Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 1 (13.1.1927)
- Date
- 1927-01-13
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Jugend kann an« diesem Buche nicht nur unendlich riet für ihr Judentum gewinnen, «ordern es wäre vielleicht auch möglich, bei eingehender Behandlung in Heimabenden die Lieb« und Wärme auf sie übergehen zu lasten, die der Anfang einer innerlichen Erfassung untere* Judentum« ist. .Wir »ersuchen im allgemeinen, dat Judentum durch getchichtliche Darstellungen uns nahe zu bringen. Uns scheint aber, daß solche Bücher, wie das vorliegende, viel eher geeignet wären, den Ewigkeitsgehalt unseres Schrifttums zu blutvollem Leben zu gestalten, und möchten deshalb wünschen, daß dieses Werk nicht nur recht viele Leser in unserem Kreise Enden, sondern auch zur Grundlage einer großen Zahl von Arbeitsgemeinschaften gemacht werden möge. K. S. Müllen „Ein Bnch für unsere Kinder, biblische and nachbiblische Geschichten in methodischer Bearbeitung", 9. Auflage, Stuttgart, Verlag: J. B. Metzler. Prei» geb. 2,8t; Mark. „Kleine Bibel", biblische Geschichte und Religionslehre, fortgeführt bis zum Ende des jüdischen Staates, 4. Auflage, Stuttgart, Verlag: J. B. Metzler, 1925. Prei« geb. 4,40 Mk. „Ueberblick über die biblische und nachbiblische Geschichte", . 2. Auflage, Stuttgart, Verlag: J. B. Metzler. Prei» 1,80 Mk. Wir hatten vor einiger Zeit Gelegenheit, über die Mülleriche .Jüdische Geschichte in Charakterbildern" einiges zu sagen. wir müssen auch bei diesen Büchern das pädagogische Geschick des Verfassers besonders hervorheben. Der erste Teil de« Buche« „Für unsere Kinder" zeigt schon äußerlich durch seinen für die Kleinsten vergrößerten Druck das liebevolle Eingehen auf die Erfordernisse des Kindesalters. Aber auch die Art, wie die Erzählungen des Ersten Buches Mose der Kindesseele angepaßt werden, berührt uns ganz besonder« wohltuend. Für außerordentlich glücklich halten wir die Behandlung der 10 Gebote und der wichtigsten Lehren der Thora, die in den meisten anderen jüdischen Geschichtsbüchern kaum Erwähnung finden. In lebendiger Sprache wird die Geschichte bis zur Zerstörung des zweiten Tempels fortgeführt, und in einem Anhang ein Abrifl der Geographie Palistina», ein« Uebersicbt über die Feite und da» Wichtigst« ans der Bibel, künde angefügt I Die „Kleine Bibel" bringt in einer mehr an di« Bibel sich anschließenden Darstellung mit vielen gut übersetzten Probe« die biblische Geschichte in einer mehr für die reifer« Jugend bestimmten Form. Besonders wertvoll erscheinen ans die eingefügten Karten von Vorderasien und Aegypten, der Stadl Jerusalem und Palästina«, die klar und übersichtlich dem Leaer die Möglichkeit geben, «ich geographisch zu orientieren. Für unsere Vereine besonders wertvoll ist der Ueberblick über die biblische und nachbiblische jüdische Geschichte, in der auf 65 Seiten bei aller Knappheit nichts Wesentliche« übergangen ist Es ist ein« abschließend« Rückschau über das Charakteristische und Typisch« dessen, was die religiösen Genien Israels verkündet haben, ein Ueberblick über die höchsten Werte des Vätererbes. Der Ueberblick ist bis zur Gegenwart durchgeführt und regt sicherlich jeden dazu an, sieb mit den einzelnen Phasen näher zu befassen. Davin Schönberger: „Sinaiklänge" und „Feier.lnnde am Wege", Axel-Junker-Verlag. Berlin W. 15. Die Gedichte unseres verehrten Verbandsfreundes werden sicherlich ihren Weg in all unsere Vereine Gnden. Die Schönheit der Form und die Tief« des Inhalts sind wohl geeignet, nicht nur Feierstunden zu vermitteln, sondern sich auch berühren zu lassen von dem Hauche tiefer Religiosität. Die Sinaiklänge sind die Frucht wahrhaften Ringens um Gott und um Menschen. Hier spricht ein Mann, der in tiefer Demut tu Gott emporschaut und ihn bis ins Innerste spürt, ein Mann, aus dessen Dichterseele sich wahrhaft jüdisch« Frömmigkeit über uns ergießt. Aua den Sinaiklängen spricht zu uns der vom biblischen Ethos erfaßte Dichter In den „Feierstunden am Wege" kommt der Mensch zu Wort, der hinein schaut in die bunte Fülle des Lebens, der ganz erfaßt wird von der Allgewalt dessen, was ihm die Wunder des Lebens offenbaren. Wir möchten wünschen, daß diese Büchlein ihren Weg zu all unteren Freunden finden und sie zu Religion und Leben führen. K. MITTEILUNGEN DER VE R B AN D S LE I TU N G 1. Die Bedingungen für den Bezug des Verbandsabzeichen» werden den Vereinen in den nächsten Tagen durch Rundschreiben zugehen. 2. An die genaue Beantwortung der Rundschreiben an die Vorstand'.- und Beiratsmitglieder sowie an die Veretnsvortitzenden wird nochmals erinnert X Diejenigen Verbandsfreunde, welche Logenbrüder sind, werden gebeten, in dem Kreite der Logenbrüder Bücherspenden zu werben und dieselben an die Zentrale zwecks Verteilung an die Landvereine zu senden. Solange wir infolge der mißlichen finanziellen Verhältnisse nicht in der Lage sind, eine größere Summe zur Landarbeit freizumachen, wird die« die einzige Möglichkeit sein, die Landvereine auch materiell zu unterstützen. 4. In der Fortsetzung der Artikel über „Jugend and Gemeinde" möchten wir in der Februaraummer nebe« der voraussichtlichen Diskussion über diese Artikel einige Artikel über die Jugendgesetzgebung in Deutschland, insbesondere über die Stellung der jüdischen Jugend zu dea beabsichtigten Reformen und Zusammenschlüssen der Landesverbände bringen. Mitarbeiter wollen sich rechtzeitig bei der Schriftleitung ansagen. Die Märzausgab« soll u. a. Purimbeiträge enthalten. Im April wollen wir ein« Wander- und Sportnummer herausgeben. 3. Die Buchhandlung Kedem, Berlin-Charlottenburg, Dahlruannttraße S, gewährt auf all« bestellten Bücher und Broschüren den uns angeschlossenen Jugendvereinen eines Rabatt von 10 Prozent. Mit herzlichen) Verbandsgruß! Der Vorstand, gez.: Rabbiner Dr. Klein. Die Arbeit im Verband Der Verein Montefiore Frankfurt a. Main beging das Jubiläum seine« 30ährigen Bestehens in festlicher Weise. Wir wünschen dem Verein, der immer zu den rührigsten Mitgliedern des Verbandes gehörte, auch an dieser Stelle viel Glück und eia - weiteres fruchtbares Arbeiten zum Wohle der jüdischen Jugend. Ueber den Verlauf der Feier liegt uns der nachfolgende Bericht vor: Ans 8. Januar, abends, versammelte der Verein Montefiore Frankfurt in seinen von Prof. Julius Hülsen in künstlerisch hochbefriedigcn-ler Weise neuhergerichteten Räumen «eine« Heime* eine außerordentlich große Anzahl seiner Mitglieder und Frunde au» Anlaß seines 30jährigen Bestehen« zu einer Feier»tunde. Der erste Vorsitzende, Erich Herzfeld, begrüßte dt« so' «ahlreich Erschienenen. Neben künstlerische« Darbietungen bildete die Festrede Dr. Gustav Löfflers den Höhepunkt des Abends. In bekannt meisterlicher Weise entwickelt« er aus eicer Kritik der NachkriegtverhSltnisse der deutsche« Judenheit die Bedeutung de« überparteilichen Gedankens feudi« Arbeit jadischer Jugend. Fix den R«ich»v«rb««d dt,erbracht« Friss SohwtncoMd Gruß und Glückwunsch. Ferner gratulierten di« Vertreter der iiraelititehen Gemeinde, de« Zentralvereir», de« R,F., der Marcus-Horowitz-Loge, des Hessischen Landesverbandes, der jüdischen Ju£endvereine Höchst und Offenbach, des Iii, de« Mädchenklubs, der Mädchengrupp« des Frauenbundes, de« jüdischen Turoerbuudes, ferner der Direktor des Philanthropions, Dr. Driesen, und Rabbiner Dr. Jakob Horowitz, der Sohn des verstorbenen Gründers und Ehrenpräsidenten, und schließlich die Vertreterin des Stadtamts für Leibesübungen. Die außerordentlich würdig verlaufene Feier wird hoffentlich den Auftakt zu einem weiteren Jahrzehnt positiver Arbeit für die jüdische Jugend Frankfurts darstellen. Dem Verband angeschlossen haben sich: im Gebiet de« Landesverbandes Grenzmark der Jüdische Jugendbund Schlochau; im Gebiet de« Mitteldeutsche« Land««v«TbajKl«« Jüdische Jugendbund Berlin-Norden. Neu gegründet wurde der Jüdisch« Jugendbund ,,S«ne»- land", der die Ortsgruppe« Neheim, Arnsberg and