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Der Jugendbund · 1926-06-03 · 9 (3.6.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
9 (3.6.1926)
Date
1926-06-03
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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des Einzuges in das gelobte Land dem Volk kein Unrecht geichchen? Unsere Weisen nennen „das Geschlecht der Wüste" ein intelligentes Volk. Der Prophet Jcremia sagt doch ausdrücklich im Kapitel 2 Vers 2: „Ich gedenke der Hingebung deiner Jugend, der Liebe deiner Brautzeit, da du mir folgtest in die Wüste, in ein unwirtlich Land." Das Volk Israel hat durch die Wüstenwanderung eine harte Schule durchgemacht, es hat erJahren, 'daß der Mensch nicht nur von Brot allein lebt, sondern auch von dem, was Gottes Mund entstammt. Nach vierhundertjähriger Zwir.gherrschalt hat es sich die Freiheit errungen. Eingeschlossen war es von den brandenden Meereswogen und seinen ehemaligen Bedrückern. Da spaltet sich das Meer, seine Bedrücker vor drei Tagen werden von den Wellen verschlungen. Der brennende Durst in der glühenden Sandwüstc droht das Volk hinzuraffen. Der Mangel an Brot macht sich geltend. Der Hunger ist kaum zu stillen. Trotz alledem besteht in dem Volke der Drang, nun schnellstens in das Land der Verheißung zu kommen — oder zurück in dasungastliche Aegypten. Bis jetzt hat Gott dem Klcinmute des Volkes immer Rechnung getragen. Er hat seinem Verlangen nach Fleisch und Brot in erhöhtem Maße stets stattgegeben. Als aber die Kinder Israel wegen der Nachricht der Botschafter murrten und schrien: „Wozu will der Ewige uns in ein solches Land bringen, in dem unsere Kinder und Frauen1 zur Beute werden? Es ist schon besser, doch wieder nach Aegypten zurückzukehren", da verurteilt sie die göttliche Verheißung zum vierzigjährigen Wüstenaufenthalt und zum Tode in der Wüste. An ihrem Zweifel sind die Kinder Israel zugrunde gegangen. Verziehen hat Gott dem Volke das Murren Und Auflehnen gegen sich, wenn es leiblichen Grund hatte. In dem Augenblick, da es an seine gegebene Zusage zweifelt, da spricht er ihm die Berechtigung ab, das Land seiner Verheißung zu betreten, ihren Kindern behält er es vor, sie sollen hineinziehen und es kennen lernen; denn sie sind es ja, die einst vom Berge Horeb die Bürgschaft übernommen, die Torah zu halten und zu künden. JÜDISCHES LEBEN IN RHEINLAND UND WESTFALEN Aus den Gemeiden Düsseldorf. Aus Anlaß der Gcsolci finden hier Tagungen aller großen jüdischen Organisationen statt. Vom 6. bis 8. Juni wird die Zenlralwohlfahrtsslelle der Deutschen Juden in Düsseldorf tagen. Bei der Eröffnung, die am 6. Juni, 8 Uhr abends, in der Aula der Luisenschule, Bastionstraße, stattfinden wird, spricht Herr Rabbiner Dr. Bacck, Berlin, über „Der geistige Gehalt in der jüdischen Wohlfahrtspflege". Aus dem übrigen Programm heben wir hervor «in Referat über „Jüdische Jugendnot und Jugendhilfe". Am Dienstag, den 8. Juni, nachmittags 4 Uhr, findet eine Kundgebung des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände in der Aula der Luisenschule statt. Das Thema lautet: „Das soziale Programm der jüdischen Jugend". Die Zentralwohltahrtsstelle ladet unsre Freunde zu dieser Kundgebung ganz besonders ein. Vom 8. bis 10. Juni tagt der Jüdische Frauenbund in der Gesellschaft „Verein", Steinstraße 10 bis 16. Gersenkircben. Am 24. Mai 1926 konnte das älteste Mitglied unsrer Gemeinde, Herr Markus Elias, das seltene Fest des 102. Geburtstages feiern. Weiteste Kreise nahmen an diesem Ereignis Anteil und hat es sich auch der Jugendverein nicht nehmen lassen, seine Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Aus den Bünden Geilenkirchen. In Nummer 5 des „Jagendbundes" schrieb Willy Salinger über die Bedeutung der Gemeindeverfassung für die jüdische Jugend. Daß diese Frage in weitesten Kreisen das größte Interesse findet, bewies ein Abend in unsrem Jugendvereine. Der Einladung zum Diskussionsabend am 11. Mai über das Thema „Jüdische Jugend und Gemeindeverfassung" war eine so große Anzahl von Gästen gefolgt, daß viele sich mit einem Stehplatze begnügen mußten. Herr Theodor Frenke!, Gclscnkirchen, halte in liebenswürdiger Weise das einleitende Referat übernommen. Er verbreitete sich in seinen Ausführungen über die Bestimmungen unserer Gemeindev«rfassung mit ihren Fehlern und Vorzügen. In der lebhaften Diskussion wurde sowohl Kritik an der Gemeindeverfassung geübt, als auch Wünsche und Gedanken hierüber zum Aasdruck gebracht. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die Ausführungen unseres verehrten Herrn Rabbiners Dr. Qalliner über Religion und Organisation. , Alle Diskussionsredner waren sich einig in dem Wunsche, daß noch mehr Veranstaltungen getroffen werden, in denen Gelegenheit gegeben wird, tsich über Gemeindcangelegenheitcn auszusprechen, und daß man dem Jugendverein für die heutige Anregung dankbar sein müsse. Otto Guthmann. VEREINSNACHRICHTEN Mitteilungen des Bezirksverbandes jüdischer Jugendvereine Westdeutschlands - Jüdischer Jugendverein, Düsseldorf. Anschrift: Leopold Vogel, Graf-Adolf-Straöe 75. Heim: Oststraße 50. 4. 6. Freitagabendfeier 9 Uhr abends. 6. 6. Wanderung. Auskunft bei Leopold Spiegel, Wagnerstr. 8. 6. Die Mitglieder nehmen an derKundgcbung des Jüdischen Frauenbundes im Saale der Gesellschaft „Verein", Steinstraße 10 bis 16, teil. Beginn 6J$ Uhr abends. 13. 6. Wanderung. Siehe oben. 15. 6. Heimabend. Ergebnis des Verbandstages. Referat und Leitung: Herbert Felsenthal. Beginn Sit Uhr. 18. 6. Freitagabendfeier. Beginn 9 Uhr. Wandergruppe. 6. Juni: Lintorf—Duisburg, Abfahrt 8,20, Rückkunft 7,01; Sonntagskarten bis Lintorf lösen. Fahrtkosten 1.20 Mark. Es wird nicht länger als zehn Minuten vor Abgang des Zuges gewartet. Führer H. Spiegel. 13. Juni: Erkrath—Stinder Mühle—Hasselbachtal—Hösel—Hubertüshain. Abfahrt 8,18, Rückkunft gegen 7-Uhr. Führer Bachamnn, Fahrtkosten 60 Pfg. 20. Juni keine Wanderung wegen Volksentscheid. 27. Juni: Trcffahrt mit Duisburg und Essen. Näheres nächste Nummer der Zeitung. Jüdischer Jugendverein Hachenburg i. W. Anschrift: Adolf Stern, bei Seewald, Hachenburg. 5. 6. Besprechung der Düsseldorfer Tagung nach genauen Berichten. — Wanderungen werden bekanntgegeben. Jüdischer Jugendbund Hamm a. d. Sieg. 6. 6. Treffahrt sämtlicher Bünde »unseres Bezirkes in Altenkirchen um 1,30 Uhr in der Schützenhalle und Besprechung der Ergebnisse der Dclegiertentagung nach Referaten der Delegierten. 6. 6. 12,30 Uhr und 4,30 Uhr: Sprechchor der Bezirksgruppe in der Schützenhalle in Altcnkirchen. 13 6. 2 Uhr: Sprechchor der B. G. in Altenkirchen. Jüdischer Jugcr.dbund Gabriel Riesser, Köln. Anschrift: Hans Goldberg, Trajanstraße 25, part. Telephon: Ulrich 2160. Heim: Cecilienstraße 15 22, Jeden Freitagabend: Feier im Heim. Mitteilungen des Rheinisch-Westfälischen Bezirhsverbandes Die erste Veranstaltung des Führcrkursus findet am Sonntag, den 13. Juni, nachmittags 3 Uhr, im Gemeindehaus zu Essen, Steeler Straße 291, statt. Frl. Hauptlehrer Sachs, Bochum,- referiert über: „Bibellektüre im Jugendverein". Alle interessierten Verbandsfreunde sind freundlichst eingeladen. Mit Verbandsgruü! D r. H a h n. Jüdischer Jugendbund, Duisburg Anschriit: Lehrer und Prediger Kaiser, Duisburg-Ruhrort. Jeden Freitagabend 8.'j Uhr im Gemeindezimmer, Junkernstraße 2: Freitagabendfeier mit Bewirtung. Unsre Abendwanderungen finden wieder regelmäßig statt. Treffpunkt jeden Dienstag, abends H'A Uhr, am Kaiserberg. Jüdischer Jugendverein, Gelsenkirchen Anschrift: Alfred Heyman, Bergmannstraße 41. — Tel. 536. Die Freitagabendfeiern finden während der Sommermonate nicht statt. Der Literarische Zirkel tagt jeden Dienstag im Gemeinde- -2 —

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