Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 11 (1.7.1926)
- Date
- 1926-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Hcsscn-Nassa'jirhe Verband freundlichst an unsere Verbandsleitung, von der wiraber leider (wahrscheinlich wegen der Vlelen_Axii:itcn zurn^Uelegicrtentag und weil dort kein Ver-" binJsverciri existiert. Die Schrillt.) keine Antwort bckamen. Im Ickten Augenblick besorgte, uns der Kultusvorstchcr von Ki:Jcsheim, arf den wir uns in unserer Not wandten, nloch cini.<j Zimmer. Für seine Bemühung sei ihm auch an ser Stelle nochmals gedankt. Jülich A Stern, Führer. Am Samstag, den 15. Mai, abends 8's Uhr, sprach im Jugjendvercin im klcir.cn Sa.Me von Claremin Dr. Tannenbaum, Köln, über das aktuelle Thema: „Zionismus und deutsches Staatsbürgertum". Trotz dem überaus schlechten Wetter hatte die gesamte Jugend sowie eine ganze Anzahl Gemeindemitgliedc.o sich eingefunden. Der große Beifall der Versammlung /.. ,te, daß der Vortrag allgemeinen Anklang gefunden hatte. H. V. *Reckiinghauäen Wenn man einen Vergleich anstellt zwischen jiddischen und deutschen Volksliedern, so kommt man zu einem überraschenden Ergebnis, Wieviel mehr Innigkeit und Innerlichkeit liegt doch in den jiddischen Liedern! Und noch ein Bemerkenswertes: obgleich es Volkslieder sind, ste>.ki in ihnen doch eir.e tiefe Kunst und. schöne, gute Musik, die mit packenden -Melodien d«n Zuhi.rcr ergreift. S ilche Volkslieder harten wir neben anderem am Samstag, den 29. Mai 1926, im Rennen eines von Kammersänger Julius NXatt und Frau Elise Haas-Watt von der Wiener Staatsoper veranstalteten Jüdischen Konzertabends im Saale des Stadtgarter.restaurants. Der erste Teil war hauptsächlich mit .jiddischen '»...!!; slicder.i -ausgefüllt. Zuerst horten wir das ■„Alcf Beis" von M. Warschawski und „Die Sinn is aufge- ^'.(-.•jen" sowie „Dero Millners Trähren" von demselben Kom- (jonisten. Obgleich die-e drei Gesänge sehr gut von Kammer - länger Julius U'a't vorgetragen wurden, vermochten sie doch nicht, mich ganz in ihren Bann zu ziehen. Es folgte die Arie der Dalila ans der Oper „Samson und Dalila" von Saint- Sae'ns. Frau Elise Haas-Walt, die sich infolge Erkrankung des Begleiter« selbst am Klavier begleiten mußte, brachte d.'is» s schwierige Werk insofern nicht befriedigend zum Ausdruck, als sie ihre an sich sehr große Stimme nicht den Rauravcrhnltnissen anpißte und das Atemholen unangenehm auffiel. Nun sang Julius Watt das Rumskysche Lied „Von Wiegel bis in Keiv.er" sowie das Schalitsche „Eli! Eli! lomo asawtonu!" In diesem lag wohl der Höhepunkt des Abends. Watt brachte das Gebet packend zum Ausdruck und wußte in den verzweifelten Ausruf zum Schlüsse eine ungeheuere Steigerung zu legen. Er f.-rid besonders mit diesem Vortrag großen Beifall. Hierauf br-ichte Elise Haas-Watt wieder zwei Volkslieder zu Gehör, von denen sie insbesondere mit „War ein kleines, stilles Haus" von James Rothstein erfreute. Julius Watt sang noch die Koskin«chen Lieder „Rosinkes mit Mandlen" und als Abschluß des ersten Teiles das ergreifende „A Brivelle der Mammen". J Der zwtiic Teil brachte uns die sehr schön gesungene Kcrkerscene aus dein „Troubadour", die beide Künstler vereint, sangen, sswie das von Julius Watt UuUerst beseelt vorgetragene ..Kol Nidrei" von Lewndowski. Auf besonderen ~ch sang Karr.rncr.-änger Watt noch sehr schön die Arie Ces Eleazar aus der ..Jüdin". Hergehoben zu werden verdient noch die überaus deutliche Aussprache bei allen Vorträgen. Beide, Künstler fanden restlosen Beifall der zahlreich erschienenen Hörer; und Kammersänger Julius Watt mußte uns noch mit zwei Zugaben erfreuen, von denen besonders das lustige „Jossei mit dem Fiedel'.' Anklang fand. Jedenfalls kann allen'anderen Vereinen empfohlen werden, die beiden Künstler ebeufalls zu einem gleichartigen Konzert tu verpflichten, da selch ein Abend neben hohen künstlerischen Genüssen einen tiefen jüdischen Wert in sich trägt. Alfred Aron. Jüdischer Jugendverein Recklinghausen £eit Februar haben wir einen hebräischen lind einen jüdisch-literarischen Kursus eingerichtet. Die Kursusabende wurden so verteilt, daß jeweils vor dem jeden Dienstag stattfindenden Heimabend bei Strassen in regelmäßiger Wechselfeige zunächst eine Stunde Hebräisch bzw. jüdische Literatur betrieben wird. Die Kurse finden unter Leitung von Herrn Prediger Horwitz statt; das Hebräische wird systematisch an Hand eines Lehrbuches gelehrt. In dem jüdisch-literarischen Kursus haben wir mit der jüdischen Geschichte seit den Pro* pheten begonnen- und befassen uns augenblicklich mit der Entstehung des Christentums. Die Beteiligung der regel- - mäßigen Teilnehmer ist zur Zeit nur mäßig, jedoch hoffen wir, daß die Kurse bald mehr Interesse finden werden. Erfreulich ist es, daß auch viele ältere Gemeitidemitglieder sich pünktlich um 8 Uhr zur Teilnahme am Kursus einfinden. Am 13. April sprach bei uns der Führer -der Kameradengruppe Wanne, Kurt Meyerowitz, über das [ Thema: „Stephan Zv;eig als Erzähler, Lyriker, Kritiker und Dramatiker unter besonderer Berücksichtigung des .Jeremias'j" Kurt Meyerowitz verstand es, durch die interessante Art seiner Ausführungen, die von tiefer Kenntnis der Werke Stephan Zweigs Zeugnis ablegten, gar bald, alle Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, dies um so mehr, als er die jeweils] von ihm besprochenen Werke des Dichters durch kunstvoll zum Vortrag gebrachte Stellen aus diesen Werken erläuterte. Dies zeigte sich besonders bei der Besprechung des „Jeremias", den er als nicht nur das vollendetste, sondern das jödische Werk vor Augen führte. Am 28. April war Herr Rabbiner Dr. Ejnil Cohn, der bereits vor einigen Monaten bei uns gesprochen hat, unserer Einladung gefolgt. Welche Begeisterung Emil Cohn durch seinen ersten Vortrag erweckt hatte, zeigte sich am besten darin, daß auf unsere diesmalige Einladung jeder, der nur irgend abkommen konnte, erschienen war, Und der Saal kaum alle Zuhörer faßte. Emil Bernhard begeisterte auch diesmal darch seinen Vortrag „Vom Wahren, Schönen und Guten im Judentum" voll und ganz, gab uns für die Weiterarbeit in unserem Verein manchen praktischen Ratschlag und ließ in uns die Gewißheit wach werden, daß wir mit der Art, wie wir zur Zeit in unserem Verein arbeiten, den richtigen Weg eingeschlagen haben. Leider mußte die interessante Diskussion vorzeitig abgebrochen werden, da Herr Dr. Cohn abreisen mußte. Am IL Mai hielt Herr Prediger Horwitz einen Vortrag über dpi Thema: „Die Frau im Judentum". Seine Worte fanden solchen Anklang, daß der Redner versprechen mußte, denselben Vortrag ein zweites Mal zu halten; wir hoffen jedoch, daß dann nicht nur hauptsächlich Vereinsttiitglieder, sondern auch die ganze Gemeinde sich als Hörer einfinden wird. Alfred Aron. Steele Der Verein hatte am 6. Juni eine Morgeriwanderung in das Ruhrtal unternommen. Am 15. Juni gab in einem Heimabend Manfred WürzbeTger einen Bericht über die Düsseldorfer Tagung, Lehrer Katzenstein einen Bericht: über die Besprechung in Essen. Die Sommerarbeit wird , sich auf Wanderungen, Teilnahme an Treff-Fahrten und | Vorbereitung zur Winterarbeit beschränken. Trier Am Sonntag, den 6. Juni, fand sich eine größere Anzahl der Jugendbünde Trier und Wittlich sowie der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Trier, zu einer gemeinsamen Fahrt und Wanderung nach Burg Eitz zusammen. Nach Besichtigung der Burg wurden, nach Versäumung des Zuges, in Moselkern sowie Cochem noch einige gemütliche Stunden verlebt und dann die Heimreise angetreten. VEREINSNACHRICHTEN Mitteilungen des Bezirhsverbandes jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands 1. Der Vorsitzende des Jugendvereins Gabriel Riesser, Köln, ist jetzt Willy Katz, Sternengasse 8. Er tritt an die Steife - - von Max Goldberg im Vorstand des B. V., da dieser sein Amt wegen Arbeitsüberlastung niedergelegt hat. Wir machen darauf aufmerksam, daß es nicht angeht, die Arbeit im Sommer ganz zu unterbrechen. Sie wird zweckmäßig in der Hauptsache ins Freie verlegt.