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Der Jugendbund · 1929-02-01 · 2 (1.2.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
2 (1.2.1929)
Date
1929-02-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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mehr werden Arbeitsgemeinschaften und z u - sammenhängende Themenreihen in den Vordergrund gestellt. So bearbeitet — um den größeren Kreis Interessierendes zu erwähnen. — Wesermünde das Verbandsthema: „Die Not der jüdischen Jugend", an Hand der Lektüre des Artikels von Edmond Fleg: „Warum ich "Jude bin", der im „Morgen" erschien. Außerdem wird dort über „Jüdische Gebräuche" recht eingehend gesprochen. — S t r°a 1 s u n d hat eise Arbeitsgemeinschaft über „häusliche Kultur" und besprach in einem literarischen Zyklus „Nathan der Weise", Hebbels „Judith", das „Buch Judith" aus den Apokryphen sowie einzelne kleinere Werke St. Zweigs und Puschkins. — Göppingen behandelte außer dem Verbandsthema die Fragen „Jungens und Mädels im Bund" und „Was mir im Jugendbund nicht gefällt". Es will in nächster Zeit die Themen „Assimilation", „Emanzipation" und „Zionismus" in einer zusammenhängenden Reihe „Die Juden in neuester Zeit" besprechen. — In Köln wurde zur Frage „Jude und Staat" gearbeitet, während für die kommenden Monate „Jugend in der Gemeinde" und „Die Friedensidee im Judentum" vorgesehen sind. In einer Arbeitsgemeinschaft „Aktuelle Tagesfragen'" wurde der „Sozialismus" untersucht. Nachahmenswert sind die dortigen Aussprachen über „Verband und Verein", über „Ziele und Bestrebungen der jüdischen Jugendorganisationen" sowie über „moderne Erziehungsfragen". — Daß in einem Kleinverein wie Schivelbein in Pommern 50 bis 60 Mitglieder regelmäßig zu einer Arbeitsgemeinschaft über „Jüdische Geschichte" kommen und ein hebräischer Kursus durchgeführt werden kann, ist sehr erfreulich.. Auch eine Singgruppe hat dort ihre Tätigkeit begonnen. Von der Junggruppe ist man besonders befriedigt. — In Halle steht im Vordergrunde des Interesses dit Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Persönlichkeiten". In diesem Bund hat man den neuartigen Versuch eines „Liteinrisohcn Gerichts" unternommen. Die Teilnehmer beurteilen das Verhalten von Personen einer Erzählung als Gericht, Ankläger, Verteidiger und Geschworene, so daß jeder stark beteiligt wird. Eine Besprechung von Ernst Gläsers „Jahrgang 1902" machte nachhaltigen Eindruck. — In Neheim (Westf.) besprach man die Frage „Wie stellt sich das Judentum zum Militarismus und Pazifismus?" — Der Verein Wanne- Eickel arbeitete über das Verbandsthema auf Grund von Referaten von Jakob Jacobs, Frankfurt, über „Religiöse Not" von Mine Meyer, Düsseldorf, über „Soziale Not" und von Frau Dr. Leeser über „Die seelische Not des Kindes". Man versucht dort auch, sich mit der deutschen Arbeiterdichtung unlcr dem Motto „Der neue Mensch ist unterwegs", vertraut zu machen. — Chemnitz setzt seinen Zyklus „Alte und neue jüdische Literatur" fort. — In Buer (Westf.) ist alle vierzehn Tage ein Geschichtsabend. Man versuchte auch, sich mit dem Thema „Kunst und Kitsch" auseinanderzusetzen. — Ueber die Arbeit in Baden berichtet der Landesverband Erfreuliches: In Emmendingen besprach unter dem Titel ..Dos jüdische Jahr" Kantor Bändel Sabbat und Feste. An Hand von Aufsätzen des „Jugendbund" erörterte man das „soziale Problem". — Die Heimabende in Rastatt brachten Aussprachen über „Die Weltjugendtagung in Eerde", „Walter Rathenau", „Ritualmord", „Todesstrafe". — Pforzheim hat einen Zyklus „Die Religionen der Erde", der letzthin einen Vortrag von Architekt Reinheimer über „Die Religionen Indiens" brachte. — Hamborn beschäftigte sich im Dezember mit dem Problem „Beruf und Leben". — Dortmund hat die Lektüre von Zweigs „Sendung Semaels" beendet. Im Bibelabend wurde „Jesaia" besprochen. — Auf Grund eines Vortrages von Dr. Philipp, Elberfeld, über die „Religiöse Sehnsucht der jüdischen Jugend" entwickelte sich in Aachen eine ersprießliche Aussprache. — F 1 a t o w beschäftigte sich in seinen Arbeitsabenden mit „Lassalle", „Shylock" und „Freud". — Rheine in Westfalen hat das Thema „Geschichtliche Entwicklung des Judentums" seiner Arbeit zugrunde gelegt. Von besonderen Veranstaltungen heben wir hervor: W c r b e f e i e r n-in F 1 a t o w (Grenzmark); (Redner Fritz Schwarzschild), Aachen (Redner Dr. Hahn), Buer, Rheine (Redner Willy Rosenthal), Halle (Redner Dr. Prinz), einen „Waffenstillstands-Gedenkabend" im - November in Aachen, eine Morgenfeier anläßlich der 200. Wiederkehr des Geburtstags von Lessing in Wiesbaden sowie Chanukkafeiern in Schivelbein, Wanne-Eickel, Karlsruhe, Bruchsal, Konstanz, Rastatt, Pforzheim. Hagen, Dortmund, Flatow, Stralsund. Sein 15jähriges Bestehen feiert der JJV. Hainborn. Am 24. Februar findet um 11 Uhr im Saale Wagner, am Altmarkt, eine Morgenfeier statt, bei der Sal. Eigenfeld und Herb. Felsenthal sprechen werden. Es folgt eine Aulführung des Mysteriums^,Die Sendung" von Rob. Rosenthal. Wiesbaden. Am 1. März ist Freitagabendgottesdienst in der Synagoge mit Feetpredigt, am 2. März Jubiläumsfest im Saale Wagner und Uraufführung der Revue „Ben Akiba hat gelogen". Alle Verbandsfreunde sind herzlich eingeladen. — In Karlsrühe sprach der bekannte Vorsitzende der UUJJ., Aimc Palliere, über „Die wunderbare Geschichte". — Kippenheim beklagt den Heimgang des Vorstandsmitgliedes Sal. Durlacher, der den Bund mitbegründete und sein eifrigstes Mitglied war. Er war einer der besten der Gemeinde. — Zum Schluß noch etwa« Erfreuliches: Die Vereine Neheim und R ,is t a t t berichten über die Einrichtung von Heimen,die ihnen durch die Gemeinden zur Verfügung gestellt wurden. Auch andere Gemeinden sehen die. Notwendigkeit ein, der Jugend eine würdige Stätte der Arbeit und Geselligkeit zu schaffen. Berlin hat nun auch sqin Heim. Viv.'.nt seq.uentes! Jugendvereine, Achtung! Auch an Eurem Orte gibt es zehn- bis fünfzehnjährige junge Judenl Was habt Ihr bisher iür diese Jugend getan? Tut etwasl Gründet eine Junggruppe I Anleitung und Hilfe durch die Kreisleiter: » L.Eschelbacher, Düsseldorf, Kasernenstr.67b. M. Seligmann, Chemnitz, Annaberger Str. 3. Hans May, Frankfurt a. M.. Grempstraßc 21. Mitteilungen der Verbandsleitung 1. Ab 15. Januar d. J. ist die Kassenverwalt u n g des Verbandes nach Essen verlegt worden. Die neue Anschrift lautet: Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Kassenyerwaltung, Essen, Lindenallee 47. Das Postscheckkonto des Verbandes: Essen 19722. 2. Die Verbandsleitung hat in ihrer Sitzung vom 13. Januar beschlossen, der nächsten V e r b an d s v o r s t a n d ssitzung, die am 17. März in Berlin stattfindet, folgende Zuwahlen vorzuschlagen: Siegmund Heinemann, Essen, als Schatzmeister; Siegfried Bacharach, Hannover, für den Beirat. Karl Goeritz, Chemnitz, ist weiterhin Mitglied des Verbandsvorstandes. 3. Im März finden aus Anlaß des 20jährigen Bestehens des Verbandes einige Festveranstaltungen der Vereine statt. Die Märznummer der, Verbandszeitung wird aus diesem Grunde ein besonderes Gepräge erhalten. 4. In der Märznummer des „Jugendbund" werden keine Vereinsberichte veröffentlicht. Der Jüdische Jugendverein Düsseldorf fährt am Dienstag, dem 5. März, mit seiner Künstlerischen Arbeitsgemeinschaft im Rittersaal der Tonhalle Jeremias" von Stefan. Zweig als Festveranstaltung anläßlich des Verbandsjubiläums auf. Alle Verbandsfreunde sind zu dieser Aufführung herzlichst eingeladen. 15

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