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Der Jugendbund · 1928-04-01 · 4 (1.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
4 (1.4.1928)
Date
1928-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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miTTfciujnGen Des vecBflnoes D6P jüDiscHen juGfcnoveßeme peuTsemflnps 14. Jahrgang Düsseldorf, den 1. April 1928 NummerV. Aus dem Inhalt: Alte oder junge Führer — alter Idealismus oder neue Sachlichkeit. — Leid und Befreiung der Jugend. Das jüdische Jugendheim. — Internationale und interkonfessionelle Zusammenarbeit der Jugend. — — Jüdische Gedanken über Mahatma Gandhi. — Junggruppen. — Bücherschau. — Dresden. — Erklärung der Verbandsleitung. — Mitteilungen der Verbandsleitung. — Aus dem Leben des Verbandes. — Kleine Mitteilungen. — Anzeigen. Das jüdische Jugendheim Von Dr. Hugo Hahn. Essen Anläßlich der Delegiertentagung des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes am 13. November 1927 in Duisburg hielt Rabbiner Dr. Hahn, Essen, ein Referat über „Das jüdische Jugendheim". Er verlieh damit der berechtigten Forderung der Jugend im Verband, eigene Heime für ihre Arbeit zu erhalten, starken Ausdruck Die sich an das Referat anschließende überaus lebhafte Aussprache gipfelte in dem Beschluß, eine De nkschrifl über die Heimfrage auszuarbeiten und allen üdischen Gemeinden, Landesverbänden und Organisatio len vor zulegen. Wir freuen uns, daß die Bemühungen des Verbandes nunmehr auch andere große jüdische Organisationen veranlaßt haben, sich an dieser wichtigen Aktion zu beteiligen. Wir hoffen, daß der nachfolgende Artikel Er. Hahns mit dazu beitragen wird, die eingeleitete Aktion einer befriedigenden Lösung entgegenzufahren. Die Schriftleit L u n g. ist nicht Die Forderung, jüdische Jugendheime zu errichten, neu. Wer die Geschichte unseres Verbandes auch nur oberflächlich kennt, weiß, daß wir schon in der Vorkriegszeit des öfteren an die Gemeinden und jüdischen Organisationen mit der Bitte herangetreten sind, uns bei der Errichtung von Heimen für die Jugend behilflich zu sein. Mit nicht allzu großem Erfolg, wie gesagt werden muß. Wenn wir jetzt diese Forderung im ganzen Reich mit verstärkter Dringlichkeit aufnehmen, so geschieht dies keineswegs in Verkennung der mancherlei erhöhten Lasten, die den jüdischen Gemeinden und Verbänden heute auferlegt sind. Wir wissen das wohl und können trotzdem von unserer Forderung, die Geld kosten wird, nicht abstehen, weil wir zu genau sehen, daß von der Schaffung jüdischer Jugendheime die Arbeit an und in unserer Jugend in Zukunft stark abhängen wird. Eis verlohnt sich, einen Augenblick die Wichtigkeit dieser These zu beleuchten. Es dürfte keine Zufälligkeit «ein, daß gerade in diesem Augenblick der Ruf nach Schaffung eigener Heime in der gesamten jüdischen Jugend Deutschlands ein lebhaftes Echo findet. Es ist ja bekannt, daß die: Jugend- Vereins arbeit in der Nachkriegszeit eine gewisse Abschwächung erfahren hatte. Es war die Jugend bewegung, die Herz und Geist der Jugendlichen durch einen neuen Lebensstil für sich zu gewinnen wußte. Es braucht hier nicht auf die Gegensätze und auf die Uebereinstimmungen zwischen Jugend b e w e g u n g s - und Jugend v e r e i n s - arbeit eingegangen zu werden. Nur auf eines sei in diesem Zusammenhang hingewiesen. Auch der Jugend bewegung lag die Heimfrage immer am Herzen. Nicht vielleicht so sehr die Frage des Stadtheimes, als die des Heimes draußen in der Natur. Es ist ja bekannt, in welch wunderbarer Weise die Jugend bewegung es verstand, die Welt der Natur und des Natürlichen wieder zu entdecken und in ihren Lebensrhythmus einzubeziehen. Man behauptet wohl nicht zu viel, wenn man sagt: Die Tage und Wochen, die diese jungen Menschen in der Stadt verbringen mußten, wurden als unangenehme Unterbrechungen des Fahrtenleben« aufgefaßt, das an freien Tagen und vor allem in den Ferien ein jugendgemäßes Leben draußen im Freien ermöglichte. So wurden die Wiese und der Berg die von Gott gegebenen Aufenthaltsräume dieser Jugend, und Stall und Scheune dienten als willkommene Nachtquartiere bei schlechter Witterung. Gewiß: man wollte auch in der Stadt im eigenen Kreis zusammen sein; aber da diese Heimnachmittage und -abende vielfach nur Vorbereitungsstunden für die Fahrt waren, so konnte man sich auch mit primitiven Räumen bequemen, oder, wie das bei der jüdischen Jugendbewegung meist geschah, man konnte im Haus der Eltern ein Zimmer für diesen Zweck freimachen. Ausschlaggebend blieb dabei für die Jugendbewegung die Frage: Wie bekommen wir draußen in der Natur Stützpunkte unseres Fahrtenlebens, von denen aus wir immer weiter ins Land hineinwandern können? Das Interesse der Jugend bewegung galt deshalb vor allem der Jugendherberge, die, praktisch eingerichtet, zunächst den Erfordernissen des Wanderers zu dienen hat. Das Jugendherbergswerk hat sich ja inzwischen so weit ausgebreitet, daß auch Menschen, die nicht in der Jugendbewegung stehen, gern an den unbestreitbaren Segnungen dieser Einrichtung teilhaben. Erwägenswert bleibt nur, ob nicht auch die jüdische Oeffentlichkeit die Verpflichtung hat, sich an der Ausgestaltung dieser Arbeit unter Berücksichtigung der für unsere Jugend erforderlichen Maßnahmen mehr als bisher zu beteiligen. Beachtet die Rubrik „Dresden" auf Seite 13

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