Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 10 (1.10.1927)
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Halle. Im Mittelpunkt der Werbewoche vom S. bis 12. September stand ein öffentlicher Vortragsabend, bei dem Rabbiner Dr. Prinz, Berlin, über „Jugend und Gemeinde" sprach. Das Protektorat der Veranstaltung hatte dankenswerterweise der Vorstand der Synagogengemeinde, das Rabbinat und die Germania-Loge übernommen. Der 2. Vorsteher der Synagogengemeinde betonte, daß die Jugend, bei der Gemeinde stets ein williges Ohr finden werde. Die Worte von Dr. Prinz, in denen er ausging von der Entfremdung zwischen der alten und jungen Generation und die Sehnsucht nach der Kehilloh betonte, fanden starken Beifall. Ein Abend für die Jugend, eingeleitet durch ein kurzes Referat des 1. Vorsitzenden Richard Cohn über „Lebensgestaltung", bildete den Abschluß der erfolgreichen Werbewoche. Hamborn. Die von allen Kreisen der Gemeinde stark besuchte Werbefeier wurde künstlerisch verschönt durch musikalische und rezitatorische Darbietungen einzelner Mitglieder und durch das Debüt des neugebildcten Sprephchors, dessen Leistungen trotz seines kurzen Bestehens auf beachtlicher Höhe standen. Erich de Jonge sprach aus seinem Tagebuch ,,Auf großer Fahrt", Artur Hermanns (Düsseldorf) Worte über ..Jugend und Gemeinde" übten eine starke Wirkung aus. Hannover. Fritz Schwarzschild sprach über „Jugend und Gemeinde" in Anwesenheit eines außergewöhnlich zahlreichen Publikums. Die anschließende Aussprache war sehr anregend und stand auf hohem Niveau. Lippstadt. Hier sprach Manfred Vöhl, Düsseldorf, Vor der zahlreich erschienenen und interessiert zuhörenden Gemeinde. Offenbach a. M. Die Werbeveranstaltung brachte dem Verein über 20 neue Mitglieder. Der große Saal des Vereinshauses, den die Gemeinde zur Verfügung stellte, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Einleitung bildeten musikalische und rezitatorische Vorführungen von Mitgliedern. Im Mittelpunkt des Abends stand die Festrede von Ernst Holzer, Frankfurt, über: ..Die Jugend in der Gemeinde", die starken Beifall fand. Der zweite Teil des Abends bestand in einem Schaufechten zweier in diesem Sportzweig als Meister bekannten Mitglieder. Osnabrück. Manfred Vöhl aus Düsseldorf wußte durch seine Ausführungen die große Versammlung von Jugendlichen und Genleindemitgliedern stark zu fesseln. Wir erhoffen von dem Abend eine neue Belebung unserer Vereinsarbeit. Wir hoffen, in der nächsten Ausgabe noch zahlreiche Berichte veröffentlichen zu können. Aus den übrigen uns vorliegenden Zuschriften der Vereine heben wir hervor den Jahresbericht des Jüdischen Jugendvereins „Moses Mendelssohn", Bad Kreuznach. Das Leitmotiv der Vortrage und Heimabende des letzten Jahres bildeten die Themen „Jüdische Charakterköpfe" und „Die Richtungen des Judentums". Es sprachen bei uns Herbert Felsenthal, Düsseldorf, über: ...lugend und Gemeinde", Rabbiner Dr. Kahlberg, Halle, über: „Sabbalai Z'wi", Lehrer Rosenberg, Oberstein, über: „Chassidismus", Landesrabbiner Dr. Lewin, Hoppstätten, über: „Bildung", Dr. Ernst Simon. Frankfurt, über „Zionismus", Lehrer Steinhardt, Magdeburg. üh^V: „Jüdische Gegenwartsfragen", Dr. Ludwig Cohn, Breslau, über: „Heinrich Heine als liidischer Charakterkopf", Dr. Ernst Simon, Frankfurt, über: ..Der jüdische Witz", Prof. Dr. Goldstein, Darmstadt, über: , Warum sind wir Deutsche", Rabbiner Dr. Hahn, Essen, über: „Charakter und Religion". In den Heimabenden wurden die Anregungen ergänzt und verlieft. Mehrere Freitagabendfeiern unter der anregenden Leitung des Herrn Kantors Bachracli waren besonders stark besucht. Einen besonderen Gewinn hatte unser Verein durch unseren neuen Rabbiner Dr. Jacobs, der drei kursorische Abende über hebräische Sprache, Geschichte und Religionsphilosophie abhielt auch in der Sommerzeit fesseln. — Herr Dr. Jacobs verstand es. eine große Zahl von Freunden zu B:rlin: Der Berthold-Auerbach reiches Arbeitsprogramm sprechen Dr. Ernst Simot der Gemeinde", Maler Ignpz Wohnung", Julius Bab europäischen Dichtung", über: „Die Toleranzidee", jüdische Lehrhaus und die über: „Eigenes in Prosa und „Gleichgeschlechtliche Lie ie körperliche Erziehung der über: „Gustav Mahler' „Maimonides und der Islan für die Kinder vorgesehen, abende gelegt, die Herr außerdem seinen Zyklus ü Judentums" fortsetzen und Christentum" sprechen abende unter fachmännischer Ra >b Verein Stuttgart stellt ein umfangir das folgende Jahr auf. Es werden Frankfurt, über: „Die Jugend in Kaufmann über: „Die zeitgemäße „Der Jude als Motiv in der Professor Dr. Goldstein, Darmstadt, Stadtrabbiner Dr. Rieger über: „Das Jugend", Redakteur Hans Sternheim Versen", Sanitätsrat Dr. Rieß über: Dr. med. Einstein über: „Die jüdischen Jugend", Max Gellhorn Ra|bbiner Dr. Kroner, Bopfingen, über: Zu Chanukka ist ein großes Fest Besonderer Wert wird auf die Heiminer Dr. Cohn leiten wird. Er wird her „Die. ethischen Grundlagen des zunächst über „Judentum und Ur- Apßerdem finden wöchentlich Turn- Leitung statt. noch eine Stimme zum sudd. Treffen in Eberbach-Saimühie Von Kurt Kraemer, im Bund jüdischer Jugend Montefiore- Heilbronn. Wir Heilbrunner Jung« ns und Mädels hatten die Absicht, in den Jugendbund einiges bacher Treffen zu schreiben. Max Gelhorn vom „Berthold- Auerbach-Verein" in Stull:; war. Dieser Umstand hat unmöglich gemacht, an Or nicht aber zu einem Sportf boggers" und mit ihren über unsere Eindrücke beim Eberart jst uns zuvorgekommen. Seine Worte dürfen nicht unwidersprochen bleiben,'im Interesse der Sache, unserer Sache. Ich, möchte auf die Vorwürfe von Max Gellhorn, die die Organisation betreffen, entgegnen, daß unglücklicherweise der Sonnlag'vor dem Treffen „Tischobeaw" es dem vorbereitenden Ausschuß und Stelle die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Hoffen! .ich hat man aus dem Eberbacher Treffen die Lehre gezogen und sieht das nächstemal ein, daß wir zu einem Gautag. zu einem Treffen zusammenkommen, das die Menschen unseres Verbandes einander näher bringen soll: tat, zu dem die Leute in „Knigger- „1 landköfferchen" kommen. Gerade der Vorwurf kann dem Bertbold-Auerbach-Verein nicht erspart bleiben, daß seine Mitglied er in einem Aufzug auf Fahrt kommen, der ein Sich-Nähe kommen von vornherein unmöglich macht. Meine Jungens fühl en sich abgestoßen, als eine ganze Anzahl der Jugendlichen sich nicht schämten, mit der Zigarette im Mundwinkel herumzustehen; Wir waren erstaunt und bestürzt, als des Mittags in Gaimühle kurz vor der Abfahrt nach Eberbach sogar die Führer von Vereinen nicht davor zurückschreckten, vor allei ihren Kameraden „trete" zu Mittag zu essen. (Man stelle sich die Wirkung auf die Jüngeren vor und auf unsere orthod >xen Mitglieder, für die so etwas ein Schlag ins Gesicht ist.) Wenn ich recht unterrichtet bin, . so verbietet 'ein Paragraph unserer Verbandsstatuten streng jede Uebertretung gegen di: Religionsgesetze. Den schönsten Teil des Tages aber bildete c ie Feierstunde, für die wir unserem Fritz Schwarzschild und ur seren Hamborner Freunden nicht Schwarzschild hat nicht nur „eine :halten, lieber Max Gellhorn, sonnen, die jeden begeistert haben. Es i )ten, man hätte in sentimentaler etwa sentimentale Romantik, sich l ihören? Gewiß nicht! Ich will bei genug danken können. Fritz inhaltlich treffende" Rede g dern er hat Worte gesproch ist nicht richtig, zu behau Romantik geschwelgt. Ist cdas „Largo" von Händel anz dieser Gelegenheil sage«, d iß zu einem solchen Prolog, den Richard Tcitler am Morgen i ber die taubedeckten Wiesen rief. Denkt an die Fördererliste des Verbandes! 13