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Der Jugendbund · 1926-11-18 · 21 (18.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
21 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Organ des Bezirks Verbandes todischer Jugendvereine Westdeutschlands und des Rheinisdv Westfälischen Beiirksverbandes Jüdischer lugendverelne JrölSCM DIAITEB Ausgabe tir den Verband dir iQdlsdien Jugend vereine Deutsdilands Anzeigenpreis: 0.15 Goldmark für die 6gespaltene mro-Zeile / De» Stellungen nur bei der Schrlftlelfung oder den Vereinen / Druck und Verlag: A. Gerisch ft Co.. G. m. b. H.. Düsseldorf. Wallstraoe 10 Alle Einsendungen redakt. u. geschaftl. Art an Dr. Klein. Düsseldorf / Schriftleitung: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf. Haroldstraee 4 Femruf Nr. 7590 13, JAHRGANG / Nr. 111 de« Jugendbunde» I Düsseldorf, den 18. November 1926 13. JAHROANO / Nr. IS der jüdischen Blatter Das Judentum ist der Friede! Prolog; der Jugend zum Chanukka-Fest! Flammen sind wir! In Herzen und Händen glimmen [die Feuer versunkener Jahre, Gluten, die Starrsinn und Feigheit blenden, Mut den Verzagten und Tröstung spenden — Komm hernieder vom Weltenaltare! Komm und hilf die Verzweiflung enden, Chanukka-Seele, du wunderbare! Flammen sind wir, — aus heiliger Sage, Trümmetstrahlen grauer Ruinen, — Sonnenrfste zerschlagener Tage aus Geschichten, ewigkeitskühnen. Flammen sind wir, — goldhelle Reihe, brennendes Band, da« uns gürtet und bindet, - blitzender Kranz unserer Schmerzensschreie, - Sehnsucht, die keinen Heimweg findet. — Flammen sind wir! Wir werden leuchtenl Wir werden Leid und Zeit bezwingen! Wir werden den Augen, den tränenfeuchten, den Willen der Makkabäer bringen! Flammen sind wir! Am Menschheitsgeschicke wollen wir zukunftgläubig weben, — aus Traum und; Tag, aus vergessenem Glücke Neues Leben zum Licht erheben. — Flammen sind wir! In jungen Händen, in jungen Herzen formen sich Jahre, — Gluten, die Starreinn und Feigheit blenden, Komm hernieder vom Weltenaltare, komm und hilf die Verzweiflung enden! Flammen sind wir! Laß Licht uns spenden, Chanukkaseele, du wunderbare! J. Raphael. Friedensidee und Judentum Von Heinz Kahn. „Und" ist ein Bindewort. In Vortragsthemen und Aufsatztiteln bindet es oft irgendeinen andern Begriff an den des Judentums und zumeist in der Weise, daß es andeutet, die Stellung des Judentums, nämlich der jüdischen .Ideenwelt, zu diesem anderen Begriff, und der Anteil der Judenheit, nämlich der Gesamtheit der Juden, an ihm solle aufgezeigt werden. Im Titel diese« Aufsatzes will das Wort „und" anderes, will es mehr sagen. Es will nicht zwei voneinander unabhängige Begriffe für die Dauer und zum Zwecke einer Betrachtung -aneinander binden, sondern es will die vorhandene wesentliche, notwendige und unlösliche Verknüpfung zweier Gedankenreiche feststellen. Es wäre ein geringe« Verdienst, wollte ich nur jene Stellen der Bibel in die Erinnerung rufen, die den Messias als den König des Friedens bezeichnen und sein Reich als das des ewigen Friedens malen. Und es ist nichts Staunenswertes, wenn bewiesen wird, daß die jüdische Religion und insbesondere die von den Propheten verkündete friedensfreundlich ist. Denn welche Religion ist es nicht? Von welchem Religionsstifter ließen sich nicht Worte anführen wie das vom „Frieden auf Erden" und Laotaes Satz: „Selbst die schönsten Waffen sind Unglückswerkzeuge und allen Wesen verhaßt"? Und was für eine Religion wäre da« auch, die den Krieg bejahen und den Frieden verneinen wollte? (Ich spreche von den Religionen, nicht von ihren manchmal falschen Priestern.) Weit interessanter ist es schon, daß sich in jenem Buch, dessen angeblich bis ins Unmoralische getriebener Nationalismus dem Judentum von seinen Feinden so oft zum Vorwurf gemacht wird, im Talmud, und in manchen Einrichtungen nachbiblischer jüdischer Religionsübung Gedanken rinden, die ganz der Ideenwelt eines humanitären Pazifismus entsprungen scheinen. Im Talmud liest man die herrliche Legende, in der erzählt wird, wie alle Heeresmacht des Pharao im. Roten Meere unterging. De sangen Mose und die Kinder Israels ein Triumphlied, die Frauen tanzten einen Reigen und Mirjam, die -Prophetin, Aarons Schwester, sang zur Pafke ein Loblied Gottes. Und im Himmel sangen die Engelscharen ein Jubellied, doch da erscholl eine Stimme, und mit einemmal ward eine große Stille in den Himmeln, Und die Stimme des Herrn rief klagend: „Ihr jubelt? Ihr jauchzt? Ihr singt Siegeslieder? Wie? Sind es nicht meine Geschöpfe, die da versunken sind in den Fluten? Und ich sollte mich freuen?" — Der gleiche Grund aber, aus dem der Herr den Engeln Schweigen gebot, ist es, weshalb das Gebet der großen Freudenfeste der Juden, das Hallel-Gebet, am Purimfeste gar nicht und am Zur Beachtung! Vereinsnachrichten auf Seite 13 bis 14 I

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