Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 10 (1.10.1927)
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Erfolg des Abend* ist unleugbar. Einerseits hatten wir einen Abend, um dem alles befriedigt wegging, andererseits hat der Besuch aber herzliche Beziehungen zwischen rheinischem und schwäbischem Blut hergestellt. Gegensätze ziehen sich an. sicherlich trägt die Früchte unser Bund, dadurch der Verband. Die Idee dieser Besuche ist sicherlich in jeder Hinsicht förderlich. Sie richtig zu organisieren und rcgclmäßg zur Durchführung bringen zu lassen, eine beachtenswerte Aufgabe des Verbandes. Den drei Jungens aber sei an dieser Stelle nochmals allerherzlichst gedankt. Rudi Kurz. Esperanto, eine jüdische Großtat! Je stärker die internationalen Beziehungen ausgestaltet werden, desto mehr stellt sich die Notwendigkeit einer internationalen Weltsprache heraus. Schon L. Grimm stellte diese f""rderung auf. daß eine Sprache geschaffen werden müsse, die streng logisch, um unbegrenztem Reichtum, für alle Völker leicht zu erlernen, zu sprechen und zu schreiben sein müsse. Heule setzt sich immer mehr die von Dr. Zamcnhof, einem indischen Vugenarzl aus Bialystok. erfundene Esperantosprachc durch. In seinem Werke ..Das Fundament" hat er die Grundlagen für eine wirklich brauchbare Weltsprache geschaffen, die sich aus den Grundbestandteijen der europäischen Sprachen zusammensetzt. Für die Brauchbarkeil dieser Sprache ist der Beweis geliefert. Die Zahl der Esperantogruppen beläuft sich augenblicklich auf rund 2200 in 62 Ländern. (ierade für uns Juden, die wir von unserem Judentum aus inr freundschaftliche Beziehungen aller Menschen uns einsetzen, muH dieses Hilfsmittel der Verständigung von großem Interesse sein. Wir verweisen deshalb gern auf die Anzeige des Sekretin.its Jes Düsseldorfer Esperantovereins. Wegen aufklärender Schriften und Lehrbücher wende man sich an den Verlag M"s<e, Berlin, und seine Zweigstellen Die Düsseldorfer Inlert sv^nten werden"* auf die Zusammenkünfte am zweiten und vierten Donnerstag im Monat im ..Franziskaner", Ecke Maricnond. Oststralle. abends 81 ( hr. aufmerksam gemacht. Im übrigen wende man sich an den Deutschen Esperantobund. Dresden. Struwestraßc 40.. Jüdischer Wohlfahrtsfilm ..Ein Freitag-Abend" Wie bekannt ist. hat die Zentralwohlfahrtsstelle der dcul- -< 'icn Juden aus Anlaß der Düsseldorfer Ausstellung Gesolei einen Film aus der iüdischen Wohlfahrtspflege mit dem Titel: ^..Ein Freitag-Abend" herstellen lassen. Dieser Film wurde im Laufe des vorigen Jahres in 60 Gemeinden im Reich und 21 mal ■ > in Berlin aufgeführt und hatte allenthalben den größten Beifall und stärksten Frfolg. In Berlin allein wurde die Aufführung von 15 383 Personen besucht. Der Film zeigt in einer gefälligen, spannenden Rahmenhandlung die Organisation des jüdischen Wohlfahrtswesens in Deutschland und bringt sehr schöne und ansprechende Bilder aus einer großen Reihe unserer Krankenanstalten, Altersheime. Erzichungs- und Erholungsheime. Der Film ist sowohl für die jüdische Bevölkerung, als auch für interessierte christliche Kreise, wir allem die Wohlfahrtsbehörden, außerordentlich geeignet, gibt er doch einen guten Einblick in die Formen, in denen Wohlfahrtspflege nach modernen Anschauungen geübt werden soll, desgleichen ein Bild über das verzweigte jüdische Wohlfahrtswesen und deutet auf \icles hin. was noch des Ausbaues bedarf. Der Film soll in den einzelnen Gemeinden neue Helfer. Mitarbeiter und Spender werben, Anregungen für die Weiterarbeit vermitteln und ist somit als wirksamstes Propagandamittel anzusehen. Da die Herstellung des Films mit beträchtlichen, von der Zentralwohlfahrtsstelle verauslagten Unkosten verknüpft war. muß der Verleih von der Erhebung einer Verleihgebühr abhängig gemacht werden, die sich nach der Größe der betreffenden Gemeinde richtet. Diese Beträge sind jedoch so niedrig angesetzt, daß den Veranstaltern neben dem ideellen Erfolg ein beträchtlicher finanzieller Nutzen verbleiben dürfte. Als Veranstalter kommen in Frage: jüdische Wohlfahrlsorganisationen. jüdische Gemeinden, Logen, Frauenvereine, .lugendvereinc usw. Anfragen wegen Verleihbedingungen und Termin sind zu richten an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. Berlin C 2. Rosenstraße 2/4. Rus dem Leben des Verbandes Landesverbände Ueber die Delegiertentagung des Nordwestdeutschen Bezirksverbandes in Bielefeld, die vor allen Dingen menschlich werlvoll war. orientiert ein besonderer Bericht in diesem Blatte. Bei der Delegiertcntagung des Landesverbandes Grenzmark war die Verbandslcitung durch Fritz Schwarzschild vertreten, der auch das Referat hielt. Ein ausführlicher Bericht folgt demnächst. Der Hessische Landesverband lädt für den 9. Oktober zu seiner Delegiertcntagung in Worms in den Räumen der Dahlberg-Logc ein. Das Referat hält der Vorsitzende Dr. Kurz. Offenbach a. M., über: ..Arbeit und Geselligkeit im Jüdischen Jugendverein". Nachmittags findet ein Vortrag von Rabbiner Dr. Dienemann. Offenbach, über das Thema: „Wie soll man jüdische Geschichte lernen", statt. Selbstverständlich wird die Gelegenheit benutzt, die historische Synagoge, das jüdische Museum und den alten Friedhof zu besichtigen. Ende Oktober werden der Württembergische und am 13. November der Rheinisch-Westfälische Bezirksverband ihre Tagungen abhalten. vereine Der Berichtsmonat stand für die Vereine unter dem Zeichen der Werheveranstaltuni>. Es liegen bis jetzt noch verhältnismäßig wenig Berichte vor, die wir nachfolgend kurz wiedergeben: Bonn. Die Veranstaltung hatte insofern ihren Zweck verfehlt, als außer den Mitgliedern des Vereins nur wenige erschienen waren. Das lag vielleicht an der mangelnden Vorbereitung, sicherlich aber noch mehr an der Gleichgültigkeit der Gemeinde. Dr. Klein benutzte die Gelegenheit, stark auf die mangelnde Llntcrslütziing aller Kreise hinzuweisen. Vielleicht werden seine Worte ..zum Fenster hinaus dringen" und dadurch ihren Zweck erreichen. An gutem Willen im Verein fehlt es sicher nicht. Düsseldorf. Um den Erfolg der Werbefeier vorweg zu nehmen, ist festzustellen, daß die folgenden Heimabende viele neue Gesichter sahen. Darum ist der Feier Lob zu sprechen. Loh schon aus dem Grunde, weil alle Mitwirkenden ihr Bestes hergaben. Hermann Greids „Appell an die Jugend" war deshalb so wesentlich und eindrucksvoll, weil einer sprach, der nicht von uns kam. sondern aus seiner Einstellung als jüdischer Mensch heraus sprach. Seinen Worten folgte als L'eberleitung zum zweiten Referat ein Werk von Schumann: „Carneval, Opus 9". das von Hans Georg Bloch gut interpretiert wurde. Für die Jugend sprach Artur Hermanns über ...lugend und Gemeinde". Man darf wohl sagen, daß er mit seinen skeptischen Worten das Richtige getroffen hat. Der Verfall des deutschen Judentums ist tatsächlich da und nur intensiv jüdische Arbeil, wie sie der Verband leisten will, kann wieder nach oben führen. Zur Einleitung sprach der Sprechchor in Uraufführung ein Werk von Dr. Schönberger, Aachen, und zum Schluß Brögers „Stimmen der Jugend". Gelsenkirchen. Im letzten Augenblick mußte Dr. Klein für den verhinderten Redner einspringen und fand ein zahlreiches aufmerksames Publikum vor. Amalie Löwenstein, Gelsenkirchen, und Herta Weinberg, Herne, gaben der Veranstaltung durch Gesänge und Rezitationen einen auf künstlerischer Höhe stehenden Rahmen. Zahlreiche Anmeldungen bewiesen den Erfolg. 12