Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 24 (30.12.1926)
- Date
- 1926-12-30
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492456-6352473-6352502--0304-4928496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Jugendbund VT i l 11 i c h feierte Chanukka am 2. Dezember in recht gemütlicher Weise. Die Ansprache hielt herr Lehrer Hartmann. Durch heitere Vorträge der Mitglieder und passcnie Gesellschaftsspiele wurde der Abend auf das schönste j ausgestattet. :- " Bonn Am 4. November fand in Bonn die Gründungsyersammlung des Jüdischen Jugendbandes Bonn statt, auf der der Vorsitzende des Bezirksverbandes Jüdischer Jugendvereirc Westdeutschlands. Harr Studienassessor Levy Woiff, K<!n, über das Thema „Arbeit smöglichkeiten eines Juger.dvereines" sprach. Der Referent gab zunächst einen kurzen Ucberblick über die Entwicklung des \ erbandes, und suchte dann aus der Psychologie 8er heutigen Jugend, mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Jugend, die Notwendigkeit der Arbeit unseres Verbandes darzulegen. Im zweiten 'feile seiner Ausführungen entwickelte der Redner Arbeitsmöglichkeiten für die verschiederen Vereinstvpen. An den Vortrag, zu dem zahlreiche Jugendliche erschienen waren, tchlo3 sich eine lebhafte DisUussion an, in der beschlossen wurde, den Jugendbund Bcnn zu gründen. Der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Rechtsanwalt Cohn, sagte dem Verein für «eine Arbeit volle Unterstützung zu urd richtete an die Jugend einen warmen Appell, im Jugendverein wirklich jüdische .Ta^cr darheit zu leisten. Der Vorsilzerde des C. V , Herr Rechtsanwalt Hermann, begrüßte ehcn'alh die Gründung des Vereins. Auch anjteTe Redner sprachen in demselben Sinne. Der Vorstand soll in der nächsten Sitzung gewählt werden Düisburr .Der Duisburger Ju_=cndbund hatte seine Mitglieder am Dienstag, den 26. Oktober, zu .einem Vortrage des Herrn Max lleimann über I'aneuropa einbinden. N- : Junf des 1. Vorsitzenden, Herrn Kaiser, gedachte derselbe der am Vorabend erfolgten Gründung des Mülheimer Jugendvereins, glaubte all denen danken zu müssen, die sich dafür eingesetzt haben, die noch fernstehende jüdische Jugend für die Ideale des Verbandes zu gewinnen Der Vortrag selbst, den wir in einer der nächsten Nummern ausführlicher besprechen wollen, zeichnete sich dadurch aus, daß der Redner es verstand, das groQe Problem in einer kurzen Zeitdauer allgemein verständlich zu Gehör zu bringen. Einem Wunsche des Verbandes folgend, die Friedensfrage zu behandeln, hatten wir dieses Referat angesetzt. Wenngleich auch zweierlei Gebiete, so kann man doch sagen, daß eine gewisse Identität beider Themen vorhanden ist. Hat sich P~neuropa einmal verwirklicht, dann ist eine freie Bahn üe» schaifen für einen alle Nationen umfassenden Frieden Europas. Nach Schluß des Vortrages wurde in später Abendstunde noch eine Vorstandssitzung abgehalten, die das Vereinsprogramm für den nächsten Monat festlegte. Aha. Trier Als Grundlage zu dem in Heimabenden zu behandelnden Thema „Erziehungsfragen", sprach am 25. November Herr Dr. Altmann, Trier, über das Problem der Erziehung in jüdischer Schau. Eine zahlreiche Zuhörerschaft verfolgte seine Ausführungen mit großem Interesse und dankte am Sc' j mit gern gezeigtem Beifall. Die von uns kürzlich wieder eingeführten Freitagabendfeiem erfreuen sich unter Leit J o OberrahHner Dr Aitmann einer außerordentlich großen "esucherzahl-, sind es doch regelmäßig zwischen 40 bis 50 Teilnehmer, die den Ausführungen von Dr. Altmann über r'ie Erz:.h!.:ngcn von dem Weltbild der bibl'chen Ahnerzeit mit Begeisterung folgten, urd den Abend dann ferner bei Tee urd sonstiger Bewirtung in angenehmer Unterhaltung verbringen. Zum Wochenabschnitt Woero Von Rabbiner Dr. K 1 e i n , Düsseldorf. De!r Thoraabstrhnitt dieser Woche brin.'t uns die spannende - Schilderung dr-s Stra'gcrichtes, das über den Pharao und über Aegypten hereinbricht. Uns erscheinen aber in diesen Abschnitt nie t s;> sehr die zehn Plagen besonders bctracblcnswert-, als der Eir.Jruck. den das Hereinbrechen des Unglücks auf den König macht. Kaum sind die ersten Plauen über das l ar.d gekommen, da bekennt Pharao vor Mose und Aren: „Ich habe diesmal g sündigt, <Jer" Ev/ge ist der Gerechte; jeh aber und mein Volk s:ni die "Frevler!" Die furchtbare Hand Cottes die sieht bar lieh das Land heimgesucht, sie bricht den Trotz des verstockten t:nd hochmütigen Herrschers und zwingt ihn, sich ttemülig-zu beulen vor dem, dessen allmächtige Hand er über sich erkennt? Der Pharao glaubt an Gott. \ber ist dies der rechte Glaube? Er ist entstanden aus der bleichen Furcht, aus der Ang;t vor dem allmächtigen, rätselliiften We?n. So glaubten alle alten Völker, in-besondere die Aegypter, die deshalb die Grundlage ihrer RcÜ't'on in dem Thteekultus sahen, lo glauben auch heute noch die meisten Menschen, die sich nur dann der Religion und ihres Gottes erinnern, Avenn L'ngljck und Not oder allgewaltige. Ereignisse über sie kommen und sie in die Knie zwingen. Wie schnell ist ein solcher Glaube verflogen, geradeso wie es bei dem Pharao der Fall war.. Wahre Religion offenbart sich nicht nur in Augenblicken der Not und des Dran^sals. sondern auch in Zeiten, da das Leben sich gleichmäüig abwickelt, und in Zeiten des Wohlergehens. Diese Wahrheit sollten wir uns stündig vor Au^;a halten Der Gott, den Israel lehrt, ist nicht nur der Allni' chtige, der in seinem Zorne alles vernichten kann, der in seiner Gercrht:g!cc:t ohne Nachsicht stra't, vor dem wir im Gefühle der Ohnmacht und der Furcht erbebend in den Staub sinken, sondern auch der Gott dcr'Licbe. guädig und barmherzig und voller Huld und Treue, der Gott, der un; nahe ist in allen Lagen des Lebens. Deshalb ist die Religion des Judentums eine Religion des Lebens, die uns begleitet auf unserer Wanderung, möge sie nun über Höhen' oder durch Niederungen führen. Nicht ein Kind der Furcht ist unsere Lehre und unser Glaube an Gott, sondern ein freiwilliges Sichver'oinden mit dem Ewigen. Wahre Frömmigkeit sieht das Walten des himmlischen Vaters in all den Wundern der Natur und des Lebens, mögen sie sich nun in grausigen oder in schönen und erfreuende« Erscheinungen offenbaren. Nicht in Furcht und Beb~n nahen wir uns dem Unnennbaren und Ewigen, sondern in Freudigkeit und in freiwilliger, Hihgcgebenheit. Möge diese Erkenntnis unserer Jugend aufgehen und sie zu freudigem Bekennen unserer Lehre führen. j-_—1 VEREINSNACHRICHTEN 11 ..1.1... — ( Mitteilungen des Bezirhsverbandes jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands _T Jüdi-ch.r Ju»endbund Bonn Anschriit: Rabbiner Dr. Levy, Kapuzinerstraße 11. 5. 1. Vortrag von Rosi Lechner, Braunschweig, über „Psychologie des Jugendalters". Jeden Montag, 8 15 Uhr: Rhythmische Gymnastik bei Fräulein Hilde Sander, Gymnastiklehrerin, im Saale Buchhandlung Cohen. Jeden Dienstag, 7.30 Uhr: Literatur bei Dr. Samuel im Gemeindehaus, Terr.pclstraße 12. Jeden Mittwoch, 7.30 Uhr: Aus Vergangenheit und Gegenwart, bei Herrn Rabbiner Dr. Levy in der Ludwig-Philippson- Loge, Koblenzer Straße 32. Jüdischer Jugendverein, Dierdorf (Westerwald) Anschriit: Richard Herz. 1. 1. (Edgar Seligmann.) 8. Heimabend: Die Zeit des Judenedikts 1813. Preisarbeitenverlesung. 8. 1. (Ruth Ginsberg.) 9. Heimabend? Aus Schriften Gabriel Riessers. 15. 1. (Gasthof Sahm, 8.30 Uhr.) Vortrag des Herrn Lehrer» Steinhardt, Magdeburg, über: „Jüdische Gegenwartsfragen". — « —