verbreiten helft. Das ist die Zeitschrift, die euch fehlt — nach der ihr euch allesamt seit Jahren sehnt und die schon zwei Jahre besteht, ohne daß ihr wahrscheinlich im Uebereifer eurer Pennälersorgen davon wißt. Und nun aber schleunig! Werft den ganzen Humbug der „Schülerzeitschriften", den die Tanten und Tanterichs euch mit den üblichen anständigen Gesichtern und Gesinnungen in die frischen Schülerhände drücken, zum Kuckuck — und bestellt den „Schulkampl"! Das bedeutet: Selbsterziehung. Selbstbewußtsein, Tat! Ich sah diese Zeitschrift jüngst bei einem guten Freunde, einem wundervoll-jungen Menschen in Bernburg, las dann drei Hefte, auch das neueste, und kann euch sagen: so etwas ist Leben, Bewegung. Und rezensieren darf man eigentlich solche Blätter nicht. Das ist fast Beleidigung. Man muß lesen, lesen! J. Raphael. Bayern. 12. Coburg: Kurt Fleischmann, Mohrenstraße la> Grenzmark. 27. Preuß.' Friedland: Lehrer Schatz. Hessen. 33. Kreuznach: Leo Krämer, Hindenburgstraße 10. Mitteldeutschland. 48. Magdeburg: Alfred Levy, Halberstädter Straße 25. Nordwestdeutschland. 62. Eschwege: Franz Levi, Stedigsrain. 70. Paderborn: Louis Bonn, Turnplatz 7, 1. Etg. 74. Wilhelmshaven: Ernst Strauß, Peterstraße 4. Rheinland-Westfalen. 92. Duisburg: Hedy Windmann, Kuhstraße 14. Schlesien. 115. Bernstadt: Ismar Pakula. 119. Oels: Hanna und Ruth Hirsch, Ohlauer Straße 72. Westdeutschland. 130. Grevenbroich: Richard Falkenstein, Hochneukirch bei Grevenbroich. Württemberg. 149. Ludwigsburg: Oberlehrer Metzger, Myliusstraße. Verbandsvorstand: Bezirksverband Pommern: Vors. Referendar Erwin Seegait, Stettin, Falkenwalder Straße 129, b. Wieck, Bezirksverband Schlesien: Rabbiner Dr. Wahrmann, Oels i. Schlesien, Gr. Feldstraße. Glückwunsch-Ablösungen Allen Verbandsfreunden wünschen herzlichst schono tauwo: Dr. Hugo Hahn und Frau 10 Mk., Herbert Felsenthal 10 Mk., Fritz und Rahel Schwartzweiler 5 Mk., Dr. Siegfried Klein und Frau 10 Mk., Alice Hirsch, Magdeburg, 3 Mk., Gerh. Raphael, 11