Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 3 (10.2.1927)
- Date
- 1927-02-10
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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BUCHERSCHAU Dm Lcbco Gabriel Rießers. Von Fritz Frieslinder. Berlin 1926. Philo-Verlag. „Emen Beitrag zur inneren Geschichte Deutschlands im 19. Jahrhundert" nennt der Verfawer sein Bnch. Indem Frieslander aber mit glücklicher Hand auf den innigen Znsammenbang hinweist, der zwischen Rießers Schaffen für den deutschen Nationalstaat (Panlskirche) and zwischen seinem Wirken für die Gleichberechtigung der Juden besteht, zeichnet sein Buch nicht nur einen Abschnitt allgemein-deutscher Geschichte, sondern es wird gleichzeitig iu einem wichtigen Beitrag zur Geschichte der Juden überhaupt. Zwar erscheint ans Gabriel Rießer ab der bezüglich seines Verhältnisses zu Deutschtum and Judentum sehr anproblematische Typ »ergangener Epochen. Aber als Kampfer und Politiker wird er Beispiel, Symptom. — Das Bach will nichts weiter als zu geschichtlicher Erkenntnis beitragen; es erfüllt seinen Zweck. Wer in der Geschichte die Lehrmeisterin sieht, und wer aus den politischen Anfängen wichtige und richtige Schlüsse auf den Status quo des deutschen Judentums ziehen will, der wird an diesem Boche nicht vorbeigeben. A Ho. Die Sagen der Jaden; 'Mose. Gesammelt von M. J. bin Gorion. Frankfurt 1926. Rütter-&-Loening-Verlag. Um seine Helden schlingt das Volk Legenden; das Volk der Jaden sieht in Mose seinen Meister and Propheten, wie keiner mehr aulstand in Israel. Uns Westlichen, dem Sagenborn der Joden entfremdet, ist der Führer in den Himmel gerückt worden. Doch wenn wir die Mose-Legenden lesen nnd uns in diese Welt einleben, so tritt uns Mose ins Leben zurück: Mit plastischer Deutlichkeit, in seinem Wesen und in seinen Zügen, steht er vor uns. Und von seiner Geburt bis zu seinem Tode folgen wir der Geschichte seines Lebens. — Indem wir Mose, den Menschen, nnd sein Leben zu erkennen glauben, erkennen wir Mose, den Propheten, und sein Werk. Deshalb, nnd seiner Gemütstiefc und Ursprünglichkeit wegen, wird das Buch viele Freunde linden. Ho. Als beachtenswertes Ergebnis seines Bundestages legt der Den Ischjüdische Wanderbund „Kameraden" das neueste Heft seiner Zeitschrift vor. Es wird hier nämlich der Versuch gemacht, das sog. Aeltcrcnproblcm zo 16sen, das heute vielleicht als d a s Problem der Jugendbewegung überhaupt bezeichnet werden kann. Die „Kameraden" versuchen nun, durch systematische Organisation von Arbeitskreisen die Aeltercn sowohl überhaupt beim Bunde zu halten, als auch der Bundesarbeit ein Ziel, eine Vertiefung zu geben. Von diesem Willen legt das Heft Zeugnis ab. Wir unsererseits begrüßen nicht nur diesen Weg zur ,,Bildun*sarbeit", wie es ein Kamerdenführcr nennt, (die unserer Methode sogar in den Augen einer Opposition auf dem „Kameraden„-Bnndcstage so ungeheuer ährlich ist), sondern wir werden auch Anlaß nehmen, zu prüfen, ob der Arbeitskreis, der über das Reich Menschen an eine gemeinsame Arbeit bindet (wobei der Ton auf „gemeinsame" und aal „Arbeit" zu legen ist), ob der Arbeitskreis nicht auch für ans wünschenswert ist. Es ist interessant, festzustellen, wie das Sachen nnd Ringen um theoretische Festlegungen der Bundestendenz in den einzelnen Bünden immer mehr aufhört und sich die Arbeit vom Theoretischen nnd vom Sentimental-Wandervogclhaften mehr nnd mehr zum Praktischen^hinwendet. Neben dem „Kämeraden"-Heft sind hierfür ein Beweis die bisher erschienenen drei Hefte des „Jüdischen Pfadfinders", den der „Kadimah"- Ring jüdischer Wanderand P.fadfinderbünde herausgibt. Diese Zeitschrift für die Mittleren und Jüngeren ist ' so ..tendenz'-los, daß man den besonderen ..Kadimah "-Geist — nicht zuletzt in jüdischer Beziehung — kaum erkennen kann. Ho, Samuel Meiseis „Judenköpfe", Verlag Die Neuzeit, Wien, 5 Mark. „In der vorliegenden Sammlung sollen jüdische Persönlichkeiten aus ferner und naher Vergangenheit dargestellt, alte Epochen im Geiste wieder erneuert und Gestalten von einst dem Gesichtskreis der Gegenwart nähergebracht werden." Mit diesen Worten hat der Verfasser im Vorwort das ausgesprochen, was' viele unserer Vereine in ihren Heimabenden, angeregt durch unsere Rundbriefe über „Jüdische Charakterköpfe", unternommen haben. Wir empfehlen dieses Buch allen Freunden als gnte Grandlage zu diesen Heimabenden. Als besonders klar und plastisch heben wir die Aufsätze über Jchuda Halevi, Maimonides, Spinoza, Glücket von Hameln, Israel Baalscbem, Moses Mendelssohn, Lassalle, Achad Haam, Mendele Mocher Sforim, Bialik, Heijerman und Morris Rosenfcld hervor. Die Sammlung' soll im ganzen 70 Köpfe in drei Bänden umfassen, wovon bis jetzt der erste, vorliegende, erschienen ist. Helfen, wir alle dem Verfasser,, die beiden übriges herauszubringen, wis hellen damit uns selbst. _ S. Rosenleider, „Merkbuch lür den Israelitischen Religionsunterricht", Laden barg «. N., Selbstverlag. Ein Büchlein, das zur Grundlage von Arbeitskreisen über jüdische Religionslehre und jüdisches Leben dienen könnte. Kurz und knapp, schlagwortartig, in pädagogisch kluger Form, gibt es ein« Unmenge von Stoff, anregend so größerer Vertiefung. Jüdische Weltanschauung (Gott — Welt — Mensch — Jude — Thora — Weltenziel) wird aufgerollt, die Quellenschriften werden übersichtlich und erschöpfend in Tabellen vor Aogen geführt, goldene Worte aas der jüdischen Sittenlehre geben Rüstzeug an die Hand, die Gebete und Gebräuche, die wichtigsten Gesetze, der Kalender, die Feste and die Trauergebrauche folgen. Den Beschluß bilden die im jüdischen Leben gebräuchlichen hebräischen Abkürzungen. Und das alles auf 63 Seiten in Taschenformat) Das Deutsche Archiv für Jngendwoblfahrt hat soeben als Heft 3 seiner Schriftenreihe „Der Jugendschutz im deutschen Lichtspielwesen", von Dr. ErnaCortc, herausgegeben. Der Zweck der Arbeit, deren Unterlagen der Materialsammlung des Deutschen Archivs für Jugendwohlfahrt entnommen worden sind, ist, einen Ueberblick zu geben über den Jugendschutz gegenüber den Auswüchsen im Lichtspielwesen, wie er durch Reichs- und Landesrecht geschaffen und auf diesen gesetzlichen Grundlagen durch die Gemeinden weiter ausgebaut worden ist Da die in Vorbereitung befindliche Novelle zum Rcichslichlspielgeseiz vom 12. Mai 1920 die Erörterungen über die Aus- und Umgestaltung des Jugendschutzes neu in die Wege leiten werden, sind bei der Darstellung vor allem diejenigen Fragen herausgearbeitet worden, die bei den kommenden Verhandlungen zur Entscheidung stehen. Der Preis beträgt pro Stück 1,40 Mark, für Mitglieder des Archivs 1,05 Mark. Bestellungen sind zu richten an die Geschäftsstelle des Archivs, Berlin NW 40, Moltkestraße 5. ■ r Die Blätter lür Laien- und Jagendspieler, Bühnenvoiksruind- Verlag, Berlin SW. 68, Kochstraße 59. Das Jugendspiel ist eine jener Erscheinungen, die uns die freudige Gewißheit geben vom Wiedererwachen gesunden und natürlichen Geistes der Jugend. Was Wunder, wenn Bünde und Organisationen der Jugend es in ihren Reihen pflegen und zu einer Arbeit machen, die besonderer Mühe wert ist. Um diese Arbeit zu unterstützen, erscheint im Bühnen» volksbund-Verlage eine Vierteljahrcszeitschrift: „Die Blätter für Laien- und Jugendspieler". Sie bringt grundsätzliche Beiträge aus dem Kreise der Spieler, Dichter und 'erfahrenen Kenner des Laien- und Jugendspiels, es werden Erfahrungen der Spielscharen ausgetauscht, Vorschläge für das Spiel gemacht und Spiele besprochen. Als einzige Zeitschrift dieser Art ist sie für tiele spiclfreudige Jugendgruppen ein wertvolles Hilfsmittel geworden. « Der reguläre Bezugspreis betrügt jährlich (4 Hefte mit je 64 Seiten) 2,40 Reiebsmark. Der Verlag isTaber bereit, zu dem wesentlich verbilligten Preise von 1,60 Mark jährlich zu liefern, wenn wir eine lest« Bestellung (Mindestabnahme 10 Stück) aufgeben. RjF.-Taschenkalender. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat einen Taschcnkalcnder für 1927 herausgegeben, der ein kleines Abwehrbrevier darstellt. Zum ersten Male erscheint darin in buchmäßiger Form eine Uebersicht der Abzeichen von 144 politischen™ nnd militärischen Vereinigungen. Wertvolles statistisches Material über die Teilnahme der Juden am Weltkriege, unter besonderer Berücksichtigung ihrer Tätigkeit bei der Fliegerwaffe und in den Kolonien, ist in ihm enthalten. Die den Kalender schmückenden Bilder sind für den RjF. von den Malern Max Liebermann, Hermann Struck und Eugen Spiro Igezeichnet und ihm gewidmet. Abbildungen jüdischer HelderjdenkmMer bereichern die Ausstattung des Buches, dessen Titelbild von dem bekannten Bühnenmaler Herbert Döblin gezeichnet ist. Neben dem Wochenkalendarium ist auch ein Verzeichnis der jüdischen Morate und Festtage angefügt. — Für Mitglieder des ßlndcs, die sich häufig beruflich auf Reisen befinden, ist eine liebersicht über ungefähr 200 Geschäftsstellen voa Ortsgruppen von besonderem Wert.