Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 3 (1.3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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mitwirken bei der pädagogischen Ausgestaltung der gesamten Jugendwohlfahrtsarbeit. Zur Mitarbeit ist jeder jüdische Lehrer willkommen. Zuschriften sind zu richten an Georg Sawady, 1. Vorsitzender des Sozialen Ausschusses des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche, Geschäftsstelle Berlin N 24. Oranienburger Straße 69 II. Hus dem Leben des Verbandes Erfreulicherweise liegen eine große Anzahl von Vereinsberichten vor, aus denen wir nachstehend einige besonders interessierende veröffentlichen: Ahlen i. W. Hier sprach am 19. Februar Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf, über „Jüdische Poesie im Mittelalter". Unsere Arbeit vollzieht sich unter Leitung von Lehrer Tint hauptsächlich in Heimabenden, an denen sich besonders die in den Geschäften tätigen jungen Menschen eifrig beteiligen, l'nsere Junggruppe zeigt besonderes Streben. Berlin-Norden: Der Verein hat eine verhältnismäßig kleine Anzahl aktiver Mitglieder, die aber besonders rührig sind. Eine Bibelgruppe beschäftigt sich mit der Lektüre der Heiligen Schrift unter Zuhilfenahme des Talmud und Midrasch. Eine Literalurgruppe las u. a. Zweigs „Jeremias" und bekam starke Anregung durch die Düsseldorfer Freunde Herbert Felscnthal und Manfred Vöhl. Der neugegründete Sprechchor findet viel Anklang. Neuerdings sind auch Heimabende eingerichtet worden, in denen versucht wird, jeden Teilnehmer aktiv heranzuziehen. Als Themen werden behandelt „Streifzüge durch das jüdische Sozialrecht" und „Antisemitismus". Beckum i. W. Der Unterbezirk Ostwestfalen des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes hatte am 19. Februar, unter Leitung von H. Levi, Lippstadt, eine Besprechung, zu der Vertreter von Beckum. Lippstadt, Bielefeld und Paderborn erschienen waren. Es wurde von dem Vorsitzenden des Bezirksverbandes. Alfred Bonnin, darauf hingewiesen, daß in den nächsten Monaten die Vereine sich eingehend mit den Themen der Dresdener Delegiertentagung beschäftigen müßten. Vorher ging ein Vortrag von Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf, über ..Die Propheten im Lichte unserer Zeit", dem zahlreiche Freunde aus Beckum und Umgebung lauschten. Dierdorf i. Westerwald. In unserem kleinen Verein finden jeden Samstag Heimabende statt, deren Themen auf lange Sicht festgelegt wurden. Besonderen Anteil nahm der Verein an dem 100jährigen Stiftungsfest des Jüdischen Frauenvereins. ' Duisburg. Am 22. Januar fand eine Besprechung des Unterbezirks Duisburg statt, an der die Vereine Duisburg, Hamborn und Oberhäusen teilnahmen. Die Aussprache drehte sich vor allen Dingen um die Frage der Gründung von Jungi;ruppen. Gelsenkirchen. Der Verein hatte im vergangenen Jahr tiber 30 Veranstaltungen. Es sprachen u. a. Dr. Schönberger, Aachen, über „Geschichtsauffassung im Judentum", Josef Weinsaft, Chemnitz, über „Die Jugend und das deutsche Judentum der Gegenwart", Prof. Dr. Goldstein, Darmstadt, über „Herkunft des völkischen Typus". Dr. Klein, Düsseldorf, über „Jugend und Gemeinde", Dr. Galliner, Frankfurt, über ..Der Jude in Rembrandts Kunst". Oberstudiendirektor Dr. Töwe, Gelsenkirchen, über „Kulturkrisis der Gegenwart". In einer Arbeitsgemeinschaft, die sich steigenden Interesses erfreute, wurde unter Leitung von Rabbiner Dr. Galliner jüdische Geschichte behandelt. ' Hannover. In unserem Verein wurden im vergangenen Jahre 37 Vorträge gehalten, aus denen wir hervorheben: „Jüdischer Jugend Wollen und Weg", von Alfred Bonnin, Bielefeld. „Ueber jüdische Geschichte", von Rabbiner Dr. Schorch, „Jüdische Gesetze und moderne Jugend", von A. Joelson, „Ueber das jüdische Herz", von Inspektor Iwan Meyer, „Paulus unter den Juden", von Rabbiner Dr. Krakauer. Osnabrück, „Jüdische Wohlfahrtspflege", von Leopold Grünbaum, „Beruf und Berufung", von Gerd Schönfeld, „Jüdische Jugend und fremde Einflüsse", von Otto Ulimann, „Jugend in der Gemeinde", von Fritz Schwarzschild, „Aus der Frauenbewegung", von Dora Buchholz, „Die Bedeutung unserer Feste", von Seminardirektor Dr. Knoller, über die Rundfrage „Was zieht mich zum Jugendverein", von Joe Israel. Außerdem wurden Arbeitsgemeinschaften abgehalten über „Jüdische Geschichte", „Jüdische Gesetze und Gebräuche", „Einführung in philosophisches Denken". Ichenhausen. In der Generalversammlung vom 12. Februar legte der Gründer und bisherige Vorstand unseres Vereins, Dr. Arthur Reichenberger, sein Amt nieder, da er aus beruflichen Gründen nach auswärts geht. An seine Stelle trat Leopold Krämer. Um auch die Jüngeren zu ihrem Recht kommen zu lassen, sollen für diese regelmäßige Heimabende eingerichtet werden. Die Leitung und Auswahl der Themen liegt in den Händen eines von den Jüngeren gewählten Vertrauensmannes. Mit Beginn des neuen Jahres hat der bewährte bisherige Leiter unserer Heimabende, unser Ehrenvorsitzender Herr Lehrer Jakob Blum, uns verlassen, um als Religionslehrer nach Nürnberg zu gehen. In einer wohlgelungenen Abschiedsfeier wurde ihm eine Ehrenurkunde überreicht, in der seine Verdienste um den Verein und die unvergängliche Dankbarkeit für seine treue Mitarbeit Ausdruck fanden. Köln. Nachdem die beiden ersten größeren Vortragsabende und die überaus große Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften nach der Neuordnung des Bundes die Notwendigkeit des „Gabriel-Rießer-Vereins" gezeigt hatten, gehen wir nunmehr an die innere Durchgestaltung unserer Arbeit. Die fünf bisher eingerichteten Arbeitsgemeinschaften verlaufen zur größten Befriedigung der Leiter und Teilnehmer. Die Freitagabende sind regelmäßig stark besucht. Im Mittelpunkt der Bundesarbeit steht der regelmäßig stattfindende Heimabend, bei dem alle Richtungen des Judentums besprochen werden. Kreuznach. Der Winter 1927.28 hat uns bis jetzt außerordentlich befriedigt. Die Kurse des Herrn Rabbiner Dr. Jakobs in Hebräisch, Jüdische Geschichte und Religionsphilosophie wurden im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften fortgeführt und erfreuten sich reger Mitarbeit. In Heimabenden, die alle 14 Tage stattfinden, wird über „Tagesfragen" gesprochen. Ein Freitagabend unter Leitung des Herrn Kantors Bacharach verlief so angeregt, daß er möglichst bald wiederholt werden soll. An Vorträgen hörten wir „Jugendnot und Judennot", von Aribert de Jonge, Duisburg, „Jugend in deutscher Politik und Wirtschaft", von Dr. Ernst Simon, Frankfurt, „Wege zur jüdischen Gemeinschaft", von Mine Meyer, Düsseldorf, „Wirtschaftsprobleme", von Adolf Marx, Kreuznach, „Die Juden als Träger des Kulturfortschrittes", von Studienrat Dr. Cohn, Breslau. Mainz. Es ist uns gelungen, gemeinsam mit dem Centraiverein, dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der Zionistischen Vereinigung, einen Vortragszyklus, von Dr. Ernst Simon, Frankfurt a. M., über „Jüdische Geschichte im 19. Jahrhundert" zustande zu bringen. Der Redner verstand es, in acht Abenden den Stoff derartig zu behandeln, daß die Besucherzahl ständig zunahm. Die anschließende Aussprache bewegte sich jedesmal auf beachtlicher Höhe. Das Zusammengehen der verschiedenen jüdischen Richtungen war für Mainz etwas Neuartiges, der Erfolg so erfreulich, daß wir auch anderen Bünden nur raten können, derartiges zu versuchen. Die Vorträge wurden in den dazwischen liegenden Wochen in Heimabenden ausgewertet. Ein Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Paul Simon, Mainz, über „Die Jugend in der Gemeinde" gab Anlaß zu einer anregenden Aussprache über Gemeindeverfassungsfragen. Seit November wurden 9 Arbeitsgemeinschaften und Heimabende abgehalten, außerdem fanden 5 Fahrten und 2 Freitagabendfeiern statt. Mayen. Am 11. Februar leitete bei uns Artur Hermanns, Düsseldorf, einen Heimabend über das Thema: „Emanzipation, Assimilation und wir". Die sehr rege Teilnahme, besonders der AUerjüngsten, führte zur Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, 14