Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 12 (1.12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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D€P ,HjG€lUfiBilNP miTTfeituneen Des vepBftnpes D€P jüoiscHen Jü<bfenov£B€in€ oeurscHLflnos 14. Jahrgang Düsseldorf, den 1. Dezember 1028 Nummer 12 A|IC9flpm InhsH* ^u *"eser Nummer. — Der soziale Lebenstypus, von Dr. Heinrich Kautz, Rektor, Hamborn (Rhld.). HlM^IIGIII BUQIE• — Die soziale Schichtung der Bevölkerung im Deutschen Reich, von Dr, M. Schweizer, Essen. — Das soziale Problem im Roman der Gegenwart, von Stadt Bibliothekar Dr. E. Sulz, Essen. — Die religiösen Sozialisten, von Dr. Hugo Hahn, Essen. — Die soziale Bedeutung des jüdischen Jugendheims, von Rabbiner Dr. Schönberger, Aachen. — Die Andern und wir, von Amicus. — Chanukka, von AHred Philipp, Elberfeld. — Briefwechsel. — Randbemerkungen. Aus dem Leben des Verbandes. — Junggruppen. — Neugründungen. -- Mitteilungen der Verbandsleitung. — Anzeigen. Zu dieser Nummer — Soziale Fragen werden im ersten Teil dieser Nummer, der von unserem Verbandsfreund Dr. Moritz Schweizer, Essen, zusammengestellt worden ist, behandelt. Zur Einführung dient das bevölkerungspolitische Problem; die übrigen Aufsatze suchen von der rein menschlichen, religiösen und literarischen Seite aus die Fragen zu beleuchten. Sie münden schließlich in Aufgaben, die unsere Jugend besonders angehen: Gemeinschaftsbildung und Berufsfragen. Wir hoffen, mit diesen Artikeln gerade in dieser Zeit sozialer Not, unseren Freunden Anregung gegeben zu haben, sich mit dem gebotenen Ernst mit diesen Problemen auseinanderzusetzen und daraus ihre Aufgaben zu erkennen. '8Wi8wgaiCNt<»a^8NP<8^ Die soziale Schichtung der Bevölkerung im Deutschen Reich von Dr. m. schweizer. Essen Die Ergebnisse der letzten Volks-, Berufs- und Betriebszählung in Deutschland vom 16. Juni 1925 vermitteln einen Einblick in die sozialen Verhältnisse der Bevölkerung. Erfahrungsgemäß haben wir hiervon irgendeine Kenntnis, die aber in den wenigsten Fällen eine umfassende ist. Erst „nüchterne" Zahlenreihen sprechen eine deutliche Sprache und lassen das wirkliche Ausmaß sozialer Probleme erkennen. Die Zahl und das Verhältnis der wichtigsten sozialen Schichten zueinander zeigt folgende Uebersicht: Die hauptberuflich Erwerbstätigen nach der Stellung im Beruf (Berufszahlung 1925) Stellung im Beruf Zahl °/ /o Selbständige........ 5538500 17,3 Angestellte und Beamte . . . 527,4232 16,5 14433 754 45,1 Mithelfende Familienangehörige 5437227 17,0 1325587 4,1 Insgesamt hauptberuflich Erwerbstätige . . 32009300 100 ■ Den größten Anteil an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen haben die Arbeiter; es sind im ganzen fast 14,5 Millionen , Arbeiter — das sind 45 Prozent aller Erwerbstätigen — im Deutsche Reich gezählt worden. An zweiter Stelle stehen die Selbständigen mit etwas über 5,5 Millionen Erwerbstätigen oder 17,3 Prozent der Gesamtzahl. Den dritten Platz nehmen die mithelfenden Familienangehörigen mit rund 5,4 Millionen Personen oder 17 Prozent ein. Nur wenig kleiner ist die Zahl der Angestellten und Beamten mit zusammen 5,3 Millionen oder 16,5 Prozent aller Erwerbstätigen. Die kleinste Schicht ist die der Hausangestellten mit etwa 1,3 Millionen Personen oder 4,1 Prozent aller Erwerbstätigen. — Berücksichtigt man bei der Zahl der Erwerbstätigen auch noch die zugehörigen Familienangehörigen, dann erhält man die soziale Gliederung der gesamten Reichsbevölkerung. In ihr entfällt der größte Anteil von 42,6 Prozent auf die Arbeiterschaft; an zweiter Stelle stehen die Selbständigen, die mit ihren Angehörigen 20,9 Prozent der Gesamtbevölkerung auf sich vereinigen, an dritter Stelle die Angestellten und Beamten mit einem Anteil von 16,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Von der Gesamtbevölkerung Deutschlands, die. etwa 62 Millionen beträgt, gehören demnach etwa 26'A Millionen zur Arbeiterbevölkerung, 13 Millionen zu den Selbständigen und ihren Angehörigen, 10 Millionen zu den Angestellten und Beamten mit Angehörigen. Ein Vergleich der Zählung von 1925" mit der letzten Vorkriegszählung von 1907 fährt zu interessanten Ergebnissen: