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Der Jugendbund · 1926-09-23 · 17 (23.9.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
17 (23.9.1926)
Date
1926-09-23
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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ihre Frucht genießet, suchet das Wohl der Stadt, wohin ich euch geführt habe, und betet für sie zu Gott, denn ihr Wohl ist auch euer Wohl." Das Jubiläum der Stadt ist nicht nur ein Rückblick, sondern ein Ausblick für die Zukunft, und an dieser Zukunft mitzuarbeiten, mit aufzubauen, betrachten die Juden Ratingens ebenso -als ihre heilige Pflicht, wie sie in der Vergangenheil an den Geschicken der Stadt tätigen Anteil genommen haben. — Die deutsche Keduscho, vorgetragen von Herrn Kantor Vogel, Düsseldorf, und dem Chor, beschloß die erhebende Feier, die einen sichtlichen Eindruck bei allen Beteiligten hinterließ. Rheydt ' 50-Jahr-Jubelfeier der Synagoge Rheydt. Am 4. August blickte die Gemeinde in Rheydt auf das 50jährige Bestehen der Synagoge zurück. Aus diesem Anlaß wurde das Gotteshaus durch umfangreiche Instandsetzungsarheiten zu einem Tempel von seltener Schönheit umgestaltet und am Vorabend des Rausch haschono aufs neue geweiht. Die Feier war außerordentlich stimmungsvoll. Die Gemeindemitglieder waren fast vollständig erschienen, die benachbarten Synagogengemeinden durch Abordnungen vertreten. Als Vertreter der Stadt erschienen der Oberbürgermeister, für die Schulverwaltung der Kreis- und Stadtschulrat, für die evangelische Gemeinde Herr Pastor Arring, die Geistlichkeit der katholischen Kirche hatte ihre Anteilnahme durch herzlichste Glückwünsche bekundet und bedauert, durch Verhinderung der Pfarrer nicht persönlich anwesend sein zu können: Sach einem einleitenden Präludium sprach Herr Prediger Heymann das Weihegebet und entzündete das Ewige Licht, Der Synagogenchor sang Mah tauwu, worauf die Gesetzesrollen feierlich in die würdig ausgestattete Heilige Lade eingehoben wurden. Das Largo von Haendel, gesungen von Fräulein Kappel, leitete die Festpredigt ein. Herr Prediger Heymann zollte in zu Herzen gehenden Worten zunächst dem Höchsten .serhen Dank, gedachte dann in Pietät der Verstorbenen, die einst das Gotteshaus errichten ließen und begrüßte vor allem den greisen Ehrenvorsitzenden der Gemeinde, Herrn Moses Stern, und den im Ruhestande befindlichen früheren Lehrer, Herrn Moses. Im Anschluß an die Worte „Die Menschen sind der Tempel Gottes" führte er aus, daß nicht der Raum die Gesinnung heilige, sondern die ideale Lebensauffassung des Beters das Gotteshaus zu einem Tempel werden lasse, der eine Stätte der Heiligung und des Friedens sei. Wahres Glück bringe nur der Frieden den Menschen, der sich kundgebe in kindlichem Vertrauen auf Gottes Schutz, in der Erhaltung innigen Familiensinnes, in der Einigkeit der Gemeinde. Die Synagoge sei eine Andachtsstätte für jeden, ohne Unterschied seiner religiösen Anschauung, darum begrüßte er die Anwesenheit der Gäste als Ausdruck des Willens, in einmütiger Friedensliebe die Ehre Gottes höharzustellen als kleinlichen Streit des Tages. Nach einem Chorlied und dem Gebet für das Vaterland schloß ein Geigensolo die ergreifende Feier. Die Wirkung zeigt ein Artikel der Westdeutschen Landeszeitung, in dem es heißt: ,,Die Rheydter Bürgerschaft hat stets ihren Stolz darin gesetzt, Duldsamkeit zu üben und jede religiöse Ueberzeugung zu achten und zu ehren. Das Verhältnis zwischen den jüdischen und christlichen Gemeinden in unserer Stadt ist denn auch immer das beste gewesen, dank dem auf allen Seiten sich geltend machenden Streben, das Gemeinsame, Einigende in den Vordergrund zu stellen und Trennendes nach Möglichkeit zu überbrücken. Daß dieses auch in Zukunft der Fall sein möge, ist unser Wunsch. Er wird sich erfüllen, wenn der Geist der Versöhnung, der Duldsamkeit und der Achtung vor anderer Ueberzeugung, der bei Gelegenheit der gestrigen Feier in der Synagoge so wohltuend in die Erscheinung trat, alle Kreise erfüllt, Gemeinde und Staat zum Nutzen und Segen." Das Gotteshaus, das ganz in Rot, Gold, Blau und Orange gehalten ist, ist durch den Opfersinn der Rheydter Gemeindemitglieder zu einem der schönsten Rheinlands ausgestaltet worden. Wir beglückwünschen die Gemeinde zu diesem Werke und wünschen, daß auch der Gemeinschaftssinn der jüdischen Jugend in baldigem Zusammenschluß seinen Ausdruck finden möge. Aus den Bünden Gelsenkirchen Samstag, den 9. Oktober 1926, abends 8'/, Uhr, findet unser Simchas-Thora-Ball in dem Gescllschaftshause Eintracht, Grillostraßc, statt. Ein abwechslungsreiches Programm sowie zwei Musikkapellen werden für Unterhaltung und Stimmung sorgen. Aus dem Programm sei insbesondere das erstmalige Auftreten des Sprechchors des Jugendvereins sowie die Aufführung eines Abschnittes aus „Jeremias" durch Mitglieder des Jugendvereins hervorgehoben. Außerdem wirkt noch der Turn- und Sportverein Hakoah Gelsenkirchen mit Damen und Herrenreigen mit und andere Darbietungen mehr. Wir bitten, für das Fest die nötige Propaganda zu machen und die Damen, die den Vorverkauf übernommen haben, weitestgehend zu unterstützen. Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 1 Mark. Familienkarten sind bei den Vorstandsmitgliedern zu ermäßigten Preisen zu haben. Mayen Am 22. August fand die vom Jugendbund Trier einberufene Wanderung nach Cochem statt. Die Vereine Saarbrücken, Merzig. Trier und Mayen nahmen daran teil. Nach gemeinsamer Besichtigung der Burg erfolgte die Weiterfahrt nach Bullay, wo wir zur Marienburg wanderten: Hier verbrachten wir einige gemütliche Stunden. Trier Am Sonntag, den 22. August, trafen sich in Cochem zur gemeinsamen Wanderung die Bünde Mayen,'Merzig und Trier. Nach Verbleib einiger Stunden in Cochem, sowie auf der Burg, wurde der ursprünglich gefaßte Plan dahin geändert, daß man sich gemeinsam nach Bullay begab, woselbst dort, auf der Marienburg, der Nachmittag gemütlich verbracht wurde und gegen 7 Uhr die Heimreise angetreten wurde. Am Sonntag, den 5. September, war Daun unser verabredetes Ziel. Leider waren diesmal nur Mayen sowie Trier, und auch die nur in bescheidener Anzahl vertreten. Dies ließ uns jedoch nicht abhalten, unser einmal gestecktes Ziel auch zu verfolgen, und so sahen wir uns denn die herrliche Gegend um Daun "nur zu sechsen an. Den Nachmittag verbrachten wir zum Teil in Schalkenmehren, zum, Teil in Daun und trennten uns, als es bereits dunkelte, mit dem Gedanken, noch weitere Wanderungen, wenn die Witterung es gestattet, zu veranstalten. Mitteilungen des Bezirhsverbandes jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands Jüdischer Jugendverein, Dierdorf (Westerwald) Anschrift: Lehrer Ginsberg. Jeden Mittwoch abend: Kursus in jüdisch-deutscher Schrift. Jeden Samstag abend: Heimabend oder Spaziergang, j mit anschließendem Vortrag. Jüdischer Jugendverein, Düsseldorf Anschrift: Leopold Vogel, Düsseldorf, Grai-Adolf-Straße 75. Heim: Oststraße 50. 23. 9. Abends 8lA Uhr: Heimabend in der Laubhütte bei Herrn Rabbiner Dr. Eschelbacher, Synagogenhof. 28. 9. Heimabend fällt aus. I ' <j 5. 10. Geselliger Abend mit Tanz in den Logenräumen Grafenberger Allee 78. Beginn 8'A Uhr. 7. 10. Abends 9 Uhr: Sprechchor. Jüdischer Jugendverein, Jülich Anschrift: Berta Sommer. 23. 9. Abds. 8'A Uhr: Gemeins. Beisammensein in der Sukkoh. Zwangt. Aufenthalt wahrend der 8 Tage in der Sukkoh. 25. 9. Heimabend in der Sukkoh. Vortrag des Herrn Lehrer Höxter über die Bedeutung des Laubhüttenfestes. Jüdischer Jugendbund, Mayen Anschrift: Klara Mayer, Mayen, Kehrigerstraße 7. 30. 9. Simcha-Thora-Feier der aktiven und inaktiven Mitglieder abends 8'A Uhr im Waldfrieden. Nach den Feiertagen beginnen wir mit unserer Winterarbeit. An dieser Stelle werden alle Veranstaltungen bekanntgegeben. Es erfolgen jedoch persönliche Einladungen. Jüdischer Jugendbund, Trier Anschrift: Alfred Aach, Maarstraße 46. Wir weisen nochmals auf den am Samstag, den 2. Oktober, in den Räumen des Hotels Porta Nigra stattfindenden Simchas- Thora-Ball hin. — 2 —

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