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Der Jugendbund · 1929-05-01 · 5 (1.5.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
5 (1.5.1929)
Date
1929-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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DCP ,ffO€lVJ)BUlNP (niTTfe"-unG€n D€s vepBflnpfcs D€P jopiscHen juoenpy6B€in€ DfeuTscmflnps 15. Jahrgang Düsseldorf, den 1. Mal 1929 Nummer 5 All? rfPm Inhalt* Jeif1611/gency — Tagungen — Junggruppen — Mitteilungen dor Verbnndsleitung — Aus dem HU« Ubiii IHIIIU1. Leben des Verbandes — Adressenänderungen und Neugründungen — Anzeigen. Jewish Agency Vorbemerkung Pfingsten 1921 legte die Führertagung des Verbandes in Kassel, der Initiative Alired Apfels folgend, als erste nichtzionistische Organisation ein warmes Be- \enntnis für den Gedanken des Palästina-Aufbaues und die Schaffung eines überparteilichen Sammelwerkes für Palästina Schon eine Resolution der ersten Nachkriegstagung im luni 1919 in Berlin machte es den Jugendbündlern zur Pflicht, r Interesse dem „werdenden jüdischen Leben in Palästina" (* Zuzuwenden. Die sogenannte Kasseler Resolution, in der sich :n erstenmal in positivem Sinne die Führer des Verbandes, vot allem auch die Nichtzionisten, vorbehaltlos für das sehe Palästina erklärten, wurde von der ordentlichen Dele- .-'.entagung Pfingsten 1922 in Bonn mit überwältigender .Mehrheit gebilligt. Diese« Vorgehen des Verbandes hat seinerzeit in anderen nichtzionistischen Organisationen, in denen führende Menschen des Verbandes mitarbeiteten, ähnliche Entschließungen im Gefolge gehabt. Der Jugendverband hat, unbeirrt durch die Auseinandersetzungen der Parteien, den Fragen des jüdischen Aufbauwerkes seine volle Aufmerksamkeit geschenkt und dahin gewirkt, daß die Jugendbündler, deren wirtschaftliche Stellung sie dazu fähig machte, ihre materielle Beihilfe nach besten Kräften leisteten. In dem Bestreben, den Palästinaaufbau aus dem Parteigezänk herauszuheben, ist es der aktiven Arbeit der Jugendbünde gelungen, die in ihnen zusammengeschlossenen Menschen unterschiedlichster religiöser und politischer Stellung, seiner Tendenz entsprechend, diesen Fragen aus „gesamtmdischem Denken und Handeln" zuzuführen. Wir werden diesen Weg, auf dem uns zu unserer Freude weite Kreise der außerhalb des Verbandes stehenden nichtzionistischen Jugend 'gefolgt sind, weiter gehen und im Rahmen des uns möglichen dahin zu wirken suchen, daß die Menschen unserer Bünde ideell und materiell an der Gestaltung des jüdischen Lebens in Palästina Anteil nehmen. Wir werden uns daran auch nicht von den gerade in letzter Zeit sich häufenden, hämischen Herabsetzungen unserer Arbeit von zionistischer Seite beeinflussen lassen. Wir sind an eine Anzahl von Führern der verschiedenen -Gruppen der jüdischen Jugendbewegung herangetreten, um vor der jüdischen Oeffentlichkeit Deutschlands festzustellen, ob die jüdische Jugend, auch soweit sie in Tendenzbünden organisiert ist, einheitlich zu dieser Frage steht. Nachstehend veröffentlichen wir die als persönliche Beiträge zu wertenden Ausführungen eines Mitgliedes des Verbandsvorstandes, des Vorsitzenden des Jugendausschusses des C. V., eines Mitgliedes der Kadimah-Bundesleitung, der Bundesleitung des Aelterenbundes Kameradein, der Bundesleitung des Jung-Jüdischen Wanderbundes, des Bundesleiters des Wanderbundes Kameraden*), und eine« Mitgliedes aus dem Kreise der deutsch- ♦ *) Der zugesagte Beitrag ist infolge Erkrankung nicht eingegangen. jüdischen Jugendgemeinschaft. Diese Darlegungen sollen gleichzeitig als Beweis dafür dienen, wie trotz leidenschaftlicher persönlicher Stellungnahme jüdische Jugend heute willens ist, aus ihrem Gesamtheitswillen heraus Fragen der jüdischen Arbeit zu behandeln. Fritz Schwarzschild Die „kompromißlose Stellungnahme" durch ein Bekenntnis im Parteisinne, die sich immer noch der Gunst der jüdischen Parteien und ihrer öffentlichen Kundgebungen erfreut, wird durch die praktischen Erfordernisse jüdischer Tat mehr und mehr ihres Wertes beraubt Mehrheits- und Minderheitsgruppierungen gegenüber allen praktischen Fragen, die in der letzten Zeit die jüdische Oeffentlichkeit bewegten, haben das, nur eingefleischte Parteipolitiker überraschende Bild der Verwischung der offiziellen Grenzen gezeigt. Es will mir aber scheinen, als wäre die Gruppierung, die sich heute der Jewish-Agency-Frage gegenüber in der deutschen Judenheit entwickelt, von weit größerer Bedeutung als frühere Gruppenbildungen. Uebereinstimmend sagen die Gegner der Jewish Agency im nichtzionistischen und im zionistischen Lager — denn auch dort gibt es eine, wenn auch nicht gerade durch ihre Zahl, so doch durch ihre Persönlichkeiten nicht unbeachtliche Gruppe —, daß die Einsetzung der im Völkerbundsmandat vorgesehenen Jewish Agency einen Bruch mit der bisherigen Haltung ihrer Organisation in grundsätzlichen Fragen darstelle. Mit berechtigtem Stolz darf in diesem Augenblick der Entwicklung die zionistische Organisation darauf hinweisen, daß sie heute der jüdischen Oeffentlichkeit fast völlig das Diktat des Handelns vorschreibt. Es ist ihr gelungen, die Palästinafrage so in den Mittelpunkt des jüdischen Denkens unserer Tage zu rücken, daß auch ohne offizielle Aufforderung die Geister innerhalb der nichtzionistischen Organisationen sich an der Frage der Stellungnahme für oder gegen die Jewish Agency — und das heißt letztlich für oder gegen Palästina — scheiden. Die Vertretung der deutschen Judenheit wird nach der vorgesehenen Einteilung zahlenmäßig sehr klein.sein. Die Wahl, auch vor allem der nichtzionistischen Vertreter, muß auf die besten und geistig wirklich führenden Männer der deutschen Judenheit fallen. Die Einrichtung der Jewish Agency, die vom kommenden Kongreß zweifellos mit großer Mehrheit angenommen werden dürfte, bildet aber nicht nur hinsichtlich der Haltung der jüdischen Welt zum Palästinaaufbau einen Wendepunkt. Dem nichtzionistiseben Partner in der Jewish Agency. vor allem aber den Vertretern der deutschen Judenheit, erwächst aucheine gewichtige, über ihre Mitarbeit am Palästinawerk hinausgehende Aufgabe. Gewiß, sie treten in die Jewiih Agency ein, um bei der Lösung dieses Teilproblems der Judenfrage der Welt mitzuwirken Aus ihrer gesamtjüdischen Einstellung heraus haben sie in dieser Frage Bedenken und

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