Mannheim
Compact Memory

Der Jugendbund · 1926-06-17 · 10 (17.6.1926) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
10 (17.6.1926)
Date
1926-06-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/6492456-6352473-6352485--0121-4928327
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

dfrineeND Organ des Bezirksverbandes Jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands und des Rheinisch-Westfälischen Dezirksverbandes Jüdischer Jugendvereine ÄSSCM MATTH Anzeigenpreis: 0.15 Goldmark für die ögespaliene mm-Zeile / Bestellungen nur bei der Schriflleitung oder den Vereinen / Druck und Verlag: A. Gerisch & Co- G. m. b. H.. Düsseldorf. Wallstralse 10 Alle Einsendungen redakt. u. gcschfifil. Art an Dr. Klein. Düsseldorf / Schriflleitung: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf, Haroldsfralse 4 . Fernruf Nr. 7390 2. JAHRGANG / Nr. 10 des Jugendbundei Düsseldorf, den 17. Juni 1926 13. JAHRGANG / Nr. 8 der jüdischen Blätter Nach der Tagung Herbert Felsenthal. Wenn Tagungen einen ihnen von vielen und hörenswerten Menschen bestrittenen bleibenden Erfolg gehabt haben sollen, so i wird dieser erst einige Wochen nach ihrer Beendigung sich auszuwirken beginnen. Vier Wochen trennen uns von der Stunde des Abschieds, vier Wochen, während deren die Verbandsführer und die Einzelvereine im allgemeinen geschwiegen haben. Zum Guten ist man versucht zu fragen. Aus Enttäuschung oder zur Sammlung? Wir antworten: aus dem natürlichen Bedürfnis nach Ruhe und Einkehr, welche die auf der Tagung angeschlagenen Saiten zum notwendigen Dreiklang von Glauben an den Verband, Erkennntnis des Weges und Wille zur Arbeit erklingen lassen. Vier Wochen, während deren die leise Enttäuschung über kleine Schönheitsfehler, über Fehlendes, das man erwartet hatte, über ein zu viel oder zu heftig gesagtes Wort verklungen ist. Wer kennt nicht das Gleichnis vom Ratsherrn, dem die schönsten Gedanken erst bei dem Heimweg auf der Rathaustreppe einlallen; von jeder Tagung kehrt der eine oder andere zurück und bringt nicht Gesagtes wieder, möge er ei nicht bis zur nächsten Zusammenkunft aufbewahren. Unwesentliches ist vergessen, das Wesentliche ist im Mittelpunkt der Erinnerung geblieben, hat sich verstärkt und klare Formen angenommenr Als Erstes: Der Wille zum Verband. Starker Bcs-uch der Tagung durch weit mehr als die Hälfte aller Verbandsvereine, freiwillige Uebernahme nicht geringer finanzieller Lasten zum Ausbau der Organe des Verbandes, nicht zuletzt Vertrauen zu den Führern, welche die Initiative zum Wiederaufbau vor nunmehr sechs Monaten ergriffen hatten. Zum Zweiten: kraftvolleVerjüngungderFührer- Schaft. Zum erstenmal vielleicht auf einer Delcgiertenlagung, beherrschte Jugend, jüngste Jugend das Bild, Jugend, die i n, nicht neben dem Verband ihrer Gemeinschaft leben will. Unverbrauchte Jugend, die dem Willen die Tat folgen läßt. Damit aber verbunden als Drittes unverbrüchliche Treue der älteren Führer, die ein Jahrzehnt und langer die Verantwortung getragen haben und doch einmal aus ihr sich werden entlassen können. Ihre Zusammenfassung im Beirat dokumentiert die Notwendigkeit ihres Rates. Gänzliches Fehlen prinzipieller Opposition möchten wir das vierte Merkmal nennen. Keine Auseinandersetzungen über das Wesen der Neutralität, die uns selbstverttändlich geworden ist. Sachliche Erörterungen, Gegensätze der Weltanschauung, Gleichheit aber der Methode sprachen aus ihnen. AI» letztes glauben wir Dran £ zur Vertiefung der geistigen Arbeit feststellen zu dürfen. Nicht, was sollen X/il arbeiten, stand im Kreis der Erörterungen, auch nicht, w o - z u, sondern w i e muß unsere Arbeit gestaltet sein. Nicht Außenwirkung, sondern Tiefenwirkung muß erreicht werden, nicht Größe des Vereins, sondern Stärke der Gemeinschaft. Für die Verbandsleitung geben diese Merkmale der Tagung unmittelbare Richtlinien: 1. Verstärkung der Organisation unter Einsetzung aller Mittel des Etats mit besonderer Berücksichtigung der Landvereine. 2. Stärkere Heranziehung der jüngeren Führer zu den Verbandsarbeiten, insbesondere reger Führeraustausch zwischen den Landesverbänden. 3. Einstellung des Verbandsorgans auf die verinnerlichte Arbeit der Einzelvereine. 4. Schaffung von Führerkursen innerhalb der Landesverbände und für das ganze Reich. 5. Einrichtung von Ausschüssen zur Gestaltung von Arbeitsprogrammen auf Grund von Anregungen aus Referaten (z. B. des Referats Hahn) und Führerkursen. Die Arbeit der Delegiertentagung wird nicht vergebens gewesen sein, wenn jeder seine Pflicht tut. Die Tagung war frei von großen Augenblicken und weittönenden Entschließungen. Die Verbandsleitung glaubt daher einen zusammenfassenden und anspornenden Aufruf entbehren zu können. Ohne viel Worte bittet sie die Freunde um ihre Mitarbeit am gemeinsamen Werk. Die Verbandsleitung dankt allen Delegierten der Düsseldorfer Tagung für ihre freudige Mitarbeit, allen Freunden, die nicht anwesend, ihrer gedacht haben, für ihre Glückwünsche. Düsseldorf,' Juni 1926. Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. gez. Rabbiner Dr. Klein. gez. Herbert Fclscnthal. gez. Karl Göritz. Zur Beachtung! Mitteilungen der Verbandsleitung äui Seite 10 Vereinsnachrichten auf Seite 14 bis 15 1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.