Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 7 (7.4.1927)
- Date
- 1927-04-07
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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.....was ich war, war ich durch «einen Körper, und was ich je. seia würde, würde ich durch meinen Körper sein." (Walt Whitman.) „Die Idee des Geistes ist auf dieselbe Weise mit dem Geiste" vereinigt, wie der Geist selbst mit dem Körper" vereinigt ist." (Spinoza.) „Den Menschen über sich hinaus zu steigern, gleich den Griechen, — nicht unleibliche Phantasmata. Der höhere Geist an einen schwächlichen, nervösen Charakter gebunden — ist zu beseitigen. Ziel: Höherbildung des ganzen Leibes, nicht des Gehirns!" (Nietzsche.) > Aus dem Leben des Verbandes Nach langen Bemühungen Ut es gelungen, die in B a y e r fi arbeitenden Jngcndvereine zu einer Landesorganisation wieder zu vereinigen. Am 27. März fand in Nürnberg unter Leitung Fritz Schwarzschilds eine Tagung statt, bei der die Vereine Bamberg, München, Ichenhausen, Regensburg, Nnrwberg, Würzburg vertreten waren. Ferner waren aus Bayreuth Vertreter einer Junggruppe erschienen. Nach eingehender prinzipieller Beratung und ausführlicher Berichterstattung Ober die Arbeit in den einzelnen Bünden wurde einstimmig die Wiedervereinigung des Landesverbandes Bayern beschlossen und fenaue Richtl'niea für die Zusammenarbeit aufgestellt. Den Vorsitz übernahm Rabbiner Dr. Rülf, Bamberg, dem als weitere Vorstandsmitglieder zur Seile gestellt wurde«: Alice Kovacz, München, Ilse Schönmüller, Kitzingcn. Dr. Leo Meyer, Regensburg, Dr. Arthur Reichenberger, Ichcnhausen. Den Sc!tlti3 der Tagung bildete ein außerordentlich interessanter und mit großem Beifall aufgenommener Vortrag des ce«ien Landesverftandsv.orsitzenden über: „Das Flemcnt der 'Jugendlichkeit im Juden I u m" Dom Landesverband gehören sechs Vereine an. Die Arbeit des Jugcrd-j vereirs Nürnberg ruht zur Zeit. Mit Würzburg werden be-1 lüjflich des Anschlusses weitere Verhandlungen nötig soin. Auch sonst rcis?t sich gerade in Bayern in letzter Zeit «in erfi-eti'ich wachsendes Interesse für die Jugendbundarbeit, so daß wir in der nächsten Zeit damit rechnen können, daß die alte Geschlossenheit der gut arbeitenden bayerischen Jugerdbande wieder hergestellt ist. Fri'.z SchwarrichUd konnte sich über den Stand der Arbeit in den einzelnen I'ünden bei Besuchen der Vereine München, Regeosbt-rg i:rd Bamberg noch genauer informieren und Anregung f.ir die Einre'arbeit der Bünde und für das gedeihliche Zn«mmerwirken in dem Einheitsverhand der jüdischen J-.iger.d geben. Wir begrüßen in der Wiedererrichtung des Bayerischen Landesverbandes ganz besonders freudig' die Tatsache, daßuns nunmehr in ganz Süddeutschland wie in früherer Zeit die direkte und enge Zusammenarbeit mit allen Teilen der jüdischen Jugend wieder -m ö g I i c h geworden ist. Am 3. April hielt der Badische Landesverband in Frei burg :seine Früh jahrstagung ab. Bericht über den Verlauf derselben liegt noch nicht vor. Der NordweetdeuUch« Bezirksverband halte am 13. M^rz eine Vorstandssitzung in Bremen, in der interne Angelegenheiten des Bezirksverbandes besprochen wurden. Ende Juni soll eine Treffahrt des gesamten Bezirksverbandes stattfinden. Die Bezirksgruppen sollen durch Häufigere Zusammenkünfte die Fühlung der Vereine unterein-anaer fördern. Die Delegierten tagung soll im September, noch vor den hohen Feiertagen, stattfinden. Aus dem Bereich des Mitteldeutschen Landesverbände« liegt ein erfreulicher Bericht des Jugendbundes Berlin-Norden vor, der in kleinen Gruppen recht ersprießliche Arbeit leistet. Am 20. M^rz trat der Vorstand des Sächsischen Landesverbandes zu einer Sitzung in Leipzig zusammen, bei der zu wichtigen inneren und äußeren Fragen Stellung genommen wurde. Man beschloß, durch rege Berichterstattung zu einem weitere« Ausbau der Verbandszeitschrift beizutragen.< Für den Sommer soll der Zusammenhalt der Vereine durch Wanderungen, iriScsondere durch Treffahrten gefördert werden. Eia Landesverbandstreffcn ist in Aussicht genommen. Gegenüber der fühlbaren Gcistlosigkeit in manchen Kreisen der jüdischen Jugend wurde als eine der ernstesten Aufgaben der Verbandsarbeit betont, den jüdischen jungen Menschen mit Verantwortungsbewußtsein sich selbst und der Gemeinschaft gegenüber als Mensch wie als Jude zu erfüllen. Die Jugend muß von der Scheinkultur sich befreien und zu wirklicher Kultur vordringen, indem sie entschlossen den Kampf gegen das, wa» im Zeitbedingten zerstörend ist, aufnimmt und als Richtschnur für ihre Arbeit die von der Zeit unabhängigen menschlich ethischen Grundwerte anerkennt. Die Fübrertag-ung des Hessischen Landesverbandes am 10. April verspricht etwas ganz Besonderes zu werden, da hier 7.:m erstenmal versucht wird, in einem Landesverband eine Art Führerkursus zu unternehmen. Wir werden über diese Tagung eingehend berichten. Im Bereich des Westdeutschen Bezirksverbandes ist hervorzuheben das 25jährige Jubiläum des Jugendrereins Düsseldorf am 3. April. In einer überaus eindrucksvollen Weihefeier am Vormittag gab der Verein der weiteren Oeffentlichkeit Kunde von seiner Arbeit. Jeder, der die hervorragenden Darbietungen des Sprechchors und die Worte Dr. Orzegows Ober „das Vergangene", insbesondere aber des jugendlichen Manfred Vöhl über „das Werdende" gehört hat, wird von einem Erlebnis sprechen können. Sämtliche jüdischen Organisationen der Gemeinde, Stadt und Regierung bekundeten in herzlichen Worten ihre Anteilnahme an dem Ehrentage des Verein». Selbstverständlich wurden durch den Mund des Verbandsvorsitzenden im Namen des Verbandes und der vielen anwesenden Vertreter der Landesverbände und Vereine die besonderen Wünsche der Gleichstrebenden zum Ausdruck gebracht. Das am Abend stattfindende Fest war ein ganz besonderes Ereignis. Daß der Verein es fertig brachte, 1200 Teilnehmer nicht nur zu vereinen, sondern auch bis zum letzten Augenblick zu fesseln, zeugt davon, wie stark im Düsseldorfer Verein die Kraft der Gemeinschaftsbildung im Sinne unseres Verbandes geworden ist. Die Verbandsleitung spricht auch an dieser Stelle ihrem rührigen Verein die herzlichsten Glückwünsche aus und dankt für die vorbildliche Gastfreundschaft, die er den zur Verbandsvorstandssitzung anwesenden Freunden gewährt hat. Bericht über die Sitzung des Verbandsvorstandes am 3. April 1927 in Düsseldorf Zu der Sitzung warea erschienen: Von der Verbandsleitung: Klein, Felsen thal, öoeritr, Schwarzscadd. Die persönlichen Vorstandsmitglieder: Bacharach, Hirsch (Hamm), Holzer, de Jonge, Kaiser, Lehmann, Mine Meyer. Die Vorsitzeaden der Bezirksverbände: Hat« (Hessen), Boaatta (NardWestdeutschland), Jacob (Pfalz- Saar), Hahn (Rheinland-Westfalen), Wolff (Westdeutschland!, Wissmann (Württemberg), Guttmann (Sachsen). Die Vertreter der Organisationen: Erica Felsenthal (Groß-Loge), Rülf, Detmold (Lehrerverband), Mine Meyer (Jüdischer Frauenbund), Hahn (Rabbinerverband). Die Beiratsmitglieder: Krombach, Weinberg. In eingehender Beratung wurden für die wettere Arbeit Beschlüsse ron weittragender Bedeutung ge-