Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 18 (7.10.1926)
- Date
- 1926-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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14. Hermann Cohen: Für "Vorgeschrittene, die sich schon mit philosophischen Fragen beschäftigt haben. QuelTe: „Die, Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums." Hermann Cohens „Jüdische Schriften". Literatur: Klatzkin: „Hermann Cohen," Jüd. .Verlag. Einleitung zu seinen „Jüdischen Schriften". ..Hermann Cohen," Heft der neuen Jüd. Monatshefte. 15. Heinrich Graetzr Literatur: „Heinrich Graetz," sehr guter kleiner Aufsatz von Gorelik, erschienen bei Gurlitt. Preis 0,50 Mk. Hermann Cohen: Gesammelte Werke, Bd. II, S. 446 u. ff. Hermann Cohen: Gesammelte Werke, Bd. III, S. 206 u. ff. Ferner: Einleitung zum Großen Graetz. .. Daran anschließend: Besprechung über jüdische Geschichtsschreibung und Sinn der jüdischen Geschichte. Dazu: Dubnow: „Die jüdische Geschichte," ein geschichtsphilosophischer Versuch; Verlag: J. Kauffmann, Frankfurt. Ferner: Einleitung zu seiner Weltgeschichte. Religiöse nnd politische Führer des 1°. Jahrhunderts. Gabriel Rieuer: Literatur: Biographie von Liebermann, erschienen bei J. Kauffmann, Frankfurt a. Main. Ferner: Neue Biographie, im Philoverlag. Ferdinand Lassalle: Literatur: Zangwill: „Ferdinand Lassalle." Abraham Geiger: Literatur: „Abraham Geigers Leben in Briefen," herausgegeben von.L, Geiger (Berlin, 1878). Biographie, von Elbogen. Geiger: „Das Judentum un3 seine Geschichte." Müller: „Jüdische Geschichte." Graetz. Samson Raphael Hirsch: Literatur: S. R. Hirsch: „Choreb." „19 Briefe." Graetz. Müller. ■ . Theodor Herzl: Literatur: Tagebücher. Friedemanr:: „Theodor Herzl?" Kellner: „Theodor Herzls Lehrjahre." Wege zum Talmud Von Rabbiner Dr. Hahn, Essen. Wollen »vir unseren Mitgliedern den Zugang zu den Quellen des Judentums vermitteln, so müssen wir ihr Augenmerk nicht nur auf die Bibel, sondern auch auf die mündliche Lehre des Judentums, auf den Talmud lenken. Talmudlektüre ist aber noch viel schwieriger als Bibellesen. Der Originaltext ist den meisten in unseren Bünden verschlossen. Eine wortgetreue Uebersetzung hilft hier nicht weiter. Die Terminologie des Talmuds ist SO' eigenartig, daß sie in der Uebertragung kaum nachahmbar, gewiß aber unverständlich ist. Zudem darf man nicht vergessen, daß der Talmud die Niederschrift eines längst geprägten Geistesgebäudes ist, dessen Bausteine als bekannt vorausgesetzt sind. Man kann deshalb den Talmud nicht lesen, man kann ihn höchstens „lernen", indem man sich von der Bedeutung jedes dort gebrauchten Begriffs Rechenschaft zu geben sucht. 1. Für unsere Vereine empfiehlt es sich deshalb, den Weg der historischen Einführung-zu wählen. Es wäre zunächst darüber zu sprechen, warum der Talmud als die mündliche Lehr« des Judentums entstand, wann er entstand und welche Männer seinen Lehrgehalt formten. Werke, die diese Fragen in rein wissenschaftlicher Sprache beantworten, kommen für unseren i Kreis kaum in Betracht. Genannt werden aber dürfen die betreffenden Einführungen von Graetz und Dubnow in ihren Geschichstwerken. Ebenso die entsprechenden Kapitel in den auf den höheren Schulen eingeführten Geschichtsbüchern von Keyserling-Doctor, Müller, Fuchs usw. Gute Dienste leistet S. Funk „Die Entstehung des Talmuds" (Sammlung Göschen Nr. 479). Klar und leicht verständlich stellt Travers Herford im ersten und zweiten Kapitel seines hier schon öfters empfohlenen Buches „Das pharisäische Judentum" (Leipzig, Gustav Engel) das historische Werden des Talmuds dar. Außerordentlich anziehend ist das geistreiche Buch von Jakob Fromer: „Der Talmud" (Paul Cassierer, Berlin 1920) geschrieben, wenn auch gesagt werden muß, daß manche seiner Urteile schief sind und seine dort vorgetragene Philosophie — nach meiner bescheidenen Meinung — keinen Pfifferling taugt. Sehr empfohlen sei das kleine Büchlein von Rudolf Leszynky: „Pharisäer und Sadduzäer" (Volksschriften über die jüdische Religion, bei J. Kauffmann, Frankfurt a. M.). Charakterköpfe dieser Periode stellt M. Braun, schweig in seinem Buch: „Die Lehre der Mischnah" (Kauffmann, Frankfurt a. M.) dar. 2. S.o vorbereitet kann riiari an die Lektüre einiger Talmudstücke selbst herangehen. Als Einleitung über das Wesen des „Lernens" empfehle ich den Artikel von Ernst Simon: „Zum Verständnis Bialiks". (In der Zeitschrift „Der Morgen", Jahrgang 1, Nr. 5.) Kurze Proben bieten Immanuel Bernfeld: „Einführung in das Wesen der talmudischen Diskussion' (Philoverlag, Berlin) und S. Funk: Talmudprobcn (Sammlung Göschen Nr. 583). Besonders hingewiesen sei auf das sehr schön ausgestattete Büchlein von Jakob Fromer: „Der babylonische Talmud" (Brandussche Verlagsbuchhandlung Berlin). Hier wird jeweils zuerst ein Ueberblick über das zu erklärende Stück des Talmuds geboten, worauf dann die wörtliche Uebersetzung folgt. Eine willkommene Lektüre auch für de*n Freitagabend in unseren Vereinen bietet Giuseppe L e v i in seiner Sammlung von Parabeln und Legenden aus dem Talmud, die unter dem Titel: „Buch der jüdischen Weisheit" (bei R. Löwit in Wien und Leipzig) erschienen ist. Aehnliche Bearbeitungen bietet auch Micha Josef bin Gorion in: „Die Sagen der Juden" und im „Born Judas" (Rütten &' Locbing, Frankfurt a. M.). 3. Zum Abschluß dürfte eine Auseinandersetzung über die gegen den Talmud erhobenen Angriffe angebracht sein. Als Grundlage für die Diskussion mögen verwandt werden: Die Broschüren von T r. Herford: „Was verdankt die Welt den Pharisäern?" (G. Engel, leipzig). Von Ei Münk: „Gefälschte Talmudzitate" (Philo-Verla*. Berlin). Von Paul Fiebig: „Juden und Nichtjuden" (Dörffling & Franke, Leipzig). Der Aufsatz von Martin Buber über die Pharisäer im Sonderheft des Juden über „Antisemitismus", und der Anhang von Max Webers Buch: ,,Das Judentum", der die Ueberschrift „Die Pharisäer" trägt und den der Philo-Verlag durch einen Sonderdruck aus einer wenig beachteten Stelle ins Licht der Oeffentlichkeit rücken sollte. — Vollständigkeit in der Aufzählung brauchbaren Materials ist nicht angestrebt. Für weitere zweckdienliche Hinweise sind, wir sehr dankbar. Die angeführten Bücher haben den Vorzug, nicht zuviel Geld zu kosten. Sie können durch jede Buchhandlung — insbesondere durch jede jüdische — bezogen werden. Religiöse Heimabende (Auszu'i aus dem am Freitag, den 16. Juli, gehaltenen Vortrag anläßlich einer Sabbatfeier im Verein der Jüdischen Jugend, Aachen.) Von Rabbiner Dr. Schönberger. R. Simon sagt: „So drei an einem Tische sitzen und sprechen nichts Religiöses (Worte der Lehre), ist es, als äßen sie von einem Leichenrnahl; doch sprechen sie Worte der Thora, ist es, als äßen sie an Gottes Tisch." (Pirkej Ovaus III, 4.) Dieses Wort ist die Sprache einer Zeit, die kein Mittelmaß anerkannte. Fast mutet es uns überstark und heftig, an, wenn es auch im tiefsten Grunde nur die Oberflächlichkeit vom Tisch verbannen will, und die Mahlzeit hinauszuheben versucht über die bloß rein körperliche Funktion des Essens. So ist es fast eine selbstverständliche Regel geworden, wenigstens am Sabbattisch Divrej Thauroh, Worte des ernsten, religiösen Grundgehaltes nicht fehlen zu lassen. Aber die Sabbatfeier, da sich die Jugend zusammenfindet, sollte sie sich nicht frei halten von allem Schweren? Kann sie nicht fröhlich sein ohne Religiosität, tief schürfend, ohne letzte Fragen zu erörtern? Was läge der Jugend näher als ein heiteres Plaudern? Was ist ihr eigentümlicher als sorglose Fröhlichkeit? — Aber viele junge Menschen unserer Tage würden solch oberfläch«