Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 18 (7.10.1926)
- Date
- 1926-10-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492456-6352473-6352495--0221-4928419- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
J ■»^«vwiH^üo^' DER JUGENDBDNÜ i^akfuxtJZ<' Organ des Bezirksverbandes ladischer Jugendvereine Westdeutschland > und des Rheintsdi-Westf&llschen Bezirksverbandes ludischer lügend vereine' JÜDISCHE DLATTEtt Ausgabe für den Verband der lüdlssien Jagend vereine Deuisdilands Anzeigenpreis: 0.15 Goldmark für die 6gespaltene mm-Zelle J Bestellungen nur bei der Schriftleitung oder den Vereinen / Drude und Verlag: A. Gerisch S Co.. G. m. b. H.. Düsseldorf. Wallstrafte 10 Alle Einsendungen redakt. u. geschiill. AH an Dr. Klein. Düsseldorf / Schriftleitung: Rabbiner Dr. Klein. Dflsseidorf. Haroldstrafse 4 Fernruf Nr. 7390 1 Z. JAHRGANG / Nr. IS 1 dt. Jugendbundei Düsseldorf, den 7. Oktober 1926 1 19. JAHRGANG / Nr. 12 1 der jüdischen Blätter | Diese Nummer F^Bffjffll^s H!nil^^ OHilM IHIH^^ XHIW IBM! ist dem Heimabend gewidmet, der den Mittelpunkt unserer Vereinsarbeit bildet. Sie enthalt einen grundlegenden Artikel über Heimabende von Rosi Lechner, Braunschweig, die Wiedergabe eines Heimabenderlebnisses von Siegfried Bacharach, die vier Rundbriefe des Westdeutschen Bezirksverbandes für die Ausgestaltung der Heimabende' seiner Vereine, Beiträge für Freitagabendfeiern und Heimabende an Festtagen. Sie soll Anregung geben,- nicht nur für die Ausgestaltung der Heimabende, sondern auch den Ausbau unserer Zeitschrift, in der wir fortlaufend Anregungen und Berichte über Heimabende veröffentlicht sehen möchten. Die Schriftleitung. Der Heimabend Von Rosi Lech Man könnte viel darüber schreiben, und doch kann man fast nichts schreiben. Der Heimabend ist etwas, das erlebt' werden muß, er läßt sich schwer aufs Papier bringen. Trotzdem will ich versuchen, etwas darüber zu sagen. Schon das Wort „Heimabend" hat etwas sehr Anziehendes. Es ist ein Unterschied, ob man zu einer Versammlung geht oder ob man zum Heimabend geht. Versammlungen sind mehr oder weniger steif und formell, der Heimabend dagegen soll jungen Menschen für einige Stunden ein Heim, eine Heimat bieten, wo sie sich wohl fühlen, wo sie zu Hause sind. Hierauf kommt es an. Das Gefühl der Zueinandergehörigkeit, der freiwilligen Gemeinschaft muß vorhanden sein. Diese freiwillige Jugendgemeinschaft will im Heimabend eine Arbeitsgemeinschaft junger Menschen bilden, die miteinander, nicht neben- oder auseinander arbeiten. Der Heimabend in dieser idealen Form hat ohne Zweifel auf die Gemeinschaftsidee und ihr reale Auswirkung in unseren Bünden einen sehr weitgehenden Einfluß. * Ich möchte darum die Forderung aufstellen, daß jeder Abend, der von einem Jugendverein veranstaltet wird, den Charakter eines Heimabends trägt. Es muß unbedingt vermieden werden, daß ein junger Mensch aus einem Jugendvereinsabend geht mit einer inneren Leere, mit dem Gefühl, daß dieser Abend verloren und vertan war. Wir müssen solche Heimabende schaffen, die jeden einzelnen in der Gemeinschaft erfassen und erfüllen. Wir jungen Menschen brauchen keine Versammlungen, sondern wir brauchen eben Heimabende, und es muß dem Geschick der Leitung überlassen bleiben, jeden Abend zu einem „Heimabend" zu gestalten. Das geistige Niveau und die ideale Gestaltung des Heimabends sind von zwei Faktoren abhängig, nämlich von dem Menschen, der den Abend leitet, und von den Menschen, die an diesem Heimabend arbeiten und lernen wollen. n e r , Braunschweig. Der Leiter muß vor allem das volle Vertrauen aller Mitarbeitenden genießen, er muß zugleich in und über der Arbeit stehen, die er leisten will. Die mit Ernst betriebene Arbeit muß bei allen Beteiligten Freude erwecken, so daß man sich von einem Heimabend auf den anderen freut. Es ist nicht immer leicht, einen Heimabendleitcr zu finden, der alle erforderlichen Eigenschaften besitzt. Schwieriger aber ist es, das zu einem idealen Heimabend erforderliche M*enschcnmaterial einwandfrei zusammen zu bringen. Man sollte verlangen und auch versuchen, es zu erreichen, daß jeder Mensch, der den Heimabend besucht, produktiv mitarbeitet. Nur dann kann man überhaupt von einer Arbeitsgemeinschaft sprechen. Diese für jeden einzelnen rezeptiv und produktiv wirkende Arbeitsgemeinschaft aber ist von dem Begriff 'des Heimabends nicht zu trennen. Ich komme jetzt auf die Praxis der Heimabende und möchte zunächst einige Themen aufführen, die mir für eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb einiger oder mehrerer Heimabende geeignet erscheinen: 1. „Nationalismus und Weltbürgertum". 2. „Der Gedanke des auserwählten Volkes". 3. „Künstlerisch-literarische Werte der Bibel". 4. „Das Heilige". 5. „Die Messiasidee". 6. „Politik in der jüdischen Geschichte". Zur Beachtung! Mittellungen der Verbandslei tun? auf Seite 12 Vereinsnachrichten auf Seite 14 bis 15 -l—