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Der Jugendbund · 1927-07-07 · 12 (7.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
12 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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bei; auch unter der Jugend zeigte sich großes Interesse, so daß die Tagung einen starken Besuch aufwies. Rabbiner Dr. Rosenzweig sprach über den Einheitsgedanken im Judentum. Er stellte diesen Einheitsgedanken als eine Erucht des ethischen Monotheismus dar. Dieser Einheitegedanke ist im Judentum so stark geworden, daß selbst großen Geistern der Neuzeit, die sich vom Judentum abgewandt haben, dieser Gedanke als tragender erscheint. Einheit sei die Forderung des Tages, der Gegenwartsarbeit. Aus dem Einheitsgedanken heraus sei vor einem Jahr der Bezirksverband der jüdischen Gemeinden der Grenzmark gegründet worden und habe auch zum Zusammenschluß der einzelnen jüdischen Jugendvereine der Grenzmark geführt. Ihr Ziel wird erreicht werden, wenn die Führer der Gemeinden den Wert der Jugendbewegung erkannt haben werden und ihre Bestrebungen ideel und materiell unterstützen. Die Jugend wird in dem ihr eigenen Optimismus vorwärtsschreiten und sich nicht hemmen lassen in ihrem Streben nach Einheit und Zusammenfassung aller jugendlichen Kräfte. Aus den Berichten der Vereine ist zu entnehmen, daß allenthalben nach Maßgabe der Kräfte arbeit geleistet wird. Herr Dr. Lewinski sprach dann über „Juden und Sport". Herr Dr. Rosenzweig referierte über die Gründung einer Bibliothek in den einzelnen Jugendvereinen. Der Verein Schlochau beklagte sich übet mangelnde Unterstützung von seilen des Reichsverbandes. (Wir bitten Schlochau, sich seinerseits mehr mit uns in Verbindung zu setzen.) Herr Dr. Rosenzweig gab bekannt, daß zwischen dem 11. und 18. September eine Tournee von Seiten des Reichsverbandes in der Grenzmark stattfindet, und empfiehlt dringend das Abonnement des „Jugendbundes". Der Westdeutsche Bezirksverband hält seinen ersten Führerkursus am Sonntag, dem 10. Juli, in Borln ab. Die Leitung haben Levi Wolff, Köln, Mine Meyer, Düsseldorf, und Fritz Schwarzschild, Wiesbaden, übernommen. In diesem Zusammenhang ist eine Tagung zu erwähnen, die vom 17. bis 19. Juni von der Esra-Loge zu Lübeck in Gemeinschaft mit dem Oberrat der Israelitischen Gemeinden Mecklenburgs in Lübeck veranstaltet wurde. Aul dieser Tagung wurden alle Fragen jüdischen Lebens behandelt, um so in gemeinschaftlicher Arbeit das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und ein Bild aller jüdischen Interessen religiöser, kultureller, sozialer und politischer Art zu geben. Es sprachen unter anderem Hannah Karminski über „Die Aufgaben des Jüdischen Frauenbundes", Dr. Goldmann, Leipzig, über „Deutschtum und Judentum", Schuldirektor Dr. Jonas, Hamburg, über „Jüdische Erziehungsfragen", Dr. Kanowitz über das Programm des Zionismus. Für uns ist besonders interessant, daß im Rahmen dieser Tagung auch eine Jugendtagung stattfand, die von unserem Verein Lübeck ausging und vor allen Dingen den Zweck hatte, die bisher noch gänzlich abseits stehende jüdische Jugend Mecklenburgs für urisere Sache zu begeistern. Dem rührigen Vorsitzenden, Hans Cantor, gelang es, das Interesse zu erwecken. Es werden in Mecklenburg allenthalben Stätten unserer Arbeit entstehen. Der Verein israelitischer Lehrer Mitteldeutschlands hat auf seiner Tagung in Gotha am 8. und 9. Juni folgende Entschließung angenommen: Die Versammlung betrachtet die Mitarbeit der jüdischen Lehrerschaft an der jüdischen Jugendpflege als unerläßliche Pflicht. Sie sieht eine positive Neutralität als die geeignetste Grundlage zur Einigung der jüdischen Jugend an und glaubt, daß bei ernstem Willen zu wirklicher Arbeit das Wie unter Berücksichtigung, der besonderen örtlichen Verhältnisse überall gelöst werden kann. Treffahrten. Erfreulicherweise wird in allen Teilen Deutschlands der Sommer dazu benutzt, durch Treffahrten den Zusammenhang und das Gemeinschaftsgefühl zu stärken und Gelegenheit zu gegenseitiger Anregung zu geben. Besonders freuen wir uns über die zahlreichen Beweise der Anhänglichkeit, der durch Kartengrüße an die Verbandsleitung Ausdruck'gegeben wurde und danken hierdurch allen Freunden für ihr treues Gedenken. Durch die Bemühungen des rührigen Gauleiters der Lausitz, Lehrer Jastrow, Forst, kam eine große Treffahrt der Vereine Forst, Sorau, Kottbus, Görlitz und der drei Berliner Ortsgruppen im Spreewalde zustande. Erfreulicherweise hatte sich auch der Landesverbandsvorsitzende von Mitteldeutsch, land, Dr. Cohn, Berlin, eingefunden. Die Berichte lauten sehr befriedigt. Das im Torigen Bericht angekündigte BezirKsveroands- ' treffen in N o r d w e s t d e u t s c h 1 a n d hat am 19. Juni an der Porto Westfalica stattgefunden. Etwa 90 Verbandsfreunde aus den Vereinen Bielefeld, Detmold, Bad Oeynhausen, Lübbecke,- Osnabrück, Paderborn, Hameln, Hannover, Göttingen und Bremen versammelten sich auf dem Jakobsberg, wo man wegen starken Regens gezwungen war, in einem Lokal die Aussprache stattfinden zu lassen. Herbert Felsenthal, Düsseldorf, sprach über die nächsten Aufgaben des Verbandes. Er wies darauf hin, daß die Vereine versuchen müßten, auf das. Eigenleben der Mitglieder einzugehen, es müsse ein gleicher Rhythmus in der Arbeit erreicht werden, damit alle sich als Glieder einer Gemeinschaft fühlten. Es dürfe keine Führer geben, die sich innerlich nicht über die Interessen des Verbandes klar seien, und jeder einzelne müsse immer wieder von der Arbeit des Verbandes hören. Er forderte die Schaffung . von Rundbriefen nach dem Beispiel des Westdeutschen Bezirksverbandes und die Einrichtung eines Führerkurses. Alles das müsse dazu dienen, die Jugend zur Selbstarbeit heranzuziehen. Das Referat klang aus in der Forderung, die Verbandssammengehörigkeit zu [pflegen, kein Erstarren der Organisation zu dulden und lebendiges Leben in die Vereine zu bringen. Joe Israel, Hannover, wurde zum provisorischen Leiter der Bezirksgruppe Hannover bestimmt. Erwähnenswert ist die erfolgreiche Arbeit des Vereins Bad Oeynhausen unter den jüdischen Kurgästen. Wenn auch die ganze Veranstaltung unter dem trostlosen Wetter litt, so ist doch sicher, daß durch die^ persönlichen Bindungen Rückwirkungen auf die Arbeit ntrrht ausbleiben. Im Bezirk des Rheinisch-Westfälischen Verbandes wird uns über eine Treffahrt der Vereine Duisburg, Hamborn, Mülheim, Essen und Oberhausen berichtet, die infolge des schlechten Wetters weniger ^gut besucht war. Im Westdeutschen Bezirksverband trafen sich die Vereine Dierdorf, Hamm und Limburg in Stolzenfels am Rhein und beschlossen die Wanderung mit einer schönen Dampferfahrt. Die bayerischen Vereine Kitzingen, Bamberg und Gerolshofen trafen sich am Zabelstein. Ueber die drei Treffen in Baden, die im 'Juni stattfanden, Regt uns noch kein Bericht vor. Eine wohlgelungene Treffahrt der Vereine Dillingen, Illingen, Merzig, Neunkirchen, Saarbrücken und Trier führte 98 Teilnehmer des Pfalz-Saarverbandes zusammen. Geplant ist am 10. Juli ein Treffen der hessischen Vereine, am 24. Juli eine badische Treffahrt, am 21. August eine Treffahrt der Bezirksgruppe Hannover, am 10. Juli eine gemeinsame Fahrt der sächsischen Vereine Dresden, Chemnitz und Leipzig. Das große Sachsentreifen ist auf den 20. und 21. August verschoben worden. Bamberg und Kitzingen werden zur Singgemeinschaftswoche nach Rothenburg fahren, auf die wir nochmals besonders hinweisen. Im August wird wahrscheinlich eine Fahrt der bayerischen Vereine nach Württemberg stattfinden. Am 14. August ist bei Eberbach im Odenwald ein große* Treffen aller süddeutschen Vereine. Aus Anlaß dieses Treffen» werden leichtathletische Wettkämpfe veranstaltet. Die Ausschreibungen sind an anderer Stelle dieser Nummer veröffentlicht. Neugründungen. Im Berichtsmonat sind dem Verband beigetreten die Vereine Halle a. d. Saale, Lauenburg in Pommern und R o 11 w e i 1 am Neckar. Wir begrüßen die Vereine herzlichst. Vereinsberichte. Der Verein Beckum i. W. arbeitete in drei Gruppen, die politische, literarische und jüdische Tehmen behandelten^ Besonders hervorzuheben ist eine eindrucksvolle öffentliche Beethovengedenkfeier. Der Verein wird auch im Sommer seine Arbeitsabende beibehalten. Der Jugendbund Forst i. d. L. hatte am 29. Mai eine feierliche Wimpelweihe, die Jem. Verein viele Sympathien schaffte. Da« Programm des Jugendvereins Hannover beweist einen steten Fortgang der Arbeit. Pforzheim berichtet über zwei besonders interessante und anregende Heimabende, zusammen mit der Kameradengruppe, bei denen eine Auesprache über die Ziele der beider«

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